Wie können sich alle ein Haus leisten ?

    • (1) 25.08.18 - 19:02
      Inaktiv

      Meine Frage steht ja schon oben. Nun ein paar Ausführungen:

      Bei uns im Bundesgebiet sind die Preise sowohl für ein Neubau als auch für eine Bestandsimmobilie mit entsprechenden Moderniesierungskosten bei 400.000€ und mehr...

      Die Grundstücke auf Baufeldern sind alle schnell verkauft, Freunde und Bekannte schlagen da auch schnell zu. Ich dachte wir führen ein recht gutes Leben und verdienen gar nicht schlecht. Haben auch Eigenkapital angespart und konnten uns schöne Urlaube leisten...
      Da wir uns auch sehr ein Haus wünschen, frage ich mich ob wir zu ängstlich rechnen oder die Anderen einfach viel viel mehr verdienen.
      Die Kreditsumme mit Nebenkosten wären bei der o.g. Summe von 400.000€ (Hauskaufnebenkosten wären ja durch das Eigenkapital gedeckt) ca. 1800€ monatl. Hinzu kann man ja mal Fixkosten für Versicherungen, Fahrkarte, Auto, Lebensmittel und was es nicht alle gibt rechnen. Kommen vermutlich auch locker 2000€ zusammen.
      Heißt also man zahlt ca. 4000€ im Monat für alles!
      Mag bei zwei Einkommen auch alles passen, würden wir auch schaffen.
      Nun kommt das große ABER:
      Wenn ein Kind kommt fehlen nunmal 40% eines Einkommens und da kommt man dann doch schnell an seine Grenzen. Wenn man Pech hat und keinen Kitaplatz bekommt darf man ja auch noch unbezahlt zu Hause bleiben.
      Wegen einem Haus aufs Kind verzichten kommt für mich nicht in Frage (zumal die besagten Freunde und Bekannte oder Neufamilien der Baufelder ja auch Kinder haben oder noch bekommen und wir nun ein Kind erwarten).
      Rechne ich so falsch und ängstlich oder verdienen wir doch schlechter als ich immer dachte???
      Klar wird man noch einiges an Einsparungspotential finden (Reisen nach Übersee werden wir mit Kleinkind nicht machen), aber ich frage mich ob wir doch viel zu viel Geld ausgeben.
      Und bevor die Frage kommt wieso man sich kurz vor der Geburt eines Kindes mit dem Hausthema beschäftigt. Wir suchen schon länger und gehen davon aus das wir noch einige Zeit suchen werden. Aber so wie der Zufall möchte wird es sicher genau in der Elternzeit das perfekte Objekt geben (ist doch immer so :D).

      Vielen Dank für eure Denkanstöße!

      • Mhm, ob eure Rechnung passt, könntet ihr mal herausfinden, wenn ihr euch mehrere Finanzierungsangebote von Banken geben lasst.

        Und dann kommt es eben auf den eigenen Lebensstil an... teure Lebensmittel? 1 oder 2 Autos? Teure Hobbys? Versicherungen? Wie oft Essen gehen usw.

        Die meisten, die ich kenne, fangen nach einem Jahr mit einer nicht geringen Stundenanzahl wieder an zu arbeiten (sofern möglich), um eben nicht jeden Cent umdrehen zu müssen.
        Auch sollte man ja immer für Sondertilgungen sparen, um schneller den Kreditbetrag abzuzahlen. Dann benötigt man natürlich noch Ersparnisse für Hausgeräte/kaputte Autos etc.

        Ich möchte das hier nicht schwarz malen, aber ohne Beratungen kommt ihr nicht weiter...

        • Ach so: Eigenleistung bei einem Bau würde ich nicht zu hoch einrechnen.

          Zu den anderen Freunden und Familien:
          Manche erben etwas oder bekommen so was von den Eltern für den Bau geschenkt, manche lebten vorher bei irgendwelchen Eltern mit im Haus und mussten keine Miete zahlen (konnten somit viel Eigenkapital bilden), manche haben früh begonnen gezielt fürs Haus zu sparen usw... deswegen können sich manche halt mehr leisten.

          • (4) 25.08.18 - 20:04

            Vielen Dank für deine Antwort. Interessieren uns eigentlich mehr für Bestandsimmobilien.

            Beratungen hatten wir schon und wir könnten uns die 400.000€ auch gut leisten wenn wir beide weiterhin dieses Geld verdienen.
            Meine Befürchtung ist nur die Elternzeit. Dort habe ich nunmal weniger Geld zur Verfügung. Und ob man nach einem Jahr wirklich ein Kitaplatz bekommt, ist in unserer Gegend fraglich.
            Sonst würde ich nach der Elternzeit voll arbeiten gehen wollen.
            Ich würde sagen das wir recht sparsam leben (abgesehen von den Urlauben, die aber nun erstmal wegfallen). Fürs Haus haben wir auch recht "früh" angefangen zu sparen, nachdem es uns möglich war. Überlegen auch generell ob wir diese oder jene Dinge brauchen. Klar man hätte sich die teuren Urlaube sparen können, aber wir wollten diese Reiseziele unbedingt erkunden (haben die anderen Hausbesitzer im Übrigen auch gemacht).
            Aber ja, vermutlich bekommen viele andere mehr von den Großeltern/Eltern. Großeltern existieren bei uns nicht. Und Viele konnten einfach früher bauen, da sie meistens älter sind als wir. Damals war ja noch nicht alles so überteuert wie heute.
            Wollte ja nur Denkanstöße ob ich vlt völlig falsch rechne.

            Führe sogar seit 7 Jahren Haushaltsbuch (da war ich noch nichtmal mit meinem Partner zusammen).

            • Man kann mit dem Kreditinstitut vereinbaren, dass man unter gewissen Umständen die Raten anpassen kann. Ich kriege in 3 Wochen unser erstes Kind und sobald das Elterngeld kommt, wird die Rate verringert. Sobald ich wieder mehr Geld verdiene, wird sie hoch gesetzt. Verlängert die tilgungsdauer zwar etwas, aber nicht wesentlich.

            "wenn wir beide weiterhin dieses Geld verdienen."

            Wenn, ja wenn....
            So würde ich nie kalkulieren! Was, wenn einer aus der Familie einen Unfall/Krankheit hat, der Verdienst wegfällt? Was, wenn ein Kind länger Betreuung als 1 Jahr oder die Geburt anders verläuft als erhofft, Schäden entstehen?

            Wir haben immer nur mit 1 Einkommen gerechnet, ohne Kindergeld, ohne 2. Gehalt. Mag schissig klingen, fühlte sich für uns aber einfach besser / sicherer an.

            • (8) 26.08.18 - 09:00

              Ja ich finde diese Denkweise nicht verkehrt. Ich glaube nur das lediglich 10% so rechnen. Denn soviel kann hier gar keiner verdienen, dass nur mit einem Gehalt gerechnet werden kann. Vor allem falls der Hauptverdiener nicht mehr arbeiten kann wäre alle Rechnung hinfällig... Im Bundesdurchschnitt liegt glaube der Verdienst bei 2400€ Netto. Jetzt sag mir wie das mit einem Verdienst passt?? Also da bekommste bei uns nichtmal eine 4-Zimmer Mietwhg für wenn man das 2,5fache an Gehalt braucht 🤔.

              • Wenn bei uns der Hauptverdiener ausfällt, geht alles so weiter wie bisher, das verschafft ein ruhiges Gefühl, das war uns wichtig bei der Planung. Schönen Sonntag für dich/euch!

                (10) 27.08.18 - 11:06

                Hallo,

                wir stehen kurz vor dem Hausbau. Und nein unser Kredit ist nicht so gerechnet, das langfristig nur ein Einkommen reichen würde. Ich denke, dann könnte sich ein Großteil der Leute in Deutschland ein EFH nicht leisten.

                Selbstverständlich können wir überschaubare Zeiträume wie eine Elternzeit, Krankheit mit Krankengeldbezug oder eine Arbeitslosigkeit mit Arbeitslosengeld überbrücken ohne dass uns dies in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Sonst wäre es wirklich zu knapp kalkuliert, aber für eine dauerhafte Finanzierung des Hauses mit nur einem Gehalt müssten wir sicher zu viele Abstriche machen.

                Ich sehe aber darin kein Problem. Sollte einer von uns nicht mehr arbeiten können, dann wird das Haus halt verkauft und wir ziehen wieder in eine Mietwohnung. Zu einem Preis der unserer Kredithöhe entspricht (dank viel Eigenkapital), bekommen wir das Haus auf alle Fälle verkauft (das Haus steht in einer Stadt in der Häuser gefragt sind) bzw. je nach Zeitpunkt auch für mehr als die Restschuld. Also auf Schulden sollten wir nicht sitzen bleiben. Das reicht uns als Sicherheit.

                Ich denke es ein bisschen typisch deutsch, alles ganz genau abzuwägen und 100%tige Sicherheit haben zu wollen. Aber ein gewisses Risiko gibt es halt immer. Und man kann nicht jedem Fall absichern.

                LG Nenea

          Also wir hatten wesentlich mehr an Eigenkapital.. und somit einen geringeren Kredit. Zahlen 1300 eur im Monat kredit ab. Was ich nicht verstehe wieso habt ihr 2000 euro Ausgaben für essen und sonstiges..
          Das ist mega viel..

          • (12) 26.08.18 - 10:25

            Rechne mal Versicherungen (insgesamt 5 Rentenversicherungen, KFZ,Hausrat,Haftpflicht,Unfall, BU), Fondssparpläne, Bausparer, Strom, Telefon/Handy, Essensgeld, Fahrkarte und alles zusammen. Da kommt man schnell auf 2000€. Muss dazu sagen das mein Mann über 500€ an Zusatz für die gesetzlichen Beiträge zahlen muss weil er Selbstständg ist... die Belastung haben ja viele nicht.

            • Also 5 Rentenvers. ist echt krass.
              Kfz ist bei mir 1x im Jahr.
              Hausrat haben wir nicht.. da gehn wir auf Risiko. Das meiste ist mit der gebäudevers. abgedeckt und wenn wir die Rate von der Hausrat hochaddieren können wir uns die sparn und dann alles neukaufen falls was sein sollte . Die hatten wir noch nie weder in der Mietwohnung noch jetzt im Haus.
              Unfallvers.haben wir auch nicht..
              Bu habe ich auch ist sehr wichtig.
              Der Rest ist immer Ansichtssache.. unsere Meinung ist dass wir lieber weniger Versicherungen haben und lieber das Geld auf die Seite legen.
              Kann aber jeder machen wie er will..

              Gut das selbstständige klar dass schlägt zu buche mit den 500 euro.. dass fällt bei uns natürlich weg..


              Noch als kleiner Tipp den man nie unterschätzen sollte.
              Die Rate nur so hoch ansetzten dass 1 Person in allein stemmen könnte.. man weiß nie was passiert.. hat uns auch die Bank geraten.. lieber eine Kreditvereinbarung mit Sondertilgungen.. wir können z.b. 10% der Kreditsumme im Jahr extra tilgen wenn wir wollen..

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