Hauskauf - Trautes heim, Glück allein?

    • (1) 05.11.18 - 11:40

      Hallo,

      wir sind ein junges Paar und haben uns vor kurzem ein Haus gekauft. Wir sind schon sehr lange zusammen und dieses Jahr sind wir zufällig auf ein Haus gestoßen, welches wir uns als Eigenheim gut vorstellen konnten.
      Die Vorfreude war groß, das Haus schien perfekt zu sein und wir konnten es kaum erwarten, es zu beziehen. Dann kam der große Tag - aber die große Freude blieb aus. Konfrontiert mit zahlreichen Baustellen machten wir uns ans Werk, das Haus zu sanieren / renovieren. Zudem muss dazu gesagt werden, dass es momentan eher ein Wochenendhaus ist. Wir wohnen ca. 250 km entfernt, da wir noch keine neuen Jobs in der neuen Heimat haben. Das war uns bewusst und haben wir in Kauf genommen. Dort, wo unser Häuslein steht, ist übrigens auch unsere alte Heimat - wir kommen beide ursprünglich aus dem Ort und unsere Familien leben dort. Meine Freundin sucht verzweifelt nach einen neuem Job in der alten Heimat. Ich bin beruflich aufgrund meines Jobs sowieso immer in ganz Deutschland unterwegs. Das heißt, für mich ändert sich die Situation mit dem Wochenendhaus nicht - außer ich suche mich auch was neues.

      Es ist schon ein älteres Haus und es muss viel gemacht werden. Das war uns bewusst, doch hatten wir mit weniger Baustellen gerechnet. Wir haben das Haus nun seit August und sind ständig (Urlaub / Wochenenden) dort am werkeln. Wir machen viel in Eigenleistung, da unser aktuelles Budget nicht so riesig ist. Doch irgendwie werden wir nicht warm mit dem Haus. Zu viele Baustellen, zu wenig Zeit, zu viel Fahrerei an den Wochenenden und die finanziellen Möglichkeiten fehlen auch etwas. Wir hatten so viele Träume, allerdings hat uns nun die Realität eingeholt.

      Wir haben uns im Vorfeld natürlich genau Gedanken gemacht, ob wir es wirklich wollen. Alles sprach dafür, auch die Eltern meiner Lebensgefährtin haben uns zum Kauf geraten. Hintergrund: der Vater hat schon sehr viel Ahnung, da er sein Haus quasi selbst vom Stall zum Wohnhaus umgebaut hat. Er steht uns mit Rat und den Umständen entsprechend mit Tat zur Seite, allein wären wir ziemlich aufgeschmissen. Das gibt uns aber eher das Gefühl, es wäre nicht unser Haus, da wir von außen viel beeinflusst werden. Klar, wir sind keine Handwerk-Profis und wir brauchen Hilfe, aber es fühlt sich einfach nicht richtig an. Irgendwie versucht man nur noch die Erwartungen anderer zu erfüllen. Uns wird es einfach zu viel, in der Woche arbeiten, am Wochenende dort hinfahren und dort Hand anlegen.
      Seit unserem "Einzug" haben wir uns nie wirklich gefreut und sahen nur die Arbeit, die wir mit dem Haus haben. Die Beziehung leidet natürlich auch entsprechend, da wir beide nicht so glücklich sind, wie erhofft. Und die Anzahl der Streits häuft sich auch. Meine Freundin versucht alles optimistisch zu sehen bzw. es sich schön zu reden, ich bin eher der Realist. Aber im inneren macht sie die Situation auch ziemlich fertog.
      Anfangs freuten wir uns noch, dort hin zu fahren, doch mittlerweile ist es eher deprimierend.

      Wir reden natürlich darüber, auch mit der Familie, aber irgendwie wissen wir nicht weiter. Die Familie versucht uns Hoffnung zu machen, aber wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Mit mehr finanziellen Mitteln könnten wir natürlich den Stress reduzieren, mehr machen lassen und ein Stück weit unsere Träume realisieren. Doch noch einen Kredit aufnehmen? Und wird es dann wirklich besser? Vielleicht wollen wir einfach zu viel auf mal, aber es ist schon eine ziemlich Belastung unter den aktuellen Umständen.

      Kennt ihr die Situation? Wie sind eure Erfahrungen?

      • (2) 05.11.18 - 11:45

        Mit einem Hauskauf / -bau ist IMMER mehr Arbeit verbunden, als man anfangs dachte und oft muss man auch mehr finanzielle Mittel aufwenden als man dachte.

        Ich halte die Voraussetzungen für denkbar ungünstig, vor allem aufgrund deiner beruflichen Tätigkeit und der aktuellen Entfernung. Selbst wenn ihr endgültig umgezogen seid, bist du nur an den Wochenenden und vielleicht zwischendurch mal zu Hause - wie wollt ihr da mit der Renovierung vorankommen?

        Existiert ein realistischer Zeitplan? Wisst ihr, wie lange ihr die Situation so noch durchhalten müsstet?

        • (3) 05.11.18 - 12:05

          Das mehr Arbeit damit verbunden ist, ist / war uns klar. Doch das so viel ansteht, dass konnten wir nicht vorhersehen. Klar, waren wir vielleicht etwas blauäugig in Anbetracht unser derzeitigen Wohn- und Berufssituation.

          Meine berufliche Situation ist nicht vorteilhaft, allerdings sind wir in der Vergangenheit gut damit zurecht gekommen. In der Tat, nun steht eine eigene Immobilie vor der Tür. Doch daran sollte es nicht ausschließlich scheitern. Ich bin bereit, am Wochenende und während des Urlaubs am Haus zu arbeiten.
          Natürlich schaue ich mich um und sollte sich was ergeben, wäre ich nicht abgeneigt, einen Job in der Heimat anzunehmen.

          Sofern alles klappt, wird meine Freundin Anfang nächsten Jahres einen Job in der neuen, alten Heimat haben. Doch ein konkreter Zeitplan existiert nicht, wie auch, wenn kein konkreter Jobwechsel feststeht.

      Hallo,

      die größte Hürde ist die momentane Entfernung zum Sanierungsobjekt.
      Ihr könnt nicht einmal unter der Woche kleinere Dinge erledigen, bevor es am Wochenende an die großen Arbeiten geht.
      Mein Mann und ich haben in 2012 bis 2013 ein älteres Haus saniert, unser Traumhaus. Allerdings steht das zwei Straßen entfernt von unserer ehemaligen Mietwohnung. Hätten wir die Zeit in der Woche nicht gehabt, würden wir vermutlich heute noch bauen. Wir haben fast alles in Eigenleistung gemacht, fast alle Gewerke sind in der näheren Verwandtschaft abgedeckt, lediglich Fenster und Türen wurden fremd vergeben. Wir empfanden es schon als Störfaktor, dass mein Mann im vollkontinuierlichen Schichtsystem (rollende Woche) arbeitet und somit oft am Wochenende arbeiten musste, wenn alle Helfer Vorort waren.

      Die Lösung der Wahl wäre euch so schnell wie möglich Jobs in der unmittelbaren Nähe oder direkt im ehemaligen Heimatort zu suchen. Sonst dauert das ewig und führt vermutlich zu Frust eurerseits.

      Alles Gute

      Nici

      • Hallo,

        das ist wohl wahr. Wenn schon mal einer von uns vor Ort wäre, dann sind wir schon mal einen Schritt weiter.

        Ein Haus sanieren dauert, das ist uns klar. Doch es ergibt wenig Sinn, wenn man quasi nur einen Tag in der Woche was machen kann, da man Freitag abends erst ankommt und Sonntags schon wieder fahren muss.

        Eigentlich haben wir ja keinen Stress, das Haus fertig zu machen, da wir es noch nicht so nutzen. Klar dauert es ewig wenn es so weiter läuft, aber vielleicht sollten wir uns weniger unter Druck setzen?
        Dennoch, Frust ist vorhanden.

    (6) 05.11.18 - 21:18

    Hallo

    Das eine sind die Träume, das andere ist die Arbeit. Ich denke man macht sich die ganze Mühe gerne, wenn man das Gefühl hat, etwas sinnvolles zu tun. Dass man sich etwas aufbaut und zusammen sein Herzblut in ein gemeinsames Projekt steckt, was einem wichtig ist. Das vermisse ich bei euch.

  • Hallo,

    wir haben in unserer Hausbauphase 7 Monate bei meinen Eltern gewohnt, in der zeit war mein Mann täglich auf der Baustelle, da er 80% selbst gemacht hat (außer Sanitär und Elektrik).
    So manches mal dachte ich auch, das wird nie ein Ende haben und die Fortschritte waren oft kaum sichtbar.

    Aber als es dann fertig war, so wie wir uns das vorgestellt hatten, waren wir so stolz drauf und ich denke, sobald man bei euch an die ersten Fortschritte sieht, wird sich eure momentane Einstellung auch (wieder) ändern.

    Mal eine Frage, denn das ständige Hin und Her kostet ja auch Geld: habt ihr keine Möglichkeit, einige Arbeiten machen zu lassen? Zumindest das Grobe?

    Die Baustelle jetzt zu verkaufen wäre natürlich auch eine Option, aber für welchen Preis ;-)

    LG
    sonntagskind

    • Hallo Sonntagskind,

      "verkaufen" ist keine Option. Klar fielen im Zweifel mal die Worte aber es ist grundsätzlich ein schönes Haus mit viel Potential. Unser Herz hängt da nach kurzer Zeit schon dran, nur die Entfernung und die daraus resultierenden eher kleinen Fortschritte machen uns das Leben schon schwer.

      Die Hoffnung haben wir noch nicht aufgegeben. Wir überlegen, mehr machen zu lassen, allerdings kostet es Geld. Wir haben uns etwas verschätzt, als wir einen Kredit für das Haus und die Modernisierung aufgenommen haben. Wir haben wie gesagt mit weniger Baustellen gerechnet. Einen weiteren Kredit wollen bzw. können wir momentan nicht aufnehmen. Dazu müssen wir erst mal schauen, wie es die kommenden Monate mit der Abbezahlung läuft. Wir wollen uns finanziell ja nicht übernehmen.

      Viele Grüße
      HiLife

      • Klar, übernehmen sollte man sich nicht.
        Rechnet mal aus, was euch die Doppelbelastung kostet, wenn es so weiter läuft wie jetzt und was es kosten würde wenn man einen weiteren Kredit aufnimmt, um mehr machen lassen zu können, dafür aber eben schneller einziehen kann und dadurch wiederum Miete einspart.

        ... und Fahrtkosten + Abnutzung PKW ;-)

(12) 06.11.18 - 16:49

Ich würde den Druck rausnehmen und nicht mehr jedes Wochenende fahren. Im Moment ist es doch egal ob es 1 Monat länger dauert oder nicht. Euch tut es gut, wenn jedes Dritte Wochenende frei ist.

Je nach finanzieller Situation würde ich überlegen Handwerker zu beauftragen und notfalls einen weiteren Kredit abzahlen. Es muß nicht alles selber gemacht werden.

Priorität würde ich darauf legen, das ihr erstmal einziehen könnt. GästeWC, Kinderzimmer etc könnt ihr sanieren, nachdem ihr umgezogen seit.

  • (13) 06.11.18 - 17:01

    Da ist was wahres dran, wir waren seit August jedes Wochenende da und 3 Wochen Urlaub gingen bereits auch auf das Konto. Klar, wir haben es gern gemacht aber etwas Abstand wäre sicherlich mal gut.

    Das mit einem zusätzlichen Kredit klingt schon sinnvoll, allerdings gestaltet sich das nicht so einfach. Wir haben schon eine recht hohe monatliche Rückzahlungssumme festgesetzt und darauf dann noch einen Kredit abbezahlen? Puhhh....
    Eigentlich bräuchten wir wirklich mehr finanzielle Möglichkeiten, das Bad ist eine Katastrophe. Das wollten wir zuerst machen, doch das Geld ging nun für die neuen Fenster drauf, die dringender gemacht werden müssen.

(14) 10.11.18 - 12:13

Nein, eine solche Vorgehensweise kenne ich nicht. Es ist überaus mutig oder naiv ein solches Wagnis einzugehen.

Meiner Erfahrung nach, gibt es dafür 3 Entwicklungen

- pleite
- getrennt
- krank

Top Diskussionen anzeigen