Hausschenkung oder doch Kauf?

    • (1) 09.08.19 - 10:01

      Hallo ihr Lieben.

      Mein Freund und ich wollen das Haus meiner Großeltern kaufen, welches sich derzeit in Besitz meiner Tante befindet (also ist sie der Verkäufer).
      Wir haben alles mit der Bank geklärt, jedoch stehen wir jetzt vor einem (großen?) Problem.

      Es sind insgesamt 7 Grundstücke, auf einem einzelnen Grundstück steht noch das Haus meiner Urgroßeltern, welches meine Tante auf jeden Fall mitverkaufen möchte und wir auch kaufen wollen.
      Jetzt hat die Bank uns gesagt, dass sie das Haus nicht mit in die Finanzierung mitnehmen können / möchten, da es stark heruntergekommen ist (Baujahr 1800, seit 15 Jahren leerstehend, komplett entkernt).
      Deswegen machen wir rinen separaten Notar Vertrag dafür. Jetzt konnte mir nur niemand beantworten, was geschickter wäre:

      Da ich Nichte bin, habe ich einen Schenkungsfreibetrag von 20.000€, das Haus ist aber beim Finanzamt mit damaligen Wert von 35.000€ eingetragen (als es noch bewohnt war, anfang der 2000er). Die Dame beim Finanzamt meinte, dass man die Schenkung schon einmal vollziehen soll, notariell und DANN würde erst jemand rauskommen und den eigentlichen Wert des Hauses feststellen. D.h. wenn wir Pech haben, wäre es mehr Wert als mein Freibetrag und wir müssten nachzahlen, was definitiv nicht in Frage für uns kommt. Ich habe ihr erklärt, dass es als Abrissobjekt deklariert ist und somit kaum noch Wert haben sollte. Daraufhin meinte sie, dass der Notar das im Vertrag festhalten soll und somit gäbe es da keine Probleme.
      Kann ich mich da wirklich drauf verlassen??

      Zweite Option wäre, wir würden das Haus formell für 1000€ kaufen. Wie sieht hier die Sachlage aus? Geht das so einfach oder wird sich da das Finanzamt melden?

      Ich bin für jeden Tipp dankbar, es soll in 2-3 Wochen losgehen mit den Verträgen.

      • (2) 09.08.19 - 10:55

        Ich verstehe das Problem grade nicht, ihr kauft ein Grundstück, wenn ihr das kauft, gehört euch das Haus darauf doch sowieso.
        Es sei denn es gibt einen separaten Grundbuchauszug dafür, was aber ein absoluter Ausnahmefall waere (bei Erbpacht Z. B. Ist das getrennt)

        Der Kauf eines Grundstückes geht im Regelfall mit allem was darauf steht einher.
        Daher ist ein Kaufvertrag separat nur dem Notar geschenktes Geld.

        Wenn das Haus als abriss Objekt deklariert wird, wird der abriss Aufwand dem Grundstückswert gegenübergestellt und die Bank finanziert es schon dreimal nicht.

        • (3) 09.08.19 - 11:04

          Alle 7 Grundstücke haben einen separaten Grundbuchauszug. Wir kaufen das Haupthaus, das zweite Haus (Abrissobjekt) und die 7 Grundstücke. Ich weiß nicht, ob man das so differenzieren könnte, dass im Notarvertrag nur das Grundstück steht und, dass da ein Haus drauf steht egal ist. Wir haben nun einmal keine Ahnung, wie wir hier vorgehen können mit minimalstem Geldaufwand.

          • (4) 09.08.19 - 11:06

            Achja: wir müssen den Notarvertrag für das Haupthaus ja der Bank vorlegen und darauf darf das Abrissobjekt nicht vorkommen, deswegen müssen wir 2 Notarverträge so oder so machen

            • (5) 09.08.19 - 11:13

              Achja: wir müssen den Notarvertrag für das Haupthaus ja der Bank vorlegen und darauf darf das Abrissobjekt nicht vorkommen, deswegen müssen wir 2 Notarverträge so oder so machen

              Uff.. Naja solange die Bank nichts finanzieren soll wo das AbrissObjekt draufsteht kein Problem.

              Hier verkaufen viele :

              Wunderschönes Grundstück 200 qm
              Auf dem Grundstück steht noch ein abriss Haus.

              Käme keiner auf die Idee ein Abrisshaus mit Grundstück verkaufen zu wollen

          (6) 09.08.19 - 11:09

          Ist doch völlig egal, ihr kauf sagen wir Grundstück Gemarkung Frankfurt 537/8
          Das hat einen Grundbuchauszug, da werdet ihr dann eingetragen und es gehört euch.. Mit allem bauschutt, jeder abriss Hütte und was sonst noch.

          Ihr könnt aber nicht Haus Hauptstr. 18 kaufen ohne das Grundstück, denn Haus hauptstr. 18 hat keinen Grundbuchauszug, sondern nur das Grundstück, auf dem es steht.
          Hier die Besonderheit : Es sei denn ihr kauft auf Erbpacht! Dann könnt ihr nur das Haus kaufen und das Grundstück pachten

          Das ist keine rechtsberatung sondern beruht nur auf Recherchen, sollte aber so stimmen

          • (7) 09.08.19 - 11:18

            Das heißt, wenn wir einen Notarvertrag für das Grundstück machen, und der Notar explizit reinschreibt, dass sich auf dem Grundstück ein Abrissobjekt befindet, ist das dem Finanzamt "Wurst"?

            Das ist mein großes Fragezeichen bei der Sache.

            Das Haus steht dort nur noch, weil meine Tanten keine 30.000€ aufgehend für den Abriß bezahlen wollte, und wir werden das Haus auch nicht nutzen.
            Die Dame beim Finanzamt war nicht sehr erpicht ein Beratungsgespräch am Telefon zu führen, deswegen habe ich dazu keine Antwort bekommen.

            • (8) 09.08.19 - 11:25

              Das Haus muss glaube ich gar nicht erwähnt werden. Es ist halt was, das da drauf steht... Und damit eigentlichen so erwähnenswert wie ne Schubkarre. "gekauft wie gesehen, inkl. Vorhandener Bebauung" sollte dem genüge tun.
              Grunderwerbsteuer wird ja dadurch nicht gemindert.
              Das sollte euch ein Notar aber genauer sagen können, was reingeschrieben werden muss, dafür bezahlt ihr ihn ja

              • (9) 10.08.19 - 15:50

                Nein, so einfach ist das nicht. Dann könntest du ja auch in der Familie ein Grundstück mit „Abrisshaus“ verkaufen, in echt ist es aber eine Villa, und würdest nur Grunderwerbsteuer für das billige Geundstück zahlen.

                Einen KV für das Grundstück mit der alten Hütte für nur 1000€ zu machen wird also nicht klappen. Das Finanzamt wird dann mindestens hingehen und schauen, ob das dem Bodenrichtwert entspricht und ggf. 0€ Restwert für das Haus. (Hier gehe ich dann davon aus, dass der Wert des Geundstücks über 1000€ liegt).

                Was aber klappen müsste: Einen KV mit Bodenrichtwert*Grundstücksgröße zu machen und den Wert des Bestandes mit 0€ ansetzen. Wenn das Finanzamt dann nochmal nachfragen sollte: Der Bodenrichtwert gilt ja für „baureifes Land“... und um das Land baureif zu machen müsste man das alte Haus abreißen, also eigentlich sogar 30.000€ vom Bodenwert abziehen.

                ABER... wenn das klappt, müsste die Schenkung ja auch klappen. Das würde ich es ggf. drauf ankommen lassen. Es sei denn du wirst ggf. noch was erben von deiner Tante und sie ist schon so alt, dass das in den nächsten Jahren passieren könnte. Wenn du Pech hast wird dann die Schenkung doch noch zur Erbmasse gezählt und es fällt Erbschaftssteuer an.

                Der Notar wäre doch für das alles der richtige Berater?! Oder ein Steuerberater!

            (10) 11.08.19 - 15:04

            Schenkung eines Grundstücks
            Es wird der Grund und Boden bewertet : Bodenrichtwert x Grundstücksgröße

            Es wird das Gebäude, das auf dem Grund und Boden steht bewertet. Die Ermittlung der Bewertung findet sich im BewG.

        (11) 09.08.19 - 11:20

        Wenn es unbedingt einen Notarvertrag geben muss zwingt euch auch keiner den tatsächlichen Wert einzutragen, sondern den tatsächlichen Kaufpreis. Ist ihr Ding, wenn sie es euch für nen 1000er verkauft. Würde ich aber nicht machen, weil ich sorge hätte dass dann die Stadt ihr Vorkaufsrecht geltend machen "können würde wollte"

Top Diskussionen anzeigen