Was tun gegen Angst vorm Hauskauf?

Hallo ihr Lieben,
wir gucken seit geraumer Zeit immer mal nach Häusern. Es ist hier nicht einfach etwas zu finden, dass vom Preis, Platz und Zustand passt. Wir haben nicht die Riesenansprüche aber ein Kinderzimmer für jedes Kind sollte drin sein und wir wollen schuldenfrei in Rente gehen, d. h. es sollte auch preislich nicht den Rahmen sprengen.
Bei der letzten Besichtigung war ich danach total panisch, weil es so ein Riesenschritt für uns ist und man sich schon für ewig finanziell und örtlich festlegt. Ich habe also beim Hauskauf Tendenzen kalte Füße zu kriegen. Jetzt haben wir ein tolles Haus entdeckt, dass unseren Vorstellungen entspricht (sowohl preislich als auch optisch) und wir können es sogar besichtigen. Und ich bin jetzt schon total verunsichert, die allgemeine wirtschaftliche Lage wegen Corona macht es nicht besser. Wobei wir davon bisher nicht betroffen sind, unsere Jobs sind sehr sicher und bis jetzt keine Kurzarbeit. Und das Haus ist wirklich toll, ich meine, ich war noch nicht drin und kenne den Renovierungsstatus noch nicht genau, aber es passt schon sehr viel. Ich weiß nicht, wie es weitergeht wenn alles passen sollte und wir ernsthafte Kaufabsichten haben...der Gedanke, macht mir echt Angst, dabei sollte man sich doch dann freuen, oder?

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Hallo,

wir kaufen grade das 2. Haus und verkaufen das 1. Du siehst: nur weil man sich ein Haus kauft, ist man nicht ewig örtlich gebunden oder halt an DAS eine Haus. Es gibt immer mehrere Lösungen.

Und auch jetzt beim 2. haben wir ein ... Mhm... mulmiges Gefühl. Man kauft sich halt kein paar Schuhe, sondern investiert dauerhaft viel Geld in ein Objekt.

Dafür aber in eines, indem man schön leben möchte, es sich heimelig macht usw.

Das komische Gefühl wird wahrscheinlich bleiben und sich bei der Unterschrift im Notariat und bei der Bank verstärken... aber nach den ersten bezahlten Raten und der Erfahrung, dass es gut klappen kann, wird es deutlich schwächer und irgendwann genießt man es dann.

Wichtig ist nur eine gute Finanzberatung.
Wenn der Kredit auf euch zugeschnitten ist und passt, dann geht da auch nichts schief.

LG

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Hallo!

Mir ging es bisher genauso. Und dabei bin ich vom Fach und sehe täglich, dass man einfach wieder verkaufen kann, aus welchem Grund auch immer... Also ist es wirklich Schiss.

Beim letzten Haus, was wir besichtigt haben und wo wir "schon lange dran sind", stimmt der Preis für uns, aber da schießt mein Kopf diesmal quer Richtung unbekannter Modernisierungskosten. Was, wenn mehr zum Vorschein kommt wie geplant...

Wir sehen uns am Samstag ein ähnliches Haus an, etwas jünger, da hadere ich mit der ruhigen Lage...

Was ich Dir damit sagen will, ist, wenn Angst mitspielt, fährt sie Dir durch die Pläne... Ich habe schon bei mind. 2 Objekten kalte Füße bekommen, wo ich mich hinterher etwas über mich geärgert habe.

Geholfen hat mir mal, dass ich meine derzeitige Miete bzw. die Durchschnitts-Kaltmiete mittels Mietspiegel und meiner aktuellen Kaltmiete auf die nächsten 30 Jahre berechnet habe. Und hab das dann als max. Kaufpreis genommen. Also sagen wir, 300.000,00 EUR Mietzahlung ins Nirvana die nächsten 30 Jahre, da kann ich für in unserer Gegend "gut" kaufen. Das hat mir die Angst vor den Zahlen genommen, denn das Geld geht ja eh weg.

Nun hat sich die Angst aber nur verlagert. Und ich arbeite an mir, es realistisch anzugehen und auch Kompromisse einzugehen. Mir hilft das gegen kalte Füße. Nach dem Motto: Mit Sinn und Verstand. Es ist wirklich nur der Kopf.

Eventuell hilft Dir:

Eine aktuelle und genaue Ausgabenrechnung

Aufstellung der Altersvorsorge, Lebensversicherungen

Rücklagen/Eigenkapitalaufstellung u. evtl aufstocken durch Baukindergeld

Besichtigung mit Sachverständigen, um kostenintensive Schäden ins Auge zu fassen

Kein Zeitdruck durch einen Verkäufer.

Davon wird die Ängstlichkeit nicht verschwinden, aber es könnte Dir mehr Sicherheit geben.

Allerdings können wir uns auch die andere Seite der Medallie ansehen. Wir kaufen nicht kopflos und stürzen uns dadurch in den finanziellen Ruin ;-).

Wir haben einen Mandanten, dem habe ich zufällig ein EFH vermittelt, weil ich mit dem Zustand und der Sanierung überfordert gewesen wäre (privat) . Er hat es dann auch vom Fleck weg gekauft. Ich muss dazu sagen, er kauft immer auf, saniert, verkauft weiter. Wir hätten auch Interesse gehabt, nach Sanierung von ihm abzukaufen. Aber nun haben wir uns näher damit beschäftigt und sehen davon ab. Wenn er mit dem Objekt fertig ist, musste vom Keller bis zum Dach alles gemacht werden, das Haus ist nass. Und damit ist es für uns nicht mehr rentabel. Aber: ohne Mann vom Fach und Zeit hätten wir das noch nicht mal so speziell gesehen... Meistens ist es ja so, dass man sich schnell entscheiden muss. Und das bereitet dann zusätzlich Unbehagen.

VG 004