Verhütung mit NFP

    • (1) 27.01.16 - 12:06

      Hallo an alle,

      Ich erhoffe mir auf diesem Wege ein paar individuelle Erfahrungsberichte, ergänzend zu meiner eigenen Recherche natürlich.

      Vor etwa einem halben Jahr habe ich die Pille abgesetzt, da diese Verhütungsmethode für mich absolut nicht mehr in Frage kommt. Und so habe ich mir meine Gedanken gemacht, was die Alternative sein könnte. Eine Weile stand die Hormonspirale im Raum, aber ich mag das Gefühl gerade sehr, dass mein Körper sich 'normalisiert' hat und seinen natürlichen Vorgängen nachgehen kann (mit sehr regelmäßigem Zyklus), dass ich auf NFP gestoßen bin, zunächst etwas skeptisch was die Zuverlässigkeit und den Aufwand angeht, aber interessiert an der Möglichkeit, durch Beobachtung des eigenen Körpers (ich würde sagen, dass ich über ein gutes Körpergefühl verfüge) meine fruchtbaren Tage bestimmen zu können.

      Wer kann ein klein wenig darüber aus seinem praktischen Erfahrungsschatz berichten? Ich bin sehr gespannt.

      Liebe Grüße!

      • Was genau möchtest du denn wissen? Welche Aspekte interessieren dich?
        Ich beobachte meinen Zyklus nach "Sensiplan" seit Mai 2008.

        Hallo
        Ich habe selbst insgesamt 6 Jahre NFP bestrieben. 3,5 Jahre lang Zervixschleimmethode und nach Beendigung der Familienplanung 2,5 Jahre symptothermal.
        Jetzt nehme ich wegen sehr starkem PMS wieder die Pille.

        Meine Punkte, die ich wichtig finde.

        1. Wenn man konsequent symptothermal verhüten möchte, dann ist es sehr wichtig, wenigstens das Buch "natürlich und sicher" gelesen zu haben. Wäre ich damals finanziell nciht so eingeschränkt gewesen, wäre ich doch zum NFP-Seminar gegangen.

        Ich habe das nicht gemacht und bin erst mal im 4. Verhütungszyklus ungeplant schwanger geworden. War für uns kein Drama, ein zweites Kind war eh geplant.
        Für mich war das sehr lehrreich.
        2. Wenn man symptothermal verhütet, ist spontaner Sex etwas schwierig. Man muss schon im Kopf haben, ob es grad gefährlich ist, oder nicht. So eine Information kann im stressigen Alltag schnell mal verloren gehen. Wenn es sehr stressig war, habe ich auch öfters mal vergessen, die werte einzutragen. Mein Thermometer speichert zum Glück bis zu 10 Werte, das ist Gold wert!
        3. Mir ist aufgefallen, dass viele Frauen die Minus-8-Regel wie eine feste Regel verwenden und glauben, sie sind IMMER bis zum 8. Tag vor der üblichen ersten hohen Messung unfruchtbar. Dabei sind die Regeln für den Zyklusanfang so streng, dass es kaum möglich ist, am Zyklusanfang von einem festen sicher unfruchtbaren Zeitraum auszugehen. Viele Frauen ignorieren ihren Zervixschleim am Zyklusanfang.
        Mein Beispiel: ich hatte stets Zyklen die länger als 28 Tage sind. Nur im Juni 2015 hatte ich plötzlich meine ehM an ZT 8. Wäre ich davon ausgegangen, dass es einen festen Zeitpunkt am Zyklusanfang gibt, der sicher unfruchtbar ist, hätte ich zum fruchtbarsten Zeitpunkt ungeschützten Sex gehabt.
        4. NIE, NIEMALS "nach Gefühl" auswerten, wenn du dich nicht 100% an die Regeln gehalten hast - grad bei nem stressigen Alltag. Man kann sich nicht auf seine üblichen Körpersymptome verlassen. Wir Menschen sind so gebaut, dass wir unseren Zyklus vor anderen und auch vor uns verbergen. Wir sind bei der Zyklusbeobachtung auf die korrekte Anwendung der symptothermalen Methode angewiesen.
        5. automatische zyklusblätter, als app oder online sind zwar ganz nett, aber die Handauswertung muss man trotzdem beherrschen.
        Außerdem sind mir am 01.01.16 34 Zyklusblätter verloren gegangen, weil ich sie in einer app, aber nciht auf Papier gespeichert habe.

        So... Momentan empfinde ich den Wechsel zur Pille - nach den ersten 7 Wochen - als Befreiung. Allerdings bin ich nciht ganz freiwillig zu NFP gekommen. Ich darf keine Östrogenpille nehmen, mit der Cerazette bin ich nciht klar gekommen und die Hormonspirale musste ich mir nach 15 Monaten wegen der Nebenwirkungen ziehen lassen. Jetzt nehme ich die Onefra Sanol und bin seit 5 Tagen zufrieden. Kein Eisprung mehr, keine Schmerzen :-)

      Guten Morgen,

      ich bin zwar noch ein junges Küken aber verhüte doch auch schon mehrere Jahre mit NFP.

      Die Vorteile liegen deutlich auf der Hand.
      Man lernt seinen Körper kennen und man hat mit zugeführten Hormonen nichts mehr am Hut.

      Man muss aber definitiv die Disziplin haben jeden Tag an die Messung und die Beobachtungen zu denken, man muss am Anfang (das kann das gesamte erste Jahr sein!) sehr auf seinen Körper achten, man entdeckt immer wieder neue Störfaktoren die, wenn man sie nicht erkennt, einem die ganze Berechnung versauen.

      Ich empfehle NFP auch immer nur Frauen, für die eine ungeplante Schwangerschaft kein absoluter Beinbruch ist. Frau kann sich immer mal vertun!

      Da hat man am Abend von Zyklustag 10 oder 11 Alkohol getrunken und schwups denkt man am nächsten Morgen "Oh, erste höhere Messung", man gibt zu früh frei und kann im Anschluss dann sagen: "Hallo Baby!".

      Also. Gut einlesen, für dich persönlich abwägen ob es was für dich ist und dann los.

      • >> Ich empfehle NFP auch immer nur Frauen, für die eine ungeplante Schwangerschaft kein absoluter Beinbruch ist. Frau kann sich immer mal vertun! <<

        Solche Aussagen finde ich immer sehr schade, da es die Methode unnötig in Verruf bringt, unsicher zu sein.
        Das ist sie aber ganz und gar nicht.

        Und konsequenterweise müsste man diesen oben zitierten Einwand auch bei der Pille anbringen. Es gibt einfach kein Verhütungsmittel, das 100 %ige Wirksamkeit hat. Sex kann nun mal zu einer Schwangerschaft führen.

        >> Da hat man am Abend von Zyklustag 10 oder 11 Alkohol getrunken und schwups denkt man am nächsten Morgen "Oh, erste höhere Messung", man gibt zu früh frei und kann im Anschluss dann sagen: "Hallo Baby!". <<

        Und hierfür gibt es auch klare Regeln, damit sowas eben nicht passiert.

      • Also den körper muss man immer ganz genau beobachten. Nicht nur ein jahr. Sobald man damit aufhört schleichen sich fehler ein.

        Zu deinem argument mit dem alkohol: jeder, der das buch gelesen hat und nfp ernsthaft zur Verhütung betreibt, mistraut einer ungewöhnlich frühen ehm oder klammert vorsorglich eine ehm aus, wenn ein möglicher störfaktor vorliegt. Steht auch ganz ausdrücklich in "natürlich und sicher".
        Deswegen mein ausdrücklicher hinweis ein zyklusblatt mit hand auswerten zu können.

        Nfp ist anstrengend. Ja. Unbequem. Ja.

        Aber sicher.

        Und so, wie ich momentan mit dieser sch.. pille kämpfe, hoffe ich, dass ich sie nach meiner op (hoffentlich entfernung meines problem-eierstocks) absetzen kann und mit nfp weiter verhüten kann.
        29 tage zyklus und 18 tage davon blutung... da brauch ich keine verhütung - hab eh keinen sex.... #aerger

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