Stillen und Hormonspirale

Hallöchen, ich hab mal eine Frage: Wer hat Erfahrung mit der Hormonspirale mirena während der Stilzeit. Mein Gyn hat mir die Spirale förmlich aufgeschwatzt und gemeint, daß ich, weil ich ja noch stille, so gut wie keine Blutungen haben werde. Allerdings hatte ich nach Legen der Spirale gerade mal 4 Tage Ruhe und dann kamen Blutungen, die mittlerweile schon fast zwei Wochen anhalten. Und das sind richtige Blutungen, kein Schmierbluten oder so. Jetzt ist er noch bis 21.05.07 im Urlaub und ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich war so glücklich, durch das Stillen keine Regel zu bekommen und jetzt das :o( Hat jemand Erfahrung damit? In anderen Foren lese ich fast nur schlechtes über die mirena... Danke euch für eure Antworten!

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Liebe Sandra!

Geh bitte dringend zum Arzt. Blutungen von mehr als einer Woche sind nicht normal!
Da Du sagst, dass Dein FA nicht da ist, geh bitte zu einer Vertretung!

Gruß Silke
exam Krankenschwester

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Liebe Silke,
danke für deine Antwort. Ich war gestern beim Vertretungsarzt, er konnte nix feststellen, vermutet leider, daß mein Körper die Spirale ausstoßen will :-( Ich soll jetzt mal ein paar Tage 3 mal täglich die minisiston pille nehmen, in der Hoffnung, daß die Blutung aufhört. Muß mein Baby jetzt mit pre-Nahrung versorgen #schmoll Pumpe aber ab, damit ich danach weiter stillen kann. Das müßte doch gehen, oder was meinst du?
Liebe Grüße, Sandra

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Liebe Sandra!

Wenn Dein Körper die Spirale ausstoßen will, solltest Du Dir eine andere Verhütungsmethode suchen, die auch Stillverträglich ist.

Habe da was für Dich gefunden:
Du kannst mit verschiedenen Methoden verhüten:
1) Mechanisch

Kondome sind ein geeignetes Verhütungsmittel während der Stillzeit - auch wenn es für einige ungewohnt sein mag. Sie lassen sich sofort nach der Geburt anwenden und haben auch keinen Einfluss auf die Muttermilch.

Nach der Wochenbettphase eignen sich auch andere Barrieremethoden, beispielsweise Diaphragma, Portiokappe oder das Lea Contrazeptivum. Frauen, die schon vor der Geburt ein Diaphragma verwendet haben, sollten es neu anpassen lassen, weil sich die Größe ändern kann. Die Kontrolluntersuchung sechs Wochen nach der Geburt ist ein geeigneter Zeitpunkt dafür.

Viele Frauen lassen sich sechs Wochen nach der Geburt eine Spirale einsetzen.

2) Hormonell

Manchen Frauen ist der Gedanke an einen Fremdkörper in Scheide und Gebärmutter unangenehm. Reine Gestagenpräparate ohne Östrogen sind eine Alternative. Im Gegensatz zu den Kombinationspillen beeinflussen östrogenfreie Präparate weder Fluss noch Qualität der Milch. Es konnte auch gezeigt werden, dass Gestagene keine Auswirkungen auf das Wachstum des Kindes haben.

Zu den reinen Gestagenpräparaten zählen neue Minipille, Minipille, Dreimonatsspritze, Verhütungsstäbchen und Hormonspirale. Im Vergleich zu herkömmlichen Spiralen treten weniger Blutungsstörungen auf. Der Vorteil gegenüber oral zugeführten Pillen oder Depotpräparaten in Spritzenform ist, dass die Hormonspiegel gleichmäßig niedrig liegen.

3) Natürlich

Natürliche Verhütungsmethoden wie die Temperaturmessung sind in der Stillzeit nicht unbedingt sicher. Bei den meisten Frauen gerät der Schlafrhythmus so weit durcheinander, dass die Aussagekraft der morgendlichen Aufwachtemperatur viel zu gering ist. Ohnehin sind Verhütungsmethoden, die an Regelmäßigkeit gebunden sind und Selbstdisziplin erfordern, in dieser Zeit schwer durchzuhalten - Stillen, Zuwendung für das Kind und die familiäre Neuorientierung erfordern nämlich einen ziemlichen Kraftakt.

Das Stillen bietet einen minimalen Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft, wenn "voll" gestillt wird und der Stillrhythmus keine längeren Pausen als vier bis sechs Stunden hat. Frauen reagieren dennoch sehr individuell und es ist nicht auszuschließen, dass Eizellen reifen und es zur Schwangerschaft kommt.

4) Sterilisation

Manche Paare sind sich nach der Geburt sicher, dass die Familienplanung abgeschlossen ist und keine weiteren Schwangerschaften folgen sollen. In diesem Fall kann sich einer der Partner sterilisieren lassen. Bei Männern lässt sich der Eingriff ambulant und in Lokalanästhesie durchführen, Frauen brauchen dagegen eine Vollnarkose, weil die Eileiterdurchgängigkeit per Bauchspiegelung unterbrochen wird.

Eine Sterilisation ist auch direkt nach einer Geburt möglich. Durch einen kleinen Schnitt am Bauchnabel werden die Eileiter größtenteils entfernt. Sollte ein Kaiserschnitt geplant sein, lässt sich die Sterilisation auch während des Eingriffs durchführen. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt unbedingt schon zu Beginn der Schwangerschaft informieren.

(Artikel von Dr. med. Katharina Larisch)

>>Muß mein Baby jetzt mit pre-Nahrung versorgen Pumpe aber ab, damit ich danach weiter stillen kann. Das müßte doch gehen, oder was meinst du?<<

Klar geht das. Die Milch mußt Du ja jetzt leider wegkippen, da sie warscheinlich massig Hormone enthält.

Ich habe meinen Sohn (18 Monate, Wunschkind) fast 17 Monate gestillt und verhüte sehr erfolgreich mit NFP (Natürliche FamilienPlanung)
Kein "Fehltritt" vorher, und bis jetzt keiner hinterher!!!

Über die Sicherheit der NFP gab es im Februar einen artikel in der "Welt"
http://www.welt.de/wissenschaft/article728068/Natu...le.html


Gruß Silke

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