Frühklindliche Reflexe, bruache Rat!

Guten abend zusammen,
mich würde interessen, ob jemand erfahrungen im bereich frühlindliche reflexe hat ( Neurophsiologische Entwicklungsförderung)
die heilpädagogin in der kita hat festgestellt dass meine kl ( 3,5j) noch ganz ausgeprägt den moro relex , warscheinlich aufgrund ihrer frühgeburtlichkeit zeigt.
fühle mich momentan sehr unsicher....
lg niniwani

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Hallo niniwani

Der Mororeflex ist der Reflex, den alle Babys haben, sobald sie rückwärts ins "Leere" fallen., Z. B. wenn man sie ins Bett legt. Dabei zeiht es ihnen die Arme angewinkelt zur Seite und sie wachen oft auch auf.

Bei meinen Kindern (termingeboren) war der Mororeflex nach etwa einem halben Jahr verschwunden. Ich weiss von meiner Nachbarin (Heilpädagogin), dass es sehr wichtig für unsere Entwicklung ist, dass einige Reflexe verschwinden müssen, damit wir nicht blockiert sind, so dass unsere natürliche Entwicklung fortschreiten kann.

Falls deine Kleine diesen Moro-Reflex noch aufweist, würde ich das schon abklären lassen. Google doch auch einfach mal nach.

Liebe Grüsse
cheeta

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Hallo niniwani, ich werde versuchen, dir "nach bestem Wissen und Gewissen" zu antworten. Ich bin Ergotherapeutin, habe aber selbst zu wenig Erfahrung in der Arbeit mit Kleinkindern gesammelt, als das ich dir konkret helfen kann. Es gibt in der Ergotherapie den Fortbildungsbereich "Sensorische Integration" (Abkürzung SI), der sich ganz gezielt mit dem Thema der physiologischen Entwicklung beschäftigt, ein großer Bereich hierbei sind auch diese frühkindlichen Reflexe.

Grob kann man sagen, dass es in der frühkindlichen Entwicklung normale, das heißt gesunde, Reflexe gibt, unter anderem auch den Moro-Reflex. Diese Reflexe werden allerdings durch neue Bewegungs- und Wahrnehmungerfahrungen zunehmend integriert und von neuen Bewegungsmustern und -abläufen "überdeckt" und verarbeitet. Diese Reflexe sind dann nicht mehr auslösbar, denn sie würden das Kind beeinträchtigen. Der Moro zum Beispiel, auch "Schreckreflex", ist bei Säuglingen durch z. B. ein lautes Geräusch oder eine plötzliche nahe Bewegung, auslösbar. Der Säugling öffnet die Arme nach außen, überstreckt sich in Nacken und Rumpf und beginnt zu schreien. - Das ist bei einem Kind von 3,5 Jahren insofern "gefährlich", weil es sich z. B. bei einem Sturz nach vorn nicht angemessen mit den Armen abfangen kann, selbst wenn es das wollte.

Das du dich nach dem Gespräch mit der Heilpädagogin sehr unsicher fühlst, kann ich da nur zu gut verstehen. Wie soll man auch als Elternteil mit dieser scheinbar doch sehr kurzen, knappen Aussage umgehen!? Im Vordergrund sollte hier nun auch die Elternarbeit stehen, also spielerische "Übungen" und Bewegungsanreize für daheim, vielleicht kann dir die Heilpädagogin ein paar nützliche Tipps und Ideen mitgeben.

Wenn du die Möglichkeit hast, suche dir eine kompetente(!) (Ergo-)Therapeutin, die langjährige Erfahrung im Bereich der Sensorischen Integration gesammelt hat. Leider sind die nicht so zahlreich und meist sind die Wartelisten lang.

Grundsätzlich solltest du dich nicht verrückt machen lassen, denn wenn deine Tochter sowohl in der Kita und der Freizeit daheim die Möglichkeit hat, sich zu bewegen und in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten auszuprobieren, ist das schon mehr als die halbe Miete.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen. Falls du noch Fragen hast, kannst du dich auch über die VK melden. Lieben Gruß, Nicole.