Rückschritt - wieder Intensivstation

Hallo in die Runde,

vielleicht kann mir jemand Mut zusprechen und hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Mein kleiner Schatz ist vor knapp drei Wochen 10 Wochen zu früh auf die Welt gekommen, hat sich die ersten Wochen aber gut gemacht, er kam vor drei Tagen sogar auf die Säuglingsstation, weil er schon so stabil war. Dann 24 Stunden später zurück auf die Intensivstation, er hat jetzt einen Infekt in der Lunge, muss wieder mit CPAP beatmet werden, hat ständig Sättigungsabfälle, atmet super schnell, hat sehr hohen Puls und bekommt wieder Antibiotikum. Es ist sehr schwer das mit anzusehen noch dazu unter den verschärften Corona Bedingungen. Ich muss mich mit den anderen Eltern absprechen, um bei meinem Baby sein zu dürfen. Das macht es noch schwieriger und es zerreißt mir das Herz. Er hat auch einen aufgeblähten Bauch und man weiß nicht genau, woher das kommt. Jetzt beten wir darum, dass das Antibiotikum anschlägt die Entzündungswerte nicht weiter steigen und es sich nicht zu einer richtigen Lungenentzündung entwickelt. Kein Arzt kann mir irgendwas zu sagen und natürlich leben wir jetzt in ständiger Angst, auch vor Spätfolgen. Seit seiner Geburt bin ich hier zusammen mit ihm im Krankenhaus und langsam habe ich das Gefühl, mir geht die Kraft aus, vor ihm weinen, möchte ich natürlich nicht und so verdränge ich sehr viel, weil ich das Gefühl habe, sonst breche ich komplett zusammen. Meine große Tochter, sie ist 18 Monate alt, hat mich seitdem auch nicht mehr gesehen und ich mache mir auch um sie Sorgen. Zwar wird sie von Papa und Oma gut versorgt, aber ich fühle mich schlecht, weil ich nicht für sie da sein kann.
Hat jemand auch so eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes erlebt und kann mir Hoffnung machen? Wie gabtbihr das mit den Geschwisterkindern geregelt?
Wäre für jeden Tipp dankbar :(

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Hi du,

euer Start tut mir unendlich leid. So habt ihr euch das mit Sicherheit nicht vorgestellt und die aktuelle Situation macht es einen nicht einfacher :-(. Deiner Tochter geht es bei Papa und Oma bestimmt sehr gut. Aber mir würde auch das Mamaherz "bluten". Kannst du ihr nicht Videos oder Sprachnachrichten von dir schicken? Hat sie eine Toniebox? Dann vielleicht einen Kreativtonie besprechen?

Von meiner Freundin kam das Baby auch 11 Wochen zu früh. Sie hat mir erzählt, dass ihr eine Therapeutin zur Seite stand, um die frühe Geburt zu "verarbeiten". Vielleicht gibt es eine Möglichkeit im Krankenhaus? Hast du eine Hebamme, die du vielleicht anrufen kannst? Oder eine Freundin? Einfach jemand der dir zuhört?
Dem Baby meiner Freundin, geht es übrigens gut :-).
Darfst du das Krankenhaus denn gar nicht verlassen?

Ich wünsche euch von Herzen alles erdenklich Gute 🍀.

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Hallo,

Trotz allem herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures kleinen Wunders.
Unsere Tochter kam im letzten Jahr 14 Wochen zu früh zur Welt und von Anfang an war nicht klar ob sie überleben würde.
Was ich in den 12 Wochen die sie dann noch auf der Intensivstation verbringen musste gelernt habe und auch oft von anderen gehört habe, Frühchen machen meist 3 Schritte nach vorn und 5 zurück. Haufen Infekte und Rückschläge haben wir durchgemacht und die letzten Tage kamen plötzlich nur noch Fortschritte und sie durfte nach Hause, verlier nicht den Mut, nimm Hilfe an und gönne dir Auszeiten für dich und dein großes Kind. Zu mir wurde immer gesagt nur wenn es den Eltern gut geht, geht es auch den Kindern gut. Ich musste 200km von zu Hause entfernt entbinden, mein "großer" war zu dem Zeitpunkt 15 Monate und dank Corona durfte er mich nicht besuchen, außer 1-2 mal im Park pro Woche, wir haben viel Videoanrufe gemacht, Bilder und Videos verschickt und an den Wochenenden war ich quasi zu Besuch zu Hause um irgendwie Kraft zu schöpfen.
Die kleinen haben einen starken Willen und auch dein kleiner Kämpfer wird es schaffen, ich drück euch von ganzem Herzen die Damen und schicke eine feste Umarmung.
Viele liebe und mitfühlende Grüße

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Hallo,
herzlichen Glückwunsch zu Eurem Kleinen!
Beim Lesen dachte ich eben „hui, 10 Wochen zu früh und nur 3 Wochen Intensivstation? Der hat‘s aber eilig“ ;-)
Vielleicht war die Verlegung auf die Frühchenstation einfach doch ein bißchen zu voreilig. Es ist toll, daß er nun wieder mehr Unterstützung bekommt und sich in Ruhe berappeln kann.
Die Infektion ist natürlich richtig scheiße, ich verstehe gut, wie Dich das ängstigt. Unsere Kleine (27+3) fing sich, als sie nach 6 Wochen endlich auf die Frühchenstation kam, eine RSV-Infektion ein. Ich erinner mich gut, wie ich gelitten habe, wenn ihr Zugänge am Kopf gelegt wurden und wie furchtbar schlapp sie war.
Am Ende durfte sie zum ET heim.
Ich drücke Euch fest die Daumen, daß das AB gut anschlägt und Ihr bald in ruhigere Fahrwasser kommt. Über Spätfolgen mach Dir jetzt mal keine Gedanken, ganz ehrlich. Euer Kerlchen scheint ja grundsätzlich eine gute Konstitution zu haben und ist jetzt durch die Infektion geschwächt. Der Kleine läßt sich jetzt mal schön betüddeln und ist bald wieder obenauf :-)
Alle Daumen fest gedrückt!! #klee