Vorzeitige Plazentaablösung 35+0

Meine Lieben,
Ich geselle mich zu euch. Unser Sohn Anton wurde gestern Mittag bei 35+0 geboren.

Ich habe ziemlich daran zu knacken und vielleicht gibt es hier Mamis die ähnliches erlebt haben und mir Mut zu sprechen können.


Ich habe ohne jegliche Verwarnungen schwallartig Blut verloren, daraufhin hat mein Mann den RTW gerufen, da es in seinen Augen definitiv nicht normal war. Diese waren binnen von 2 min samt Notarzt da und haben mich zügig ins KH gefahren. Dort konnte man augenscheinlich erstmal auf dem US nicht erkennen, wo die Blutung herkommt und nach einem Positionswechsel verlor ich wieder viel Blut....somit wurde nochmals genau geschallt und eine abgelöste Plazenta diagnostiziert.
Also ab zum Not Kaiserschnitt. Zwischen Ankunft und erstem Schrei waren es 6 Min.... dem kleinen ging es gut, bei mir kämpften sie wohl lange, aber ich liege nun einigermaßen fit auf meinem Zimmer.


Die APGAR Werte lagen bei 7 5 7, was aber aufgrund der SSW und der Umstände normal ist. PH wert bei Anton war gut.
Trotzdem mache ich mir wahnsinnige Sorgen,das der Sauerstoffmangel zu Schäden geführt haben könnte. Ich weiß das ihr mir keine Diagnostik sagen könnt und doch hoffe ich auf liebevolle und aufbauende Worte. Vom ersten Blutschwall bis zur Geburt waren es 1 Std und 15 min...ca.

Rosa mit Theo (5) ,Paul(3) und Anton (12Std alt)

1

Liebe Rosa,
herzlichen Glückwunsch zu Eurem kleinen Anton! Das ging ja mal hopplahopp bei Euch, wow.
Kann gut nachfühlen, daß Du noch durch den Wind bist.
Es klingt in Deiner Beschreibung so, daß die Plazenta sich nicht vollständig abgelöst hat. Das würde ja bedeuten, daß (wenn auch eingeschränkt) Anton immer noch versorgt wurde.
Der kleine Kerl hatte sicher die Stunde lang Streß - da er ja aber auch schon gut entwickelt war und vermutlich die Versorgung nicht auf Null, könnte ich mir gut vorstellen, daß Ihr mit einem Schrecken davonkommt. Vielleicht hast Du die Möglichkeit, im KH mit einem Arzt der Frühchenstation zu sprechen und zu hören, wie die Profis die Lage einschätzen.
Ich hatte damals einen Not-KS wegen einer Placenta praevia totalis, in der ein großes Gefäß gerissen ist, was zur unstillbaren Blutung führte. Die Ärzte sagten mir später, daß das Kind max. 7 Minuten ohne Sauerstoff im Mutterleib bleiben darf.
Bei mir vergingen 5 Minuten von "Drücken Notfallknopf" bis "Kind geboren".
Das ist ein traumatisches Erlebnis gewesen, vermutlich geht es Dir ähnlich. Ich wünsche Dir von Herzen, daß Ihr Euch alle gut erholt. Toll, daß Dein Mann direkt beherzt reagiert hat. Ich wette, ihm schlottern noch die Knie......
Alles Liebe für Euch, viel Freude und Mut! #winke#klee#blume

2

Hallo Rosa.

Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures kleinen Anton.

Ich gehöre hier eigentlich nicht her, wollte dir trotzdem antworten....

Nein Sohn wurde vor 9 Wochen per Notkaiserschnitt wegen auffälligem CTG geholt.
Nach ca. 5 Stunden ist bei der U1 eine Sauerstoffsättigung von 60% aufgefallen. Er wurde beatmet und in ein anderes Krankenhaus verlegt.
Auch ich hatte Angst, daß es durch den Sauerstoffmangel über 5 Stunden zu bleibenden Schäden gekommen ist. Aber die Ärzte konnten mich schnell beruhigen. Im Mutterleib sind die Sauerdtoffwerte durch den Mischkreislauf auch geringer und die Kleinen daran gewohnt.
Und da bei Anton der PH nach Geburt in Ordnung war, geh ich davon aus, dass es zu keinem schwerwiegendem Sauerstoffmangel gekommen ist.

Unser Kleiner entwickelt sich auch normal und es ist alles in Ordnung.

Drück dich
Susy

3

Hey,
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu eurem Kämpfer.

Mein sohn wurde bei 33+1 geholt aufgrund von massiven Blutungen über mehrere Tage bei mir. Ich hab immer schwallartig beim aufsetzen auf sie bettkante geblutet. Ab in den Kreissaal und nir konnte man die quelle finden und dem kleinen schien es jedes mal ganz gut zu gehen. Ich hab 2 wochen im kh gelegen, bin nach hausr und wieder von vorn.am Ende musste er per eilsectio geholt werden und die placenta wurde eingeschickt, da sie sich gelöst hatte, wahrscheinlich genau die stelle die man im US nie sehen konnte.
Mein kleiner wirde beatmet und lag einige wochen auf station, aber wir haben ihn gesund und munter mit nach hause genommen, mittlerweile ist er gerade 12 monate und stolze 83cm gross, er hat alles aufgeholt und läuft dir ganzr zeit nur durchs haus. Also mach dir keine sorgen, suche das Gespräch zu einem arzt und lass dir alles genau erklären. Glaub an deinen schatz💚

4

Hej du,

ich hatte genau das gleiche plötzliche Ende meiner Schwangerschaft.

Bei 35+5 lief mir ein großer Schwall Blut die Beine herunter, mein Mann rief auch den RTW. Ich hatte mich zuvor intuitiv in Rückenlage gelegt, ich weiß auch noch wie ich dachte: "na wenn sich da mal nicht die Plazenta löst".

Im KH kam nochmal ein Schwall Blut und der Arzt, der den US durchführte wurde immer hektischer...bis schnellstmöglich der OP vorbereitet wurde. Plötzlich waren total viele Leute im Raum.

Ich denke, bis die Kleine weinte dürften max. 10 min vergangen sein.

Damit ging's erst richtig los: die Kleine hab ich am selben Tag nicht mehr gesehen, 22h später musste ich nochmal 1h operiert werden (wegen Blutansammlungen im Bauchraum). Am 3. Tag (!!!) hab ich das kleine Bündel das erste Mal in den Arm und damit zu Gesicht bekommen.

Mir macht das alles immer noch sehr zu schaffen, obwohl sie bald zwei Jahre alt wird.

Es gibt Hebammen, die mit euch beiden das Bonding nachholen können. Dazu legst du dich mit nacktem Oberkörper ins Bett/auf's Sofa und du bekommst dann das nasse Baby auf den Bauch (es wird vorher von der Hebamme gebaden). Ihr kuschelt euch in warme Handtücher und sollt auch liegen bleiben.

Ich hab mich da nie rangetraut, aus Angst, was das mit mir macht. Ich merke sehr, dass die Sache schlummert, aber es kommt ganz schön oft hoch.

5

Ich danke euch für eure warmen Worte 🥰
Und beruhigend das es bei euch alles gut verlaufen ist.
Die Plazenta war noch minimal angehaftet, was uns beiden das lediglich blaue Auge beschert hat.
Anton's Werte sind alle unauffällig, lediglich die Sättigung zu halten fällt ihm noch sehr schwer... was aber für einen jungen Mann seiner ssw vollkommen legitim ist.
Ich pumpe fleißig Milch ab und sobald er vernünftig atmen kann, kann ich Ihn stillen 🥰
Wir beide bleiben noch etwas im KH und werden es dann zu unserer Familie nach Hause fahren...und das gemeinsam 🙃

6

Liebe TE,

mach dir keine Sorgen. Wenn dein Kleiner das überstanden hat, wird er den Rest auch überstehen.

Meine kam in der 34Ssw ganz plötzlich. Ich hatte eine vollständige Plazentaablösung und eine Notsectio. Laut Aussage der Ärzte war es in letzter Minute. Ich musste noch eine Woche bleiben und meine Kleine knapp ein Monat.

Sie hatte auch kurz danach einen Infekt; hat aber alles gut überstanden und durfte darum vor dem eigentlichen Geburtstermin nach Hause.

Bei der Geburt wog sie knapp unter 2000 Gramm, bei ca. 2500 wurde sie entlassen. Auch die Zysten in ihrem Gehirn haben sich mittlerweile komplett zurückgebildet. Außer, dass sie kleiner ist als andere in dem Alter merkt man ihr jetzt nichts mehr an.

Im Moment trainiert sie eifrig die Bauchlage (sie ist mittlerweile 6 Monate).

Alles Gute!

7

Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Sohn!

Mir kommt das sehr bekannt vor. Die Geburt meiner Jüngsten war ähnluch, sie kam bei 33+3 zur Welt.

Ich hatte am Abend vorher frisches Blut verloren, nur so ca. 1 EL voll. Daraufhin sind wir ins Krankenhaus gefahren. Bei der Untersuchung dort, verlor ich nochmal ungefähr die gleiche Menge Blut. Die junge Assistenzärztin, die Dienst hatte, wusste nicht, woher es kam, behielt mich aber vorsichtshalber bis zum nächsten Morgen da. Auch ihr Chef fand am nächsten Tag den Grund nicht, die Werte beim Kind waren in Ordnung, außer, dass sie zu klein war, aber das kannte ich schon von ihren Geschwistern.

Letztlich wurde ich mittags in die Uniklinik verlegt. Auf dem Weg in den Kreissaal lief etwas meine (schwarze) Hose runter, ich vermutete, dass die Fruchtblase geplatzt war und ging erstmal zur Toilette. Da dann der Schock, alles war voller Blut.

Zwei junge Ärztinnen untersuchten mich und fanden den Grund nicht. Als sie mich gerade ans CTG anschließen wollten kam eine ältere Ärztin rein, machte ganz kurz einen Ultraschall, riss mir die Knöpfe von CTG ab und rief: sofort in den OP!

Es war total surreal. Ich hatte keine Schmerzen und wusste nicht wirklich was los war. Ich habe dann einfach nur noch funktioniert und versucht, so gut ich konnte alles mitzumachen.

Das schlimmste war, dass man mir, als ich aus der Narkose wieder aufwachte, stundenlang nicht sagen konnte, was mit meinem Kind war. Er war den Tag im Kreissaal wohl die Hölle los.

Letztendlich wog meine Tochter 1.600g und war 40 cm groß. Sie hatte zwar anfangs die typischen Frühchenprobleme, entwickelte sich aber sehr schnell sehr gut. Einzig ihre Trinkschwäche an der Brust haben wir nicht wirklich hin bekommen, deshalb habe ich recht lange abgepumpt und mit der Flasche gefüttert. Nach 3 Wochen durften wir sie schon mit nach Hause nehmen.

Inzwischen ist sie schon bald 10 Jahre alt und das dickköpfigste Kind, was ich kenne. Obwohl die Geburt für uns beide sehr knapp war, ich hatte viel Blut verloren, ist nichts zurück geblieben. Außer vielleicht, dass sie recht klein und zierlich ist, dafür aber auch sehr zäh.

Ich hätte innerlich noch eine ganze Zeit an der der Geburt zu knabbern, aber das vergeht. Ich weiß, dass wir sehr viel Glück hatten, ihr ja offensichtlich auch und das ist wichtigste.

Alles Gute für euch!