Keine Frage einfach mal was los werden

Ich möchte einfach nur mal los werden was meine Gedanken sind ohne es jemand näheren erzählen müssen .
Ich bin traurig,
Ich bin traurig darüber, dass mir die letzten 11 Wochen der Schwangerschaft genommen wurden, keine schönen ss Fotos gemacht zu haben. Ich bin traurig darüber, dass ich einen Kaiserschnitt hatte und mein Kind nicht direkt danach auf der Brust hatte . Ich bin unglaublich traurig darüber dass ich mein Kind 59 Tage immer wieder alleine lassen musste. Ich bin traurig darüber dass es mit dem stillen nicht geklappt hat wegen dem ganzen Stress. Ich bin traurig darüber dass ich am Tag 2 Stunden Autofahrt verschwänden musste anstatt bei meiner Tochter zu sein nur damit ich dort an komme und bis ich wieder zuhause war. Ich bin traurig darüber, dass meine Tochter so lange im Krankenhaus war. Ich bin traurig darüber, dass ich keine Wehen spüren durfte. Ich bin traurig darüber, dass ich nicht mehr für meine Tochter da sein konnte, dass ich nicht selbst entscheiden darf wann ich wieder schwanger werde. Ich bin eifersüchtig von anderen Frauen zu hören wie schön die Geburt war. Ich bin traurig darüber, dass sich mein Kaiserschnitt entzündet hatte und ich solche Schmerzen hatten jeden Tag beim Wechseln der Tamponade . Ich bin traurig darüber, dass ich alles noch nicht verarbeitet habe.
Ich bin gleichzeitig dankbar darüber, dass ich so toll behandelt wurde im Krankenhaus und Vor allem dankbar, dass sich meine Tochter so toll entwickelt und keinerlei Komplikationen hatte und hat.
Liebe Grüße Michelle

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Auch mir ist dein Beitrag sehr nahegegangen…. Nach dieser ganzen Ausnahmesituation mit Intubation, Kind nicht kuscheln können, gefühlt jeden Tag Hiobsbotschaften, war ich in einem überlebebsmodus… ich Habe zu dem Zeitpunkt zwar viel geweint, es aber nicht verarbeitet, mein Kopf kam nicht hinterher.
Meine Tochter wird bald 1 Jahr und ich kann mir immer noch kaum die Fotos ansehen… es wird leichter, aber ich bin wütend/neidisch/fassungslos und so traurig über die Unbeschwertheit/das normale, was völlig abhanden gekommen ist!
Kein armbändchen, keine Fußabdrücke, kein Babyshooting, kein gemeinsames nach Hause kommen.

Ich kann dich so so gut verstehen:.. aber: unser Weg war anders, und deshalb umso besonderer ❤️

Fühlt euch umarmt

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Hallo Michelle,

Ich habe geweint, als ich deinen Beitag gelesen habe.

Vor 3 Tagen wollte ich so einen ähnlichen Text verfassen. Ich konnte meine Gefühle und Gedanken nicht richtig zusammenfassen, also habe ich es wieder gelöscht.

Mein Sohn kam 12 Wochen zu früh. Vor 6 Monaten durften wir ihn mit nach Hause nehmen. 98 Tage war er im KH.

Ich weine immernoch sehr viel, wenn ich an die Tage denke. Die Gedanken habe ich auch alle und manchmal fühle ich mich sehr schlecht dabei, weil ich nicht weiß, ob es richtig ist, so zu fühlen, weil vieles gut ausgegangen ist.... aber es ist immernoch alles sehr durcheinander in meinem Kopf und die "warum"? Lässt mich nicht los.... Eine Therapeutin hatte ich auch, viel hat es aber nicht gebracht.....

Du bist nicht allein......

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Hi,
Ja tatsächlich habe ich auch einfach mal gute und mal schlechte Tage. Wenn ich im tv was sehe wie gestern kam die babystation und man sah halt alles das was man gerne selbst gehabt hätte… ich fühle mich auch schlecht traurig darüber zu sein weil ja doch alles gut gegangen ist .. wir sind ja beinahe gleich meine Maus ist jetzt 18 Wochen alt .
Ich wünsche dir alles alles gute

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Ich verstehe dich so gut. Ich hatte bei 28+0 einen Blasensprung, musste 5 Wochen im Krankenhaus durchhalten bis mein Kind kam. Dann wochenlang Kinderintensiv, zwei Wochen daheim und dann wieder ins Krankenhaus für eine OP. Ich war vollkommen kraftlos, habe sehr viel geweint, war unglaublich traurig und unglücklich, auch mit der Mutterrolle. Das Gefühl, das einem selbst und dem Baby viele Wochen der Schwangerschaft genommen wurden. Aber es wird besser. Mein Kind ist nun 6 Monate alt, ich habe in die Mutterrolle gefunden, er ist ein unglaublich glückliches und entspanntes Kind geworden. Trotzdem überkommt mich immer wieder starke Traurigkeit, aber es wird seltener. Als Frühchen--Mama wird man immer eine Narbe behalten, auch wenn sie verblasst. Ich möchte dir nur die Hoffnung geben, dass die Traurigkeit und Verzweiflung besser wird. Fühl dich gedrückt.

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Danke für deinen Text.. Du hast mir von der Seele gesprochen... jetzt ist es fast 1 Jahr her... also nähert sich der erste Geburtstag und irgendwie macht man sich jetzt genau darüber Gedanken... alles kommt hoch, ob ich will oder nicht ... obwohl ich mich natürlich auch riesig freue, dass unser Kurzer 1 wird :)

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Hallo,
fühl Dich gedrückt. Aus eigener Erfahrung (unsere Tochter kam Ende 2014 an 27+3) möchte ich Dir Mut machen, daß es nach dem ersten Geburtstag besser wird. Bei mir war es zumindest so.
Der erste Geburtstag war nochmal ein sehr emotionaler Tag, ab da ging es irgendwie bergauf. Nach dieser Zeit konnte ich auch über die Geburt und das drumherum sprechen, ohne direkt zu weinen.
Sprich viel darüber, das ist mein Rat. Sprich mit jedem, der Dir ein Ohr leiht. Eine liebe Freundin hat mich oft von sich aus aufgefordert, nochmal von dem Tag zu erzählen, obwohl sie natürlich schon alles auswendig konnte ;-), aber sie wußte, daß es mir half, es wieder und wieder "durchzukauen", um damit fertigzuwerden.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe.
#klee#blume

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Sehr schön ausgedrückt, was wahrscheinlich viele einschließlich mir auch empfinden. Konnte nach den ersten Sätzen schon nicht mehr die Tränen zurückhalten und jetzt schäme ich mich aber auch direkt wieder, wieso ich nicht einfach dankbar bin, dass wir diese schlimme Zeit überstanden haben.
Hoffe es hat dir gut getan, das alles mal in Worte zu fassen und rauszulassen und ich wünsche dir und allen anderen Betroffenen hier, dass wir es eines Tages schaffen zu heilen und diese schlimme Erfahrung hinter uns zu lassen🙏

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liebe Michl

auch mit kullern die Tränen, ich selbst seit 15 Wochen stolze Mami einer süssen Maus. Geburt bei 29+5. ich habe bis vor kurzem kein Besuch zu Hause empfangen, da ich keine Fragen zut Geburt ertragen habe, weil ich jedes Mal sehr viel weinen muss, sobald ich zurück denke. das Tagebuch der Intensivstation kann ich auch noch nicht ohne weinen anschauen. Es war alles so dramatisch, diese Ängste, Tag und Nacht, Angst, daas das Krankenhaus anruft… ich schau nicht gern zurück und geniesse das hier und jetzt
Fühl dich gedrückt, du bist nicht alleine!

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Du triffst den Nagel auf den Kopf. Unser Kleiner kam in der 34.SSW und war 111 Tage im Krankenhaus. Wir hatten noch einen 5-JÄHRIGEN zu Hause, den wir jedes Wochenende woanders geparkt haben, um bei seinem Bruder zu sein. Schwierig fand ich auch Einschätzung und Aussagen der behandelnden Ärzte, welche oft sehr unsensibel waren. Auch das Wochenbett auf einem super unbequemen Krankenhausstuhl zu verbringen war einfach nur schlimm. Und dann noch die betretenen Blicke von Verwandten und Bekannten, die nicht wußten, wie sie mit uns umgehen sollen und uns nicht in die Augen sehen konnten. Nur Wenige können nachvollziehen, was du beschreibst und das die Babyzeit nicht nur rosa&blau sein kann, sondern auch sehr schmerzhaft und traurig. Unser Stöpsel wird bald ein Jahr und ich weiß nicht, wie wir den Anfang seines Lebens jemals verarbeiten können. Aber Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden, nur Narben werden uns wohl bleiben. Ich wünsche euch allen viel Kraft und Freude mit euren Kleinen.