Miserables Spermiogramm - Was können wir tun?

Guten Morgen zusammen,

wir sind jetzt schon im 8.ÜZ und mein Frauenarzt war so nett, von Anfang an bei mir alles richtig durch zu checken.
Bei mir ist alles Bestens#freu
Bei meinem letzten Termin hat er gemeint, wir sollten doch mal ein Spermiogramm machen lassen.
Gestern bekamen wir den Befund vom Urologen und der Urologe meinte nur, er hätte schon bessere aber auch schlechtere Spermiogramme gesehen!
Tolle Aussage...

Hier mal die Werte:
Ejakulatmenge: 4,9ml
pH-Wert: 8,0
Motilität a (progressiv): 0%
Motilität b (mäßig motil): 32%
Motilität c (ortständig motil): 19%
Motilität d (unbeweglich): 49%
Vitalität: 76%
Spermatozoendichte: 2 Mio/ml
Spermatozoengesamtzahl: 9,8 Mio

Ich habe die Werte mit den WHO-Normen verglichen und bin echt erschüttert:-(
Was sagt ihr dazu? Was sollen wir tun?
Wie groß ist die Chance auf natürlichem Weg schwanger zu werden? Und gibt es Tipps dafür, wegen der wenigen und langsamen#schwimmer
Oder wie können wir die Spermien positiv beeinflussen?
Welche Alternativen kommen sonst in Frage?

Habe am Dienstag einen Termin bei meinem Frauenarzt mit dem ich das Spermiogramm und die weitere Vorgehensweise nochmal genau durchsprechen werde.

Vielen Dank schon mal
und Sorry für die vielen Fragen

Shila

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hallo....
wir haben auch ein nicht so schönes spermiogramm....
wir probieren es jetzt erstmal mit orthomol fertil ( zu finden im netzt )
mein bald mann nimmt es jetzt die dritte woche verträgt es super gut.
ist zwar etwas teuer aber es soll die kleinen soldaten auf vordermann bringen.
zudem versucht er mit dem rauchen aufzuhören denn das hat uns der urologe geraten.

lg

2

Manchmal habe ich den Eindruck, das es unter den Urologen nur unsensible Flaschen gibt, wenn es um Spermiogramme geht. Denn man liest hier leider sehr oft, dass der Urologe einen mit Aussagen wie "das wird wohl leider nix!" oder "na ja, hätte auch schlechter sein können!" im Regen stehen lässt. Ich bin froh, das mein Mann nicht bei einem Urologen, sondern bei einem Hautarzt war, der sich sehr viel Zeit für die Erklärung der Ergebnisse und die Erläuterung der uns zur Verfügung stehenden Optionen genommen hat. Das hat uns damals sehr viel dabei geholfen, die richtigen Entscheidungen treffen zu können

Mein persönlicher, laienhafter Eindruck zu den von dir genannten Daten (sind ähnlich wie bei meinem Mann):

Es gibt auf den ersten Blick zwei große Probleme: 1. ist die Spermienmenge viel zu gering (2 Mio pro ml) und dann gibt es 2. auch nur eine sehr eingeschränkte Beweglichkeit. Die progressiv motilen machen sich zielstrebig auf den Weg zur Eizelle - und davon gibt es gar keine. Die mäßig motilen hängen halt so rum und können mit viel Glück und viel Zeitaufwand mal in die Nähe der Eizelle kommen. Die ortsständig motilen zappeln rum, bewegen sich aber nicht vorwärts und die unbeweglichen taugen zu gar nichts, da sie sich nicht mal in die Eizelle bohren könnten, wenn sie darauf gestoßen würden.

Deshalb ist mein Eindruck, dass ihr, genau wie wir, leider sehr sehr geringe Chancen habt, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Natürlich besteht eine ganz kleine Chance mit den mäßig motilen Spermien (auch ein blindes Huhn...), aber das kann Jahre dauern, wenn überhaupt.
Außerdem ist bei den Werten nicht angegeben, wieviele der Spermien Kopfdeformationen aufweisen, was daran liegen kann, dass man bei Fertilitätsuntersuchungen schon anhand der Beweglichkeit und der Spermiendichte eine klare Aussage treffen kann, ob es funktionieren könnte. Das Zählen der deformierten Spermien lassen viele Labors in einem Fall wie eurem dann aus, da es auch nichts mehr am Ergebnis ändert.

Mein Rat an euch ist, euch so schnell wie möglich mit dem Gedanken einer assistierten Befruchtung vertraut zu machen (in eurem Fall bleibt vermutlich nur die ICSI übrig) und euch in einem Kinderwunschzentrum entsprechend informieren zu lassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dieser Gedanke im ersten Moment sehr schockierend sein kann, aber es wird vermutlich eure einzige reelle Möglichkeit sein, doch noch zu eurem Wunschkind zu kommen. Es jeden Monat wieder vergeblich zu probieren wird im Laufe der Zeit noch viel frustierender sein, als die Behandlung in der KiWu-Klinik, denn dabei passiert wenigstens etwas und man weiß genau, wann die Eizelle und später der Embryo die erste, zweite, dritte, usw... Hürde genommen hat. Im "natürlichen" Versuch wisst ihr noch nicht einmal, ob es überhaupt zu einer Befruchtung kommt, oder bisher schon jemals gekommen ist.

Vermutlich werden auch ein paar Vorschläge kommen, es mit Vitaminpräparaten wie z.B. des teuren Orthomol fertil u.ä. zu versuchen. Es gibt immer wieder Männer, bei denen sich durch die Einnahme diverser Präparate die Spermienqualität im Laufe mehrerer Monate ein wenig bis deutlich verbessert, jedoch gibt es keine Garantie dafür. Mein Mann hat auch das ganze Zeug regelmäßig geschluckt und es hat über mehrere Jahre hinweg überhaupt nichts gebracht. Ihr könnt es trotzdem als "Eigeninitiative" parallel zur KiWu-Behandlung ausprobieren, schaden wird es jedenfalls nichts. Und wenn es dann zufällig doch noch normal funktionieren sollte - um so besser. Aber verlasst euch nicht einzig und alleine auf die Vitaminpräparate, sonst vergeudet ihr wertvolle Zeit - wir werden alle nicht jünger.

Und auch wenn es eine nervenaufreibende und teurere Angelegenheit mit ungewissem Ausgang ist - nur das Ergebnis zählt! Und die Chance auf ein positives Ergebnis ist mit einer KiWu-Behandlung um ein Vielfaches besser, als es mit dem vorliegenden Spermiogramm zu erwarten ist.

Lieben Gruß,
Mona-Lou