Überstimulation 5. Tag nach Eizellenentnahme

Hallo zusammen,

meine Frau und ich haben uns für die künstliche Befruchtung entschieden. Wir haben bereits 2 erfolglose Behandlungen hinter uns. Die 3. Behandlung haben wir vor kurzem angefangen. Die Punktion war den letzten Montag. Transfer wird erst in 2-3 Monaten geplant. Seit der Punktion hat meine Frau einen Riesen Bauch. Zuhause hatte Sie sehr viele Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich, Sie konnte garnichts vertragen, musste oft Erbrechen. Letztendlich habe ich Sie zum Krankenhaus gefahren. Ultraschall wurde durchgeführt und folgendes wurde diagnostiziert: Überstimulation OHSS in 3. Grades. Die Eizellen sind 18 cm groß. So etwas kommt selten vor (3. Grad) und hat meine Frau erwischt. Ich bin psychisch am Ende... wird fortgesetzt...

Meine Frau wurde sofort in die Intensivstation getragen und seit 2 Nächte befindet Sie sich dort. Sie konnten bei der Messung von Puls und Blutdruck kein Signal empfinden. Aber meine Frau war im Bewusstsein. Vielleicht konnten Sie wegen der Hautdicke nichts spüren, ich weiss es nicht. Als Noteingriff haben die Ärzte in Ihrem Nackenbereich spez. lange Nadeln eingestochen und von dort aus Infusionen gegeben. An dem Tag, also vor 2 Tagen hiess es, Ihr Zustand sei kritisch wegen Flüssigkeitsmangel!

Nun aktuell, heute hat sich der Zustand ein bisschen verbessert. Es wird seit Tagen Infusionen gegeben und ein Katheter wurde im unteren Bereich gestochen, dort kommt das Urin won selber. Wenn ich mich nicht irre sind es jetzt 3 Beutel mit je 1200 ml. Ihre Nierenwerte haben sich ein bisschen verbessert, Herzschlag und Blutdruck ist im Normbereich.

Aber jetzt kommts: Die Ärztin sagt trotzdem, dass Ihr Zustand im Moment kritisch sei. Sie sagte noch, dass meine Frau heute die höchste Niveau der OHSS Krankheit erlebt, mit sehr dickes Bauch und Schmerzen. Sie sagte, dass sich die Hormone im Moment heftig dumm spielen. Die Hormone und Die Eizellen sollten anscheinend ab morgen oder übermorgen wieder kleiner werden sagt die Ärztin.

MEINE FRAGEN AN EUCH NACH DER LANGEN GESCHICHTE:
1- Was meint die Ärztin mit "kritisch" ? Warum kann es kritisch sein wenn Sie im Intensivstation behandelt wird?

2- Wann erlöschen die Eizellen sich von alleine? Wann wird Ihr Bauch wieder kleiner?

3- Ist bei dieser Krankheit (OHSS) gewöhnlich, dass es zum Flüssigkeitsmangel kommt? Muss man sich da sorgen machen??

Danke im voraus.
Klaus Hindenburg

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Ihr armen:-(
Schreib doch mal beim unterstützen forum.
Die kennen sich besser aus.

Könnte mir vorstellen dass die eizellen einfach einsprünge haben oder? Kenne mich leider nicht aus.

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Hallo Klaus,

es tut mir sehr leid, dass ihr gerade einen derartigen Horror erlebt. Ich hatte auch am Montag meine PU und aufgrund von 21 EZ muss ich auch extrem aufpassen, dass ich keine Überstimulation bekomme.
Die Eizellen deiner Frau wurden bereits punktiert. Das, was noch in ihrem Bauch ist, sind die Follikel, die sich in Gelbkörper umwandeln- so wurde es mir in der Klinik jedenfalls erklärt.
Leider kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer zu einer Überstimulation kommen.

Zu deinen Fragen:
1. Was im Falle deiner Frau "kritisch" heißt, können nur die Ärzte erklären, die sie behandeln.
2. Die Follikel bilden sich in der Regel von allein zurück und der Bauch geht dann ebenfalls zurück.

3. Die schweren Überstimulationen entstehen laut Aussage meiner Ärzte in erster Linie, wenn es zuvor zu Flüssigkeitsmangel kam. Deswegen soll man nach der Punktion mind. drei Liter Wasser am Tag trinken und bei den ersten Anzeichen einer Überstimulation bei einem Arzt vorstellig werden, um ein Blutbild machen zu lassen und ggf. Infusionen zu bekommen. Es ist auch wichtig, dass die Flüssigkeit wieder ausgeschieden wird und die Nieren arbeiten. Bei starkem OHSS wird einfach ausgedrückt, das Blut dicker. Dadurch erhöht sich die Trombosegefahr und die Nieren arbeiten schlechter bzw. werden dadurch schlechter durchblutet, was das Ausscheiden des Urins erschwert und natürlich nicht gut ist. Deswegen wird deine Frau den Katheter haben.

Deine Frau ist jetzt in guten Händen!!! Hast du von deiner Klinik einen Zettel mit Anweisungen für Ärzte erhalten, was sie im Falle einer Überstimulation tun müssen, oder eine Notfallerreichbarkeit eurer Kinderwunschklinik? Für mich hört es so an, als wüssten die Ärzte sehr gut Bescheid, was zu tun ist, aber falls noch nicht geschehen, würde ich ggf. der Kiwi-Klinik lieber einmal zu viel Bescheid geben, falls sie noch wertvolle Hinweise für die Ärzte haben.

Halt die Ohren steif!!! Alles Gute für Dich und Deine Frau!!!

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Danke für die wertvollen Informationen. Sie schrieben, ich sollte Kiwi kontaktieren. Was genau ist Kiwi, wo befindet sich Kiwi und wie lautet die Telefonnummer?

Ja, das Krankenhaua hat aufjedenfall Erfahrung, ich habe auch das Gefühl dass meine Frau in guten Händen ist aber dennoch würde mich Kiwi interessieren.

Vielen Dank

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Ich denke, mit "Kiwi" ist die Kinderwunschklinik gemeint, bei der ihr in Behandlung seid.

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Hallo Klaus,

Es tut mir sehr Leid, dass ihr das durchmachen müsst :(
Ich hatte auch eine Überstimulation, allerdings nur Grad 2 (und das war schon schlimm genug, auch mit KH Aufenthalt).

Zu deinen Fragen:

1. bei OHSS sind auch die Leber und die Nieren betroffen, vielleicht sind die Blutwerte da nicht besonders gut.
2. Wenn du von Eizellen redest meinst du wahrscheinlich eher die Eierstöcke, die vergrößern sich durch die Stimu sowieso etwas und bei einer Überstimulation können Sie riesig werden. Das kann aber leider eine Weile dauern, bis sie wieder kleiner werden.. bei mir hat es damals bestimmt 3 Wochen (wenn nicht sogar länger) gedauert, bis sie wieder normal groß waren - und meine waren nur bei 10cm, nicht bei 18 :/
3. Der Flüssigkeitsmangel besteht bei OHSS in den Blutgefäßen. Die Membran der Gefäße wird durchlässiger und das Wasser aus dem Blut tritt in das Gewebe außerhalb der Gefäße aus. Dadurch kommt auch der riesige Bauch und Ödeme am restlichen Körper - dort landet das ganze Wasser. Deshalb bekommt sie s viele Infusionen, um das wieder aufzufüllen, da es dort fehlt. Das ist sehr wichtig für den Kreislauf, der kann sonst kollabieren. Vielleich sagen die Ärzte auch deswegen, dass ihr Zustand noch kritisch ist.

Man kann auch Infusionen geben die das Wasser zurück in die Blutgefäße ziehen, Albumin oder Hyper-Haes.

Ich wünsche deiner Frau, dass es ihr schnell besser geht!

Lg

Eilly

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Zu 3. habe ich noch etwas vergessen:
Durch den Flüssigkeitsmangel ist natürlich das Thromboserisiko deutlich erhöht, und daraus könnte auch eine Lungenembolie werden. Außerdem ist es auch für die Nieren sehr belastend.

Aber deine Frau ist bestimmt in guten Händen!

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Danke für die wichtigen Informationen. Sie sagen, bei Flüssigkeitsmangel besteht die Risiko auf Thrombose. Meine Frau bekommt seit 3 Tagen Infusionen gegen Flüssigkeitsmangel. Ist es normal, dass es so lange dauert bis ausreichend Flüssigkeit eingeführt wird?

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Hallo Klaus
Das mit deiner Frau tut mir sehr leid - diese Erfahrung muss echt der Horror sein. Ich arbeite selber auf einer Intensivstation und leider kann dies als Nebenwirkung der Medikamente vorkommen, wenn auch selten. Bei der Überstimulation kommt es, einfach ausgedrückt, dazu, dass die Gefässe durchlässig werden und sich die Flüssigkeit verschiebt in den Bauchraum oder teilweise auch in Lunge und Herz. Das heisst, dass der Bauch grösser wird, man unter Umständen Atemnot kriegt etc. und dem Kreislauf zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung steht, weshalb der Blutdruck tief ist und der Puls eher hoch. Daher muss zwingend Flüssigkeit über einen Zugang verabreicht werden - was sie ja bei deiner Frau auch machen. Aufgrund des Flüssigkeitsmangels arbeiten meist die Nieren nicht mehr richtig, weshalb man einen Katheter in die Blase legt, um zu überwachen, wie viel Urin die Niere pro Stunde produziert und aufgrund dessen die zu verabreichende Flüssigkeit berechnen kann. Ich hoffe, dies war einigermassen verständlich ausgedrückt? Leider ist dies bei diesem Krankheitsbild OHSS "normal", was es so gefährlich macht und eine Intensivstation notwendig ist.

Kritisch heisst in dem Zusammenhang, dass ihr Zustand ernst ist und aufgrund des Flüssigkeitsmangels, wenn er ausgeprägt war, die Organe ihre Funktion schlimmstenfalls einstellen könnten. Meistens kann man auf einer Intensivstation diesen Zustand relativ gut korrigieren. Du schreibst ja, dass es ihr zum Glück schon wieder etwas besser geht. Dieser Prozess kann jedoch noch ein paar Tage andauern - ist jetzt schwierig zu sagen, da ich nicht ihre genauen Laborwerte etc. kenne. Schreibe doch all deine Fragen auf einen Zettel und suche das Gespräch mit den Ärzten, damit sie dir dies in Ruhe erklären können.

Liebe Grüsse und alles Gute
Tigerente