Wie weit gehen für den Kinderwunsch?

    • (1) 13.02.19 - 08:39

      Guten Morgen,

      unsere ersten Termine in der KiWu-Klinik haben uns die Hoffnung genommen, dass ich natürlich schwanger werden kann - Spermien können bei meinem Mann höchstens über eine TESE gewonnen werden, wenn überhaupt. Das sagen uns endgültig die nächsten Tests.

      Ich hatte mir früher keine Gedanken darüber gemacht, dass ich niemals in die Situation kommen würde, meinem Mann einfach nach ein paar Monaten verlegen und glücklich den positiven Test zuzustecken. Rings um uns klappte es ja auch, also ist es ja ganz klar, dass wir auch bald an der Reihe sind.

      Nun umtreibt mich der Gedanke, ob ich das alles überhaupt will - die TESE, die Hormonbehandlung, Punktion, ICSI, das Bangen und Zittern nach dem Transfer, eventuell nochmal alles von vorn, die (eventuelle) Schwangerschaft in Unruhe und Furcht ...

      Ich zweifele plötzlich an meinem eigenen Kinderwunsch. Ist er stark genug, um mich durch diese Zeit in der Klinik zu bringen? Stark genug, um mich das aushalten zu lassen, was so viele von euch auf sich nehmen? Ich weiß nicht, ob ich das kann und vor allem will. Ich gehöre nicht zu denen, die ihr Lebensglück einzig in Kindern sehen. Ich mag mein Leben, wie es jetzt ist. Ein Kind war mir immer willkommen, aber es war für mich auch ok, wenn es nicht klappt.

      Der radikale Richtungswechsel gen ICSI hat meinem Kinderwunsch nun die Leichtigkeit genommen und ihn irgendwie in etwas Groteskes, Furchteinflößendes verwandelt, vor dem ich am liebsten weglaufen würde. Aber "darf" ich das jetzt schon? Schließlich wünscht sich gerade mein Mann sehnsüchtig ein Kind. Wie kann ich da selbstsüchtig in der Tür kehrt machen und sagen "Och nöö, lass mal"?

      Keine Ahnung, ob diese Gedanken noch aus der Trauer darüber entspringen, dass wir auf natürlichem Weg kinderlos bleiben werden. Aber vielleicht hattet ihr auch schon mal solche Gedanken?

      Herzlichst, Artemis

      • (2) 13.02.19 - 08:52

        hallo artemis,

        tut mir sehr leid, dass ihr so schlechte nachrichten erhalten habt!

        ich verstehe deine gedanken und die sollen ja auch ihren raum kriegen!
        ich denke, dass angst ganz viel mit uns macht! bevor wir enttäuscht werden, gehen wir vl lieber einen andren weg!
        natürlich solltest du dir gut überlegen, ob du wirklich ein kind möchtest! für mich sieht es aber sehr danach aus! wenn du keinen innerlichen starken wunsch danach hättest, würdest du vermutlich keine große angst davor haben, dass ein versuch nicht klappt! sonden genau wie davor...wenns passiert, passierts...sonst auch gut!
        könnte mir eben wirklich gut vorstellen, dass du grad erst am realisieren bist, dass ihr unterstützung braucht und das muss man erstmal verdauen!

        wer weiß, wenn bei dir alles in ordnung ist, könnte es gleich beim ersten mal klappen! und ein paar wochen medikamente nehmen und die zusätzliche psychische belastung kann man schon in kauf nehmen!

        (3) 13.02.19 - 09:08

        Hallo,
        Erstmal tut es mir sehr leid was ihr für eine Diagnose erhalten habt.
        Das ist ein Schock und das muss du erstmal sacken lassen. Das passiert nicht von heut auf morgen sondern ist ein schleichender Prozess.
        Die Frage wie sehr du dir ein Kind wünscht kann ich dir nicht beantworten. Das musst du versuchen selbst herausfinden. Vielleicht versuchst du dir auch einfach vorzustellen wie du dich in 10 Jahren siehst. Mit Kind oder kannst du dir vorstellen ohne?
        Ich kann dir nur von mir berichten.
        Irgendwie war immer klar, dass mein Mann und ich Kinder bekommen. Mein Wunsch danach war nie sooooo riesig. Es gehörte halt für mich dazu ab einem gewissen Alter. Als ich 30 war und wir geheiratet haben, war es dann soweit. Ich hab den Entschluss gefasst dass wir mal los legen sollten. Wir haben nicht mehr verhütet, aber ich habe in den ersten Monaten ehrlich gesagt gehofft dass es nicht sofort klappt. Ich mochte mein Leben wie es war und mir fehlte nichts. Der kinderwunsch wurde erst dadurch geweckt dass es nicht klappte. Irgendwann war es auf einmal schrecklich und ich hätte mir vorher nie vorstellen können wie schlimm sich dieser unerfüllte kinderwunsch anfühlt.
        Der Gang in die kinderwunsch Klinik war schwer und der Entschluss sich behandeln zu lassen auch. Am Anfang war eine Icsi für uns unvorstellbar. Allerhöchstens Iui wollten wir machen. Mit der Zeit und den ständigen negativen Tests hab ich mich mit dem Gedanken angefreundet. Schwierig war dein eher dass mein Mann nie so richtig mitziehen wollte. So musste ich mit alle dem allein fertig werden und zusätzlich Überzeugungsarbeit leisten und seinen Unmut ertragen. Das war wirklich nicht schön.
        Bis heute haben wir 7 Iui, 5 Icsi plus eine abgebrochene und 3 kryos gemacht. Ich würde insgesamt 3 mal schwanger und wir haben einen Sohn. Der Weg war lang und geht momentan in der Hoffnung auf ein Geschwisterchen weiter. Ich bereue nichts und freue mich auf jede Behandlung. Ich finde das ganze Procedere gar nicht mehr schlimm und wenn es finanziell möglich wäre könnte ich ewig so weiter machen. Im Nachhinein hat sich mein Mann bei mir bedankt dass ich so hartnäckig war und mich durchgesetzt habe.
        LG wizzi

        Hallo Artemis,
        das klingt wie genau meine Gedanken letzten Herbst! Und jetzt stecke ich mitten drin in einer IVF und denke es war die richtige Entscheidung.

        Es ist natürlich erstmal hart solche Nachrichten zu verdauen und mein allererster Besuch bei einer KiwU Klinik endete mit einer Entscheidung keine Therapie anzufangen. Auch mein Leben und ich denke von vielen hier ist erfüllt mit einer tollen Beziehung und allgemeiner Zufriedenheit auf jeglicher Linie. Es war meine ältere Schwester, die selbst keine Kinder hat, die mir aber die entscheidende Frage stellte: Wirst du in 15 Jahren damit leben können dass du nicht alles mögliche versucht hast?

        Ich habe gleich am nächsten Tag nochmal in der Klinik angerufen und alles ins Rollen gebracht- denn obwohl mein Leben cool ist...ich denke diese Entscheidung es nicht zu probieren würde ich eines Tages bereuen.
        Also beantworte es dir auch ganz ehrlich- dann kannst du dir später nichts vorwerfen, wenn du es nicht versuchst?

        Und ja das Leben ist kein Hollywood Märchen wo alles nach Wunsch verläuft. Und selbst wenn es um dich herum so aussieht als ob alle problemlos Familien gründen...lass dich davon nicht täuschen. Erst nachdem ich meine Behandlung angefangen habe und auch jetzt anfing offen darüber zu sprechen, sehe ich, es haben viele ähnliche Probleme.
        Und wir sehen am ende ja nur das happy Foto auf Facebook und nicht die ganze Geschichte zuvor. Ich habe mir fest vorgenommen ganz offen darüber zu sprechen, damit andere Frauen sich nicht so fühlen wie ich mich fühlte. Es ist leider echt noch ein grosses Tabu.

        Bei mir waren auch 3 Monate vergangen vom ersten KiWu Besuch zum Gespräch mit meiner Schwester. Wenn du noch nicht so alt bist, lass dir ruhig etwas Bedenkzeit.

        Ich kann jetzt sagen so eine Behandlung ist sicher kein Spaziergang und wenn ich nicht die Entscheidung so klar für mich vorher getroffen hätte - hätte ich das nicht so durchziehen können jetzt. So kann ich dich beruhigen deine Gedanken sind völlig normal!

        Fühl dich gedrückt #herzlich

      • (5) 13.02.19 - 09:37

        Hallo,

        der Text hätte wirklich von mir sein können!
        Ich hatte zwar immer im Hinterkopf, dass es Paare gibt, bei denen es nicht sofort klappt, aber warum sollte UNS das passieren. Wir sind doch beide gesund - Dachten wir!

        Bei uns ging es auch zuerst los mit Tabletten, Untersuchungen, dies ausprobieren und jenes. Das war alles noch okay, aber brachte keinen Erfolg.

        Als es dann zur KiWu ging, dachte ich dauernd: Müssen wir das wirklich machen? Schaffen wir das alles bzw. ich persönlich?

        Ich hätte auch ganz gut ohne Kinder leben können. Das hätte ich mir trotzdem schön gestaltet. Aber es tat mir für meinen Mann leid. Er ist so toll mit Kindern und ich hab es ihm so gewünscht Papa zu werden!

        Ich habe vor den Behandlungen immer gesagt: okay, das können wir noch machen, aber mehr und weiter möchte ich nicht!
        Mein Mann stand zum Glück hinter mir und hat immer gesagt "wir machen nur das was du willst und kannst."

        Je länger man sich aber mit dem nächsten Schritt angefreundet hat, desto weniger angsteinflößend wurde es. Und dann haben wir doch immer noch weiter gemacht.

        Ich sage heute noch: Niemals hätte ich 8 ICSI oder mehr usw. gemacht. Aber wer weiß das schon? Vielleicht wäre es doch so gekommen.

        Ihr könnt von Schritt zu Schritt entscheiden, ob ihr weiter macht und auch mal eine Pause einlegen.
        Vielleicht müsst ihr es auf euch zukommen lassen.

        Auf jeden Fall hat es geklappt und ich bin schwanger. Also nur Mut!

        (6) 13.02.19 - 10:13

        Ich glaube wir alle waren irgendwann an dem Punkt wo man sich gefragt hat: soll ich das wirklich machen?
        Die Frage, wie weit man geht muss jedes Paar für sich selbst festlegen. Und man kann die Grenze immer wieder an das eigene Empfinden anpassen.
        Lasst den Schock erstmal sacken. Gebt euch Zeit. Und redet offen! Dann werdet ihr die für euch richtige Entscheidung treffen.

        Als es nicht klappte, habe ich angefangen mich mit den Optionen zu beschäftigen. Und einen beratungstermin vereinbart. Dann kam raus, dass meine Eileiter dicht sind. Aus der Traum von GvnP oder IUI. Ich hatte das schon befürchtet, meinen Mann hat es wie ein Schlag getroffen. Das war das erste mal dass ich ihn in 10 Jahren habe weinen sehen.
        Trotzdem stand für uns fest, dass wir es versuchen. Ich wollte das unbedingt. Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen wenn ich es nicht versuchen würde. Mein Mann hat mir zuliebe mitgezogen, aber seine Grenzen klar formuliert. Nach der ersten IVF lag ich 14Tage im Krankenhaus, davon 6 auf der Intensivstation, mit einem überstimulationssyndrom. Seine Grenze ist erreicht. Mehr als die kryos wird es nicht geben. Und ich google mir schon wieder die Finger wund über mini-ivf etc. um ihm Alternativen aufzuzeigen, weil ich nicht werde aufgeben können.
        Wir haben in unserem engen freundeskreis immer offen über unseren weg gesprochen, aber seit Weihnachtrn weiß es jeder (wir arbeiten in dem krankenhaus). Und seitdem haben sich mir so viele Menschen geöffnet und mir ihre Geschichte erzählt, dass es mir manchmal zu viel wird.
        In unserer Welt achten viele auf den Schein, aber die Wahrheit dahinter geht verloren.
        Und selbst wenn es bei allen anderen problemlos klappt, die können ja auch nichts für eure Situation (auch wenn es hilft seinen Frust und die Wut manchmal auf andere zu projezieren).

        Gebt euch Zeit den Schock zu verdauen, informiert euch - auch über Alternativen- und trefft dann gemeinsam eine Entscheidung! Es wird die Richtige sein!

        Alles Gute für euch ❤☀️🍀

      • (7) 13.02.19 - 12:00

        Hi Artemis,

        ich kann dich so gut verstehen. Ich (25) und mein mann (28) dachten auch - "ach wir sind ja so jung, leben gesund, was soll da schon schief gehen." und dann die Diagnose OAT II und auf natürlichem weg keine realistische Chance.
        Seitdem kracht es nur so auf uns ein. Krankenkassen-Horror, alle Voraussetzungen erfüllen, die Medis, Sportverbot, Sexverbot, und so weiter und sofort. Als wir dann bei unserer 1. ICSI im Wartezimmer am Samstag um 7.30 Uhr saßen und ich wartete, während mein mann eine halbe Stunde weg war "zum Sperma spenden", brach für mich innerlich alles zusammen. Es widerte mich an, dass wir auf diesem Weg Kinder kriegen müssen und nicht wie tausend andere zuhause gemütlich im Schlafzimmer. Dass ein Mensch aussucht, welches Kind wir bekommen und so weiter. Ich hasse alles daran und das bis heute. Aber nun vor dem dritten Versuch, nach 1 FG.. finde ich mich einfach damit ab. Ich denke nicht mehr darüber nach, wenn ich das tue, drehe ich nämlich durch. Ich hasse es von ganzem Herzen, aber es bleibt mir keine Wahl. Denn ohne Kinder würde ich eine miserable Gestalt werden.

        Ich drücke euch für euren Weg alle Daumen und ganz Viel Glück, dass ihr das als Team meistert #herzlich

        Danke für eure Meinungen.

        @ chriju:
        Wahrscheinlich ist es wirklich das Realisieren. So blöd es klingt, aber man trauert schon der Möglichkeit einer "natürlichen" Empfängnis nach, unabhängig davon, dass es schließlich viele Wege zum Ziel gibt. Und so wie man sich die spätere Schwangerschaft und Geburt nicht aussuchen kann, ist es mit dem Schwanger werden wohl auch.

        @ wizzi:
        Es muss belastend sein, wenn der Partner in dieser Zeit nicht neben einem steht. Natürlich muss man anmerken, dass für genug Männer diese ärztliche Unterstützung mit einer Demütigung in ihrer Männlichkeit einhergeht (auch dann, wenn die Ursachen bei der Frau liegen). Das merke ich bei meinem Mann auch. Potent und zeugungsfähig zu sein ist tief im Innern immer noch DIE Basis der Männlichkeit. Der ganze mysteriöse Vorgang im Körper der Frau, der während der Behandlung auch noch so ans Tageslicht gezerrt und genauestens beobachtet wird, muss da umso verstörender sein. Mein Mann wusste zu Beginn unseres Kinderwunsches nicht mal, dass ich nicht an allen Zyklustagen schwanger werden kann #schein

        Steht denn dein Mann nun beim Geschwisterkind an deiner Seite?

        @ bellavita38:
        Ganz schwierig, sich die Frage deiner Schwester ehrlich und ungeschönt zu beantworten. Vielleicht stellt man sie sich mit einem Kind auch umgekehrt: Wie wäre es zu zweit gelaufen, hätte mir das besser gefallen? Es gibt ja leider keinen Speicherpunkt des Lebens, den ich setzen und bei Bedarf neu laden kann. Wir können in die schönsten oder in die schlimmsten Jahre unsere Lebens aufbrechen. Ein Zurück gibt es bei keiner Entscheidung.

        @ tiffy89:
        Du sprichst mir aus der Seele.
        Wenn ich im Moment in mich hineinhorche, ist da weniger die Angst, dass ich keine Mutter sein werde, sondern dass mein Mann (der auch noch der kinderliebste Mann ist den ich kenne) kein Vater wird. Er ist so schon mit dem Wissen belastet, dass die Kinderlosigkeit an ihm liegt - strafe ich ihn nicht doppelt, wenn ich jetzt auch noch die einzige Möglichkeit auf ein Kind ablehne? Wenn wir es versuchen sollten und es eben nicht klappt, könnten wir sagen, dass es Schicksal ist. Aber bei meiner Ablehnung der Behandlung wäre ich ganz allein verantwortlich für unser Leben zu zweit.

        @ lizou219:
        Wenn dein Mann sich Grenzen gesteckt hat, hast du das auch getan? Ich glaube, da trickst man sich wohl zu gerne selbst aus, weil der Gedanke zu quälend ist, dass der nächste Versuch "der" Glückstreffer sein könnte. Wo ziehst du die Reißleine?

        @ fine1004:
        Meine Freundin wurde damals mit Hashimoto und zig anderen Krankheiten im 1. ÜZ schwanger (trotz früherer Meinung der Ärzte, dass es ein langer und harter Weg für sie werden würde). Sie hatte eine traumhafte Schwangerschaft ohne viele Beschwerden, bekam pünktlich die Wehen und brach frohen Mutes ins KH auf. Gewünscht war eine natürliche Geburt ohne Medis oder PDA. Und es endete in einer 3tägigen Wehenphase mit vielen Komplikationen und spätem Notkaiserschnitt.

        Ich will damit sagen, dass nicht alles "natürlich" und planbar vonstatten gehen wird. Und auch die Auswahl der Embryonen durch Ärzte garantiert nicht, dass das Schicksal dir ein "gutes" oder "weniger gutes" Kind schenkt. Man darf hassen, wie es gerade läuft, solange man hinter seiner Entscheidung steht.

        • (9) 13.02.19 - 12:45

          Du hast vollkommen Recht. Mein Mann gehört da wirklich zu der "selbstbewussten, etwas machohaften" Sorte 🤣, der sich halt ziemlich männlich fühlt.
          Er ist etwas älter als ich und hatte schon ein erwachsenes Kind aus erster Ehe, was "zufällig " entstanden ist. Natürlich dachte er immer wir müssen nur ein, zwei Monate versuchen und ich wäre schwanger.... Er wollte immer viele Kinder haben und hat mich quasi immer damit geimpft, dass wir "später" mal viele Kinder haben werden. Als wir es dann Jahre später tatsächlich versucht haben und es nicht klappte, Wollte er es eher verdrängen. Kam für mich nicht in Frage weil ich es jetzt unbedingt wollte und ja auch wusste das er sich eigentlich auch Kinder wünscht. Klar ist es nicht schön für ihn zu hören, dass sein Spermiogramm nicht gut ist- gerade wenn man sonst immer so von sich überzeugt ist. Oft hab ich mir auch gewünscht dass es an mir liegt und ich was dagegen tun könnte......
          Aber es so wie es ist.
          Ich habe die ganzen Behandlungen, Medis, spritzen, Narkosen, op's hunderttausend blutabnahmen usw gern in Kauf genommen...fand es aber schon echt doof, wenn er sich dann beschwert hat, dass er das Sperma abgeben so nervig findet.

          Jetzt bei den versuchen fürs Geschwisterchen läuft es ganz anders. Er wollte den Termin in der kinderwunsch und es gab bisher kein Gemecker.

          (10) 13.02.19 - 12:48

          Ich steh voll und ganz dahinter. Nach 2.5 Jahren erfolglosem Probieren war es auch schön, dank der Ärzte zum ersten mal einen positiven SST in der Hand zu halten. :)

          Der Weg dahin ist aber trotzdem sehr müßig und steinig ich drücke dich#liebdrueck

          PS: mein mann lässt mich mit allem völlig alleine (kümmere mich um alles organisatorisches und auch emotional ist er nicht an meiner Seite. nach meiner FG meinte er, für ihn sei ich nicht schwanger gewesen. harte Nuss...)

          (11) 13.02.19 - 14:32

          Ich weiß nicht wo meine Grenze ist. Noch ist sie weit entfernt.
          Eines Tages wird wahrscheinlich mein Mann die Grenze sein und ich hoffe, dass ich dann mit der Entscheidung Leben kann.
          Ich bin Kinderärztin. Ich habe eine große Familie und einen großen freundeskreis voller kleiner Kinder. Ich kann nur selten abschalten, den Wunsch von mir schieben... Mit der Zeit werden die Kinder groß und die Sehnsucht vielleicht schwächer, aber momentan lasse ich den Gedanken kinderlos zu bleiben nicht zu.
          Ich hoffe, dass ich an Tag X stark genug bin es zu akzeptieren und bis dahin hoffe ich auf ein kleines quäkendes schlafraubendes Wunder für uns alle!

      (12) 13.02.19 - 13:15

      Hallo,

      für mich ist diese ganze Kinderwunschgeschichte wie ne Treppe. Irgendwann lässt man die Verhütung weg, von der man all die Jahre dachte, sie sei notwendig. Tut sich nix, fängt frau an, einen Zykluskalender zu führen, Ovus zu machen und sich vielleicht mal beim regelmäßigen Gyn-Besuch zu informieren, was sie noch tun kann. Dann wird Blut abgenommen, ggf mal US. Wenn der Partner cool ist, steigt er irgendwann um diesrn Zeitpunkt auch ein, lässt sich mal untersuchen. Bei vielen ist dann klar, es wird nicht einfach, geht aber prinzipiell. Also diverse IUI, erst mit Clomifem, dann mit schwereren Geschützen. Und am Ende dann IVF oder ICSI.

      Nach jeder Stufe, die erstmal Schock, aber zugleich auch Hoffnungsschimmer ist, hat fas Paar Zeit, zu verdauen und Kraft zu sammeln für die nächste Stufe. Ihr steht jetzt relativ früh an einem Punkt, wo ihr nicht mehr Stufe für Stufe aufsteigen könnt, sondern wo Ihr vor einem unüberwindlich scheinenden Hindernis steht.

      Wenn mir einer am Anfang meines Kinderwunschweges gesagt hätte, ich solle es doch mit einer Embryonenspende versuchen, hätte ich ihn gefragt, ob er auf nem schlechten Trip ist. Aber gerade schnarcht ein Kind, das ich geboren habe, das aber genetisch weder mit meinem Mann noch mit mir verwandt ist, an meiner Schulter. Und der Zwilling schläft schon in seinem Bettchen.

      Ich glaube, sich von der Vorstellung zu verabschieden, "einfach so" schwanger zu werden, "normal" zu sein, das tut einfach weh und braucht seine Zeit. Wichtig ist, dass Dein Mann und Du viel miteinander redet, dass Ihr Euch nicht verliert. Wie auch immer Ihr Euch entscheidet, es sollte eine Entscheidung sein, die für Euch beide "passt".

      (13) 13.02.19 - 13:28

      Ich finde eine Frage spannend und berechtigt.

      Bei uns klappt es auch seit einigen Jahren nicht. Vor 2 Jahren waren wir in der Klinik.
      Es gibt keine "harte Diagnose" Gelbkörperschwäche, irgendwie sowas... ich denke, die wissen es nicht genau. Bauchspiegelung, alles top. Sperma, top... trotzdem klappt es nicht einfach so, nicht mit GnvP, nicht mit Clomi. Dann kam bei mir der Punkt, wo ich nicht mehr konnte, nicht mehr wollte... unterstützen mit Hormonspritzen und Auslösespritze. Ich dachte mir, das ist doch alles irgendwie pervers (für mich) sich diese Hamsterhormone zu spritzen und naja... ich hab dann gesagt, ich will erstmal Pause machen. Hab eine weitere Ausbilung angefangen und wie bauen jetzt erst mal. Bin 37 geworden... die Hoffnung ist noch nicht ganz weg und auch die Option doch nochmal in die Klinik zu gehen lasse ich mir offen.

      Ich kann dich sehr gut verstehen, deine Gedanken ob man es genug will, um diesen Weg zu gehen. Und warum man selbst vor diese "Prüfung" gestellt wird. Warum man nicht acuh den "einfachen" Weg gehen kann.

      Ich weine manchmal heimliche Tränen, weil ich nicht Mutter bin, keine Kinder habe. Aber die trocknen auch wieder. Manchmal bin ich froh, dass ich keine Mutter bin, keine Kinder habe. Es pendelt hin und her. Ganz abgeschlossen ist es nicht.

      Ich habe keinen Rat, nur den Hinweis, ich weiß, was du fühlst.

      Bei meinem Mann ist der Kinderwunsch nicht so stark glaube ich. Ich weiß es nicht, was ist echt und was ist einfach nur überspielen um mit der Situation klar zu kommen?

      (14) 13.02.19 - 14:14

      @ wizzi:
      Die Sache mit dem Sperma abgeben nimmt mein Mann auf seine Art - mit derbem Humor. Die Aussicht auf das 1. Spermiogramm ließ ihn ausrufen, ob das wie in "Die nackte Kanone 3" sein würde (ein ziemliches Geblödel: da produziert der Hauptdarsteller stapelweise Proben und bekommt von der Praxis am Ende eine Domina in die Kabine geschickt, bis der Hannes glüht).

      @ fine1004;
      Ich glaube nicht, dass dein Mann dich bewusst mit der Aussage verletzen wollte, sondern dass ihm das Greifbare und Reale an der Schwangerschaft fehlte. Ein positiver Test, das war für ihn vielleicht nur eine chemische Reaktion auf einem Streifen. Ich hatte hier letztens noch eine Diskussion gelesen, dass manche Männer sogar mit dem wachsenden Kind im Mutterleib fremdeln, weil sie es nicht bzw. erst viel später spüren können. Als Frau hat man ja in der ganzen KiWu-Zeit ständig einen Teil des Bewusstseins nach innen gerichtet und lauscht in einem Bereich, der dem Mann sicher größer und fremder vorkommt als das Weltall. Bildlich gesprochen fehlt ihm hier das Teleskop, um den vorbeisausenden Asteroiden zu sehen.

      @ very431:
      Embryonenspende ist nun wirklich eine Stufe, die man erst mal erklimmen muss. Meinen Respekt. Mal aus Interesse gefragt: War es für euch zu irgendeinem Zeitpunkt ein Problem, dass das Kind nicht von euch stammt? Und war es leichter zu akzeptieren, dass es von KEINEM stammt (im Gegensatz zu einer einseitigen Abstammung bei Samen- oder Eizellspende)?

      @ ormsons:
      Setzt du dir denn über dein Alter eine Grenze? Oder schaust du, wie du dir dein Leben nach Hausbau und Ausbildung eingerichtet hast und ob dann ein Kind noch in dieses Bild passt?

      • (15) 13.02.19 - 14:47

        Ich weiß es noch nicht genau. Mal sehen, wenn alles soweit fertig ist und es bis dahin immer noch nicht spontan geklappt hat, ob wir dann nächstes Jahr nochmal in die Kiwi gehen und gleich IVF oder ICSI machen werden. Ich lass es einfach jetzt mal noch offen, hoffe, dass es spontan noch klappt. Denke, dass ich spätestens mit 40 abschließen were und mir dann definitiv ein Leben ohne Kinder einrichten werde. Im Haus ist ein "Gästezimmer" geplant, welchen Kidnerzimmer werden könnte. Wenn nicht, dann mache ich mir daraus ein Ormsonszimmer #schein

        (16) 13.02.19 - 15:02

        In den 13 Monaten, in denen die Zwerge auf der Welt sond, war das nie Thema. Ganz häufig kommen eher so Sachen wie "xy kommt ganz nach mir" oder so. Als die beiden ca. 4 Monate alt waren und sich das Aussehen sehr auseinanderentwickelt hat, meinte meine Mutter "xy kommt nach mir, und abc nach Deinem Vater". Meine Eltern wissen Bescheid, sie weiß also, dass keins der Kinder nach ihr kommen kann. Aber sie sieht die Ähnlichkeiten trotzdem.

    (17) 13.02.19 - 22:09

    wie weit du gehen wirst kannst nur du heraus finden, indem du dir bewusst vor augen hälst was du wirklich in deinem leben willst und von diesem erwartest. denke da wird dir hier niemand wirklich weiterhelfen können.

    das dein mann, aber ohne mit der wimper zuzucken dabei wäre @ tese, sollte dir doch aber auch schon mut machen, das es bei euch recht schnell mit tese/icsi klappen kann, sofern bei dir alles ok ist.

    wenn ihr nun noch verheiratet seid, würd ich mal sagen, wer nicht wagt der nicht gewinnt. letzten endes wirst du mit deiner entscheidung leben müssen, aber ich kann mir kaum vorstellen, das wenn du erstmal euren eigenen kleinen knuddel in deinen händen hälst, dich dann noch tatsächlich in 15 jahren fragen wirst, ob es nich ohne dem kind besser in deinem leben gewesen wäre...

    bei uns war es damals ähnlich, nur andersrum... ähnlich, ich müsste tese machen, hätte mich aber auch mit dem gedanken ohne kind womöglich anfreunden können. meine freundin wollte jedoch am liebsten schon ein kind...

    jetzt wo unsere kleine maus da ist, denk ich mir immer, es war die beste entscheidung die wir haben treffen können ;)

    bei uns hat es im übrigen auch sofort auf anhieb in der konstellation geklappt. siehe verlinkung in meiner visitenkarte...


    zu guter letzt, wie schon geschrieben, diese entscheidung wird dir niemand abnehmen können, nur leben musst du damit den rest deiner zeit - wer die wahl hat hat die qual...

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