Könntet ihr euch vorstellen ein Kind zu adoptieren?

Hallo ihr Lieben,

wir sitzen ja alle im selben Boot hier und kämpfen darum ein eigenes Kind auf die Welt zu bringen.
Da mein Mann und ich ziemlich offen mit dem Thema umgehen, dass wir uns ein Kind wünschen und versuchen unseren Wunsch mit künstlichen Befruchtung zu realisieren, kommt natürlich hier und da mal die Frage wie es mit Adoption ausschaut.

Wir habe bis jetzt immer gesagt, dass es für uns ehr nicht in Frage kommt da wir großen Respekt vor der ganzen Thematik haben,
nicht weil ich ein "fremdes" Kind nicht lieben könnte, ganz im Gegenteil, ich hätte kein Problem damit ein Adoptivkind großzuziehen und zu lieben wie mein eigenes Kind.
Aber ein Adoptivkind hat ja schon ein paar mehr Hürden im Leben zu nehmen, meist aus schwierigen Verhältnissen, irgendwann mit der Frage " Wer bin ich, wo komme ich hier und warum wollten mich meine leiblichen Eltern nicht?", dass muss man als Adoptiveltern ja auch auffangen können und das sehe ich nicht als Kleinigkeit an.
Davon mal abgesehen das es ja auch nicht ganz so einfach ist ein Kind zu adoptieren.

Habt ihr schon öfters die Frage bekommen und euch auch schon mal Gedanken dazu gemacht?
Wie steht ihr zu dem Thema?

Liebe Grüße
Franzi

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Ich bewundere Leute, die es tun.
Für mich ist es nichts.
Zumal wir kein Baby mehr bekämen.
Einen Säugling, ja. Das kann ich mir vorstellen.
Aber grundsätzlich will ich auch einfach ss sein und ein eigenes Kind.

Bei Pflegekindern oder älteren Adoptivkindern, sehe ich die Sache für mich persönlich schwierig.
Viele Kinder sind traumatisiert etc.
Ich persönlich will ss sein und Mutter sein und keine Sozialarbeiterin... Das hört sich jetzt hart an. Aber einer solcher Auflagen, wäre ich wahrscheinlich einfach nicht gewachsen

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Von Prinzip her ja, auf jeden Fall. Wie ich das aber seither mitbekommen habe, kommt bei einer Adoption eines Babys auf den Altersabstand zwischen Eltern und Kind an, der bei mir mit bald 39 bei einem Säugling zu hoch ist. Außerdem werden Kinder bevorzugt in Familien abgegeben, die schon ein Kind haben. Das ist bei uns nicht der Fall. Als 3. und 4. Punkt sind es noch die Kosten und Gehaltsnachweise. Eine Adoption zb eines ausländischen Kindes kann bis zu 30.000 € kosten und es wird in jedem Fall ein Gehaltsnachweis verlangt, der recht hoch ist. Wir haben beide studiert, verdienen aber eher wenig, da in unseren Branchen leider keine hohen Löhne existieren...
Ein älteres Kind zu adoptieren oder ein Pflegekind aufzunehmen, könnten wir uns auch vorstellen, aber ich denke, da braucht man u.U. gute Nerven, denn ältere Kinder haben zum Teil schon größere Rucksäcke mit sich zu tragen...
Deshalb hoffe ich noch auf das eigene, halb-natürliche Wunder :)

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Wow.. das hört sich echt hart an.
Hoffe ich trete dir nicht zu nahe, wahrscheinlich tu ich das; aber geht es dir eher drum deine Gene weiterzugeben als dich um ein Baby zu kümmern und es zu lieben?

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Ja. Bei uns hat es doch noch geklappt, aber wir hatten vorher Termine beim Jugendamt um uns zu informieren. Wichtig ist, dass man sich erst bewerben kann, wenn die Behandlung abgeschlossen ist. Auch bei Pflegekindern.

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Für uns kommt es zumindest im Moment auch nicht in Frage.

Mein Mann und ich möchten gerne "eigene" Kinder, daher wäre auch Spendersamen oder EZS nichts für uns.

Das einzige, was ich mir vielleicht vorstellen könnte, wäre es, Pflegekinder aufzunehmen, wenn wir schon eigene Kinder haben.

Da muss jeder seinen eigenen Weg finden😊

LG Luthien mit ⭐⭐

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Ich habe früher immer gesagt, dass ich eines bekommen und eines adoptieren könnte. Dann war das bekommen aber schon schwierig und die Zeit verflog. Man hätte es parallel laufen lassen müssen, um sich noch um ein Baby zu bemühen, offiziell soll die Behandlung abgeschlossen sein. Das hätte ich wahrscheinlich vorgegeben... Ich habe viel gelesen und den Eindruck gewonnen, dass man grundsätzlich erstmal schlecht ist und sich in Seminar über Seminar beweisen muss. Hat man einmal die Adoptionsfähigjeit erhalten, kann man sich theoretisch bundesweit bei den Stellen bewerben. Am Ende klappte doch noch das eigene Kind. Ein adoptiertes zweites ist eher unrealistisch, zumindest hier im Ruhrgebiet, das Kind darf dann wieder nur jünger sein als das eigene und und und. Vielleicht sieht die Realität anders aus, kann ich nicht einschätzen... Habe nur gelesen. Ich habe da auch riesen Respekt vor, von heute auf morgen kann es heißen, hier ist Ihr Kind. Egal in welchem "Zustand". Ich mag gerne Pläne... Nun hat im 3. Versuch eine zweite Schwangerschaft geklappt.
LG

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Meine beste Freundin hat vor 1 1/2 Jahren mit ihrem Mann ein Adoptionsantrag gestellt, nachdem Sie nach der 4. ICSI kein Erfolg hatten.
Am 24.06.2019 kam der ersehnte Anruf, dass am 22.06 ein Junge geboren wurde, der zur Adoption freigegeben wurde. und heute ist Sie eine absolut glücklich Mutter. Sie hatte einen harten und steinigen Weg, der sich gelohnt hat....der kleine ist ein richtiger Sonnenschein. Sie ist übrigens Jahrgang 77 und konnte ein Säugling adoptieren.

Natürlich wird er irgendwann die Frage stellen, wer seine leiblichen Eltern sind, wo er her kommt etc....ich denke wenn man dann offen und ehrlich mit ihm darüber spricht wird dies nur ein kleines Problem sein.

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Oh das ist schön das deine Freundin noch zu ihren Mutterglück gekommen ist nach 4 gescheiterten ICSIs💕

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Ich denke wie du. Ich könnte ein nicht leibliches Kind lieben, aber hab Angst was es mit sich bringt. Kenne leider im Freundeskreis auch nur Adoptionen mit riesigen Problemen. Das haben die Adoptiveltern nicht verdient wie sie von den Kindern später als junge Erwachsene behandelt wurden. Eine stürzte voll ab, bekam Kinder mit einem Insassen. Irgendwann holte die Oma das Baby aus desolaten Verhältnissen raus. Wohnung vermüllt, komische Gestalten drin, Kind mit Tage alter Windel im Bett, Jalousien runter am Tag und verraucht. Davor war sie schon Monate abgehauen als Teenie, weil sie ihre richtige Familie gefunden hatte. Die Oma zog dann noch das Kind ihrer Adoptivtochter groß.

Klar kann einem mit eigenen Kindern auch sowas passieren und es gibt auch viele positive Adoptionsgeschichten. Es ist halt eine sehr einschneidende Entscheidung, die man gut bedenken sollte.

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Wie du sagst, sowas kann einem leider auch mit eigenen Kindern passieren und ich glaube auch nicht, dass die Chance abzurutschen bei Adoptierten größer ist. Eine einschneidende Entscheidung ist eine SS auch.

Mir kommt oft vor es geht häufig um das eigene Genmaterial. Sicher ist das Optimum ein eigenes Kind und eine SS erleben zu dürfen. Aber einem Kind ein schönes Leben zu geben und es zu lieben ist auch wunderschön, sollte es mit den Eigenen nicht klappen.
In der KiWu sind häufig Eltern jenseits der 40 die seit Weit über 10 Jahren zwanghaft versuchen ein Eigenes Kind zu bekommen, für die Hormone, 10 Tausende von € weil Selbstzahler hätten die längst adoptieren können, wollen aber nicht, weil es nicht das eigene ist. Finde das total traurig

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Oh man, dass ist natürlich nicht schön wenn man nur Konflikte mit seinen Adoptivkind hat. Das ist denk für alle Adoptiveltern ein Alptraum wenn diese als Teenager dann abhauen zu ihren leiblichen Eltern😕

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Huhu. Ich persönlich könnte es mir vorstellen, allerdings nur bis maximal 2 Jahre und auch nur wenn bei mir Hopfen und Malz verloren wäre. Im Prinzip wäre es ja auch nichts anderes, als wenn man einen neuen Partner kennenlernt, der schon ein Kind hat. Und man kann sich auch bei den eigenen Kindern die größte Mühe geben, auch die können verkorksten. Pflegekind käme für mich nicht in Frage, da auf deutsch gesagt die Mutter, die es erst nicht wollte, wieder um die Ecke kommen kann und es wieder haben möchte. Klingt komisch, aber ist ja so. Eine Freundin arbeitet in einem Kinderheim und erzählt manchmal Anekdoten..... Ojemine.
Mein Mann ist komplett dagegen, genauso wie gegen spendersamen. Das sehe ich aber ganz anders als er.... Spendersamen wäre für mich definitiv ne Möglichkeit.

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Genau so wie du denk ich auch🙂
Ich glaub dafür muss man echt geboren sein und ein ausgeprägtes Helfersyndrom haben um Pflegeeltern zu werden.
Einerseits sich kümmern und sein bestes geben andererseits sich nicht zu sehr emotional binden weil das Kind morgen ja auch schon wieder weg sein könnte.
Das wäre auch überhaupt nichts für mich.

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Ich hab alle Optionen durch bzw mich eingehend damit beschäftigt von Adoption, auch Auslandsadoption, über Pflegekind bis hin zur Leihmutterschaft.
Adoption wurde mir direkt gesagt, über 40 quasi keine Chance, es gebe ja nicht so viele Babies und da würde man jüngerer verheiratete Paare bevorzugen. Man gab mir den Tip Pflegekind beim Jugendamt. Auch probiert, Infoseminar besucht und erste Gespräche geführt, dann wieder die Aussage, eigentlich zu alt und der Hammer war, als es um das Thema Religion ging und das Kind dann entsprechend zu erziehen, hab ich ehrlich gesagt, ich bin Atheist, ich werde dem Kind nicht vorspielen, dass ich glaube, aber es auf seinem Weg unterstützen. Da hiess es dann, damit hätte ich dann keine Chance und man breche das Verfahren ab, da das unnötige Geldverschwendung wäre. Bin echt fast hinten über gekippt.
Dann Auslandsadoption informiert, diverse Agenturen kontaktiert, Wartezeit bis zu 8 Jahren, ähm nee, danke.
Auch mit Leihmutterschaft im Ausland beschäftigt, da ja in Deutschland verboten, in anderen Ländern aber nicht. Ist aber halt nicht billig, wenn es ordentlich ablaufen soll für einen selbst und die Leihmutter. Gibt es ja auch viel Schindluder und Agenturen, die es nur aufs Geld abgesehen haben und die neu Eltern dann der Bürokratie überlassen wg Papieren und Einreise nach Deutschland.

Wenn es nicht mehr klappen sollte mit dem Baby, dann kann ich mir nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. Auch Eizellen oder Samenspende finde ich okay, wenn es sein muss. Man liebt doch so ein kleines Wesen, ob nun mit oder ohne eigenen Genen.

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Genau so ähnlich wir mxct das schreibt, kenne ich das auch vom Informieren und Freunden, die adoptiert haben. Aus diesem Grund kann ich es mir gedanklich vorstellen, scheue aber diese Hürden, die wenn man auf die 40 zugeht, da sind. Schade, aber war. Vor allem auch für die Kinder, die die Möglichkeit hätten geliebt zu werden.

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Oh man, krass was du dir da alles anhören musstest, wir sind auch Atheisten und bin echt geschockt das man da gleich so abgesäbelt wird, auch was das Alter betrifft.
Da hast du echt alles gegeben und kannst dir nicht vorwerfen es nicht Versucht zu haben.

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Hallo, ja der Gedanke kam bei uns auch auf und genau aus dem selbigen Grund wie du ihn nennst, käme es für mich/uns vorerst nicht in Frage. Ich habe den größten Respekt davor. Ich hätte riesen Angst, abgelehnt zu werden, wenn es seine/ ihre Eltern kennenlernen wollen würde...