Woher nimmt ihr die Kraft?

Hallo ihr Lieben 👋🏻
Bin heute TF+13 und habe heute meine Tage bekommen. Zum BT morgen möchte ich eigentlich am liebsten garnicht hin.
Unsere 1. ICSI war 2015 (negativ) und seit dem Pause. Nun die zweite und wie ja oben erwähnt hat wohl auch nicht geklappt. Ich dachte wirklich nicht dass es mich so hart treffen wird, zumal ich ziemlich realistisch bin was die Chancen angeht.
Aber ich war heute am Boden und hätte den ganzen Tag einfach nur heulen können. Ich lese von manchen von Euch die schon 5 x mehr Versuche hinter sich haben als ich und wundere mich, wie macht ihr das?
Ich will nichts mehr als Mutter werden, aber wann kommt man an die mentale Grenze und wie schafft man es dann doch immerwieder weiter zu kämpfen?
Bewundere Euch Mädels ehrlich!

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Hallo...
Ich kann dir von mir berichten, das durchhalten und immer wieder Kraft schöpfen (Urlaub, Zeit als paar ohne Gedanken an den Kinderwunsch, Zeit mit Freunden, aber auch mal weinen usw ) bei mir geholfen haben...
Wir hatten 3 icsis...
2x negativ, 1x positiv mit frühabort 7.ssw...
Danach eine kryo...die war auch erfolgreich...die beiden kleinen Ergebnisse davon liegen nun neben mir 🥰
Wir haben uns nach jedem Versuch eine Auszeit nur für uns genommen und die Zeit genossen...
Vor der kryo habe ich absolut nichts an meinem Lebensstil verändert...bin mit dem Gedanken ran gegangen, das es entweder klappt oder nicht und wir ja noch ein paar „Bärchen“ auf Eis haben...war total relaxt...keine Ahnung ob es damit etwas zu tun hatte, aber meine Ärztin meinte immer, das auch der Kopf eine sehr große Rolle spielt 😉
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg...🍀
Irgendwann wird man für all die Strapazen belohnt...wir haben knapp 4 Jahre benötigt...
Lg 🍀🍀🍀

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Viele Tipps habe ich nicht, aber ich hab halt ein Ziel vor Augen und kämpfe dafür weiter. Manchmal war es schon schwer weiter zu machen, aber da aufgeben für mich keine Option ist, beißt man halt die Zähne zusammen und weiter geht's. Jeder geht es aber anders damit um. Die ersten Versuche waren für mich auch an härtesten. Später stumpft man ab irgendwie.

meine Osteopathin hatte mir einen Tipp gegeben: jeden Tag vor dem Spiegel stellen und dann zu sich selbst mehrmals sagen: ich darf eine Mutter sein. Keine Ahnung, ob es hilft. Ich teste es nun in icsi Nummer 13.

Sie eine icsi einfach als eine Chance, die man sonst zum Kind einfach nicht hätte. Nicht jede icsi führt leider zum Kind und man muss halt manchmal einfach dran bleiben 😊

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Sieh

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Man gewöhnt sich dran... ...
Es ist immer scheiße aber man lernt damit umzugehen

Aktuell vermute ich jedoch, dass nach dem nächsten Selbstzahler Versuch Schluss ist.
Dann sind wir gut 10000€ ärmer, zig schlechte Erfahrungen reicher, 100 Streits miteinander reicher, viele Lügen bei der Arbeit reicher, ewige Stunden auf der Autobahn habe ich dann verbarcht, ich bin drei Jahre älter und ein Kind werde ich immer noch nicht haben.

Klar kann man einen Kredit aufnehmen und so weiter leben und hoffen hoffen hoffen..

Aber ich bin an dem Punkt wo ich sage:" Hoffnung und Glaube bringt nicht weiter"
Es sind und bleiben jedesmal nur 30% Chance... Eher mit den Jahren immer weniger.

Es bleiben übrig.
Das wollen wir in einer Gesellschaft von "höher weiter, wir können alles" nicht wahrhaben.
Aber es gibt Dinge die bekommen wir nicht.
Wie können uns auch keine 25grad und sonne für die Hochzeit im Dezember wünschen und dafür beten.

Es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können...

Am Anfang war ich verbissen.
"Das muss klappen! Es muss"...

Lächerlich im Nachhinein...
Da bin ich nicht mehr.
Ich habe aufgegeben.
Ich mache das eine Mal noch und freue mich über vielleicht wieder einen zusätzlichen Frostie der mir noch einen Versuch beschert und dann muss die Reise, die ohne Schwimmflügel durch die Meere dieser Welt führen sollte, zu Ende sein.

Ich lebe seit drei Jahren nur dafür wieder ss zu sein. Bzw in einer Parallelwelt.
Beruflich erfolgreich und kinderlos.
Zig Fahrten ins Büro weine ich.
Wir sind mittlerweile 36,5 und 47,5...
Als wir das erste Mal SS waren (elss und dann Entfernung beider Eileiter), war ich gerade 33 und mein Mann gerade 44...

Ob wir das hören wollen oder nicht, aber es gibt die Leute, die übrig bleiben.
Man "muss nicht nur oft genug versuchen"...
Das ist gelogen!
Und weckt falsche Hoffnungen!

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Guten Morgen mara1234,

dein Post hast mich gerade sehr emotial mitgenommen und es ist genau so wie du schreibst. Entweder man hat Glück oder eben nicht. Irgendwann muss man wieder anfangen zu "Leben" und nach vorne schauen und nicht den Tunnelblick "Kinderwunsch" behalten, wenn man weiß, dass man gegen seinen Körper verloren hat.

Ich wünsche dir und deinem Mann viele glückliche Jahre und alles Gute 🤗

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Schön geschrieben. Und so wahr.

Als wir damals in der Kiwu-Klinik saßen und ich meinen Blick über die anderen Paare im Wartezimmer schweifen ließ, kam mir plötzlich der Gedanke, dass nur die Hälfte von ihnen irgendwann ein Kind an der Hand halten wird. Wenn man dann sieht, welche bahnbrechende Medizin hier in dieser Praxis aufgeboten wird, ist das eigentlich eine niederschmetternde Quote. All diese Forschung, diese Technik, dieses Wissen - und dann nicht mehr als 50:50? Etliche Krebstherapien haben da ja bessere Statistiken, und die sind wesentlich jünger in ihrer Entwicklung.

Manchmal frage ich mich, warum das so ist, warum sich der Körper hier nicht "reinreden lässt". Perfekte Blastos, perfekte Schleimhaut, perfekte Hormone - das schnippst der Körper mal eben beiseite. Aber warum? Vielleicht, weil die ganze Kiwu-Medizin nur der erste, winzige, federleichte Dominostein in der langen Reihe aus Steinen ist. Er kann viel bewirken, aber nur, wenn dazwischen nichts schiefgeht. Und mal ehrlich, wie viel kann da schief gehen? Täglich, stündlich, sekündlich kann irgendeine Zellteilung daneben gehen, und dann wars das.

Irgendwie ist die ganze Kiwu-Medizin Fluch und Segen zugleich. Man hat so viele Möglichkeiten und (vermeintliche) Chancen, aber man übersieht viel zu oft, dass man in einer endlosen Tretmühle feststeckt, aus der man nur mit viel Kraft aussteigen kann.

Ich hatte mich letztens noch mit einer kinderlosen Bekannten unterhalten, die mittlerweile 75 ist. Sie hatte damals in den späten 60ern eine Fehlgeburt und wurde nie wieder schwanger. Aber zum Arzt zu gehen war damals völlig illusorisch, das machte man einfach nicht. Sie meinte zu mir: "Zum Arzt ging man, wenn man krank war. Und Kinderlosigkeit war damals keine Krankheit, das war Schicksal. Das gleiche Schicksal, das einem Gesundheit, einen guten Mann und ein gutes Leben schenkt." Sie kannte keine Quoten, keine Statistiken, keine Chancen. Sie kannte nur Glück - und eben Pech.

Heute ist das natürlich irgendwie naiv und weltfern. Aber ich kann gut nachvollziehen, dass sie diese Grenzen, die das Leben ihr aufzeichnete, besser akzeptieren konnte als wir die heutigen unendlichen Möglichkeiten.

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Hallo.
Ich will dir auch mal antworten und mit meiner Geschichte Mut machen.
Insgesamt hat unsere kinderwunschzeit 5 Jahre gedauert. Was ich lange empfand, aber auch weiß, dass hier viele noch viel länger warten müssen. Wir hatten 4 ICSIs und 3 kryo Versuche. Immer und immer wieder waren die versuche negativ. Alle Freunde bekamen schon das 2. Kind. Immer wieder musste ich hören...wir bekommen ein Baby...irgendwann habe ich nur noch geweint und gesagt, wir werden nie Eltern. Und doch habe ich gesagt ich raffe mich wieder auf. Dann bekamen wir den Tipp nach Tschechien zu gehen. Informiert, lange überlegt, Termin gemacht, 800km Anreise in Kauf genommen. Ich habe gesagt , das machen wir uns wird der allerletzte Versuch. Erstgespräch war so toll, man wird dort so nett behandelt und ja was soll ich sagen, 2 Monate später , Hotel gebucht, los ging es. Wir haben alles etwas anders gemacht, diesmal keine Blastos, sondern Transfer nach 3 Tagen, weil ich gesagt habe, vielleicht ist doch die GB die beste Brutstätte, dann noch Assistet hatching. Nach Transfer auf der Autobahn nach Hause sagte ich zu meinem Mann, ich spüre, wie fahren mit einem Baby nach Hause. Es war so viel liebevoller dort und angenehmer. Was soll ich sagen 2 Wochen später positiv getestet.
Ja und 4 Wochen später sah man 2 fruchthöhlen. Natürlich hatte auch ich dann noch eine schwangerschaftsvergiftung und die 2 sind 28+6 zur Welt gekommen. Aber genauso Kämpfer wie Mama und Papa. Ich bin mega stolz und sie haben sich so gut entwickelt. Mittlerweile 1 1/2, machen viel Blödsinn und man weiß der Kampf hat dich gelohnt. Halte durch, gönn dir passen, geb nicht auf und überlege mal was ganz anders zu machen;)
Liebe Grüße und alles Glück der Welt für euch

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Hallo!
Ich möchte dir auch noch antworten, kann dir aber nicht genau sagen, wie ich diese 7 Jahre hinter mich gebracht habe!🤷‍♀️

Ich brauchte 10 Clomi Zyklen, 2 OPs, 2 IVF, 4 Kryos uns vieles mehr zu unserer tollen Tochter. 😍
Verlor davor unsere Zwillinge und mein Leben fast mit,durch innere Blutungen!

Ich wollte um alles in der Welt Mama werden und auch dieses Glück verspüren, ich denke nur das ließ mich durchhalten!
Nun ist sie 3 Jahre, seit 2 Jahren versuchen wir ein zweites zu bwkomemn.
Wieder 6 Kryos negativ und Untersuchungen ohne Befund!
Jetzt aber merke ich,der Wunsch zum zweiten ist groß,aber ich würde nicht mehr soweit gehen,wie ein 1.Kind!
Nicht weil ich es.mir weniger wünsche, sondern weil mir die Kraft fehlt und weil ich für unsere Tochter gesund sein will und mit ihr die Zeit verbringen will und nicht in der Sch...... Kiwu Klinik!
Meine Priorität ist anders!

Hinfallen ja, aber aufstehen, Krone richten und weoter gehts!
Aufgeben tut man einen Brief, aber nie seine Hoffnung!
Viel Glück, auch du wirst es schaffen!🍀✊🤗😘

LG Aida