Unsere Situation, wie weiter? Vorsicht lang

Guten Morgen,

ich hole mal weit aus weil unsere Vorgeschichte nicht ganz unwichtig ist für die aktuelle Situation.
Wir wussten von Beginn an, dass wir wohl nicht auf natürlichem Wege Eltern werden würden und das bestätigte sich dann auch recht schnell. So entschieden wir uns beide aus absoluter Überzeugung für den Weg der ICSI. Im ersten Versuch wurde ich direkt schwanger allerdings mit einem Windei. Der zweite Versuch klappte und wir bekamen im Jahr 2014 unsere Tochter. Nicht ganz zwei Jahre später gingen wir frohen Mutes an die Behandlung für das zweite Kind. Es hatte schließlich schon mal schnell geklappt. Doch diesmal lief alles anders. In 3 ICSIs und einer Kryo folgten 2 frühe FG und 2 negative Ergebnisse. Daraufhin gab mein Mann auf. Er wollte nicht mehr und diese Entscheidung traf er allen Ernstes einen Tag vor PU! Unsere Ehe wackelte daraufhin gewaltig. Ich akzeptierte seine Entscheidung, konnte später auch seine Not erkennen. Unser KiWuWeg war offiziell beendet. Dafür ging ich sogar kurzzeitig in eine Therapie.
Heute ist unsere Tochter 6 Jahre alt und ich 35 und der Wunsch wieder sehr aktuell nach einem zweiten Kind. Zumindest bei mir. Mein Mann wäre gerne nochmal Vater aber hat nach wie vor eine Abwehrhaltung nochmal den Weg der ICSI zu gehen. Ich weiß nicht ob ich das akzeptieren kann und will. Wir wären Selbstzahler und daher bliebe uns letztlich nur ein Versuch, vielleicht 2.

Kurz zu den Bedenken meines Mannes: es ging mir bei den ICSIs oftmals nicht gut. Überstimulation mit Krankenhausaufenthalt etc. Er sagt das Risiko will er eigentlich nicht wieder eingehen.

Nehme ich es hin? Setze ich mich durch und er lässt mich evtl. wieder hängen. Ich fürchte egal welcher Weg, spurlos wird das nicht an unserer Ehe vorbeigehen...

Danke fürs Lesen

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Guten Morgen!
Habt ihr gemeinsam darüber nachgedacht eine Paartherapie zu machen? Ihr habt beide Sorgen, Ängste aber auch Wünsche. Hieraus können sich Traumata entwickeln. Das kann jemand drittes mit euch gemeinsam gut aufarbeiten.
Das letzte was du willst, ist deinen Mann verlieren. Dann hat eure Tochter geschiedene Eltern und deinen Kinderwunsch kannst du dann sowieso vergessen ohne Partner.
Mein Rat: Sprecht gemeinsam mit jemand professionellem.
Alles Gute!!!

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Guten Morgen 😊
Ich kann mich sehr gut in dich hineinversetzen, wir befinden uns in (so unwahrscheinlich es klingen mag) ziemlich exakt derselben Situation. 🙈 habe ich eine gute Lösung? Nicht wirklich...
mein Mann will an und für sich nun auch kein zweites Kind mehr, hauptsächlich aus Angst, dass mir etwas passiert. Er akzeptiert aber den Kiwu und wir haben vereinbart, dass „ich“ es mit den vorhandenen Eisbärchen versuche. Bisher funktioniert das ganz ok, allerdings habe ich auch keine Ahnung wie es weitergeht, sollte die nächste Kryo auch scheitern. Wenn du magst, können wir uns ja per PN austauschen... 😊 Glg und euch beiden alles Gute 🍀

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Danke. Irgendwie gibt es doch immer jemand der die eigene verfahrene Lage nachvollziehen kann 😉

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Ich finde, alleine schon zu wissen dass man nicht alleine ist und jemanden zum austauschen zu haben ist ein riesen Unterschied! 🥰 also wenn du magst kannst du dich jederzeit sehr sehr gerne melden 😊

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Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Wir haben einen wundervollen 5-Jährigen zu Hause, mit dem Geschwisterchen will es aber nicht klappen (9 Transfers ohne den Hauch einer Einnistung). Vor einem Jahr kam mein Mann von einer Dienstreise nach Hause und teilte mit, er möchte die KiWu-Reise beenden. Das war ein ziemlicher Schlag ins Gesicht und ich fand ihn in dem Moment sehr egoistisch. Später habe ich allerdings verstanden, dass er sich Sorgen um mich gemacht hat - es ging mir körperlich und emotional sehr schlecht bei den Versuchen. Wir haben uns dann irgendwie doch noch auf einen Frischversuch inkl. Kryo geeinigt - bei den Versuchen habe ich dann auch anders wahrgenommen, wie schlecht es mir wirklich ging.

Was war letzendlich: Nach dem letzten Kryo in der alten Klinik hat mein Mann vorgeschlagen, doch noch zu unserem alten Doc von damals zu wechseln (Entfernung 320 km). Haben wir auch gemacht und siehe da: Es ging mir sowohl körperlich als auch emotional tausend Mal besser (körperlich besser, weil auf vieles geachtet wurde, was in der alten Klinik nicht richtig beachtet wurde. Emotional besser, weil der Doc eine ganz andere, bessere, intensivere Betreuung sicherstellt). Das hatten wir auch erwartet, daher sind wir dahin gewechselt. Das sollte eigentlich unser letzter Versuch sein und nun möchte mein Mann aber sogar weitermachen - weil er gesehen hat, dass es mir viel besser geht. Was will ich damit sagen: Vielleicht nochmal die Klinik wechseln oder mit deinem Mann darüber sprechen? Wenn ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen euch beiden und dem Arzt vorliegt, fällt es in der Regel allen einfacher.

Auf keinen Fall würde ich nun etwas überstürzt machen bzw. eine Behandlung anfangen, wenn dein Mann nicht zu 100% dahinter steht - das kann nur schief gehen. So zumindest meine Meinung. Ich denke, ihr müsst viel über das Thema sprechen - so lösen sich die meisten Probleme und ihr bekommt es hin, einen gemeinsamen Weg zu finden, den ihr beide mittragen könnt.

Ich wünsche euch vom Herzen alles Gute!

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Ich bzw. wir haben unserem Arzt absolut vertraut. Insofern gäbe es keinen Grund für einen Wechsel.

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Puuh heftig, einen Tag vor Punktion? Hast Du wenigstens Deine Eizellen einfrieren lassen?

Ich glaub, ich wäre ausgeflippt, man stopft sich mit Hormonen voll und dann als die Punktion bevorsteht, macht er nicht mehr mit
Ich weiß nicht, ob es da bei mir noch die Beziehung geben würde, ich würde das als extremen Verrat empfinden und Vertrauensbruch.

Wenn Kinderwunsch nicht beidseitig ist, wird es immer schwierig, da gibt es nur zwei Lösungen Du verzichtest und die Ehe geht irgendwann kaputt oder Du nimmst einen Samenspender und damit wird die Ehe vermutlich auch kaputt gehen.
Verzeih, wenn ich da so ehrlich und direkt bin, aber beim Thema Kinderwunsch sind bei mir und auch im Bekanntenkreis viele Beziehungen gescheitert, es gibt halt keinen Kompromiss.

Eventuell Option 3: Eizellenspende, dann bleiben Dir die Hormone erspart.

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Nein, der Eisprung wurde damals ausgelöst aber keine Punktion durchgeführt. Ich war wohl auch nicht geistesgegenwärtig genug darüber nachzudenken nur die Eizellen einfrieren zu lassen. Ich empfand es ebenfalls als eine Art Verrat aber mit etwas Abstand gelang es mir mich in seine Sicht der Dinge hineinzuversetzen. Ich war damals so tief im KiWuKarussell, dass ich ihn aus den Augen verloren hatte. Das musste ich mir eingestehen.

Eine Eizellspende wäre prinzipiell für mich in Ordnung aber da es in Deutschland nicht möglich ist, mit zu viel logistischem Aufwand verbunden.

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Ich hatte auch schon 7 Embryo Transfer s und nie irgendeine einnistung. Mein Doc hat eine Embryo-Spende vorgeschlagen. Anscheinend ist das legal.?

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Wäre eine Icsi naturelle eine Option für euch? Ist viel günstiger, und keine Hormone /, Überstimulation... Kannst dich ja mal informieren. Bei uns hat diese Methode geklappt.