Finanzamt lehnt Kosten Kiwu bei nicht zusammenlebendem Paar ab. Suche Gleichgesinnte

Hallo,
Achtung lang...
Wer ist in einer ähnlichen Situation wie ich und hat hat positive oder negative Erfahrungen mit dem Finanzamt gemacht? Zur Info:

Ich bin in Dänemark in Kiwu-Behandlung, mittlerweile 42 und lebe nicht mit meinem (langjährigen) Partner zusammen. Wir sind krankheitsbedingt auf Spendersamen angewiesen.
Normalerweise kann man die Kiwu-Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Mein Finanzamt (Hessen) schikaniert mich leider und lässt sich immer anderes einfallen:

1. Ablehnung ohne Begründung!
Dann wurde der Nachweis für die medizinische Notwendigkeit gefordert.
Als diese vorlag, hieß es, ich wäre ja Single und hätte keinen Partner. Jetzt, wo ich das widerlegen konnte, wird der Nachweis gefordert, dass die Behandlung in Übereinstimmung mit dem deutschen Emryonenschutzgesetzt erfolgt(e).
Und auch wenn ich das nachweise, wird nur meinem Widerspruch stattgegeben und auf die Bestätigung des Münsterer Urteils (?) gewartet. Ich werde also hingehalten...Kennt jemand solche Schwierigkeiten mit dem Finanzamt?
Vielen Dank, gerne auch per PN

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Ich hatte im Mai ähnliche Probleme. Meinen Post von damals findest du hier:

https://m.urbia.de/forum/50-fortgeschrittener-kinderwunsch/5410022-aerger-mit-dem-finanzamt?page=2&pp=38334034#p-38334134

Bei mir wurde auch zweimal nachgefragt. Nachdem ich allerdings alles eingereicht hatte, problemlos berücksichtigt.

Im Zweifelsfall nützt vielleicht auch schon ein Schreiben vom Anwalt.

Liebe Grüße

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Vielleicht ist auch das Problem, dass es nicht deine "Krankheit" ist? Spendersamen lasst ja darauf schließen, dass dein Partner der "Verursacher" ist. Als Außergewöhnliche Belastung kann man ja nur einreichen, was der eigenen Krankheitsbehandlung dient. Bei Verheirateten ist es insofern ja egal, als da ass sie gemeinsam berücksichtigt werden (ist natürlich super unfair aber das kann man in deiner jetzigen Situation ja leider nicht ändern...)
Drücke dir bzw euch die Daumen!

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Das war die erste Begründung. Ich hab aber auch diverse Baustellen, die eine IVF rechtfertigen... dann kam das Thema „kein Partner“. Was ich auch widerlegen konnte...

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Genau so ist es und steht auch in den Anwendungsschreiben zum EStG.
Die Meinung ist auch höchstrichterlich bestätigt:

Der hat BFH entschieden, dass Aufwendungen für eine künstliche Befruchtung einer Frau - unabhängig vom Familienstand der Frau - als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG zu berücksichtigen sind, wenn die künstliche Befruchtung zur Überwindung einer krankheitsbedingten Empfängnisunfähigkeit der Frau medizinisch erforderlich ist (BFH Urteil vom 05.10.2017 - VI R 47/15). Dies gilt auch bei einer krankheitsbedingten Sterilität des Mannes (BFH Urteil vom 16.12.2010 - VI R 43/10). In beiden Fällen ist Kinderlosigkeit Folge einer Krankheit (Sterilität eines Partners), sodass die Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung als Heilbehandlungskosten zu berücksichtigen sind. Es handelt sich um eine medizinische Leistung zur Beseitigung oder Milderung von Krankheitsfolgen (Kinderlosigkeit).

Der BFH geht aber in jedem Fall von Ehepaares aus.
Tut mir Leid für dich liebe TE, aber (ohne deinen Einzelfall zu kennen) scheint es rechtlich in Ordnung 🤷🏼‍♀️

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Mir wurden als Single alle kompletten Kosten im Ausland (auch Dänemark und Spanien) angerechnet inklusive Reisekosten, Spendersamen und Behandlung und das nicht nur einmal und ohne eine Nachfrage. Gibt es keine Urteile dazu? Ansonsten Anwalt einschalten, die Kosten sind ja nicht unerheblich.

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Doch, aber ist leider nicht bindend, da im anderen Bundesland. Ich halte es für reine Schikane, da es bis jetzt drei unterschiedliche Begründungen waren, aber nichts schriftlich/offiziell...

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Steuerrecht ist aber meiner Meinung nach Deutschlandweit gleich und definitiv kann man es als aussergewöhnliche Belastung absetzen.
Ich würde da gar nicht rumhampeln, Anwalt ein Schreiben aufsetzen lassen und dann hast Du Ruhe. Hat Münster nicht gerade er geurteilt im Juni, dass auch Singelfrauen diese Kostenabsetzen können, egal ob Partner oder nicht und auch Ü40 ist kein Hindernis.

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Ich persönlich denke Du hast da einen ganz peniblen Finanzbeamten erwischt.
Das Münster Urteil könnte sich theoretisch durch die Revision noch ewig ziehen.

Ich wüsste nicht, wo man bei einer Kinderwunschbehandlung einen gemeinsamen Wohnsitz haben müsste.

Dein Partner hat ja sicherlich in Dänemark mit unterschrieben oder? Das würde ich mit einreichen und dann vielleicht noch in kurzen Worten eure Geschichte, wie lange zusammen etc. Wenn es weiterhin nicht fruchtet, würde ich einen Anwalt aufsuchen.

Aus welchem Bundesland kommst Du?

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Ich komme aus Hessen.
In Dänemark muss kein Partner unterschreiben, da haben Singlefrauen die gleichen Rechte wie (verheiratete) Paare. Ich denke es sind alles Ausreden: Welcher Mann würde sich denn für den Kinderwunsch einer Fremden oder flüchtigen Bekannten die Hoden aufschneiden und Teile entnehmen lassen??? Ich habe nach wie vor nichts schriftliches, keine offizielle Ablehnung o.ä. was mich schon sehr verwundert...