Embryonen-Spende

Hallo,

bald startet unser dritter und (aus Geldmangel) auch unser letzter Versuch.
Da wir ein lesbisches Paar sind, sind wir gezwungener Maßen ja komplette Selbstzahler und haben schon eine mittlere 5-stellige Summe für den KiWu ausgegeben.

Es wird körperlich nichts Richtiges bei mir gefunden, nur verlängerte Zyklen, aber kein PCO, evtl. könnte ich noch was abnehmen (72kg, 1,68 m ) aber sonst scheint alles okay zu sein, Sperma von der Samenbank ist ja eh top.

Wir haben uns von vornerein bzw. eher ich auch Alternativen überlebt, vor allem die Adoption und auch die Pflegschaft.
Da aber ein bekanntes lesbisches Paar hat jetzt über die Pflegschaft berichtet und das schreckt mich schon ganz schön ab: die leibliche Mutter behält trotz totaler Erziehungsunfähigkeit (im Gutachten bestätigt) die vollen "Rechte" an dem Kind d.h. bei Auslandsurlauben usw. muss sie zustimmen.
Bei der Adoption hatte ich bei der ersten Beratung das Gefühl man dürfte eigentlich NIE mehr arbeiten, das kommt für uns aber auch nicht in Frage.

Vor ein paar Tagen habe ich dann über ein lesbisches Paar gelesen das einen Embryo (Blasto) gespendet bekommen hat und das fande ich eine super schöne Idee#verliebt

Mir war es nie so wichtig meine eigenen Gene weiterzugeben, mir geht es eher um das Begleiten des Kindes, zumal bei einem lesbischen Paar ja immer einer nicht genetisch am Kind "beteiligt" ist.
So hätten wir beide die gleichen Ausgangspositionen, meine Frau müsste ja so oder so adoptieren.

Ich habe mich gestern schonmal beim Netzwerk Embryonenspende umgeschaut aber hätte noch ein paar Fragen:
Läuft die Spende anonym oder kann das Kind seine Urspungsfamilie kennenlernen? Ich fände es total schon die biologische Mutter zu treffen und für sie wäre es schön zu wissen wo ihre Blasto hingegangen ist.
Hat jemand von euch schonmal Blastos gespendet? Wie fühlt ihr euch, was hat euch dazu bewegt?
Ist jemand durch Embryonenspende schwanger geworden? Was muss man alles zur Vorbereitung an Medis nehmen?
Wie lange ist die Wartezeit auf eine Blasto in Deutschland?

Danke und liebe Grüße,

Strawberry

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Hi Strawberry,

schöne Idee, eine Embryonenspende annehmen zu wollen. Wenn ich irgendwann mal Blastos übrig haben sollte würde ich die auch spenden wollen, aber in Deutschland ist weder das Spenden noch das Annehmen nicht möglich soweit ich weiß. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege...

Zu der Adoption und Pflegschaft. Letzteres ist wirklich hart, wenn die leiblichen Eltern immer Mitreden dürfen, aber bei Adoption muss man doch nicht zwingend auf seinen Job verzichten?! Lesbisch oder hetero... Wenn man ein Baby adoptiert, muss man wahrscheinlich erst mal in Elternzeit und wahrscheinlich wäre es vom Jugendamt her wünschenswert, so viel Zeit wie möglich für das Kind zu haben, aber ohne Job?! irgendwie muss man die Familie auf ernähren. Und das Kind muss ja auch mal in die Kita/Schule etc.

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Hallo,

doch es ist tatsächlich möglich in Deutschland Embryonen zu adoptieren. Es gibt dafür extra ein Netzwerk mit Warteliste und man wird auch als lesbisches verheiratetes Paar aufgenommen. (www.netzwerk-embryonenspende.de )

Die Frau vom Jugendamt fand es nicht "so gut" das wir und die EZ teilen wollen, also konkret jeder will 2-3 Tage die Woche arbeiten gehen und ab 2 dann in die Kita.
Die Kinder kommen halt schon oft mit verstecken Verhaltenauffälligkeiten auf die Welt (gerade FAS) und brauchen dann mehr Betreuung.
Aber niemand von uns beiden möchte 2-3 Jahre komplett ausscheiden.

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Verstehe dich/euch komplett!!! Klar braucht ein Kind mehr Aufmerksamkeit, wenn es Auffälligkeiten zeigt, aber ihm die Krippe und andere Kinder vorzuenthalten und wenn eh die ersten 2 Jahre eine der Mütter zu Hause ist... Naja die werden schon ihre Gründe haben...schade nur für die Kinder, die aus solchen Gründen nicht vermittelt werden.

Interessant, dass das in Deutschland geht. Toll, dass es das geht. Ich drück euch die Daumen!!!

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Hey :)

Erst mal: toll, dass ihr so offen seid für viele Alternativen...

Meines Wissens nach ist es in Deutschland so, dass ihr als Eltern die Spendereltern nicht kennen lernen könnt weil es sozusagen anonym ist. Aber euer dann daraus entstandenes Kind darf ab 11(12?) den Namen erfahren. Bin mir nicht sicher ob das auch bei Spenderembryonen zutrifft aber denke da ist es ähnlich.

Wir können uns auch gut vorstellen, ggf. "übrige" Embryonen zu spenden.
Ist ja bekloppt, die "verfallen" zu lassen (schon allein ein richtiges Wort hierfür zu finden fällt mir schwer). Fast alle Argumente sprechen für uns dafür. Die zwei großen Fragen dagegen: was, wenn viel später doch nochmal ein Kinderwunsch kommt, mit dem wir nicht gerechnet haben? Bereuen wir es dann evtl? Und: was ist wenn sich unser Kind und das Geschwister treffen (und vielleicht sogar verlieben oder so) die Wahrscheinlichkeit ist gering ich weiß, aber nicht ausgeschlossen. Sie wissen ja nichts davon...

Ihr habt euch auch darüber bestimmt schon Gedanken gemacht und ich möchte keinem zu nahe treten: habt ihr überlegt zu tauschen? Also das deine Partnerin schwanger wird? Hat bei einem befreundeten lesbischen Paar nach jahrelang negativen Versuchen auf Anhieb geklappt. Hat auch viel Zeit gebraucht, weil sie es sich eigentlich nie vorstellen konnte. Aber jetzt sind alle damit sehr glücklich ;)

Viel Erfolg auf jeden Fall - egal auf welchem Weg 🍀

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Hallo,

danke für deine Antwort.
Ja das hatten wir überlegt, die ROPA-Methode, aber meine Frau ist 6 Jahre älter als ich und hat PCO (nur einmal im Jahr ihre Periode) da müssten wir schon ganz schön stimulieren um EZ rauszubekommen. Ich werde es nochmal ansprechen, aber sie will eher nicht wegen dem ganzen Procedere (und Geld, kostet etwa 7000-8000 Euro)

Wir warten jetzt ab was die letzte IVF bringt, ich finde das mit dem anonym leider schade, ich würde lieber "offener" damit umgehen.

Liebe Grüße

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Schön, dass ihr für alles offen seid.

Mein Mann meinte auch schon mal so beiläufig, wenn es halt nicht klappt, adoptieren wir eben... Aber wenn man sich da so einliest, vergehts einem ja echt 😕

Adoption ist ja die volle Katastrophe. Seelenstriptease pur. Hab die Bedingungen mal durchgelesen. Da wär mein Mann nach dem ersten Termin raus.

Bei Bekannten will die Frau (Ausländerin) mit ihrem deutschen Mann ihr eigenes Enkelkind aus dem Ausland adoptieren, weil die Mama abgehauen und der Papa überfordert ist... Frag nicht. Katastrophe. Sie schaffen es seit Jahren nicht, das Kind herzuholen. Und das, obwohl sie die nächste verfügbare Verwandte des Kindes ist. 🤦‍♀️

Und Pflegekind. Tja. Das kriegst du regelrecht hinterhergeworfen, seit Corona sowieso. Bei uns suchen sie seit Corona wöchentlich im Amtsblatt nach Pflegefamilien...

Aber die biologischen Eltern haben eben immer Vorrang, selbst wenn sie mehrfach bewiesen haben, dass sie es nicht können / wollen...

Und man gedenkt auch nicht, das besser zu machen, erst heute gelesen:
https://www.tagesspiegel.de/politik/katastrophe-fuer-die-kinder-gesetzentwurf-des-familienministeriums-entsetzt-fachleute/26639396.html


Sollte ich je in die Situation kommen, würde ich sehr gerne spenden... Ich denke aber nicht, dass mein Mann da mitmachen würde, und es gehören ja immer zwei dazu. Für mich selbst ist es in dem Stadium einfach ein Zellhaufen, wenn ich jemanden damit sehr glücklich machen kann, warum denn nicht? 😉

Auf das Netzwerk Embryonenspende wurdest du hier ja schon verwiesen 😊 In den Häufig gestellten Fragen gibt es auch die Infos zu Anonymität. Da steht, das Kind darf seine biologischen Eltern erfragen und kennenlernen, die notwendigen Daten werden 100 Jahre lang aufbewahrt. Heißt, wenn ihr es eurem Kind sagt, dass es eine adoptierter Embryo war, und es selbst das will, kann es Kontakt aufnehmen 😊

Da stehen sogar auch Preise drin mit allem drum und dran.

Zu den Medis... Es ist ja im Prinzip ein ganz normaler Kryo-Versuch, nur mit fremder Blastozyste.

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Wenn du gesund bist, könnt ihr euch, bzw. du nicht einen Mann suchen mit dem es klappen könnte? Quasi wie eine Affäre. Wenn ihr regelmäßig Sex habt dann klappt es bestimmt schnell mit dem schwanger werden, und kostet auch nichts 🤷‍♀️.

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Was ist das denn für ein Vorschlag??? Würdest du einem Heteropaar (bei denen das Problem
beim Mann liegt) auch vorschlagen, dass sich die Frau doch einfach einen anderen Mann als Affäre sucht und einfach mal etwas Sex hat bis es klappt, weil ist ja günstiger??? Ist ja schon unverschämt!

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Vermutlich ja. Sie würde das auch einem Hetero-Paar vorschlagen. Oder ihr Standardsatz "wenn die Natur es nicht will, bekommst du eben keine Kinder" (oder ähnlicher Wortlaut).

Die Dame schneit hier hin und wieder vorbei und streut ihre Weisheiten.

Wir sollten auch alle lieber adoptieren als uns helfen zu lassen, gibt ja genug bedürftige Kinder auf der Welt.

Sie kann das auch prima einschätzen, mit ihren vier Kindern. Ich meine, sie arbeitet sogar irgendwas mit Säuglingen... Frühchenstation oder sowas. Machts irgendwie nicht besser.

Freu mich immer wieder, hier von ihr zu lesen. Nicht.

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Hi,

ich kann dir berichten, was mir das Netzwerk Embryonenspende zur Situation der Spender gesagt hat. Wir überlegen, unsere "übrige" Blasto zu spenden - wir haben einen gesunden Sohn, ich bin inzwischen über 40, war davor 4x schwanger ohne glückliches Ende und auch die 5. Schwangerschaft war schrecklich kompliziert ...auf gut Deutsch, ich mag nicht mehr, und wir fühlen uns komplett. Noch sind wir emotional nicht so weit, insbesondere ob mein Mann je zustimmen wird, weiß ich nicht, trotzdem habe ich mich da mal informiert. Denn verwerfen finde ich auch schrecklich.

Wir dürften, wenn wir das wollten, im Falle einer Spende erfahren, ob ein Kind zur Welt gekommen ist. Nicht das Geschlecht, nicht ob gesund, nicht wo, wann oder bei wem, nur DASS.
Wir müssten beim Notar unsere Namen hinterlegen, dort würde auch geregelt, dass wir alle Ansprüche, Rechte und Pflichten abgeben (Erbe, Unterhalt etc pp, wie bei einer Adoption). Die Kosten trägt das Empfängerpaar.
Wenn das Kind volljährig ist, hat es Anspruch darauf, das alles einzusehen und wenn es möchte, auch Kontakt aufzunehmen, andersrum geht nicht. Trotzdem wurde empfohlen, unserem Sohn frühzeitig zu erklären, dass er ein 100% genetisches Geschwister hat - damit er nicht mit 18 das Gefühl hat, wir hätten ihn jahrelang belogen. Gleiches gilt für das aus der Spende entstandene Kind. So soll auch dem Problem begegnet werden, dass die beiden sich womöglich treffen und verlieben.

Konkrete Erfahrungen kann ich dir leider nicht berichten - ich war auch schon auf der Suche, habe aber noch nicht wirklich jemanden gefunden, der mir insbesondere über die Spender-Seite etwas erzählen konnte.

Bei uns war der Weg übrigens umgekehrt - wir hatten uns schon vom genetisch UND biologisch eigenen Kind verabschiedet und waren als Pflegeeltern registriert, als es doch noch gut ging.

So oder so wünsche ich euch viel Glück für euren weiteren Weg! 🍀🍀🍀

Liebe Grüße
Marie mit 🧒 an der Hand und ⭐⭐⭐&⭐💙

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Hallo,

danke für deine Antwort.

Es ist schön auch was von einer potentiellen Spenderin zu hören.
Ich wäre eigentlich auch für eine absolut offene Spende.
Ich glaube als lesbisches Paar geht man viel offener mit der KiWU Geschichte um (gezwungenermaßen)
Ich würde unserem Kind so früh wie möglich und so kindgerecht wie möglich die Wahrheit erklären.
Und ich würde auch versuchen die Spenderin und den Spender früher zu treffen.

Ich hatte in den NL auch meine EZ spenden können (wenn wir dahin gegangen wären) und ich hätte es sofort gemacht. Ich sehe es so: wer eine Embryonenspende oder EZS in Betracht zieht hat meistens vorher ALLES versucht und in der Regel auch viel Geld ausgegeben.
Deshalb hätte ich keine Angst vor einfach gesagt "Assi-Eltern"
Glg