Entscheidungen treffen IVF

Hallo,
Wir stehen vor der ersten IVF. Nun hat die Ärztin uns aufgeklärt, dass wir mehrere Entscheidungen treffen können:
- Die befruchteten Eizellen 3 oder 5 Tage "züchten" lassen vor dem Transfer
- 1 oder 2 befruchtet Eizellen zurück bekommen mit allen Vor- und Nachteilen
- wenn mehrere gute Eizellen entnommen werden können, diese einfrieren lassen

Wie seit ihr zu eurer Entscheidungen gekommen? Uns fällt es sehr schwer, woher weiß man was richtig ist?
Mal ganz abgesehen von den Kosten, die die KK nicht zahlt.
Bin ratlos und freue mich über eure Gedanken dazu.
Vielen lieben Dank!.

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Hallo,

die Entscheidung liegt ganz bei euch...

Da ich einen schlechten AMH habe konnten immer nur 3 bis 5 Follikel bei mir gewonnen werden. Davon waren 3 bis 4 EZ gewonnen worden und haben nie was zum einfrieren gehabt. Mein rechter El ist undurchlässig und der rechte El ist gestört, deshalb die IVF.

Wir haben immer 2 EZ (mehr war nie übrig) zurück genommen. Wir haben bei der 2. und 3. IVF Embryo Glue und Assisted Hatching dazu genommen und ich wird jedes mal schwanger. Uns war es egal ob es Zwillinge oder Drillinge werden.

Aktuell bin ich in der 36. SSW schwanger und habe dieses mal in der 9. SSW ein Zwilling verloren. Leider!

Jetzt werden viele mit Statistiken kommen mit Mehrzeller oder Blastos. Ich habe nur positive Erfahrungen mit Mehrzeller an PU+3 gemacht und mit Blastos habe ich MA gehabt. Jeder muss für sich selber ents ehiden was besser ist und vorallem was der Grund der Kinderlosigkeit ist. Lass dich da bitte nicht beirren.

Für die Zukunft wünsche icg euch alles Gute.

LG

Annett1986 mit 7 🌟 im 💖 und Bauchzwerg 26. SSW inside

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Zur Frage 1: Die Klinik hat gemeint bei guter Ausbeute setzen sie erstmal auf Blastos und sonst frühere Transfers. Das wurde bei uns erst während der Behandlung entschieden, hing auch davon ab wie sie sich weiter entwickeln. Wir hatten dann 16 Eizelle, Hälfte war unreif. 5 haben sich befruchten lassen und sind in die Blastokultur gegangen.

Zur Frage 2 hänge ich dir hier mal die Empfehlungen der österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie an wie viele Embryonen maximal transferiert werden sollten.

Erklärungstext dazu findest du hier: https://www.oegrm.at/news.php?n=19

Uns hat die Klinik damals dementsprechend gesagt, dass sie bei uns nur einen Single Embryonen Transfer machen. Im ersten Ultraschall gabs dann die große Überraschung - eineiige Zwillinge. Die Chancen dafür sind wohl bei der IVF, gerade bei Blastotransfer, höher als im normalen Zyklus (2% statt 0,5%). Der Trend scheint steigend zu sein. Angeblich weil häufiger Blastos transferiert werden und die Labore immer besser werden. Wir freuen uns natürlich sehr auf unsere Mädels, aber durch die vielen Kontrollen und möglichen Komplikationen ist die Schwangerschaft auch deutlich "aufregender" als sie das vermutlich mit einem wäre. Gerade nach der langen Kinderwunschzeit hätte es jetzt auch ruhig ein bisschen unspektakulärer weiter laufen dürfen ;-)

Zur Frage 3: Wir haben alles was gut genug war Eingefroren, weil wir möglichst selten Stimulieren und Punktieren wollten.

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Hallo,

das müsst ihr ganz für euch selbst entscheiden und kommt auf eure Prioritäten an...

Wären Zwillinge auch gerne willkommen, oder wollt ihr das Mehrlingsrisiko so gering wie möglich halten? Je nachdem könnt ihr "nur" einen oder auch zwei Embryonen transferieren lassen. (Das Risiko eineiiger Mehrlinge kann natürlich nicht beeinflusst werden.)

Außerdem kommt es auch darauf an, wie viele befruchtete Eizellen ihr haben werdet...denn wenn z. B. nur ein Embryo übrig bleibt, stellt sich die Frage nach einer Blasto-Kultur gar nicht mehr - da macht man den Transfer dann so schnell wie möglich.

Bei uns war es so, dass wir alles ausschöpfen wollten, was die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhöht.
Wir hatten 2 ICSI und entschieden uns jedes Mal für den Transfer von zwei Blastozysten.
Beide Male wurde ich schwanger... Das erste Mal leider ein MA. Das zweite Mal klappte es, und wir bekamen eine Tochter.

Zum damaligen Zeitpunkt, hätten wir aber auch mit Zwillingen kein Problem gehabt - wir hätten uns gefreut. (Man muss aber auch wissen, dass aus zwei Embryonen auch Drillinge oder Vierlinge werden können, wenn sie sich nochmal teilen...ist zwar selten, kommt aber vor.)

Thema Einfrieren: Ich würde befruchtete Eizellen, die übrig bleiben, IMMER einfrieren lassen.
Falls es dieses Mal nicht klappt, seid ihr froh, wenn ihr noch ein paar "Eisbärchen" für weitere Versuche habt. Sonst müsst ihr wieder ganz von vorne beginnen...
Wir hatten leider nie Eizellen übrig, da hatte sich das Thema dann auch erledigt.

Alles Gute für euch!#klee

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Ach ja, und mein persönlichen Tipps wären:

Blastokultur:
Ja, wenn genug Eizellen befruchtet wurden.
(Da es -statistisch- die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhöht.)

Einfrieren:
Auf jeden Fall!
(Sonst muss man für erneute Versuche neu stimulieren, punktieren etc., das tut weder deinem Körper gut, noch eurem Geldbeutel.)

Embryonen-Anzahl beim Transfer:
Wenn du dir Mehrlinge zutraust: 2 Embryonen
Wenn du das Risiko so gering wie möglich halten willst: 1 Embryo

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Vor diesen Entscheidungen stehen wir auch, da wir im April in die 1. IVF gehen.

Wir haben uns ohne Diskussion für den SET entschieden. Wir hätten natürlich kein Problem mit Zwillingen, im Gegenteil. Bei einem DET muss man aber immer einkalkulieren, dass es nicht nur Zwillinge, sondern sogar auch Drillinge oder mehr, werden können. Weiterhin sind die meisten Mehrlingsschwangerschaften echt kein Zuckerschlecken und wir möchten diese besondere Zeit genießen können.
Weiterhin geht man davon aus, dass die Embryonen sich auch gegenseitig bei der Einnistung behindern können und dass beide abgestoßen werden, wenn es nur eins nicht schafft, weil der Körper dann auf Abstoßen eingestellt ist. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht. Aber die Chance auf eine Schwangerschaft mit einem DET und nur minimal höher als bei einem SET.

Wir würden immer so viele befruchtete Eizellen wie möglich in die Blasto-Kultur schicken lassen. Wir sind davon überzeugt, dass die, die es nicht zur Blasto schaffen, es auch im Körper nicht zur Blasto schaffen würden. Je nachdem, wie viele Eizellen gewonnen werden können, würden wir "den Rest" an Tag 3 einfrieren lassen.
Das Einfrieren versteht sich von selbst. Man weiß nie, wie schnell es funktioniert, und wie viele Eizellen bei einer weiteren PU gewonnen werden können. Außerdem möchte man eine PU-Stimulation ja auch vermeiden. Das ist ja jetzt auch kein Rummel-Besuch ;-)

Dass ihr Selbstzahler seid, ist natürlich eine enorme finanzielle Belastung. Aber gerade dann würde ich ja danach schauen, den 1. Versuch so gut wie möglich für weitere Kryo-Möglichkeiten abzusichern. Auch zwecks Zusatzleistungen wie Calcium-Ionophor, etc., die gar nicht so teuer sind im Gesamtverhältnis.

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PS: Und auch bei einem SET können es Zwillinge werden. Vor allem beim TF von Blastos ist das nicht ungewöhnlich und die Chance ist höher als beim natürlichen Versuch (2% zu 0,5%) ;-)

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Hey:) ich stelle mir all diese Fragen auch. Ich habe der KiWu Praxis mitgeteilt, dass ich entgegen deren Empfehlung doch lieber 2 befruchtete Eizellen an Tag 3 zurück nehmen möchte (bin 28/schlechter amh wert/Eileiter dicht). Daraufhin meinte die Ärztin das wird im Laufe der IVF entschieden, also kommt es wohl auf verschiedene Faktoren die noch nicht absehbar sind an. Jedenfalls würde ich gerne bei dieser Entscheidung bleiben.
Das mit der Kryo habe ich noch nicht so ganz verstanden, deshalb möchte ich auch aktuell eigentlich nichts einfrieren lassen. Was passiert denn wenn man schwanger wird und die Eizellen doch nicht mehr braucht, das wurde mich noch nicht erklärt.

LG🌸

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Bei Einfrieren gibt es gar nichts zu überlegen, immer alles einfrieren, was geht! Es ist eine zusätzliche Chance und für den Körper viel schonender als ein Frischversuch.

Wenn es beim ersten Mal nicht geklappt und ihr habt Eizellen verworfen, ärgert ihr euch sehr!

Ich bin auch für Blastos, zumindest wenn dafür genug Eizellen vorhanden sind (mindestens 4). So können die besten ausgewählt werden.

Vernünftiger ist es, jeweils nur 1 Eizelle zurückzunehmen. Ich habe trotzdem mehrfach 2 genommen, weil es sich richtiger anfühlt für mich. Müsst ihr wissen, ob erhöhtes Risiko für Mehrlinge für euch tragbar ist oder nicht.

Viel Glück 🍀

LG Luthien mit ⭐⭐

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Hallo,
ich denke da muss man wirklich für sich den richtigen Weg finden. Was ich definitiv machen würde, wäre überzählige befruchtete Eizellen kryokonservieren. Man weiß nie, wie schnell es klappt, eine Kryo ist schonender für den Körper und selbst wenn man zügig schwanger wird, wer weiß wie es in 2-3 Jahren aussieht, falls der Wunsch nach einem weiteren Kind aufkommt. 🙂
Wir haben zuerst einmal Transfers an Tag 3 probiert mit 2 Embryonen. Einfach um die Embryonen nicht „umbetten“ zu müssen, das kam uns erst mal natürlicher vor. Später haben wir dann eine Blastozyste transferieren lassen. Bei gut entwickelten Blastos wäre mir das Risiko für Drillinge zu hoch gewesen und letztendlich sind halt auch Zwillingsschwangerschaften mit höheren Risiken verbunden. Aber wir haben das ehrlich gesagt immer aus dem Bauch heraus entschieden, ich denke ihr werdet da schon euren persönlichen Weg finden! 🙂 Ihr müsst ja auch erst mal nur für diesen Versuch entscheiden, wenn es nicht klappt, könntet ihr beim nächsten Versuch ja alles anders machen.
Liebe Grüße

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Huhu,

ich habe meine erste IVF hinter mir, leider negativ.

In meinem Kiwu-Zentrum wird die Blastokultur bei 5 EZ empfohlen, da sie davon ausgehen, dass es ca. 1 von 5 zur Blasto schafft. Wie Schnatti bin auch ich der Meinung, dass es die EZ, die im Labor stehen bleiben, auch in der GM nicht geschafft hätten. In meinem Fall kamen die EZ in der Blastokultur von Anfang an ins Embryoscope Plus und wurden in time lapse beobachtet, so dass auch kleinste Fehler in der Zellteilung beobachtet werden konnten

Ich entschied mich für einen SET, um übrige Blastos einfrieren zu können und dadurch mehr (Kryo-)Versuche zu haben. Blastos wachen nach dem Einfrieren in den allermeisten Fällen wieder auf.

Wie hier schon mehrfach geschrieben wurde, steigen die Chancen bei DET nur um ca. 2 - 3 %, während du bei jedem weiteren Versuch die ganzen 30 % oder mehr nutzen kannst.

Wenn möglich, würde ich möglichst einzeln Einfrieren lassen. Bei mir entwickelten sich 3 von 6 EZ zur Blasto und ich nahm eine schlüpfende zurück. Die anderen beiden musste ich leider zusammen einfrieren lassen. Daher werde ich bei der 1. Kryo vermutlich einen DET haben, aber ist halt dann so😉.

Ich wünsche dir für deinen 1. Versuch viel Erfolg!!!🍀