Mehrzeller/Blasto - neutrale Gegenüberstellung?

Hallo,

Am Montag haben mein Mann und ich das Finale Gespräch in der KiWu Klinik, bei dem wir auch den Behandlungsplan bekommen. Anfang Juni soll die Stimulation beginnen. Es wird eine ICSI mit eingefrorenem Sperma. Voraussetzungen sind perfekt. Machen die Behandlung nur aufgrund der Krebserkrankung meines Mannes.

Bei uns steht noch die Frage im Raum, ob wir auf Mehrzeller oder Blastos gehen wollen. Mein Mann hat hat hat sich bisher wenig bis gar nicht mit der Thematik beschäftigt und sich nur meine "laut ausgesprochenen Gedanken" angehört.

Kennt jemand von euch vielleicht eine gute Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen, die ich ihm zeigen kann, um die Entscheidung gemeinsam zu treffen? Am besten eine neutrale, die einem nicht unbedingt die Blastokultur als Zusatzleistung verkaufen will?

Danke schonmal und liebe Grüße 🙂

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Die Frage kommt öfter. schau doch du mal per Suchfunktion nach den jeweiligen Posts.

Ich persönlich würde immer wieder auf Balstos gehen. Ab dem 3. Tag mischt erst das Spermium bei der Entwicklung richtig mit. Das heißt, wenn deine Eizelle top Qualität und das Spermium schlechte Qualität hat, entwickelt sich der Zeller bis Tag 3 in A-Qualität und ab dann bleibt er ggf. stehen. So ist das bei uns öfter in der Kultivierung gewesen. Wir hatten leider auch immer nur sehr wenig befruchtete Eizellen. In der Kultivierung waren dann teilweise nur 2 und die Klinik wollte deswegen an Tag 3 schon transferieren. Auf der einen Seite heißt es dann „Die Umgebung der Gebärmutter ist besser als die Kultivierung im Brutschrank“. Zum anderen haben sie aber auch gesagt „ob man an Tag 3 oder 5 transferiert, macht keinen Unterschied bei der Wahrscheinlichkeit der Einnistung“... ich wollte unbedingt wissen, ob wir es zur Blasto schaffen oder ob die Zeller vorher stehenbleiben und wie gesagt: in manchen Fällen blieben sie stehen. In 2 Fällen hatten wir Blastos. Eine hat es geschafft und ich bin jetzt in der 9. SSW.

Wenn man sich Zeller einsetzen lässt, weiß man nie, wie gut das Spermium ist und ob sie überhaupt eine Chance haben. Dann hibbelt man nach TF 2 Wochen und dabei hat es ggf den nächsten Tag schon nicht überlebt. Kann natürlich mit einer Blasto auch passieren, dass die sich nicht einnistet, aber aus meiner persönlichen Sicht ist die Chance mit einer Blasto höher.

Wie ist denn deine und seine Meinung und was sind die Argumente?

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Mein Mann ist nicht so der Fan von "Beiträgen in so nem Forum von irgendwelchen Frauen, die sind doch keine Mediziner", deswegen wollte ich ihm gerne etwas außerhalb des Forums zeigen.

Ich selbst schätze eure Erfahrungen hier sehr, habe viele Beiträge zu dem Thema mitgelesen, aber ehrlich gesagt haben die mich zu keiner Entscheidung gebracht, weil die Meinungen komplett auseinander gehen und es keine eindeutigen Studien gibt.

Aufgrund unserer guten Bedingungen (top Spermaqualität, bei mir keine bekannten Probleme, haben bereits ein Kind auf natürlichem Wege (2. ÜZ), bin mit 31 auch noch relativ jung) überlege ich aktuell, ob wir beim ersten Versuch nicht erstmal auf Mehrzeller gehen sollen und uns die Mehrkosten sparen. Wenn es nicht klappt, kann man beim nächsten Versuch ja immer noch Blastos ausprobieren. Bin aber noch unentschlossen.

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Er hat natürlich komplett Recht. Wir sind hier alles keine Ärzte. Aber was sagt denn dann euer Arzt?

Ich finde die Idee mit „erst Zeller dann Blasto“ super. Ist doch ein Kompromiss. Ich würde es persönlich einfach anders herum angehen. Aber ich hab halt meine Erfahrungen. Andere Frauen haben andere Erfahrungen.

Seid ihr denn Selbstzahler, wenn ihr so auf die Kosten schauen müsst?

Das SG kann super sein und trotzdem kann der Embryologe bei der ICSI ein schlechteres Spermium erwischen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist wohl eher gering. Unser SG ist so lala. Der Urologe sagt „super“, die KiWu-Klinik sagt „auffällig“... weil anderer Standard.

Hast du sonst alles testen lassen oder woher weißt du, dass bei dir alles in Ordnung ist? Ein Geschwisterkind heißt ja nicht gleich „alles in Ordnung“. Leider. Es gibt auch viele Wunderkinder, die trotz Endometriose, schlechter Gerinnung o.ä. entstehen.

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Hi Krebsfrau,
ich finde diese Entescheidung nie einfach, aber ich versuche mal ein paar Vorteile von Blastos und Mehrzellern aufzuschreiben.
Also Blastos haben eine bessere Baby-Take-Home-Rate und man setzt eben nur die ein, die es auch wirklich zum Blasto schaffen. Nachteil ist, dass eben nur wenig EZ transferiert werden, da es in guten Fällen nur 1/3 der befruchteten EZ zum Blasto schaffen.
Wenn man Mehrzeller einsetzten lässt, dann hat man mehr Versuche und statistisch gesehen sind mehr Versuche besser, weil dann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man schwanger wird.

Vor allem ist ja erstmal wichtig wie viele EZ befruchtet wurden. Wenn es viele befruchtete EZ gibt, die sich gut entwickeln, dann würde ich auch Blastos machen, wenn aber weniger als 5 EZ befruchtet werden können, dann setzten die KiWu eigentlich auch auf Mehrzeller.

Ich glaube es ist so eine Glaubensfrage ( weil man es eben einfach nicht mit einer Studie testen kann). Ich bin ja immer der Meinung, jede EZ die man einsetzt hat die Chance ein Baby zu werden. Wenn sie vorher schon im Brutschrank sich nicht mehr entwickelt, dann wird sie eben nicht eingesetzt und somit ist die Chance eben gleich 0 für diese EZ.
Die meisten KiWu-Ärzte sind der Meinung, dass EZ die sich in der Kultur nicht zu Blastos entwicklen auch in der GM nicht zu Blastos entwickelt hätten.
Nachweisen konnte es bisher keiner soviel ich weiß.
Ich glaube ja, dass eine EZ in der GM die besten Vorraussetzungen hat und sich da evtl. auch zur Blasto entwickelt obwohl sie es in der Kultur vielleicht nicht gemacht hätte. Aber wie gesagt, dass ist meine persönliche Meinung.

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Genau dieser Widerspruch, den du da im letzten Abschnitt beschreibst, ist auch mein Problem. Deswegen komme ich bisher zu keiner Entscheidung 🤯

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Schau mal bei wunschkinder.net, da müsste es einen Artikel dazu geben. Die Seite ist generell sehr empfehlenswert, dort gibt es sachliche Informationen, mit Hinweisen zu Studien und Belegen.

Ich persönlich finde Blastos immer sinnvoll, wenn ausreichend Eizellen vorhanden sind (mindestens 4-5).

LG Luthien mit ⭐⭐

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Danke, da werde ich direkt nachgucken!

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Hallo,
wenn ihr bereits ein Kind habt, würde ich eine Blasto transferieren lassen! Minimiert das Risiko für Mehrlinge, hat aber schon gute Chancen auf den Eintritt einer Schwangerschaft! Also sofern ihr mehr als 2 befruchtete Eizellen habt, würde einen SET mit einer Blasto machen lassen!
Viele Grüße