Basedow gleich vor ICSI - brauche Mut

Liebe Mädels,

Ich fühl mich furchtbar und der Gedankenkarusell findet kein Halt. Wir bereiten uns gerade auf die 1. ICSI vor, freitag wird erster Spritzentag (hoffentlich). Habe allerdings letzte Woche die Diagnose morbus basedow bekommen, die ICSI wurde wg. schlechtem SG empfohlen, bei mir war bisher sonst alles sehr gut. Laut Nuklearmediziner könnte ich die Medikamente für basedow bereits anfangen, und ICSI bräuchte nicht verschoben werden, weil es nur eine milde Störung ist. Der KiWu Arzt meldet sich erst morgen dazu. Wenn man online nachliest, klingt der Basedow gar nicht gut für den KiWu und für eine mögliche SS. Ich stehe etwas unter Shock, dass jetzt das auch noch ins Spiel kommt und habe Angst, dass die Klinik erst die ICSI machen wird, wenn die Werte durch Medis stabil werden. Hat jemand Erfahrung damit und kann berichten und mutmachen? Ich könnte es dringend gebrauchen...

Euer Igel33

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Ach Mensch, alles mit der Schilddrüse ist ätzens, weil die sich ja auch erst so laaaaaaangsam einstellen lässt ... Gur finde ich, dass dir erstmal gesagt wurde, dass die Störung mit mild sei. Gut kenne ich mich das amit leider noch aus, ich weiß nur, dass es eine Autoimmunkrankheit ist, die die Schimddrüse betrifft.
Magst du genaueres erzählen?
Führt der Morbus denn zu einer Über- oder Unterfunktion? Oder ist das wie bei hashimoto abhängig vom Stadium?
Du scheinst ja auch Medikamente dagegen bekommen zu können wie du schreibst, daher würde ich schon denken, dass du eine realistische Chance hast. Vielleicht wird es schwieriger/ langwieriger als bei anderen, aber bitte bitte durchhalten und Kopf hoch, solange man das iwie behandeln/einschränken kann. Es ist dich erstmal gut, dass es gefunden wurde und jetzt behandelt wird!

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Hallo Igel,

tut mir leid, dass du gerade diese Diagnose bekommen hast.
Ich kann dir nur von mir erzählen.
Als wir in die Kiwu gingen, war eigentlich auch mein Partner der "Verursacher" schlechtes SG und bei mir lediglich ein niedriger AMH.
Der TSH-Wert war zu dem Zeitpunkt, bei mir, normal.
Wir machten zweimal eine stimulierte IUI und zweimal ICSI. Alles negativ.
Dann sollte eine dritte ICSI anstehen, doch ich fühlte mich erschöpft von den Behandlungen und wollte ein viertel Jahr Pause machen.
Doch dann ging es mir nach und nach auch körperlich schlechter, ich war schlapp nicht belastbar, nahm ab und hatte einen sehr schnellen Puls.
Diagnose Hashimoto-Thyreoditis und Morbus Basedow. Die Antikörper waren sehr hoch und der TSH unter 0,01.
Ich wurde mit Thiamzol und Bisoprolol behandelt.
Zu dem Zeitpunkt riet man mir vom KiWU und Behandlungen ab.
Nach einem dreiviertel Jahr ließ ich mir die Schilddrüse entfernen, da alle anderen Maßnahmen den Kiwu noch länger hinausgezögert hätten.
Nach der Tabletten-Therapie war auch eine 50% Chance, das der Morbus Basedow wieder aufflammt.

Nach der OP haben wir nach circa einem halben Jahr die nächste Behandlung angefangen zu planen.
Ich werde immer noch regelmäßig kontrolliert, da ein Teilrest der Schilddrüse bei der OP im Körper verblieben ist. Und damit bei den Stimulationen die Werte schwanken (TSH) und nun leider auch so ein Restrisiko verbleibt, dass der Morbus Basedow wieder stärker wird.

Wenn es bei dir aber vielleicht nicht so extrem ist, kann vielleicht deine Behandlung wie geplant gestartet werden.
Ich drücke dir jedenfalls dafür sehr die Daumen.🍀

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Ihr lieben,

vielen Dank für Eure Nachrichten und lieben Worte. Ich habe gerade eine E-Mail vom KiWu-Arzt bekommen, der in nur zwei Sätze gesagt hat: "nehmen Sie die Medikamente für die Schilddrüse, machen Sie die Verlaufskontrolle und wenn dann alles in Ordnung ist starten Sie mit der ICSI". Mehr nicht, keine Erklärung, was das jetzt für uns konkret bedeutet, dass diese Krankheit auch im Spiel ist, wie lange es tatsächlich dauern kann, ob die Werte für die Icsi perfekt werden müssen oder einige Abweichungen auch OK sind. Kein gar nichts. Bin ehrlich gesagt enttäuscht, wie schnell wir abgewimmelt wurden. Mir ist schon klar, dass ich von den Ärzten nicht erwarten kann, dass sie micj emotional auffangen, aber zumindest erklären, wie wir stehen, wie sich die Sachen ändern. Oder erwarte ich zu viel?
Hab ihn jetzt noch die für mich wichtigsten Fragen per email gestellt, bin gespannt, was kommt..

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Tut mir leid, dass die Antwort des Arztes nicht zufriedenstellend für dich war.
Vielleicht könntest du ihn auch persönlich sprechen, manchmal klappt das besser.
Und vielleicht suchst du dir einen Endokrinologen, die kennen sich gut aus und betreuen dich.
LG Stef

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Ich bin nach über einem Jahr mal wieder hier und auf deinen Beitrag gestoßen. Ich selbst hab seit ca 10 Jahren morbus basedow, welche momentan aber inaktiv ist aber regelmäßig kontrolliert wird aufgrund von mehr als 4 Jahren kinderwunsch, 3 Jahren kinderwunschbehandlung und 6 Fg's.

Ich kann ja mal berichten was mein Endokrinologe zu mir sagt. Zum einen gibt es medis bei bestehender morbus basedow, die während einer Schwangerschaft nicht genommen werden dürfen. Aber dann auch welche, auf die man umsteigen bei einer Schwangerschaft. Vielleicht bespricht du mit deinem behandelnden Arzt, dass er dich gleich auf diese einstellt. Kinderwunschärzte und Frauenärzte sind nicht immer gut informiert über MB, weil sie nicht allzu oft vorkommt. Aber vielleicht noch ein positiver Ausblick von meinem Endokrinologen, der mir sagte, dass eine MB oft innerhalb einer Schwangerschaft verschwindet, nur kann es sein, dass sie verstärkt nach der Geburt auftritt und dann sogar operiert werden muss. Viele lassen sie sich auch vorher schon entfernen, denn es kann mit MB eine Berg und Tal fahrt werden. Ich selbst hab es mit ernährungsumstellung endlich in den Griff bekommen, auch wenn mein Arzt es mir nicht glauben will ;) aber man lässt keinen versuch aus.
Wie hoch sind denn deine schilddrüsenwerte? Vielleicht ist sie ja schnell eingestellt. Sofern man es schnell nennen kann. Am Anfang geht man ja alle 6 Wochen zur blutkontrolle.
Ganz liebe Grüße und ich drück dir die Daumen.

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Vielen Dank für deine Nachricht. Es ist eine milde Störunng, die Werte weichen vom Normbereich ab aber "nicht dramatisch" wie zwei unterschiedliche Ärzte gemeint haben. Ich bekam auch eine sehr niedrige Dosierung (Propycil, 25 mg am Tag). Das würde man im fall von einer SS nehmen dürfen. Jetzt wollen sie schauen, wie die werte nach der Verlaufkontrolle sind, damit man sich ein Bild von der Situation macht. Das mit der Ernährung interessiert mich aber sehr, kannst Du detaillierter berichten? Vielen Dank

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Sorry, dass ich so spät antworte. Das klingt doch super und vielleicht klappt auch alles besser, jetzt wo sie eingestellt wird und bald eingestellt ist.

Klar kann ich was zur Ernährung sagen, allerdings ist es ja nur meine Erfahrung. Anfänglich hab ich auf jod, Soja und Milchproduktion verzichtet. Milch wegen den Hormonen die enthalten sind. Besonders die wachstumshormone... mittlerweile ernähre ich mich aber vegan, zum einen aus ethischen Gründen und auch weil ich gelesen hatte, dass es bei schilddrüsenerkrankungen hilft (+ andere Hormone wie Testosteron zu hoch war). Ab da an war ein Monat später nix mehr. Vorher war sie auch nur leicht erkenntlich, aber bei mir gab es immer mal Phasen von gesunden schilddrüsenwerte... aber seit 3 jahren hab ich nix mehr und seit drei jahren lebe ich vegan. Kann ein Zufall sein, aber ich glaub es liegt daran. Ich wünsch dir viel Erfolg beim Transfer. Auf das sich die Eizelle festbeißt 😊