Kiwu-Wechsel: wann sinnvoll?

Hallo ihr Lieben,
ich muss mir mal ein bisschen was von der Seele quatschen, da ich aktuell ziemlich ratlos bin. Aus diesem Grund schreibe ich 4 Uhr morgens einen Beitrag ins Forum :-p

Wir hatten bisher eine ICSI (Januar 2021) und eine Kryo (März 2021), leider beide negativ. Gestern war die Punktion für die zweite ICSI, auch in diesem Versuch wurden trotz erhöhter Stimu wieder "nur" 4 Eizellen gefunden. Ich will mich aber darüber gar nicht beschweren, immerhin hatten wir beim ersten Versuch auch "nur" 4 EZ, aber dafür Top-Qualität und eine Befruchtungsrate von 100%. Für die Kryo haben sich auch beide Eisbärchen wieder auftauen lassen und weiterentwickelt, also im Gesamtergebnis gar nicht so mies (auch wenn es letztendlich nicht geklappt hat). Wie viele sich in diesem Versuch befruchten lassen, erfahre ich erst morgen.

Nun zum Thema:

Es ist nur so, dass ich zunehmend merke, dass ich mich in der Kiwu nicht so ganz gut aufgehoben fühle. Für uns war irgendwie von Anfang an klar, dass es DIESE Kiwu werden wird, da wir nur 10 Minuten Anfahrt haben und uns alle Ärzte (2 Gyns, Hausarzt meines Mannes und Androloge) auch im Vorfeld erzählt haben, was sie fachlich für einen tollen Ruf hat. Ich muss auch sagen, dass wir nach dem Erstgespräch total begeistert waren, weil sich für uns enorm Zeit genommen wurde. Nur mittlerweile haben mein Mann und ich das Gefühl, dass es nach Unterschreiben der Behandlungsverträge mit dem Zeit nehmen dann leider auch vorbei war...

Es mag total kleinlich klingen, aber ich finde es z.B. total ätzend, dass das Ergebnis des SST immer von einer Angestellten am Telefon mitgeteilt wird und nicht von der Ärztin selbst. Ich weiß nicht, wie es bei euch gehandhabt wird, aber ich war wirklich der Meinung, dass das selbstverständlich sein sollte. Das wäre ein Zeitaufwand von maximal 5 Minuten pro Paar, aber es hätte eine ganz andere Wirkung. Aber vermutlich gibt es eine Abrechnungsnummer für Zwischenmenschlichkeit.... #aerger

Im Nachgang zu einem fehlgeschlagenen Versuch wird auch leider gar nicht mehr auf diesen Versuch eingegangen. Oft würde es ja auch gut tun, einfach mal auch psychisch ein bisschen aufgefangen zu werden, und wenn die Ärztin nur sagt "Ach Mensch, hat ja leider nicht geklappt, na wir sehen mal weiter". Mir ist klar, dass die Ärzte dort nicht aus Nächstenliebe arbeiten und ihnen mein seelisches Wohl auch total egal ist, solange ich die Rechnungen pünktlich bezahle. Aber es stört mich. :-( Als ich zB nach dem ICSI Versuch meinen ersten Termin für die Kryo hatte, war die Reaktion der Ärztin "So, dann starten wir die Kryo". Kein Wort des Bedauerns, keine Reflektion des ersten ICSI-Versuchs, nichts. Bin ich da irgendwie überempfindlich, oder gehört sich das nicht so? Es ist irgendwie die reinste Massenabfertigung.

Dann finde ich es total komisch, dass es in unserer Kiwu feste Tage gibt, an denen punktiert und transferiert wird; nämlich immer nur montags, mittwochs und freitags. Hier im Forum habe ich so oft gelesen, dass der Punktionstag an den Zyklus der Frau angepasst wird und nicht andersrum. Wie schlimm das ist, kann ich fachlich nicht beurteilen, aber komisch ist es irgendwie doch.

Außerdem:
Wir machen eine ICSI aufgrund des schlechten Spermiogramms meines Mannes. Der Androloge hat ihm damals empfohlen, orthomol fertil zu nehmen, da seine Ergebnisse leicht unterdurchschnittlich, aber bei weitem nicht total schlecht waren. Anzahl und Form waren sehr gut, die Beweglichkeit leider nicht.
Also hat mein Mann bereits 3 Monate vor dem ICSI-Beginn mit dem Medikament angefangen, um eine gute Wirkung zu erzielen (die 3 Diagnose-Spermiogramme in der Kiwu wurden vorher gemacht, da war die Beweglichkeit noch sehr schlecht, A+B zusammen nur 2%. ).
So, wir haben dann im Januar also unsere erste ICSI gemacht, im März die erste Kryo, nun die zweite ICSI, alles schön und gut. Gestern dachte ich total spontan, ich frag mal nach, wie das Ergebnis der Spermienauswertung aus Januar und von gestern eigentlich ausgefallen war.... Und was ist? Da erfahre ich also ganz zufällig, dass das Spermiogramm bereits im Januar wieder absolut im Rahmen war. Da war ich echt fassungslos! Und ihr glaubt jawohl nicht, dass uns vor der jetzigen zweiten ICSI mal jemand darauf aufmerksam gemacht hat, oder? #schock#schock Ich bin so angepisst!

Was mich auch total stört, ist, dass vom Gefühl her oft nach Schema F und nicht nach Notwendigkeit Medikamente verschrieben werden. Ich hatte noch nie ein Problem mit dem Aufbau der GMSH; immer war alles super.... Beim Kryo-Versuch schreibt mir die Ärztin aber plötzlich Progynova auf, "für den Schleimhautaufbau". Ich so "Es gab doch aber noch nie Problem mit dem Schleimhautaufbau?" "Ja machen wir aber so, ist immer besser" #augen Über Nebenwirkungen etc wurde ich in keinster Weise informiert. Zuhause habe ich gelesen, dass ich das Medikament eigentlich gar nicht nehmen darf, wenn in der Familie schonmal Brustkrebs aufgetreten ist (ist bei uns mehrfach, ist auch in der Kiwu bekannt). Und ich finde es wirklich verwerflich, wenn mit der lapidaren Begründung "Naja ist aber besser so", starke Hormonpräparate wie Smartie verschrieben werden. #aerger
Mir ging es auch total schlecht im Kryo-Versuch, ich hab das Medikament gar nicht gut vertragen. Tat leider nichts zur Sache #kratz. Und das Ergebnis? Im Monat nach der Progynova-Gabe war der Aufbau meiner GMSH auch wirklich schlecht, an ZT 19 nur bei 4mm. Sowas gabs noch nie. Hat echt lange gedauert, bis alles Natürliche komplett zerschossen wurde.... :-[

Naja ihr hört, dass es alles irgendwie in meinen Augen nicht optimal läuft. Ich bin mir aber leider nicht im Klaren darüber, ob meine negativen Gedanken wirklich an der Klinik selbst liegen oder ob ich nicht vielleicht eher ein Problem mit der Gesamtsituation habe. Ein Klinikwechsel bringt natürlich in zweitem Fall eher wenig, sich selbst nimmt man ja auch in die neue Klinik mit.

Bin ich kleinlich? Ich fühle mich irgendwie wie in einer Bitsteller-Position, fühle mich als Patient wie ein Störfaktor und bin total grundgenervt. Mittlerweile krieg ich schon das kalte Kotzen, wenn ich allein im Fahrstuhl stehe und das Schild der Kiwu lese. Ich weiß aber eben nicht, warum. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es woanders so viel besser ist #schwitz Dass in einer Kiwu-Behandlung oft kein Platz für Menschlichkeit ist, liest man ja eher regelmäßig als ausnahmsweise. Und da ein Klinikwechsel für uns auch Nachteile hätte (1 Stunde Fahrzeit statt 10 Minuten) möchte ich das ganz genau überlegen.
Sorry für den langen Beitrag!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mal raushauen könntet, wie das bei euch war.

Danke #klee

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Hallo honey,
Fühl dich mal gedrückt. Zum Teil kann ich deinen Ärger verstehen, zum Teil scheinst du insgesamt unzufrieden zu sein.

Zu Punkt 1: Bei uns ist es auch Standard, dass die Schwester dir das Ergebnis mitteilt. Leider bist du nicht die einzige Patientin, viele rufen an, bestimmte Dinge müssen in der Praxis von Schwestern übernommen werden- überleg mal du bist wegen Terminen bei der Ärztin und diese wird ständig unterbrochen, weil jemand am Telefon eine Auskunft haben möchte....

Zu Punkt 2: Geb ich dir recht, ein Satz wie"Ach schade, beim nächsten Versuch wird es" wäre nicht zuviel verlangt. Ich musste die Erfahrung machen, dass in unserem Kiwu Zentrum eine Ärztin besonders gut war und seitdem lass ich mir nur Termine bei ihr geben. Vielleicht könntest du zu der anderen Kiwuärztin im gleichen Zentrum wechseln? Leider hab ich über die Jahre festgestellt, dass man als Patientin selbst häufig weitere Denkanstöße (Wie war EZ Qualität?, Was können wir ändern?, Muss noch Diagnostik gemacht werden?) geben muss.

Zu Punkt 3: Das ist bei uns auch so, an Feiertagen wird auch punktiert/transferiert. Dafür ist über Weihnachten immer zu! Sicherlich könnte man das anders gestalten, aber auch da ist es eine Organisationsfrage, die Dienste müssen ja immer von allen abgedeckt werden, Narkose/Ärztin für Punktion/Biologen/Schwestern. Pro Punktion werden da viele Kapazitäten verbraucht, dies ist manchmal aus bestimmten Gründen nicht jeden Tag möglich und nicht sinnvoll- z.B. für 1-2Patienten alles wieder an jedem Tag vorzuhalten. Da macht es Sinn dies zu bündeln und man muss mal sagen, dass es bei den allermeisten Frauen auch passt...

Zu Punkt 4/5: Das sich das Spermiogramm verbessert hat ist toll. Am Ende werden sie dir es nicht gesagt haben, weil sie wahrscheinlich trotzdem eine Icsi machen würden, weil man ja nie weiß ob es das nächste Mal wiederso ist.... Solche Dinge mussten wir auch immer fragen, das geht aber auch in der täglichen Routine unter. Die Ärztin kann sich nicht an jeden Wert erinnern und geschweige denn jeden Wert der sich geändert hat dir mitteilen, dafür betreut sie zu viele Patienten. Ich würde immer nachfragen, was mir auf dem Herzen liegt. Auch wenn du bestimmte Medikamente nicht möchtest bzw. nach Alternativen fragst, spätestens dann sollten die auf dich eingehen und mit dir zusammen Entscheidungen treffen. Wenn sie auf deine Wünsche nicht eingeht, dann würde ich mich auch nicht gut aufgehoben fühlen...

Leider ist man wirklich manchmal in einer Art Bittstellerposition. Man sollte sich aber wohl fühlen und definitiv sollte auf Wünsche eingegangen werden. Versuch einiges aus der Position der Ärztin/Schwester zu sehen... Vielleicht hilft dir mal ein Abstand oder einfach eine Zweitmeinung? Ich hab immer wieder Pausen eingelegt, damit wir einfach mal ein normales Leben führen konnten. Das war in 4 Jahren (fürs erste Kind) auch notwendig.

LG

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Hallo leipzigbaby,

erstmal vielen Dank für deine liebe Antwort - ebenfalls um so eine Unzeit am Feiertag :-D #winke

Ich muss sagen, dass mir deine Denkanstöße echt schon einiges geholfen haben... Ich versuche immer zu reflektieren und komm da manchmal ohne Anstöße von außen nicht weiter, sondern drehe mich im Kreis. Ich muss auch dazu sagen, dass in unserer Kiwu nur eine Ärztin wirklich federführend ist. ICSIs werden grundsätzlich nur von ihr betreut, ihre angestellte Ärztin macht bisher i.d.R. die Kryos und wieder eine andere Teilzeit-Ärztin die Punktionen und die Transfere. Also es stimmt schon, dass die "Hauptärztin" sehr viel zu tun hat. Es stimmt schon, selbst bei nur 10 Transferen wären die Anrufe 50 Minuten, die am Ende irgendwo fehlen. Vermutlich habe ich zu viele Youtube-Influencer-Kiwus gesehen, wo natürlich immer die Ärzte ganz persönlich angerufen haben #rofl
Aber auch so viel zum Thema interner Arztwechsel, der dort leider nicht möglich ist.

Mit deiner Antwort zu Punkt 2 hast du mir ganz besonders geholfen! Es ist total beruhigend zu wissen, dass man gewisse Dinge eben auch woanders bzw. vermutlich überall selbst erfragen muss. Ich habe zwar immer das Gefühl, dass sie die Fragen von medizinischen Laien eher stören, aber da müssen sie dann eben durch - das Leben ist kein Wunschkonzert, der Spaß ist ja auch nicht ganz umsonst und der "Dienstleister" ist ja eigentlich noch die Kiwu und nicht der Patient - so viel zum Thema Bittsteller. Ich muss da vermutlich einfach ein bisschen mehr Einfordern an Infos, von selbst kommt halt nichts rum. Also liegt da wohl am Ende der Schlüssel zum Glück auch bei mir selbst, so wie eben auch bei den medizinischen Daten wie Spermiogramm etc. :-) Ich war darüber halt besonders geschockt weil ich dachte, sie können doch nicht ernsthaft so eine "harte" medizinische Behandlung durchführen, ohne dass eigentlich überhaupt noch ein Grund dafür vorliegt. Ich dachte, sie gucken die Akten durch, bevor es weitergeht und dass die Sprache dann auf mildere Methoden kommt, wie GVnP oder IUI oder so. Aber wenn ich ehrlich sein soll, kann ich dir nicht mal sagen, ob wir nicht auch mit dem Wissen eine zweite ICSI gemacht hätten - schwanger geworden sind wir ja bisher auch nicht, trotz gutem Spermiogramm.

Ich danke dir auf jeden Fall wirklich von Herzen für die umfangreiche Antwort um diese Zeit #herzlich Nun bin ich etwas beruhigter und kann nochmal versuchen, ein bisschen zu schlafen. Ich hab echt keine Ruhe gefunden und hatte mitten in der Nacht den Drang, alles aufzuschreiben. Danke #herzlich

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Guten Morgen 🙂,

Ich kann verstehen, dass du dir sorgen und Gedanken machst. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, wenn du dich in der Klinik nicht mehr gut aufgehoben fühlst, dann wechsle. Wir waren jahrelang in einer Klinik, als Tese/Icsi Kandidaten. Hatten dort 4 Icsis mit 6 Transferen. Schwanger wurde ich 1 mal mit schlechtem Ausgang. Danach nochmal 2 Kryos ohne Erfolg. Da mein Mann als Verursacher galt, wurde ich nicht weiter untersucht, weil es in deren Augen nicht nötig war. Auch auf vielen Nachfragen unsererseits, hieß es immer, wir müssten nur Geduld haben und es sei halt normal, dass es nicht sofort geht. Mein Zyklus wurde immer mit Medikamenten reguliert, obwohl nicht nötig. Aber so konnten sie es halt besser timen. Die Ergebnisse wurde auch immer durch die Schwestern mitgeteilt, wobei das normal ist soweit ich weiß. Dann lief noch einiges anderes dort schief und wir entscheiden uns letztes Jahr im September zu wechseln.
In der Neuen Klinik war es komplett anders. Wir wurden ernst genommen, die Ärztin fand es nicht normal, dass es so oft nicht klappt. Hat mich komplett auf den Kopf gestellt und war verwundert, warum ich bisher nie untersucht wurde. Dort haben wir uns dann für Samenspende entschieden, weil die Tese Proben nie gut waren, was uns vorher auch nie gesagt wurde. Direkt im allerersten Versuch dort wurde ich schwanger und bin nun in der 13.ssw. Im natürlichen Zyklus, ganz ohne Medikamente und mit iui.
Der Wechsel war für uns die richtige Entscheidung.

Alles liebe Aurori

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Guten Morgen honey883,
hört sich nach einer gemischten Gemenge-lage an... ich finde ein paar der von Dir angesprochenen Dinge nicht entscheidend. Mir würde es viel mehr um ein gutes Labor, Auftauraten etc. gehen, als z.B. darum, dass mir die Ärztin das Ergebnis persönlich mitteilt.
Trotzdem finde ich es natürlich entscheidend, dass man sich gut aufgehoben fühlt. Und wenn das bei Dir nicht mehr der Fall ist, dann bringt ein Wechsel vielleicht frischen Wind in die Sache... (man kann aber natürlich auch vom Regen in die Traufe kommen).
Ich habe mich in der ersten Klinik immer wohl gefühlt. Nach der 1.ICSi inkl. 3 Kryos wollte ich aber etwas ändern, habe selbst viel recherchiert und habe mehrere Erstgespräche, u.a. auch im Ausland geführt. Danach war ich eigentlich total ratlos, jeder verkauft eben sein Angebot, und wenn man die einzelnen Maßnahmen recherchiert gibt es immer auch gegenteilige Studien. Am Ende war es immer eine Bauchentscheidung, mit diesem oder jenem Arzt nicht weiterzugehen, weil die Chemie nicht gepasst hat. (Weitergemacht habe ich dann in einer ganz anderen Klinik, anderer Anfahrtsweg, anderer Typ Arzt, und einfach angefangen ohne dieses Mal zuviel darüber nachzudenken...)
Mit dieser Erfahrung würde ich sagen, die Chemie mit dem Arzt sollte passen, damit Du ihm vertrauen kannst, denn das musst Du! Dazu ein gutes Labor, perfekt!
Im Grunde kannst Du darauf vertrauen, dass sie alle ihr Bestes geben, denn die Kliniken konkurrieren untereinander mit ihren Statistiken... vielleicht beruhigt Dich das ein bisschen!
Alles Gute🍀

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Liebe Honey, was du da beschreibst geht vielen Patientinnen so und leider muss ich sagen, dass ein Klinikwechsel nicht immer besser ist. Ich bin nun inzwischen in der 3. KiWu Klinik und es ist einfach so, dass es sich nicht groß unterscheidet. Diese Kliniken sind in 1. Linie Unternehmen, die Geld verdienen müssen.
Und keine Ahnung wie viele Patienten dort sind, aber ich bin sicher, dass die Ärzte in der Woche manchmal mehr als 100 Patienten betreuen müssen und wenn du dich darin hineinversetzt, dann wird dir klar, dass da Empathie und Zwischenmenschlichkeit nicht möglich sind. Stell dir vor du würdest mit jeder Frau mitleiden die heute in deiner Praxis einen negativen Test hatte oder eine schlechte Nachricht bekommen hatte. Du wärst sehr schnell depressiv. Aber ich gebe dir Recht, selbst wenn man nicht mitfühlt, so könnte man doch einfach ein paar Standardfloskeln einführen, die wenigstens dem Patienten ein gutes Gefühl geben.
Aber mir hat es immer geholfen mir zu sagen, dass mir das Mitgefühl meines Arztes nichts bringt, denn schwanger werde ich davon nicht. Dafür habe ich meinen Mann und meine Familie.
Wichtig ist, dass sie fachlich gut sind. Und dazu zählt für mich auch, dass sie auch auf die Patientin hören.
Aber man muss auch wirklich das Verhältnis erkennen in dem man steckt. Wie du schreibst, die Klinik ist der Dienstleister und du bist du Kundin. D.h. du verlangst den Service und sie haben darauf zu reagieren.
Für dich bedeutet das mehr einfordern und deine Wünsche und Vorstellungen klar kommunizieren. Wenn du ein Gespräch über den Verlauf der letzten ICSI willst, dann einen Termin fordern speziell dafür.
Und leg dich nicht so auf die Fahrzeit fest. Ich fahre jetzt zur KiWu 2 Stunden obwohl ich hier in der Umgebung sehr viele Optionen hätte, aber dort fühle ich mich jetzt wirklich gut aufgehoben, obwohl mir bewusst ist, dass ich auch nur eine Patientin von 100erten bin.
Aber hier stimmt es für mich eben. Ich weiß ich habe einen sehr kompetenten Arzt aber ich mag ihn auch als Mensch. Und das ist für mich aber auch ein wichtiger Punkt. Irgendwie muss zwischen Patientin und Ärztin auch einfach die Chemie stimmen.

Übrigens bin ich von der 1. Klinik weg, weil der Arzt beim 7. TF dort tatsächlich fragte, na der wieviele Versuch ist das jetzt? Das fand ich auch unmöglich, denn ein kurzer Blick in die Akte hätte sicher verraten, dass ich eine Dauerpatientin bin und das so ein Spruch eher unangebracht ist. Beim 2. oder 3. TF hätte es mich nicht gestört, aber beim 7. TF fand ich es einfach unmöglich.
Was ich damit sagen will, man muss sein eigens Limit kennen um sagen zu können, okay ich brauche einen Wechsel oder ob man darüber hinwegkommt. Und mir war dieser Arzt eben auch immer etwas unsympathisch. Da heb ich erkannt, dass es in dieser Klinik einfach nicht mehr passt und ich etwas anderes brauche.

Aus Erfahrung würde ich sagen, dass zumindest ein Besuch in der anderen KiWu mal sinnvoll ist. Man muss ja nicht gleich wechseln, aber einfach mal dort einen Termin machen und sich die Klinik anschauen. Wenn man ein besseres Gefühl hat, dann kann man wechseln. Ansonsten kannst du einfach weiter in der Alten bleiben oder weitere Optionen anschauen.

Am Ende zählt immer wie man sich fühlt und wenn es nicht passt, dann passt es eben nicht. Auch in einer KiWu arbeiten Menschen und manche Menschen mag man eben und manche nicht.
Wenn du nur noch wütend in die Klinik gehst, dann ist das Verhältnis gestört und man sollte etwas anderes suchen, aber vielleicht immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass man auch in den anderen Kliniken nur eine Nummer ist. Aber vielleicht mag man dort einfach die Ärzte eher.

Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinem nächsten Versuch 💙

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Hallo honey883,
ich kann deine Beweggründe und Gedanken sehr gut verstehen, wir wechselten die Kiwu-Klinik direkt nach dem Erstgespräch. Wir waren bei Hr. Dr. Göhring in Tübingen. Die werden ja auch immer über den Klee gelobt. Ich kann das null nachempfinden. Wenn mir nach 6 Monaten Behandlung ohne Erfolg dann genau dieselbe Behandlung verordnet wird, nicht nach meinem Befinden und unseren Wünschen gefragt wird, da fühl ich mich wie eine Nummer und schlichtweg verarscht... #aerger

Dass die Angestellten Ergebnisse mitteilen, ist leider oft so. Wir hatten im April unsere 1. IVF. Die Nullbefruchtung wurde mir von der Arzthelferin mitgeteilt. Ich sollte dann nochmal 24 Stunden warten, was ich als totalen Schwachsinn empfand. Schließlich ist eine Eizelle nur 24 Stunden befruchtbar und beim Anruf war meine PU 25 Stunden her. Kein Anruf der Ärztin. Ich habe mich dann am nächsten Tag per Email beschwert, dass ich diese Verfahrensweise äußerst unempathisch finde und da durchaus mehr erwartet habe, dass ich enttäuscht bin. Zack, eine halbe Stunde später hatte ich die Ärztin am Telefon. Man muss seinen Ärger also manchmal offen aussprechen ;-)

Dass jeder letztlich für sein Geld arbeitet, mag stimmen. Dennoch darf man von Ärzten Empathie und Nächstenliebe erwarten. Zudem deine seelische Verfassung meines Erachtens nach für den Kiwu auch wichtig ist. Dass deine Ärztin auf dich eingeht, ist also wichtig und sollte selbstverständlich sein. Ich arbeite immer wieder im Rettungsdienst und fahre als „3. Mann“ mit. Das Erste, was ich in der Ausbildung gelernt habe, war „Hab Demut vor dem Patienten“. Egal, wer da auf meiner Trage liegt, ein verletztes Kind oder ein besoffener Obdachloser: Alle bekommen Fürsorge, Empathie, ein offenes Ohr, etc. Das gehört sich so. Und ich bekomme kein Geld dafür!

Das mit den Punktionen finde ich äußerst komisch, das geht mir hier schon länger so. Meine Kiwu-Sprechstunde ist in der Frauenklinik, dort wird also in der Regel auch nicht am Wochenende operiert. Für PU und TF werden aber Ausnahmen gemacht. Dass unter der Woche eingeschränkt wird, geht absolut null in meinen Augen! Somit werden uns ja quasi absichtlich mehr Hormone als nötig gegeben, damit die Kiwu ihren bequemen Zeitplan halten kann. Ein Unding in meinen Augen!

Zu den Ergebnissen des SG schreib ich besser nichts. Unzuverlässigkeit hoch 1000! Wie kann man denn bitte den Patienten keine Ergebnisse mitteilen? #nanana
Ich würde mich weigern, unnötig Medikamente einzunehmen! Es ist doch total schnuppe, was die Kiwu seit Jahren macht. Wenn dein Gmsh-Aufbau funktioniert, brauchst du kein Medikament dafür. Punkt!! Das ist für mich der Beweis, dass du dort wie eine Nummer behandelt wird und dein körperliches Wohl nicht im Vordergrund steht.

Ich möchte dir einen Kiwu-Wechsel empfehlen! Bis auf die Anrufsituation, die mittlerweile behoben ist (immer Anruf direkt von einer Ärztin), fühlen wir uns super aufgehoben. Die Ärztin, die mich hauptsächlich behandelt, ist immer super einfühlsam und freundlich, nimmt sich Zeit für Nachfragen, Ängste und Sorgen. Wir haben grad Probleme mit der PKV meines Mannes zwecks ICSI-Genehmigung. Anruf dort, 30 min später rief die Ärztin zurück, nach nochmal 30 min das Labor, nochmal 10 min hatte ich die benötigten Unterlagen.

Es geht also auch anders!!
Alles Gute dir #klee

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Huhu liebe honey,

ich habe nach meiner 2. erfolglosen IVF (und davor etlichen erfolglosen GVNP-Zyklen und IUI) die Kiwu-Klinik gewechselt.

Ich musste es sowieso machen wegen eines Umzuges, aber auch ohne hätte ich mir eine neue Kiwu-Klinik gesucht. Nicht, weil ich total unzufrieden gewesen wäre, sondern, um einen neuen Ansatz hereinzubekommen.

Dass man nach einem erfolglosen Versuch nur einen Termin zur Besprechung bekommt, wenn man explizit darum bittet, kenne ich aus beiden Praxen.

Bzw. in meiner neuen Kiwu-Klinik hatte ich im Dezember die IVF mit freeze all, im Januar die erfolglose Kryo und einen Gesprächstermin beim behandelnden Arzt hätte ich im Juni (!) bekommen. Da ich nicht so lange warten wollte, habe ich meine nächste IVF mit einer anderen Ärztin am Telefon geplant🤷🏼‍♀️Dafür muss man natürlich selbst wissen, was man anders machen möchte und sich informieren.

In meiner alten Kiwu-Klinik haben die MTAs angerufen, aber wenn man Rückfragen hatte, hat sich innerhalb eines Tages auch ein Arzt telefonisch gemeldet. In meiner neuen Kiwu-Klinik ruft direkt der Arzt an. Das ist mir aber eigentlich egal.

Was die Empathie betrifft, hängt es weniger an der Praxis als viel mehr am Arzt individuell.

In meiner alten Kiwu-Klinik hatte mein eigentlich behandelnder Arzt immer einen lockeren Spruch drauf. Als nach positiven BT in der 6. SSW im US nichts zu sehen war, hat er dazu gar nichts gesagt. Bei der nächsten Kontrolle war ich bei einer anderen Ärztin, die hat beinahe mitgeweint.

Ich brauche das nicht, ich möchte nur ernst genommen werden und dass auf meine Fragen, Wünsche und Vorschläge eingegangen wird.

Ein Massenbetrieb ist es wahrscheinlich überall.

Ich würde an eurer Stelle einfach einen Gesprächstermin in der anderen Kiwu-Klinik ausmachen, dann könnt ihr schauen, wie die drauf sind und immer noch entscheiden.

Ihr müsst euch damit wohlfühlen.

Alles Liebe ❤️🍀

LG Luthien mit ⭐⭐

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Ich finde, du bist einfach der Sibel und vermutlich auch mit den Nerven am Ende und reagierst jetzt so übermäßig empfindlich.
Ich bin überzeugt, dass eine Kinderwunschklinik ein Geschäft wie jedes andere ist. Ich habe es sogar noch drastischer erlebt. Ich wurde mit 5 weiteren Frauen in ein Zimmer gelegt und es wurde wie bei einer Massenabfertigung die nach der anderen zum Transfer reingerufen. Das nenne ich richtig Massenabfertigung.
Es gab andere Probleme mit dieser Klinik, so dass ich gewechselt habe.
Neue Klinik ist deutlich besser, zielt nicht so extrem auf Profit ab, wie die andere. Sie bricht Versuche ab, wenn es keinen Sinn macht, verlangt genauere Werte und Untersuchungen und gibt nur 1 Embryo, wenn sie der Meinung sind, es ist zu gefährlich. Dabei könnten sie einfach 2 einsetzen und das doppelte verdienen. Ich bin alleine im Zimmer vor und nach dem Transfer und auch die Bezahlung erfolgt erst NACH dem Transfer. In der anderen Klinik müsste man immer vorher bezahlen.
Meine Klinik ist im Ausland, also nix mit 10 min Fahrtzeit. Selbst eine Stunde Fahrtzeit würde ich in Kauf nehmen, wenn ich mich in der neun Klinik wohler fühle. Aber erwarte nicht, dass irgendeine Klinik irgendwie Mitleid mit dir hat oder dich auffängt. Es ist ein "Geschäft", mehr nicht. So blöd es auch klingt.

9

Hallo ihr Lieben,

ja, ihr werdet recht haben, ich bin aktuell vermutlich ziemlich überempfindlich. Schon beim Schreiben habe ich gemerkt, dass sich vieles gar nicht so schlimm liest, wie ich es letztendlich empfinde. Und oft steigere ich mich auch in Gedanken rein, denke an nichts anderes mehr und drehe mich dann so im Kreis, dass ich alles negativ denke. Und durch eure Antworten hier ist mir das noch mal mehr bewusst geworden.

Vermutlich hab ich auch zu viel Eigenverantwortung abgegeben und mich der Behandlung quasi klanglos ergeben. Man muss für seine Interessen schon selbst einstehen, die Kiwu geht ansonsten stumpf nach Schema F.

Gerade kam der Anruf aus dem Labor, dass sich von den 4 EZ nur 2 haben befruchten lassen und wir somit nichts für eine Kryo übrig haben. Naja, dann machen wir jetzt noch diesen Versuch und dann ist sowieso erstmal Pause bis in den Herbst. Im September wird geheiratet und ich möchte mir die ganze schöne und aufregende Zeit der Hochzeitsvorbereitung nicht selbst kaputt machen #verliebt

Und ein bisschen Abstand tut bestimmt auch mal gut. Nach diesem Versuch werden wir uns einen Termin geben lassen, um noch mal in RUHE alles zu besprechen und evtl auch weiter in die Diagnostik zu gehen. Als rauskam, dass bei meinem Mann/Verlobten das SG nicht in Ordnung ist, wurde ich auch nicht mehr so genau unter die Lupe genommen. Und sollte die Kiwu da nicht mit uns an einem Strang ziehen, werde wir vor dem Dritten ICSI-Versuch auf jeden Fall die Klinik wechseln - und sei es einfach, um mal neuen Wind reinzubringen.

Ich danke euch für euer Antworten und die Erkenntnisse #herzlich#klee

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Für mich persönlich hört sich das jetzt nicht schlimm an.
Bei unserer Klinik wird auch von der Arzthelferin das Ergebnis mitgeteilt. Warum soll mich hier ein Arzt anrufen, dem ich die kostbare Zeit klaue?
Auch find ich es persönlich nicht schlimm, wenn sie keine tröstenden Worte haben. Wenn die Ärzte nun auch noch Psychiater spielen, werden sie nicht mehr fertig.

Dass es eine Massenabfertigung ist bezweifle ich. Klar haben die Patienten die alle ungeduldig sind und versuchen alle zu bedienen.

Mir wären andere Dinge wichtiger. Aber wie gesagt, ich bin auch persönlich kein Freund von bemitleiden und Smalltalk. Die sollen ihre Arbeit machen und gut ist es. Aber so "kalt" ist halt nicht jeder.

Wenn du dich unwohl fühlst, dann würde ich persönlich eine neue Klinik suchen. Die Entfernung darf hierbei keine Rolle spielen.

Lg