Diagnose Kryptozoospermie

Hallo ihr Lieben,

heute haben wir die Ergebnisse des ersten Spermiogramms meines Mannes bekommen. Diagnose: hochgradige Kryptozoozspermie.

Das ist ein ziemliches Brett vorm Kopf, aber wenigstens wissen wir nun, warum es seit mehr als einem Jahr mit einer Schwangerschaft nicht klappt...

Wir sind beide ziemlich niedergeschlagen, aber vor allem trifft es meinen Mann sehr. Wir waren bereits vor 7 Jahren schwanger, damals allerdings noch zu jung und nicht bereit, Eltern zu werden. Jetzt scheint unser Wunschkind in weite Ferne zu rücken.

Vien einige von euch bereits in einer ähnlichen Situation? Mitte April haben wir in jedem Fall einen Ersttermin in der KiWu-Klinik. Dann soll nochmal ein weiteres Spermiogramm gemacht werden.

Vielleicht waren einige von euch bereits in einer ähnlichen Situation? Wie seid ihr mit der Situation umgegangen? Was habt ihr für euren Partner tun können, um ihn ein wenig aufzubauen?

Ich bin so traurig und grade auch ein wenig hoffnungslos. Wir haben so gehofft, dass es auf natürlichem Weg klappt. Jetzt steht uns wohl eine Reise bevor, mit der wir nicht gerechnet haben.

Ich freue mich über Austausch und eure Erfahrungsberichte.

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Liebe LuLo, ich kann euch sehr gut nachempfinden, denn diese Diagnose gibt es auch bei uns. Es reist einem förmlich den Boden unter den Füßen weg und man muss erstmal den Schock überwinden und irgendwie wieder klar kommen und versuchen nach vorne zu schauen. Vorneweg: das positive ist, dass es die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung gibt und ihr eine reelle Chance auf euer Wunder habt. 🫶🏼
Noch etwas weiter zu uns: das erste Spermiogramm wies die Diagnose Azoospermie aus - das war erst recht ein Schock, denn 0 Spermien ist das absolut schlechteste Ergebnis was man bekommen kann bei so einer Untersuchung. Zum Glück liegen die Befunde danach bei Kryptozoospermie. Auch kein schönes Gefühl, aber immerhin sind vereinzelt Spermien zu finden, die bei uns für unsere 1. ICSI und somit Befruchtung meiner Eizellen gereicht haben. 🤗 mein Mann hat einen Gendefekt auf dem Y-Chromosom, es nennt sich genauer AZFc Deletion. Wurde die Genetik deines Mannes dahingehend getestet? Zumindest hat man dann die Ursache und die Aussage vom Andrologen, dass bei so einer Diagnose eine TESE nur bedingt Sinn macht, weil dort angeblich nicht mehr Spermien zu holen wären als auf normalem Wege rauskommen. 😅 daher haben wir uns den Schritt bisher gespart und haben wie gesagt einen ICSI Versuch ganz frisch hinter uns, leider ist das kleine Pünktchen nicht geblieben.
Ich wünsche euch für euren Weg alles Gute und halte hier ruhig auf dem Laufenden. Denn eure Diagnose ist keinesfalls „das Ende“. 🍀🍀🍀🍀🍀🍀

Bearbeitet von sunnyyfit
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Hallo sunnyfit,
Danke für deine Antwort. Es tut mir leid, dass eure erste ICSI nicht geklappt hat. Bis heute habe ich mich nicht mit dem Thema künstliche Befruchtung beschäftigt. Ich versuche mich grade ein wenig einzulesen.
Am Montag habe ich ein Gespräch mit meiner Gynäkologin. Sie hatte uns zum Spermiogramm überwiesen. Ich hoffe, sie kann mir sagen, wie es nun konkret weiter geht, denn bis Mitte April ist es ja doch noch eine Zeit... Habt ihr damals eine Überweisung zum Andrologen bekommen?
Was hat euch geholfen, die Diagnose zu verarbeiten und anzunehmen und gab es etwas, das deinem Mann besonders gut getan hat?
Er tut mir so leid und ich möchte ihn so gerne auffangen. Bin aber selber so am Boden zerstört.
Wir haben in den vergangenen Monaten gedacht, dass es an mir liegt. Ich hatte immer mal Zwischenblutungen und teilweise unregelmäßige Zyklen. Meine Gyn hatte aber nichts pathologisches feststellen können. Jetzt wissen wir, warum es nicht klappt.

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Zwischenzeitlich habe ich auch die Antwort von jennysartde gelesen und kann mich dem nur anschließen - ganz viel und offen reden. Man darf traurig, wütend, niedergeschlagen sein und alles äußern, denn alle Gefühle sind in Ordnung. Zusammenhalten und gemeinsam trotz allem positiv und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und sich „einfach“ auf die „Reise“ begeben. Ich kann sehr gut verstehen, dass du deinen Mann aufmuntern möchtest. Meiner war auch am Boden zerstört, es war schlimm ihn so zu sehen, aber ich denke das wichtigste ist die Akzeptanz und das Annehmen und das ist ein Prozess, der wie gesagt mal besser, mal schlechter klappt, aber das ist menschlich. Akzeptanz dafür, dass dies nun euer Weg ist an dem ihr weiter zusammen wachst und euch gegenseitig stützt. Einen ultimativen Tipp habe ich nicht wie du merkst, es braucht Zeit und Geduld. Ich wünsche euch dafür nur das Beste und drücke die Daumen.
Anfangs war alles auch so neu und undurchsichtig für uns, haben uns auch erst viel im Internet eingelesen und mit der Zeit dann die Abläufe und verschiedenen Fachbegriffe kennen gelernt und verstanden. Der Termin in der Kiwu Klinik wird sicherlich sehr aufschlussreich für euch sein und hier im Forum findest du auch immer viel Hilfe für all deine Fragen. 🤗
Die Überweisung zum Andrologen hatte mein Mann bei unserem ersten Termin in der Kiwu Klinik ausgestellt bekommen. Was meinen Mann noch so umgetrieben hat war das Wort „Verursacher“ welches vorrangig benutzt wird wenn es um die Kostenübernahme durch die Versicherung geht. Wir haben eine unglückliche Konstellation, da mein Mann gesetzlich versichert ist und ich privat und die Versicherungen nach dem „Verursacherprinzip“ zahlen - da es für mich keine Diagnose gibt, müsste die gesetzliche von meinem Mann zahlen, die zahlen aber grob gesagt nur die Sachen, die ihn betreffen und da bleiben wir pro ICSI auf mehreren tausend Euro „sitzen“. Sehr kompliziert und zusätzlich belastend. Vielleicht könntet ihr euch bis zu eurem Termin in der Klinik schon mal bei eurer Versicherung erkundigen, was die so erstatten und euch Informationen zuschicken lassen. 😊

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Wir hatten mit dieser „Reise“ auch keinesfalls gerechnet und haben uns das ganz einfach vorgestellt nach Absetzen der Pille. 🫠 Man lernt mit der Zeit damit umzugehen, mal klappt es besser, mal schlechter. Damit, dass es natürlich klappt, haben wir uns abgefunden und sind eher dankbar, dass es die Möglichkeit gibt und wir auch einen Versuch der künstlichen Befruchtung durchführen konnten und die Spermien dafür gereicht haben. Das sehen wir auch als Geschenk, denn anfangs haben wir soweit überhaupt nicht gedacht. Geht positiv in den Termin in der Kiwu Klinik, dort werdet ihr gut aufgehoben sein und bekommt viele Informationen und Diagnostik Vorschläge etc.

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Danke auch für deine zweite Antwort. Ich wünsche euch sehr, dass es beim nächsten mal klappt. <3

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Vielen lieben Dank. 🍀🫶🏼

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Huhu.
Das ist erstmal ein Schock der natürlich verdaut werden muss.
Es ist schön dass Du deinen Partner aufbauen möchtest, das gehört schließlich dazu. Aber vergiss Dich selbst dabei nicht.! Es ist nicht nur für ihn belastend, sondern für euch beide. Das spreche ich explizit an, da mein Mann u ich in der selben Situation stecken. War liegt bei mir auch Endo vor, aber in einem sehr geringen Maß und es wurde alles in einer OP entfernt. Hauptgrund ist also der selbe, wie auch bei euch.

Wichtig ist, dass ihr offen über eure Gefühle sprechen könnt und auch Dein Partner diese kommunizieren kann oder es lernt zu kommunizieren, falls er es nicht schon tut.

Und es ist gut zu wissen dass es Hilfe von außen gibt. Egal welche Diagnose, es gibt fast immer irgendeinen Weg. Auch wenn er manchmal sehr steinig erscheinen mag.

Wir befinden uns gerade in der zweiten IUI, am Freitag wird ausgelöst und am Samstag folgt die Insemination. Wir haben eine sseeeehr geringe Aussicht auf Erfolg. So gering, dass diese Art der Therapie keinen Sinn macht. Aber wir haben finanziell (noch) nicht die Mittel für eine ICSI und wollen nicht direkt die richtige 'Bombe' an Medikamenten und allem. Wir versuchen es noch ein, zwei Mal, mein Mann hat dann im März auch einen Termin beim Andrologen um weitere Ursachen auszuschließen.

Ich drücke euch ganz fest die Daumen für den weiteren Weg!! 🤍🌻

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Hallo jennysartde,
danke für deine Antwort. Es hilft schonmal, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Offen und ehrlich kommunizieren und über unsere Gefühle reden können wir zum Glück sehr gut. Es wäre auch nicht die erste Hürde in unserem gemeinsamen Leben, die wir meistern müssen. Leider zweifelt mein Mann mitunter an sich - in seinem Leben hat es durchaus Situationen gegeben, in denen er sehr von anderen enttäuscht wurde. Ich befürchte, dass diese Diagnose seine Selbstzweifel nun verstärken und er sich Schuld gibt. Das möchte ich in keinem Fall. Ich hoffe, ich kann ihm das Gefühl, schuldig zu sein, nehmen. In der Regel ist er es aber, der mein Fels in der Brandung ist und mich auffängt, wenn es einmal nicht so läuft. Wir werden das schon schaffen. Jetzt grade ist es aber erstmal, wie du schon sagst, ein Schock.

Nun bin ich ganz neu in der Kinderwunsch-Thematik, quasi ahnungslos, und weiß noch nicht, wie eine KiWu-Behandlung abläuft und mit sich bringt. Wie unterscheiden sich IUI und ISCI, vor allem in finanzieller Hinsicht?

Jetzt versuche ich mich aufzumuntern. Gleich kommt mein Mann von Arbeit und wir gehen noch eine Runde raus. Schön zu wissen, dass man nicht alleine ist und den Weg mit anderen teilt. Ich wünsche auch euch von Herzen alles Gute für die weitere Reise, und dass es dieses mal, trotz geringer Erfolgsaussicht, klappt. <3

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Hallo LuLo,

Achtung langer Post… aber lesenswert!

Es tut mir sehr leid, dass ihr diese Diagnose habt. Wie viele hier schon schreiben, zieht es einem erstmal den Boden unter den Füßen weg.
Wir haben gut 1,1/4 Jahre so probiert schwanger zu werden bis ich meinen Freund zum spermiogramm geschickt habe. Da hatten wir dann die Diagnose. Und dazu natürlich gleich die Ansage dass es ohne künstliche Befruchtung nicht gehen wird. Nach diesem Loch haben wir uns aber aufgerappelt und gesagt: immerhin gibt es diese Möglichkeit überhaupt und damit haben wir auch ne Chance. Also ihr habt auch eine Chance ein Kind zu bekommen!!!

Bei meinem mittlerweile Mann ist es so dass der FSH wert sehr hoch ist, also seine Hoden versuchen mehr Spermien zu produzieren, schaffen es aber nicht weil er einen Hodenschaden hat aus der Kindheit. Das heißt auch eine TESE würde nichts bringen.

Wir hatten zwei erfolglose ICSIs. Ich habe super Eizellen produziert aber es konnten immer nur ca 20-40% befruchtet werden und nie etwas eingefroren werden. Das heißt immer wieder neu stimulieren und OP etc. Das ging auch voll ins Geld.
Mit der dritten ICSI wurde ich schwanger und konnte sogar eine Blasto einfrieren. Wir waren überglücklich und sind in der 9 Woche mit schlagendem Herzchen aus der kiwu Klinik entlassen worden.
2 Wochen später hatte ich einen Termin bei der normalen Gynäkologin. Die konnte beim Ultraschall plötzlich keinen Herzschlag mehr feststellen. Das war der schlimmste Moment in unserem Leben. Fehlgeburten sind zwar nicht so selten, aber in dem späteren Stadium ja doch seltener. Wir waren am Boden zerstört. Nach der Ausschabung kam meine Periode tatsächlich auch nach 5 Wochen schon und wir haben die blasto eingesetzt. Leider negativ.

ICSI Nummer 4 war erfolgreich aber wieder Fehlgeburt in ca 11 Woche, allerdings schien da von Beginn an etwas nicht zu stimmen.

Wir haben dann eine Pause gemacht … auch im zu heiraten weil es echt ins Geld ging.

ICSI Nummer 5 haben wir in einem anderen Krankenhaus gemacht… dort haben sie von 8 Eizellen nur 4 befruchtet und 4 unbefruchtet gelassen weil sie meinten sie hätten nicht mehr Spermien gefunden. Das war der zweit größte Schock nach der ersten Fehlgeburt weil ich da wirklich schon jede Hoffnung aufgegeben habe. Weil ich dachte: mein Mann wird nicht jünger und auch die Spermienqualität nimmt mit dem Alter ab. Was ist wenn er jetzt gar keine mehr produziert? Dann haben wir überhaupt keine Chance auf ein eigenes Kind.
Der Versuch war negativ. Wir sind zurück zu unserer ersten Klinik weil die uns besser gefallen hat. Die 4 unbefruchteten Eizellen habe ich mitgenommen.

ICSI Nummer 6: 14 Eizellen konnten entnommen werden, es gab wohl Genügend Samenzellen und auch die 4 unbefruchteten aus der anderen Klinik wurden aufgetaut und befruchtet.
Ergebnis nächsten Tag erschütternd: keine der 14 frischen Eizellen hat sich befruchten lassen, dafür aber alle 4 aus der anderen Klinik. Super merkwürdig. Keiner konnte sich das erklären. Das hatten wir noch nie.
Zwei Embryonen wurden mir an Tag 2 eingesetzt.
POSITIV!
Jetzt ging es wieder ans zittern … Dritte Schwangerschaft… aber wird sie diesmal halten? Was soll ich sagen… der wirklich ungünstigste Versuch scheint zu klappen. Ich bin gestern in die 17. SSW gekommen und beim Gyn Termin gestern war alles in Ordnung mit dem Würmchen.

Ich weiß die Story ist lang. Ich will dir damit zeigen dass sich das kämpfen lohnt, egal wie ausweglos es manchmal erscheint. Ich habe immer noch große Angst. Aber mit jeder Woche, die vergeht, wird die Angst ein bisschen kleiner. Und ich kann es immer noch nicht realisieren, dass wir wirklich Eltern werden. Es ist noch wie ein Traum.

Ich wünsche euch für eure Reise viel Kraft und Mut und natürlich ganz viel Hoffnung. Ein Tipp noch: ihr müsst immer zusammenhalten. Alleine geht man daran zugrunde. Es belastet die Partnerschaft natürlich aber ihr schafft das nur zusammen.
Alles Gute und bei Fragen könnt ihr mich jederzeit anschreiben.

Bearbeitet von Mausebaer
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Lieber Mausebaer,

dein Post hat mir gerade unglaublich viel Kraft gegeben. Wir haben fast dieselbe Geschichte. Das Spermiogramm meines Mannes ist grottenschlecht. Die 5. ICSI negativ. Wir starten bald in den 6. Vollversuch.

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Oh man. Ihr seid auch schon an der 6. ICSI dran. Tut mir echt leid.
Haltet durch. Ihr schafft das auch.
Ich wünsche euch für den nächsten Versuch ganz viel Glück 🍀 und drücke die Daumen dass ihr es jetzt schafft.
Vor allem wenn einem die Zeit im Nacken sitzt, ist das wirklich ein ganz schlimmes Gefühl.

Ich war bei der ersten ICSI 36 und bin jetzt 38

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Hey,

erst Mal tut es mir Leid, dass ihr euch mit dieser Diagnose rumschlagen müsst. Ende 2020 haben wir ebenfalls diese Diagnose erhalten. Mein Mann hat nur vereinzelte Spermien in der Probe. Ich weiß daher, wie sich das emotional anfühlt.

Wir hatten bisher 3 ICSIs und die letzte ICSI war erfolgreich, ich wurde schwanger. Dann aber in der 10. SSW die Fehlgeburt. Wie schlimm das für uns, muss Ich glaube ich keinem hier erzählen. Das liegt jetzt ein halbes Jahr zurück und wir haben uns etwas davon erholen können.

In 5 Wochen beginnen wir mit der 4. ICSI und hoffen, dass es irgendwie klappt.

Ich muss sagen, dass wir eigentlich nichts unversucht gelassen haben. Wir haben eine TESE gemacht, da Dr Schulze im FCH sagte, dass wir dadurch Millionen von Spermien finden könnten. Das würde uns helfen, schneller an ein Kind zu kommen. Die TESE war dann aber leider nicht so gut, die Ausbeute war ernüchternd aber es konnte was eingefroren werden. Das behalten wir nun auf Reserve, falls wir in der Frischabgabe keine Spermien mehr haben sollten.

Auch haben wir Anastrozol bei meinem Mann versucht. Verschrieben von Dr Schulze, soll bei Männern die Spermienproduktion anregen. Hat aber bei uns nichts gebracht. Auch sehr viele Nahrungsergänzungsmittel haben wir über längere Zeit ausprobiert aber auch hier ohne Erfolg.

Es kann hilfreich sein, all das mal auszuprobieren aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir viel Energie bei all den Dingen verloren haben. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich nur auf die Versuche zu konzentrieren.

Haltet durch!