Schlafintervention als Empfehlung vom Arzt

    • (1) 28.01.11 - 21:36

      Hallo zusammen,

      bin gerade etwas enttäuscht oder vielleicht auch sehr naiv gewesen ?!?

      Meine Tochter Livia hatte die ersten drei Monate ihres Lebens einen Halswirbel ausgerenkt und deswegen nur geschrien. Geschlafen hat sie entweder auf meinem Bauch (ich sitzend) oder in der Babywippe (wußte mir nicht anders zu helfen). Leider wurde es erst bei der U4 entdeckt, vorher haben sie mir alle (Ärzte, Hebamme) erzählt es wären die 3 Monatskoliken und ich müsse Geduld haben die Zeit arbeitet für mich.

      Nach der 3. Behandlung ist jetzt endlich alles gut mit ihrem Hals, aber....
      an Schlaf ist dennoch nicht zu denken. Sie wird alle 2 Stunden wach (manchmal auch öfter) und will kuscheln, getragen werden und/oder stillen. Ich mache das alles auch gerne für sie schließlich ist sie (neben ihrem Bruder) mein ein und alles. Doch so langsam geht das ganze an die Substanz, bin ständig müde, habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, und bin schon aber Steuer eingeschlafen und dabei über eine rote Ampel gefahren (nix passiert zum Glück).

      Also habe ich mich an die Babysprechstunde gewandt zwecks Hilfe. Resultat laut Ärztin: Ich habe meinem Baby eine Schlafstörung anerzogen und die müßte ich mit Schreien lassen abtrainieren. Ich kann mich damit so gar nicht anfreunden, denn in den ersten 3 Monaten hat sie meiner Meinung nach schon genug geschrien. Vorgehensweise laut Ärztin: wach ins Bett legen, möglichst ohne Schnuller, Kuscheltiere erlaubt, Kind sagen das es schlafen soll und rausgehen, immer wieder rein gehen, Kind über Kopf streicheln und sagen alles ist gut, Mama geht jetzt wieder raus und Du schläfst jetzt. Das Ganze so lange bis sie schläft. Nach 3 Tagen soll sie angeblich von alleine einschlafen und dann auch durchschlafen.

      Irgendwie hatte ich mir was anderes erhofft. Bin ich da zu naiv drangegangen? Ich kann sie doch nicht schreien lassen allein in ihrem Zimmer?!? Andererseits bin ich völlig am Ende.

      Liebe Grüße,
      Nina mit Livia 7 Monate und Leonard 2 1/2 Jahre (erst mit 19 Monaten nachts abgestillt)

      • Die Methode, die deine Ärztin empfohlen hat, ist ja im Grunde die "jedes Kind kann schlafen lernen-Ferber Methode" die sehr umstritten ist und die ich auch ablehne.
        Ich würde dir raten ihr das nächtliche stillen schrittweise abzugewöhnen, die stillpausen immer weiter auszudehnen, stattdessen schaukeln, tragen etc. ( viel. auch den Partner übernehmen lassen ) immer wieder wasser anbieten aber nciht alleine schreien lassen sondern ihr beistehen. ich bin sicher das sie sich innerhalb kurzer Zeit an die Umstellung gewöhnt hat und dann auch länger schläft.
        Ach und wenn du stillst, solltest du drauf achten das sie nicht dabei einschläft, dann wollen die Baby's nämlich beim aufwachen wieder die gleiche situation wie sie eingeschlafen sind, also abmachen wenn sie nur noch vor sich hinnuckelt.
        viel glück !

        • Vielen Dank für Deine Antwort. Habe mir auch schon überlegt es schrittweise auszuprobieren und die ganze Zeit über bei ihr zu bleiben um sie zu trösten. Die Ärztin meinte allerdings dazu, dass das noch schlimmer für das Kind wäre als raus zu gehen. Livia würde mich ja dann sehen und könnte nicht verstehen, warum sie nicht stillen darf bzw. nicht auf meinem Bauch schlafen darf. Allerdings denke ich mir: was wird sie denken, wenn ich sie alleine in ihrem dunklen Zimmer lasse?
          Und ja, die Ärztin hat mich auf das Buch angesprochen, der Unterschied wäre halt, dass das Kind ein Schnuffeltuch/Kuscheltier haben dürfte. Ist ja bei JKKSL nicht der Fall.
          LG
          Nina

          • Hallo Nina,
            ich denke da könnte deine Ärztin recht haben, das war bei unserem Kleinen genauso, wenn ich abends hingegangen bin, konnte ich ihn NUR durch stillen beruhigen, alles andere hat ihn nur noch wütender gemacht, ist aber mein Mann hingegangen hat er sich auch durch singen oder tragen schnell beruhigt. Die Kleinen wissen also genau was geht und was nicht geht.
            Und so ganz ohne Protest und Tränen wird eine Veränderung der Stillgewohnheit auch in meinen Augen nicht gehen, aber wenn du mit liebevoller Konsequenz hinter deinem Tun stehst und deinem Baby Raum zur Trauer/Wut läßt und ihm beistehst, wird sie das auch akzeptieren und gestärkt aus der Situation rausgehen - denke ich ! Du mußt sie ja nicht abstillen, evtl. um 23 Uhr zuletzt und dann erst wieder morgens, das müßte sie auf jedenfall durchhalten können. Am Besten wäre natürlich wenn der Papa sie in der Zeit beruhigen könnte oder im Notfall eine andere Bezugsperson, die oma evtl. Alleine schreien würde ich sie auf keinen Fall lassen und ein Schnuffeltier kann da in meinen Augen auch noch nicht helfen. Viel Glück !

        "Ach und wenn du stillst, solltest du drauf achten das sie nicht dabei einschläft, dann wollen die Baby's nämlich beim aufwachen wieder die gleiche situation wie sie eingeschlafen sind"

        Das ist blanke Theorie! Den Beweis, dass das absolut kein in Stein gemeißeltes Gesetz ist, erleben all jene Mütter jede Nacht, deren Kinder alleine einschlafen und trotzdem nicht durchschlafen, und die Mütter, deren Kinder in den Schlaf begleitet werden und trotzdem durchschlafen. Davon ableitend die Empfehlung auszusprechen, das Kind MÜSSE lernen, alleine einzuschlafen, halte ich persönlich nicht wirklich für klug.

        • kast zahn schreibt darüber (ich hab das buch gelesen und bin schockiert über soviel sarkasmus)
          "aber lisa ist klug, sie hat gelernt, dass sie alleine einschläft, aber nachts immer noch die Brust bekommt. Also schläft sie abends schön alleine ein und verlangt im 2 stunden takt die Brust"

          (das hört sich für mich sehr sarkastisch an)

          aber du hast recht. mein sohn schläft immer schön in meinem arm ein. oder auch in seinem Bett ich liege daneben. und er wird wach und möchte dennoch stillen. obwohl die uasgangssituation genauso wieder ist, da ich spätenstens 2 stunden nachdem er eingeschlafen ist auch im bett neben ihm liege...

          • Auweia, ich nehme mal an, dass es sich bei Lisa nicht gerade um ein dreijähriges Kind handelt, oder? Finde ich immer wieder erstaunlich, welche bemerkenswerten intellektuellen Fähigkeiten schon kleinen Säuglingen zugetraut werden - erlebt man hier im Forum auch oft. ;-)

            Mein Sohn hat übrigens erst lange nach seinem dritten Geburtstag angefangen, wirklich durchzuschlafen, dabei kann er, seit er zwei ist, zuverlässig alleine einschlafen.
            Wie schon gesagt, alles blanke Theorie. Wer sich auf Morgenroth und Kast-Zahn verlässt, muss damit rechnen, bitterlich enttäuscht zu werden. #augen

    Deine Ärztin hängt einer Methode nach, die meiner Meinung nach eher in die 80er Jahre gehört als ins Jahr 2011. Die Schlafforschung hat sich aber weiter entwickelt und die Ärztin hat Fortbildungen in diese Richtung ganz offensichtlich versäumt.

    Ich hatte auch zuerst so einen Kinderarzt und fühlte mich nach einem Gespräch über die Schlafprobleme meiner Tochter deprimierter als vorher, so wie Du jetzt. Ich habe den Arzt gewechselt und Glück gehabt. Meine jetzige Kinderärztin ist Aisatin und an sich schon mal etwas lockerer bei diesem Thema. Geholfen hat sie uns zwar erst wesentlich später, aber zumindest hat sie mir mit ihrer Art das Gefühl genommen, ich hätte etwas falsch gemacht.

    Mit 2 Jahren wurden dann eine Schilddrüsenunterfunktion bei meiner Tochter festgestellt, was die Schlafprobleme z.T. erklärt hat. Und mit 3 Jahren war ich auch nochmal (alleine) bei einem Kinderpsychologen, der mir auch sehr gute Tipps geben konnte, nämlich dass alles ganz normal ist und meine Tochter in diesem Bereich einfach mehr Zeit und Unterstützung braucht.

    Ich kann dir sagen, dass ich mehrfach über meine Grenzen gegangen bin und diese Zeit für uns sehr schwer war. Aber wir haben es geschafft und selbst wir haben jetzt eine sehr gute Schläferin hier. Hat allerdings auch mehr als 3 Jahre gedauert.

    • Danke für Deine Antwort.
      Ich war nicht bei meiner Kinderärztin, mit ihr hatte ich schon alles durch. Also hatte sie mich an die Schreiambulanz weitergeleitet. Die kümmern sich ja auch um Schlaf- und Essprobleme bei Säuglingen. Sie hat sich da auf die Erfahrungen aus der Schreiambulanz München bezogen, das sei die älteste Schreiambulanz und die würden schon immer mit dieser Methode arbeiten.

      Wenn es nur um mich ginge, würde ich einfach weiter machen wie bisher. Ich habe allerdings noch einen 2 1/2 jährigen kleinen Jungen, der auch sehr unter der Situation leidet.

      LG
      Nina

Dein Baby hat doch in seinem jungen Leben schon genug mitgemacht.

Du fühlst, deine Tochter braucht dich. Alles in dir sträubt sich gegen die Vorschläge der Ärztin. Also mach es nicht.

Meine Tochter hat 1 Jahr lang alle 1-2 Stunden gestillt, 1/2 Jahr nur auf meinem Bauch geschlafen, 3 Jahre lang keine Nacht ohne mich verbracht und auch heute noch sitze ich an ihrem Bett, bis sie schläft.

Natürlich geht das alles an die Substanz, das ist klar. Aber lieber gehe ich an meine Substand als an die Substand meines Kindes.

lg

Hallo Nina,

lässt sich die Kleine immer durch Stillen und Kuscheln beruhigen? Wenn ja, ist die Lösung eigentlich recht simpel: hol sie zu dir ins Bett oder stell ihr Bett mit einer offenen Seite an dein Bett heran, so dass du dir nicht den Stress mit Aufstehen etc. geben musst.
Den meisten Kinderärzten fällt zum Thema Babyschlaf leider nichts anderes ein als die Ferber-Methode. Ich mag diese Methode auch so schon nicht, aber in deinem Fall würde ich sie erst recht nicht anwenden. Kinder schlafen in dem Alter selten alleine ein oder durch, und zwar einfach, weil sie es noch gar nicht können. Ich habe meinen Sohn von Anfang an immer schön brav wach ins Bett gelegt. Resultat war, dass er mit 4 Monaten urplötzlich nicht mehr alleine einschlafen konnte/wollte. Da war nichts anerzogen, er hat plötzlich mehr Nähe gebraucht, und Punkt. Es ist einfach riesengroßer Humbug, dass man einem Baby in dem Alter mit einer bestimmten Vorgehensweise irgendwas anerziehen/antrainieren kann.

Also mach dir keinen Kopf, dass du irgendwas falsch gemacht hättest. Das hast du sicher nicht. Sieh einfach zu, dass du dir die nächtlichen Unterbrechungen so bequem wie möglich machst, und hole dir eventuell ab und zu Unterstützung für den Tag, so dass du dich vielleicht tagsüber mal ausruhen kannst.

  • Vielen Dank für Deine Antwort und für Deinen Vorschlag.

    Aber Livia schläft schon im Beistellbettchen, denn das Bett ist schon mit dem großen Bruder belegt.

    Eine Unterstützung für tagsüber wäre klasse, habe aber niemanden, dem ich meine Kinder anvertrauen würde.

    LG
    Nina

Top Diskussionen anzeigen