Mutmachpost- vorsicht lang đŸ€ŁđŸ€Ș

Ein Mutmachpost fĂŒr alle, die auch so leiden, wie wir es getan haben 😅

Die ersten drei Monate waren geprÀgt von stillen, schlafen, pupsen, tragen und Windeln wechseln. Im Wochenbett habe ich es gemacht, wie man es machen sollte: Schlafen, wenn das Baby schlÀft.
Er hatte ziemlich schnell den Tag-Nacht-Rhythmus raus und verwöhnte uns mit vielen Stunden Schlaf in der Nacht. Es gab sogar NĂ€chte, in denen er 10 Stunden am StĂŒck durchschlief, sehr zum Leidwesen meiner BrĂŒste. Aber beschweren wollte ich mich nicht, im Gegenteil: Freudig gab ich vor meinen Freundinnen mit Kindern an. Unser Kind schlĂ€ft mit drei Monaten schon durch. Diese lĂ€chelten nur mĂŒde, wahrscheinlich weil sie wussten, was noch geschehen wĂŒrde.

Dann kam der 19 Wochen Schub, die 4 Monatsregression, man nennen sie, wie man will, ich bezeichne es auch gerne als "die lÀngste Nacht meines Lebens".
Von jetzt auf gleich wurden unsere TraumnĂ€chte zu AlptrĂ€ume: er wurde stĂŒndlich wach und ließ sich nur durch die Brust beruhigen.
Tragen? Nein danke. HĂŒpfend auf dem Pezziball? Schnuller? FöngerĂ€usche? Massage? Alles probiert, nichts hat geholfen. Nur die Brust.
Damit war mein Mann aus der Verantwortung raus (was soll ich denn tun? Er will nicht von mir beruhigt werden!) und schnarchte seelig neben mir weiter, wĂ€hrend ich mir die NĂ€chte um die Ohren schlug. Es gab NĂ€chte, da habe ich in meinem Handy eingetragen, wann ich wach geworden bin. Es war exakt immer nach einer Stunde. (Kurz zur Rettung meines Mannes: er hat ihn mir tagsĂŒber immer abgenommen, damit ich schlafen konnte. Ich bin abends auch immer frĂŒher ins Bett, damit ich schon etwas Schlaf haben konnte)

Nach den ersten Tagen dachte ich mir "ach, eine Phase". Nach zwei Wochen dachte ich "wow, ganz schön lange, wann hört das denn endlich auf?" Also begann ich zu googlen und stieß auf die Schlafregression. Das machte plötzlich alles Sinn und in dem Artikel, den ich las, stand drin, dass es bis zu 6 Wochen dauern könnte. 6 lange Wochen... aber was tut man nicht alles. Also wartete ich weiter.
Nach 6 Wochen war alles wie gehabt. Nach 8 auch. Ich fing an, BĂŒcher zum Thema Schlaf zu lesen. Versuchte, die Tipps umzusetzen. Kontaktierte eine Schlafberatung. FĂŒhrte Protokolle. Ich war kurz davor, dem Kind abends Brei in den Mund zu stopfen, obwohl wir noch gar nicht mit Beikost begonnen hatten, weil ich dachte, vielleicht schlĂ€ft er mit vollem Bauch besser (Spoiler: nein. Wir haben einen Monat spĂ€ter mit beikost begonnen, weil er soweit war und er aß auch gut abends, die NĂ€chte wĂŒrden trotzdem nicht besser).


5 Monate (!) SpĂ€ter ging es nicht mehr. Ich hatte Augenringe bis zu den FĂŒĂŸen, war stĂ€ndig gereizt (wie viele unnötige Streitigkeiten ich mit meinem Mann hatte) und fertig. Also zog ich ins Kinderzimmer, alleine. Die erste Nacht war schwierig. Unser Knirps beschwerte sich. Laut. Mein Mann gab aber alles. In der zweiten Nacht wurde es schon deutlich besser: er wurde zwei Mal wach und mein Mann brachte ihn mir zum stillen. In der dritten Nacht wurde er nur ein einziges Mal wach.

Seit 5 Monaten schlĂ€ft er nun bis auf eine Unterbrechung durch. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich ihm dieses nĂ€chtliche Dauerstillen und nuckeln angewöhnt habe (ich habe ĂŒbrigens nie zum Einschlafen gestillt, mein Mann bringt seit Geburt unseren Sohn ins Bett) und er es gar nicht brauchte. Wenn ich nicht da war, schlief er deutlich besser. Jetzt schlafen wir alle wieder zusammen im Schlafzimmer, unser Sohn neben meinem Mann im Bett und ich auf der anderen Seite meines Mannes. Wenn er wach wird, reicht mein Mann ihn rĂŒber.

Ich weiß, jedes Baby ist individuell und ich werde bestimmt auf Gegenwind stoßen, weil ich sage, dass ich ihm das Stillen angewöhnt habe.

Irgendwann wird der Schlaf besser, dass verspreche ich euch!

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Habe mal gelesen, dass Babys die Mama und ihre Milch riechen, wenn sie direkt daneben liegen und deshalb dann oft wach werden können.

WĂŒnsche euch weiterhin so tolle NĂ€chte.