Bedürfnis nach Veränderung - Schlafen, Schlaftraining???

Hallo zusammen,

Ich hoffe, dass mein Post nicht allzu viel Kritik erntet, obwohl das Thema sicher umstritten ist.
Mein Kind ist 5 Monate alt und hat die ersten 3,5 Monate super geschlafen. Seit etwa 6-8 Wochen schläft er total unruhig, wird oft wach und schläft manchmal auch gar nicht wieder ein oder nur Dauernuckeln an der Brust. Sicher gibt es schlimmeres, aber ich liege oft nachts daneben und weine mit, weil ich fix und fertig bin, ich komme einfach total schlecht damit klar, dass mein Schlaf so gestört wird und ich glaube auch, dass mein Kind nicht genug Schlaf bekommt. Abends sitze ich ab 20 Uhr im Schlafzimmer fest. Ich habe einfach das Gefühl, dass er es nicht schafft, die Schlafzyklen zu verbinden und schläft dann nicht wieder ein, wenn er im leichtschlaf ist oder erwacht. Ich bin einfach vom Charakter her so, dass ich ein starkes Bedürfnis habe, etwas zu ändern, was mich stört, sonst macht mich sowas schnell kaputt. Habe mir schon alle mögliche Literatur zu Schlaftraining durchgelesen, aber ich weiß nicht, ob und wie und was ich anfangen soll.
Hier lese ich immer, es ist eine Phase und es geht vorbei und ich muss mich damit abfinden - aber ganz im Ernst, nehmen das wirklich alle Muttis hier einfach so hin??? Hat keiner außer mir diesen starken Drang, irgendwie etwas zu ändern und zu verbessern? Hat denn niemand hier, und sei es noch so minimal, etwas unternommen um den Schlaf zu verbessern? Dann lese ich, manche sitzen noch neben ihrem zweijährigen Linda weil es nicht einschlafen kann oder nicht durchschläft, das kann ich mir einfach nicht für mich vorstellen. Ich zweifele so an mir selbstverständlich dass ich scheinbar die einzige bin, die das so fertig macht und die es nicht akzeptieren kann, aber ich fühle mich so machtlos und hoffnungslos. Ich bin auf der Suche nach echten Tipps, um unseren Schlaf zu verbessern - oder Gleichgesinnten, es kann doch nicht nur super entspannte Muttis gehen die alles so hinnehmen und dann trotzdem das Leben mit Baby toll finden:((

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Auch die Muttis, die das einfach so hinnehmen, sind dabei sicher nciht entspannt.
Du hast jetzt ein Baby und du wirst noch viele viele Situationen haben, in denen du nachgeben musst.
Es hilft wirklich ungemein die Situation anzunehmen wie sie eben ist. 😑😔

Du kannst sehr viel versuchen. Nur musst du dann auch bereit sein dafür alles zu geben. Die eine sitzt ebrn eine Std neben Linda am Bett. Die andere hüpft auf dem Gymnastikball etc pp. Du musst bereit sein das alles zu testen und nicht nach 2 Tagen aufzugeben.

Zusätzlich darfst du nicht vergessen, dass Babys Schlaf nciht lernen müssen, sie müssen lediglich älter werden und genug Sicherheit haben.
Schau mal, wir Erwachsene werden auch zig mal nachts wavh, öffnen die Augen, drehen uns um, ziehen die Decke an die Ohren, schlafen weiter ohne uns am nächsten Tag zu erinnern. Das geschieht zig Mal die Nacht. Ist uns zu kalt oder zu warm, werden wir gänzlich wach und ändern die Situation. Ein Baby kann das nicht. Es weint. Es ruft nach uns. Schläft dein Baby im Arm an der Brust ein und wird im Bett wach nachts, ruft es aus Angst und Bedürfnis nach Sicherheit. Würdest du anstatt im Bett nachts auf der Couch wach werden, würdest du auch erschrecken.

Weisst, was ich dir sagen will? Es ist eigentlich ganz einfach. Dein Baby muss nur älter werden. Je mehr Sicherheit du ihm gibst umso besser wird das irgendwann funktionieren.

Bei uns klappt es luxuriöserweise seit zig Monaten. Seit gut 1 Woche schläft sie in ihrem Bett. Sie wird zwischendurch wach, ich beobachte sie ja, dann schaut sie, sieht mich, wie ich da liege, legt den Kopf wieder an. Schläft weiter. Sie ist 9 Mte alt.

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Hallo liebe Blumi 😊

Leider kein Tipp von mir, aber ein Beitrag als Gleichgesinnte.
Bei uns waren auch die ersten 3 Monate super und dann fing das Chaos an. Tagsüber kaum geschlafen, immer nur 30 Minuten und dann nur auf dem Gymnastikball oder auf dem Arm. Nachts wieder oft wach, einschlafen nur mit Brust. Vorher hat sie 5-6 Stunden durchgeschlafen.

Es gibt keine Regelmäßigkeit mehr. Da sie gefühlt ständig müde ist, schaffe ich es nicht einen Schlafrhythmus einzuführen, außer dass wir abends zur gleichen Uhrzeit im Bett sind. Zwar schläft sie zügig ein, wenn ich sie auf dem Arm habe und ich kann sie auch nach 30 Minuten ablegen, aber ich kann das Schlafzimmer nicht verlassen, weil sie sofort hellwach ist, wenn sie merkt, ich bin nicht mehr da. Seitdem das erste Zähnchen vor 2 Wochen durchgebrochen ist, wird sie auch alle 1-2 Stunden nachts war und will auf den Arm. Vorher konnte ich sie mal beruhigen, in dem ich ihr meine Hand gebe. Schmerzen hat sie glaube ich nicht mehr, da es auch durch Zäpfchen oder Zahngel keine Veränderung gibt. Sie gewöhnt sich unglaublich schnell an alles und hat sich jetzt wieder dran gewöhnt auf dem Arm zu schlafen.

Ich kann dich so gut verstehen. Ich habe auch so viel gelesen, es wird besser, halte durch usw. aber ich habe das Gefühl es ändert sich nichts.
Ich gebe ihr, was sie braucht und würde sie niemals schreien lassen, aber es ist nicht so, als wäre mir das egal. Ich möchte endlich wieder einen Abend mit meinem Partner verbringen. Klingt egoistisch, ist aber einfach so.

Ich liebe meine Tochter und sie scheint einfach ein Kind zu sein, was unglaublich viel Unterstützung beim Schlafen benötigt, aber auch ich überlege seit langem, ob ich etwas falsch mache oder etwas ändern kann. Wenn es kurzzeitig besser wird, wird’s aber dann auch wieder schlechter. Es geht gefühlt nie lange Zeit bergauf 😅

Naja, es tut mir leid, dass ich dir keine aufmunternden Worte geben. Wir müssen da wohl durch und müssen uns immer sagen, dass unsere Mäuse das nicht absichtlich machen! Wir sind eben ihre Welt und ohne uns fühlen sie sich verloren. Sie sind ja noch nicht mal die Zeit auf der Welt, die sie bei uns im Bauch waren ...

Es wird sicher besser werden (zumindest sage ich mir das auch die ganze Zeit 😂), liebe Grüße 🌷

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Schlaftraining halte ich für eine wirklich grausame Methode 😥. Wir hatten auch ca. 4 Monate wirklich ganz schlimme Nächte, aber mit ca. 7 Monaten wurde es von selbst wieder viel besser. Ich war auch am Ende und ein Zombie, aber durch solche Phasen muss man irgendwie durch. Ich hätte mein Baby nie schreien lassen können nur um diese Phase abzukürzen. Jeder muss selbst entscheiden, was er tut, aber bitte denk nochmal ganz in Ruhe drüber nach. Viele Grüße

P.s.: bin auch über viele Monate mit meiner Tochter recht früh am Abend ins Bett gegangen. Seit ca. 3 Wochen können wir abends nochmal rausschleichen. Es wird besser.

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Nein, da muss man nicht durch. Auch wenn das gerne so propagiert wird und monatelanger Schlafentzug als „normal“ hingestellt wird. Ich empfehle das Buch „Precious Little Sleep“ oder den Kurs „Taking Cara Babies“. Die deutschsprachigen Ratgeber fand ich allesamt nicht sehr hilfreich. Man muss nicht immer schreien lassen, sondern kann auch mit der richtigen Schlafumgebung, Ritualen und passenden Wachzeiten schon viel erreichen. Viel Erfolg!

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Deine Buchtipps interessieren mich 👍 Darf ich fragen, was dort empfohlen wird im Unterschied zu hier bekannten Methoden?

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Ich kann leider nicht das ganze Buch zusammenfassen, aber grundsätzlich steht viel zu Ritualen und wie wichtig Konsistenz ist (z.B. jeden Tag selbe Schlafenszeit). Außerdem gibt es abhängig vom Alter des Babys und Ausgangssituation Tipps wie Babys lernen können selbständig einzuschlafen (nicht zwangsweise alleine), also z.B. ohne Stillen bzw. es gibt Tipps zum nächtlichen Abstillen (falls so gewünscht). Was ich an „Precious Little Sleep“ so mag ist, dass es sehr sachlich über Babyschlaf berichtet und die Bedürfnisse der Mutter nach Schlaf auch berücksichtigt. Die Autorin hat einen Account bei Instagram.

Taking Cara Babies ist ein Kurs, aber es gibt einen tollen Blog mit kostenlosen Materialien und einen sehr coolen Account bei Instagram mit vielen Infos (Wachzeiten, Schlafumgebung).

Beide schreiben auch sehr sachlich darüber was „schreien lassen“ bedeutet und warum es eben nicht das Urvertrauen zerstört (ich hasse es wenn das behauptet wird, werde mich hier auch nicht zu einer Diskussion dazu einlassen). Wenn ein Baby 30min im Auto schreit und den Rest des Tages liebevoll umsorgt wird, beeinträchtigt das die Bindung zu den Eltern schließlich auch nicht.

Unser Sohn schläft seit dem 6. Monat durch, wenn er nachts aufwacht und weint, holen wir ihn zu uns. Grundsätzlich schläft er aber am liebsten in seinem Bett (auch nicht im Kinderwagen, leider 😅).

Viel Erfolg und alles Gute!

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Hi
Wir haben ähnliche Probleme. 13 Monate alt ist unser zwerg und schlafen ist nicht sein Ding. Ja ich bin ein Zombie und mit etwas mehr Schlaf wäre ich definitiv ein glücklicherer Mensch bzw Mutter. Gestern wurde er das erste mal seit Geburt nur 1 mal wach!! Ich war am nächsten Morgen ein anderer Mensch. Es war so schön. Letzte Nacht dann wieder Horror 😞

Wäre es einfach was zu ändern würde es jede Mutter tun und die Situation nicht akzeptieren. Leider ist es aber so, dass viele Kinder einfach so sind und man tatsächlich nicht viel machen kann. Beim ersten kind habe ich viel probiert. Geändert hat es nie etwas. Wir hatten aber einen weg gefunden der für alle ok war. Das Schlafproblem war aber wesentlich kleiner als beim 2. kind. Auch hier habe ich diverses probiert. Schlafumgebung verändert. Anderes Bett, andere Temperatur, rituale, schlafzeiten verändert, tagesschlaf extrem konsequent eingehalten, wachphasen beachtet, essen angepasst und und... alles hat nichts gebracht! Genau 0 Veränderung.

So ... dann akzeptiere ich die Situation. Ein schlaftraininf schaffe ich nicht. Da bin ich zu sensibel und schwach. Solange ich meinen alltag mit 2 Kindern noch meistern kann .. mache ich so weiter. Ich stille nachts weiter. Mit der Hoffnung dass es bald besser wird.
Mein Umfeld ist nicht begeistert. Ist mir inzwischen egal.

Du musst für dich entscheiden.

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Nein auf keinen Fall nehmen das alle so hin. Aber ich denke die Mütter, die hier im Forum schreiben haben alle eher ähnliche Ansichten. Bei mir im Bekanntenkreis (alle um die 30 Jahre) weiß ich von 4 Frauen, mich eingeschlossen, die alle eine Schlaftrainingsmethode angewandt haben, als die Kinder um 1 Jahr alt waren. Es gibt viele Frauen die es nicht normal bzw. gesund finden wenn ein Kind nur durch Ablenkungen (Tragen, Stillen, Schaukeln, Flasche usw.) in den Schlaf findet. Wir reden wohlgemerkt von Kleinkindern nicht von Säuglingen. Naja, auf jeden Fall war das Thema bei uns allen nach ca. einer Woche durch. Die Kinder sind besser drauf, weil sie endlich den Schlaf bekommen, den sie brauchen und die Eltern natürlich auch. Hab keine Angst etwas an eurer Situation bzu ändern!

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Hallo,
Ich lese hier mal mit und bin jetzt wirklich neugierig, auch wenn mein Kind noch lange nicht 1 Jahr alt ist. Was habt ihr denn verändert, dass es solche Erfolge gab?

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Naja, egal welche Methode man sich da raussucht, es läuft ja immer darauf hinaus, dass das Kind im Bett schlafen soll. Das heißt, es läuft so ab, dass das Kind nach einem schönen, kuscheligen Abendritual ins Gitterbett gelegt wird und dann da bleibt bis es einschläft. Man selber kann dann entscheiden, ob man auf einem Stuhl neben dem Bett sitzen bleibt oder das Zimmer verlässt und in immer länger werdenden Abständen zum Kind geht, um es zu trösten (Maximum lag bei uns bei 7 Minuten). Nach ca. 2 Minuten sollte man dann aber wieder rausgehen. Das Kind protestiert natürlich in den meisten Fällen, weil es ja noch nicht kennengelernt hat, im Bett einzuschlafen. Es möchte logischerweise wieder die Flasche oder getragen werden oder ähnliches. Zwei Tage war es sehr hart und unsere Tochter hat lange gebraucht einzuschlafen. Sie hat sich nach ca. 40 Minuten dann aber bewusst hingelegt und hat geschlafen. Am zweiten Tag genauso und dann wurden die Einschlafzeiten immer kürzer. Heute schläft meine Tochter meistens schon ein wenn die Spieluhr noch läuft. Das Kind sollte natürlich abends auch müde sein, dass ist Voraussetzung, sonst wird das Einschlafen ja unnötig erschwert. Wir haben vieles ausprobiert und diese Methode war die einzige Erfolgreiche und sehr schnell. Klar ist es nicht schön, das eigene Kind weinen zu sehen, aber ich finde die Alternative auch nicht akzeptabel.

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Ich habe eine Kur mit den Wala Passiflora Kinderzäpfchen gemacht von 2 wochen oder 10 Tage. + Schlafttraining habe ihn mal schreien lassen bis er gelernt hat sich selbst zu regulieren ohne Schnuller, stillen.Seit her schläft er 9 Stunden am Stück ohne Unterbrechung und ist viel glücklicher und ausgeglichener, vom Schreibaby zum happy Baby. Er hatte eindeutig schlafmangel und ich auch. Lg ☀️😊

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Wenn Du diverse Schlafratgeber gelesen hast, weißt Du ja, daß eigentlich alle empfehlen, einschlafen ohne für Dich unangenehme Einschlaf-Assoziation lernen zu lassen. Es heißt, wenn das Baby abends ohne Stillen / Schuckeln / etc einschlafen kann, kann es auch nachts ohne sowas weiter schlafen. Ob das tatsächlich so ist, und vor allem auch so bleibt, kann ich nicht sagen. Ich kämpfe seit ca 4 Monaten mit miesen Nächten, Kind ist jetzt 7,4 Monate alt. Hab aber noch nix in der Hinsicht probiert, wollte jetzt damit anfangen.

Das Schlaftraining nach Ferber ("Jedes Kind kann schlafen lernen") ist ja ausdrücklich nicht für kleine Babys gedacht und auch nur als Notlösung erschienen. Offiziell frühestens mit 6 Monaten, wobei ich mir das auch nicht vorstellen kann.

Ich würde mir an Deiner Stelle vielleicht ein Ziel setzen, bis zu welchem Alter Du jetzt noch so durchhältst und hoffst, daß es von alleine besser wird. ZB mit 6 Monaten. Und dann kannst Du ja tatsächlich an der Einschlaf-Assoziation arbeiten (damit meine ich nicht ferbern). Ist sicher hart, aber kann wohl klappen.
Flasche ist auch besser für längere Schlafphasen. Ich würde deshalb nicht abstillen, aber Du kannst es Dir ja überlegen. Eine Garantie gibt es natürlich trotzdem nicht.