Alleine Einschlafen ohne Schreien lassen

Hallo,
ich habe ein etwas längerem Anliegen und hoffe sehr, dass ich hier die ein oder andere Mama finde, die ähnliches durchgemacht hat und gute Tips haben könnte.
Meine kleine Tochter ist jetzt 6,5 Monate alt und muss zum Einschlafen immer in den Armen getragen werden (Tagsüber und in der Nacht), da für mich Schlaftraining mit Schreien lassen (auch nicht kontrolliert) keine Option ist (!). Das gute zuerst, durch meine Methode, die wirklich sehr viel Zeit und Geduld braucht, haben wir es geschafft, dass sie zum einen Nachts nach dem Einschlafen tatsächlich brav im Beistellbettchen bleibt und nicht alle 30 bis 45 Minuten schreien aufwacht, wie es noch vor fast 4 Monate der Fall war. Auch Tagsüber bleibt sie meist liegen (zuvor konnte sie nur in den Armen schlafen). Zum Anderen schläft sie schon seit langen Nachts meist 5 bis fast 7 Stunden am Stück. Wenn sie dann zum Trinken aufwacht weint sie auch nicht, sie ist einfach wach. Nach dem Trinken schläft sie meist ohne Probleme 3 bis 4 stunden weiter.
Nun zum Problem:
Sie schläft fast ausschließlich nur wenn sie getragen wird ein (wenn Einschlafstillen nicht erfolgreich war), und zwar auch nur von mir. Das heißt ich muss sie Tagsüber 3 bis 4 Mal zum einschlafen tragen und Nachts noch einmal. Das ganze kann dann mit glück 30 Minuten gehen, mit Pech gute 2 Stunden (mit immer wieder ablegen), letzteres insbesondere am Abend. Sie wird langsam wirklich schwer und ich bin am Rande der Verzweiflung, da ich zum Teil das Gefühl habe den ganzen Tag nur mit Einschlaf-tragen beschäftigt zu sein. Auch mache ich mir schwere vorwürfe es sei meine Schuld.
Hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht und eine Methode für sich gefunden, ohne Schreien lassen? und wenn nicht, hat jemand die Erfahrung gemacht, dass euer Kind irgendwann einfach von alleine nicht mehr in den Schlaf getragen werden wollte?
Man hört so viele verschiedene Ansätze zu dem Thema und ich würde einfach mal gerne tatsächliche Erfahrungsberichte gelesen.
Kann mir jemand ein bisschen Hoffnung geben, dass alles besser wird? :-D
Sorry für den langen Post und ich freue mich auf eure Antworten

Tragt ihr eure Babys in den Schlaf?

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Unsere Kinder haben wir beide von Anfang an im Elternbett/Familienbett in den Schlaf gestillt. Wenn sie dabei nicht einschliefen dann bin ich trotzdem mit ihnen liegen geblieben, im dunklen, ruhigen Zimmer.
Baby2 hat etwa ab Woche 3 Abends geschrien...das war furchtbar, aber da hat auch nichts geholfen, weder Tragen, noch schuckeln noch Handstandüberschlag 🤷‍♀️ das mussten wir gemeinsam aushalten.
Tags schliefen sie meist in der Trage, im Kiwa, einfach auf einer Decke im Wohnzimmer oder Baby1 auch im Bett.
Allein eingeschlafen sind meine Kinder mit 2,5 bzw 4 Jahren zum je ersten mal.

Letztlich kann sich leider alles zu einer Einschlafassoziation entwickeln. Tragen ist leider häufig eine und man hört auch häufig von den Eltern der 6, 7,10 Monate alten Babys das es ihnen zu schwer wird, das sie Rückenschmerzen bekommen usw. 😬🤷‍♀️

Ich glaube das Eltern ihren Babys durchaus dabei helfen können solche liebgewonnene Gewohnheiten abzulegen und dadurch freier zu werden. Aber sich von Gewohnheiten zu trennen bedeutet nun mal immer ein gewisses Maß an Stress..und das wird sich fast immer in Weinen entladen.
Aber ein weinendes Baby zu begleiten, Trost durch Nähe und streicheln anzubieten und dabei Gelassenheit auszustrahlen ist m.M.n. auch Welten entfernt von 'Schreien-lassen' 🙂

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Hast natürlich vollkommen recht, dass Veränderungen nun mal sein müssen und mit Stress verbunden sind. Leider finde ich bis jetzt nicht den richtigen Weg für unsere Kleine. Denn bei ihr ist nicht ein bisschen Quengeln sondern richtig Brüllen und Weinen von 0 auf 100 gefühlt sofort. Als sie ca. 4 Monate alt habe ich ungelogen fast 3 Wochen es verzweifelt versucht. Habe sie wenn sie müde war konsequent abgelegt, bin aber immer bei ihr geblieben. Wenn sie geweint hat sofort hochgehoben, beruhigt und wieder abgelegt, wo sie dann meist noch bevor sie die Matratze berührt hat wieder losgelegt hat. Manchmal lag sie dann doch 5 Minuten ohne brüllen aber sobald das Gähnen und Augenreiben losging kam auch das Brüllen und Weinen wieder. Das ganze dauerte zum Teil Stunden und führte zu nichts. Auch nicht mit Spieluhr, und kuscheln. Nur Tragen oder Stillen. Ich musste dann wieder aufgeben. :-(

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Hmmm...warum hast du sie denn sofort hochgenommen wenn sie begann zu weinen? Warum nicht einfach im Liegen trösten, streicheln, Ruhe ausstrahlen? Dieses 'hochnehmen' ist ja jedesmal ein 'aus der Situation nehmen' und so wie ich MEINE Kinder kenne hätten sie die Erfahrung machen müssen sich IN der Situation (liegend im Bett) beruhigen zu können, um das als mögliche Einschlafposition akzeptieren zu können (ich gehe hier immer von einem Bett aus in dem die Bezugsperson mit drin liegt und körperkontakt möglich ist!)

Ein willenstarkes und durchsetzungsstarkes Baby 🙂 ich finde es ist wunderbar wenn so ein Baby diese Eigenschaften behält, das werden Kinder die wissen was sie wollen und für sich einstehen können! 👍
Die Eltern müssen halt lernen zu unterscheiden zwischen den Bedürfnissen (überlebenswichtig) und den Wünschen (schön wärs - aber nicht unbedingt notwendig) ihrer Kinder...denn sie werden beides (Wünsche und Bedürfnisse) mit gleicher vehemenz fordern 😉 (habe so ein tolles Kind zuhause, mittlerweile 6 Jahre).
Und es ist oft nicht leicht den 'Unmut' solcher Kinder auszuhalten 😅🙈

Es ist super hilfreich wenn sich die Eltern vor einer Änderung in der Routine (Egal ob Schlafen oder später bei älteren Kindern andere Dinge) sehr genau und detailiert überlegen WAS sie erreichen wollen und OB das Ziel ZUMUTBAR ist.
Was: Einschlafen liegend im Bett, mit körperkontakt zur Bezugsperson
Zumutbar? Ja/Nein
Denn wenn man sich KLAR gemacht hat das man nichts unzumutbares von seinem Kind verlangt und es bei dieser Veränderung physisch und psychisch begleitet....dann hat man auch die nötige innere Entschlossenheit (das mindsetting) um seinem Kind mit KLARHEIT und Gelassenheit bei der neuen Erfahrung zu helfen. Der Frust, die Verwirrung (u.U. lautes Brüllen) sind okay! Das sind Gefühle die gefühlt werden dürfen. Und Kinder können diese Gefühle aushalten...aber nur (!) wenn ihre Bezugsperson sie aushalten kann 🙂

Bearbeitet von sasaju
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Unser Sohn hat in den ersten 6 Monaten nur mit Körperkontakt geschlafen, danach konnte man ihn plötzlich schlafend ablegen. Bis er 1,5 Jahre alt war, ist er nur beim Stillen oder in der Trage eingeschlafen, dann war es auch im Bett kuschelnd möglich. Mit 2 Jahren fing es an, dass er sich immer Mal wegbewegt hat und ohne Körperkontakt eingeschlafen ist. Mit 2,5 Jahren hat er uns aus dem Raum geschickt, damit er ungestört sein Hörbuch hören kann, mit dem er dann eingeschlafen ist. Er ist jetzt 4 Jahre alt und bis auf ein paar Wochen vor der Geburt des Geschwisterchens und zweimal an Heilig Abend, ist er seitdem immer problemlos alleine eingeschlafen.

Unsere Tochter war ähnlich, konnte aber immerhin von Anfang an auch mit Bewegung (Auto, Kinderwagen) einschlafen, was wir zum Anlass genommen haben, eine Federwiege anzuschaffen. Das hat sie nach etwas Arbeit auch gut akzeptiert. Mittlerweile (16 Monate) kann sie mir wenig Körperkontakt oder sogar ganz ohne Kontakt, aber immer begleitet, im Bett liegend mit etwas Musik alleine einschlafen.

Änderungen bezüglich des einschlafens haben nie funktioniert, wenn wir Eltern das beschlossen haben (und beim ersten Kind haben wir echt viel probiert). Das einzige, war wir tun konnten, ist Veränderungen beim Kind erkennen und daran anknüpfen. (Also beispielsweise als unser Sohn mit knapp 1,5 Jahren manchmal, obwohl er beim Stillen nicht eingeschlafen war, sich mit etwas Singen beruhigen ließ und einschlief, war das unser Signal, es auch mal ohne stillen zu versuchen.)

Wenn dein Baby im Arm einschlafen kann, würde ich dran bleiben und sie an das Einschlafen in der Trage gewöhnen, das ist körperlich viel einfacher. Wenn das Einschlafen öfter über 30min dauert, würde ich eventuell die Anzahl der Schläfchen reduzieren, denn dann ist sie vermutlich nicht müde genug. Ansonsten darfst du darauf vertrauen, dass es durch Reifung von alleine besser wird - aber es kann auch noch etwas dauern.

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Wir haben alle unsere 4 Kinder so lange einschlafbegleitet, bis sie selbst es nicht mehr wollten (1. Kind 8/9 Monate, 2. Kind so 12/13 Monate, 3. und 4. Kind so 2/3/4 Monate lang). Außer Kind 1 schliefen alle im FB.
ABER wir haben sie von Anfang an ausschließlich im Sitzen/Liegen im Arm wiegend in den Schlaf gekuschelt (Flaschenkinder). Das war für uns die einzige Variante, die wir bereit waren langfristig durchzuziehen. Und es war obendrein einfach nur sau-gemütlich und kuschelig warm.

Kind 2 war monatelang ein Hardcore-Tragling mit 24/7 Körperkontakt. Schlief er tagsüber in seiner heißgeliebten Trage ein, setzte ich mich auch gleich hin und ruhte mich aus. Klappte prima.

Vielleicht könntest du dein Baby im Sitzen in den Schlaf wiegen? Das ist zum einen bequemer und zum anderen hat dein Baby trotzdem noch etwas Bewegung dabei. Möglicherweise wird es weinen, weil es eine liebgewonnene Angewohnheit aufgeben muss (rumgetragen zu werden), aber du bist ja da, hältst es im Arm, tröstest es/stillst es, die Trauer wird rasch überwunden sein.
Oder du packst dein Baby stattdessen in die Trage (was ich persönlich nicht machen würde und schon gar nicht nachts 😅…bin da ehrlich).

Alles Gute für euch!

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Mein Sohn schläft bei mir zu 90% auf dem Arm durch den pezziball ein. Manchmal auch im Bett, aber dann muss ich direkt neben ihm liegen. Leider fordert er das bei mir auch oft in der Nacht ein, was es im Moment echt anstrengend macht . Bei meinem Mann ist das überhaupt nicht so.. ich weiß wie hardcore das ist .. ich versuche mich In Akzeptanz oder lasse meinen Mann mehr übernehmen. Was genau klappt denn bei deiner Tochter und dem
Papa nicht ?

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Sie mag gerne mit Papa spielen und getragen werden solange sie wach und fit ist. Sie freut sich auch immer sehr wenn er von de Arbeit Nachhause kommt. Aber sobald sie müde wird und schlafen möchte fängt sie an zu weinen und zu brüllen und den Raum nach mir zu suchen. Wir haben es schon versucht, dass ich den Raum verlassen und er sie beruhigt und zum einschlafen bringt. Aber keine Chance. Sie hat Ausdauer. Wird lauter und lauter und schläft absolut nicht ein, sondern steigert sich rein bis ich sie in den Armen nehme

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Huhu

Mein Tipp wäre eine Trage oder ein Gymnastikball 😅
Die Trage entlastet wirklich deutlich im Vergleich zum tragen auf dem Arm, der Ball ist super zum wippen, statt tragen. Darüber haben wir es bei der großen auch geschafft es anzugewöhnen, langsam weniger Wippen, kurz bevor sie schlaft aufhören, im Zweifelsfall wieder anfangen 😁
Meinen Sohn trage ich auch mit über 1 noch hin und wieder km den Schlaf, entweder, wenn wir eh unterwegs sind und er in der Trage ist oder abends, wenn er sonst nicht zur Ruhe kommt ☺️

Liebe Grüße

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#Winter Ja, die Trage mag sie ganz gerne und schläft manchmal darin auch ein. Letztendlich geht das aber mit ihre beinahe 8 kg auch ordentlich an den Rücken #schwitz und abends mache ich das nicht mehr. Was auch manchmal hilft ist der Schaukelstuhl. Allerdings wenn sie shcon leicht schläfrig ist. Vorher muss man mir ihr in Bewegung bleiben

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Hi,
bei uns ist es das gleiche Spiel, allerdings nicht mit Tragen sondern mit Stillen.
Mein Zwerg ist seit kurzem 6 Monate alt und wir haben nun angefangen, ihn umzugewöhnen.
Für mich kam schreien lassen auch nie in Frrage.
Klar dauert das ne Weile und ein paar Tränen gibt es ganz selten auch, aber mit unserer Methode dauert es bisher abends zwar immer ein bisschen, aber es gab bisher nur ganz selten mal Geschrei.

Ich habe mir ein neues Ritual überlegt mit dem wir jeden Abend starten.
Gedimmtes Licht, Spieluhr, nach der frischen Windel eine kleine Massage, dann Schlafsack an und kurz auf den Arm etwas kuscheln.
Musik aus und dann leg ich ihn kurz an.
Aber anders als vorher nicht so lange bis er schläft sondern nur bis er ganz kurz davor ist.
Wenn die Augen zufallen und die Körperspannung nachlässt, lege ich ihn noch leicht wach in sein Bett. Dann klopfe ich ihm ganz leicht auf den Rücken, bis er eingeschlafen ist. Sollte er es nicht schaffen und anfangen zu weinen, nehme ich ihn sofort wieder hoch, gebe ihm wieder die Brust und warte wieder bis er an dem Müdigkeitspunkt ist. Ich lasse ihn also nicht Schreien oder so.
Am Anfang fand er das abdocken natürlich total doof. Aber wir sind jetzt seit knapp einer Woche dran und es wird immer einfacher. Gefühlt brauchen wir jeden Abend 5 Minuten weniger stillen und er beruhigt sich nur durch das sanfte Klopfen.
Vielleicht klappt das ja bei euch auch.

Grundsätzlich muss man aber leider sagen, dass diese elterngemachte Änderung beim Einschlafen für ein Baby eine riesen Herausforderung ist und natürlich nicht auf willkommene Gegenliebe vom Baby stößt. Warum sollte es etwas anderes akzeptieren, wenn das davor doch total schön war.
Immerhin tauscht ihr Sicherheit und Wärme quasi gegen Schutzlosigkeit und ein kaltes Bett.
Dein Baby weiß ja nichts von abschließbaren Häusern und Zentralheizung.

Liebe Grüße

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Warum denn 'Schuztlosigkeit und ein kaltes Bett' ich kann mich doch MIT meinem Baby in ein warmes Bett legen und körperkontakt anbieten. Das einzige was da wegfällt ist die Bewegung 🤷‍♀️

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Die TE schrieb, dass ihre Tochter im Beistellbettchen schlafen soll.
Ich weiß nicht wie groß euer Beistellbett ist, bzw. wie du dir vorstellst, dass die TE sich da mit reinquetscht.
Und die Darstellung die ich gewählt habe, war bewusst etwas überdramatisiert um möglichst viel Verständnis bei der TE für ihr Baby hervorzurufen und bedeutet nicht dass sie das Beistellbett draußen im kalten Garten aufstellen soll.

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Mein Sohn hatte so mit 3/4 Monaten eine Phase, wo er tagsüber nur in der Trage schlafen wollte. Nachts war nie ein Problem, da konnte er eigentlich schon immer allein einschlafen. In der Trage ging für mich dann aber recht schnell nicht mehr wegen Rückenschmerzen. Ich habe mich dann mit ihm aufs Sofa gelegt, seine Lieblingsmusik angemacht und gekuschelt. Das ging nicht ganz ohne Weinen, aber ich habe ihn ja getröstet, er hatte Körperkontakt, konnte meinen Herzschlag hören, wad halt nur keine Bewegung mehr. Nach 2 Tagen war der Spuk vorbei, mittlerweile geht normalerweise wieder alles (Ok, je nach Tahesform 😅)

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Habt ihr es schonmal mit monotonen Geräuschen probiert? Klappt bei uns super! Hier ein toller YT Tipp
https://youtube.com/@sound4silence788

Grüße aus München