Ist das Loch nach der zweiten FG weniger tief?

    • (1) 31.01.19 - 16:23

      Hallo Ihr Lieben,

      Erstmal tut es mir sehr leid, für alle, die durch die Erfahrung eines Aborts durch müssen. Ich hatte am Montag meine zweite Ausschabung. Nach der ersten FG bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Ich denke, es war schon ein richtige Depression. Bin nach zwei Wochen wieder arbeiten gegangen und ich denke im Nachhinein, dass es zu früh war. Nun nach der zweiten FG habe ich mir vorgenommen, nicht wieder in dieses Loch zu fallen. Ich weiß, dass ich Trauer verarbeiten muss und ich denke, das tue ich auch. Aber die Zeit zieht sich gerade wie Kaugummi und ich denke, ich werde am Montag wieder arbeiten gehen. Durch die Erfahrung der ersten Fehlgeburt, habe ich mich in der zweiten Schwangerschaft irgendwie mit angezogener Handbremse gefreut, immer mit der Angst im Hinterkopf. Ich denke, das war wie ein Selbstschutz, der mich jetzt hoffentlich, vor dem tiefen Loch schützt. Andererseits kann man dann die Schwangerschaft nie richtig genießen und ist emotional etwas distanzierter. Aber der Zug ist jetzt nach dieser zweiten Erfahrung mit Sicherheit erst recht abgefahren... Wie war das bei Euch? Ist die erste FG immer die schlimmste? Kann man das überhaupt so sagen?
      Liebe Grüße

      • Hallo Du Liebe, also ich für mich würde sagen, dass meine erste Fehlgeburt am schlimmsten war, ja! Es hat mich so unvorbereitet getroffen und ich bin wirklich in ein riesiges Loch gefallen....
        Ich hatte nun insgesamt 3 Ausschabungen ( über einen langen Zeitraum, 15 Jahre) und kann damit heute besser umgehen, würde ich sagen. Die Trauer ist die gleiche, aber ich habe für mich bessere Wege gefunden, alles zu verarbeiten.
        Viel Kraft für Dich!

        • Es tut irgendwie gut so etwas zu lesen. Ich habe manchmal Angst, dass ich es mir nur einrede, aber ich denke insgeheim auch, dass ich jetzt besser damit umgehen kann.

      Es tut mir sehr leid für dich!

      Ich musste unser Pünktchen gestern gehen lassen. Momentan sieht es so aus als würde ich ohne AS davon kommen.

      Genauso wie du fühle ich mich irgendwie ohnmächtig, gelähmt von Trauer und Schmerz. Dazu kommen die körperlichen Schmerzen. Bekam heute (einen Tag nach FG) den Rat ich solle mich nicht so gehen lassen... 😡

      Ich kann dir leider nicht sagen wie man den Weg aus diesem Loch findet, aber ich wünsche allen in dieser Situation, dass es bald wieder besser wird. Und natürlich viele Regenbogenbabies...🌈

    Hallo Liebes,

    tut mir leid für den Verlust.

    Ich muss sagen, dass beide FGs bei mir unterschiedlich schlimm waren. Bei der 1. FG war ich unerfahren und wusste nicht wie ich damit umgehen soll. Daher war es sehr schlimm für mich und ich habe lange gebraucht, um es zu verarbeiten. Jedoch war ich da erst in der 5.SSW. Danach war ich aber ziemlich angespannt und habe auch wie verrückt getestet, was Druck auf die ganze Babyplanung bedeutete. Dann bin ich schwanger geworden und war happy aber immer in Angst. Wir waren trotzdem optimistisch und mein Mann war in großer Vorfreude und hat schon einige Sachen für unser Wunder besorgt. Als ich in der 9.SSW ein komisches Gefühl hatte, sind wir zum FA und dann die Diagnose. Es hat uns sehr tief getroffen. Mein Mann war auch fertig mit der Welt. Man hat es zwar schon mal durchgemacht, aber dieser Schmerz saß tiefer, da man schon weiter war und sich eigentlich sicher war, dass dieses Mal alles gut wird. Ich konnte mit dieser Situation besser umgehen und konnte es auch schneller verarbeiten, aber schlimmer war es schon für mich.

    Jetzt bin ich aber gelassener geworden und weiß auch, dass wenn ich wieder schwanger werde, es ruhiger angehen werde. Ich habe gelernt, dass ich die Dinge nicht beeinflussen und es kommt wie es kommen soll. Das liegt nicht in unserer Hand. Ich mache auch keine Tests mehr und bestimme meinen ES auch nicht. Ich lasse es auf mich zukommen. So lebe ich stressfreier und hoffe, dass wir bald wieder beschenkt werden.


    So viel zu meiner Erfahrung. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

    LG Kristina mit 2 Sternchen tief im Herzen.

    • Das liest sich sehr schön, ich wünsche Dir von Herzen, dass auch Du bald ein Baby in den Armen halten darfst! Und Deine Einstellung, dass vieles einfach nicht im unserer Hand liegt, das teile ich zu 100%!

      • Vielen Dank, Liebes.

        Es ist leider so und wir müssen es so akzeptieren.

        Wir müssen daran glauben und hoffen. Mehr können wir leider nicht tun.

        Auch dir wünsche ich vom Herzen alles Gute und hoffe, dass auch du bald beschenkt wirst.

    Danke für deine Worte und deine Erfahrung. Es stimmt, was du schreibst und ich hoffe auch, dass ich trotz allem immer noch irgendwie auf das Gute vertrauen kann. Bei uns kommt leider noch hinzu, dass wir auf Hilfe zum Schwangerwerden angewiesen sind. Aus unbekannten Gründen hat natürlich noch nie geklappt, sondern nur mit IVF. Das macht es noch schwerer, den Druck rauszunehmen, denn im Versuch ist er omnipräsent.

    • Das kann ich gut verstehen. Jedoch versuche deinem Körper zu vertrauen und glaube an dein Wunder, wenn es wieder soweit ist. Es ist nicht einfach den Stress wegzunehmen, aber es hilft dem Körper unheimlich. Versuche dich mit etwas abzulenken. Ich gehe zum Beispiel zum Yoga und meditiere auch regelmäßig. Das hilft mir ruhig zu bleiben und die Dinge im Leben so zu akzeptieren wie sie gerade sind, auch wenn es mir nicht gefällt.

      Ich wünsche dir sehr viel Kraft das alles durchzustehen.

      Viel Segen und Glück.

      LG

(12) 31.01.19 - 18:30

Hi,
Musste letzte Woche auch mein Sternchen ziehen lassen.
Hat vor zwei Jahren eine MA mit Ausschabung.
Das erste Mal war ein tiefes Loch Weil man ja denkt mir passiert sowas nicht.
Danach war ich wieder schwanger und habe 2017 ein kerngesunden Jungen bekommen.
Und jetzt wollte wir an Wunder 2 basteln.
Ich war gleich beim ersten Versuch schwanger.
Dir Freude war mega aber die Angst war noch größer.
Wir dachten ein zweites Mal wird hoffentlich nichts passieren.
Aber das Leben bestraft einen immer wieder.
Es war das 2. Schlimm aber nicht so schlimm wie beim 1.
Wir waren vorsichtiger mit dem Freuen.

  • (13) 01.02.19 - 15:34

    Es tut mir leid, was du durchmachen musst. Ich habe mich letzte Woche auch noch auf mein Septemberbaby gefreut und nun ist alles vorbei. Eigentich wären wir jetzt komplett mit unseren drei Sternchen. Aber anscheinend sollen wir den schweren Weg gehen. Es geht mir erstaunlicherweise schon ganz ok. Noch wird nicht aufgegeben! Ich wünsche dir alles Liebe!

Hallo,
die 1.(11.ssw)fand ich tatsächlich auch am Schlimmsten. Die Folgenden drei waren recht früh. Das hat mich irgendwann sehr frustriert. Insgesamt hatte ich in den letzten 12 Jahren 10FGn. Drei davon mit Ausschabungen.
Am Schlimmsten war die in der 12.SSW, weil da nix auf eine FG hingedeutet hat.
Die letzte war im Juli in der 9.SSW. Das Baby war zeitgerecht entwickelt, aber irgendwas muss nicht gestimmt haben, das Herzchen hörte einfach auf zu schlagen.
Ich bin jetzt noch immer mal sehr traurig, weil wir für das Kleine fast ein Jahr gebraucht haben und jetzt schon wieder acht Zyklen seitdem rum sind...
Aber ja, ich denke man lernt immer besser damit umzugehen und tatsächlich, wie schon geschrieben , Freude mit angezogener Handbremse, damit der Fall nicht zu tief wird.
LG

(16) 31.01.19 - 21:05

Hallo nephiala,

es tut mir leid, dass du das nun das zweite Mal durchmachen musstest.

Ich, für meinen Teil, kann behaupten, dass es bei der 1.FG am schlimmsten war (MA mit AS in der 14.SSW). Im Kopf hatte ich schon das Kinderzimmer eingerichtet. Hatte mich ab der 12.SSW sehr sicher gefühlt. Umso größer war der Schlag dann.

Vier Monate später hatte ich eine ELSS mit Not-OP, das war eine ganz andere Nummer und hat mich ordentlich traumatisiert. Aber ich hatte noch nicht so eine Bindung aufgebaut, wie beim ersten Mal.

Die dritte FG dann war wieder eine ELSS, dieses Mal aber rechtzeitig entdeckt und von alleine wieder abgegangen. Und wie ich finde, auch nicht so schlimm wie die erste FG.

Allerdings hat mich dann die Summe an Ereignissen so aus der Bahn geworfen, dass ich dann erstmal für 9 Wochen in eine psychosomatische Klinik bin.
Das hat mir sehr geholfen.

Danach hatte ich noch eine ELSS und dann klappte endlich die erste IVF und mein Sohn kam zur Welt.

Jetzt arbeiten wir gerade am Geschwisterchen. Ich hatte inzwischen einen frühen Abgang und stecke aktuell wieder mitten in einer ELSS, trotz IVF/Kryo und ich muss sagen, es ist jedes Mal wieder ganz furchtbar. Aber das erste Mal reißt es dich einfach aus einer völlig unbekümmerten Schwangerschaft.

Jetzt begleitet mich immer die Angst vor dem nächsten Tiefschlaf.
Und ja, man freut sich gar nicht mehr so wie beim ersten Mal.

Ich bin inzwischen die 4.Woche krank geschrieben und werde mich nächste Woche auch noch krank schreiben lassen. Ich denke, dass braucht zum einen mein Körper und zum anderen meine Seele. Dieses Mal gehe ich nicht wieder verfrüht zur Arbeit.

Das mit dem Selbstschutz handhabe ich genau so und denke auch, dass es mich vor tieferen Abstürzen bewahrt.
Nimm dir die Zeit, die du brauchst.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald wieder klappt und dann mit Happy End 🍀✊🏻✊🏻🍀

  • (17) 01.02.19 - 15:39

    Danke für deine Worte! Es ist Wahnsinn, was du alles mitgemacht hast. Ich ziehe meinen Hut vor dir und wünsche dir auch, dass bald das zweite Wunder in deinen Armen liegen wird! Alles Liebe 🌹

(18) 31.01.19 - 23:05

Meine Liebe, es tut mir leid das zu hören.
Bei mir war die erste FG schlimmer, ja. Aber ich glaube das lag auch daran, dass wir so lange daran gearbeitet haben und jetzt bei der zweiten es ein Windei war. Also nie ein Embryo da, der sterben konnte. Das fand ich bei der ersten so furchtbar.
Alles Liebe für dich🌸

  • (19) 01.02.19 - 15:43

    Danke, es tut mir auch leid. Ich frage mich auch die ganze Zeit, warum das Herz aufgehört hat zu schlagen. Ich war die Woche auch krank und mache mir Vorwürfe. In zwei Wochen haben wir hoffentlich die Ergebnisse der Untersuchung. Vielleicht hilft mir das. Wir werden sehen. Ich wünsche dir alles Liebe und noch viel Kraft 🌻

    • (20) 01.02.19 - 15:55

      Vorwürfe musst du dir nicht machen. Ich nehme an dass du nicht jeden Tag eine Flasche Wein getrunken hast ;-) dann müsste man sich Vorwürfe machen. Vermutlich kommt bei der Patho nichts raus oder ein chromosomen Fehler, und das ist purer Zufall.
      Bei mir ist auch nichts raus gekommen, aber vermutlich lag es an einer Darmentzündung, die ich zu dem Zeitpunkt hatte. Aber auch da hab ich mir (zum Glück) keine Vorwürfe gemacht, denn auch dafür konnte ich ja nichts.
      Leider passiert das manchmal einfach...:-(

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