Verzweiflung pur

    • (1) 19.04.19 - 11:45

      Ich weiß nicht, wie ich es schreiben soll, aber irgendwo muss ich mit dem ganzen Mist hin. Und dann ist es hier wohl ungewöhnlich, dass der Mann schreibt.

      Wir haben vor etwas über 2 1/2 Jahren unseren Sohn bekommen. Dieser ist durch eine ICSI entstanden. War wegen mir notwendig.
      Zusätzlich habe ich eine Autoimmunerkrankung, wegen deren ich schon durch ein Untersuchungsmarathon mit vielen Wartezeiten musste. Die Krankheit habe ich aber soweit im Griff, dass sie seit Jahren eigentlich nicht vorhanden ist.
      Ein Einzelkind war für uns nie eine Option. Also sind wir einige Zeit nach der Geburt wieder in die Kinderwunschklinik. Dieses Mal war das alles nicht so leicht. Es hat fast 2 Jahre und diverse Versuche gekostet. Eine Nervenaufreibend Zeit. Problem ist, meine Frau hat mit 38 Jahren einen sehr niedrigen AMH Wert.
      Anfang des Jahres dann die überraschende Nachricht, dass meine Frau schwanger ist.
      Bis gestern sah auch alles gut aus. Wir hatten zur Beruhigung den Fertlis Bluttest machen lassen. Gestern dann endlich das Ergebnis. Hohe Wahrscheinlichkeit auf Trisomie 13. Die Ärztin war selber verzweifelt und ich bin fast zusammengeklappt.
      Ja es gibt eine winzige Chance eines falsch positiven Ergebnisses. Und nein ein zum Sterben verdammtes Kind zur Welt zu bringen ist keine Option. Mit der anderen Option kann ich aber auch nicht leben. Jetzt beginnt wieder ein Wartemarathon. Nächste Woche sollen wir zu einem Feindiagnostiker der mit Hightec Ultraschall vielleicht mehr sagen soll. Dann Warten auf 14+0 für eine Fruchtwasseruntersuchung. Dann Warten auf das Ergebnis. Dann Warten auf das Schlimmste. Da sie Schwangerschaft bis dahin ja schon recht weit fortgeschritten ist, wird auch das die Hölle auf Erden. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll meine Frau dort hinzufahren und sie irgendwann den Ärzten überlassen soll. Auch wenn das gerade das unwichtigste ist, weiß ich nicht, wie ich jemals wieder ein der Lage sein soll mit meiner Frau ein normales Liebesleben zu führen. Ich hasse die Ärzte nicht, ich hasse das. was sie meiner Frau antun müssen und habe riesige Angst, dass da etwas schiefgeht. Ich musste in meinem leben schon viel Mist durchstehen, aber das könnte Zuviel sein.
      Wir wissen auch nicht, ob wir es in der Familie oder im Freundeskreis erzählen sollen. Da kommen nur Sprüche wie: „Das Leben geht weiter. Ihr habt ja euren Sohn.“ Alles richtig, macht es aber nur schlimmer.
      Wie kann eine Familie soviel für sich genommen sie unwahrscheinliche Dinge treffen. Trisomie 13 ist ja schon selten.

      Sorry für meinen Text, ich wusste nicht wohin damit.

      • (2) 19.04.19 - 11:59

        Hallo thesisko

        Tut mir leid für die Diagnose... Nachdem ihr schon so viel zusammen erlebt und durchstehen musstet...
        Aber wie die Ärztin meinte, dass es ein falsch positiv geben kann. Also besteht noch etwas Hoffnung.
        Haltet zusammen, dass ist sehr wichtig. Du fühlst dich mies, aber deine Frau fühlt sich auch schlecht... Ihr müsst euch gegenseitig stützen! Ich weiss, leichter gesagt als getan. Aber aufgeben ist doch keine Lösung.

        Ich wünsche euch viel Kraft für die Zukunft! Egal was auf euch kommt!

        Liebe Grüße Katja mit Nick ⭐ für immer im Herzen ❤

      (4) 19.04.19 - 12:03

      Oh, man, da macht ihr ja was durch gerade.
      Bei Freunden war es ähnlich. Sie hatten eine Wahrscheinlichkeit von 1:4, also sehr hoch, auf Trisomie 13. Es hat sich aber rausgestellt, dass das Kind gesund ist. Die Zeit bis dahin war natürlich die Hölle.
      Hofft das beste, erwartet das schlimmste. Wenn ihr liebe Menschen habt, erzählt es. Sie können euch stützen.
      Ihr müsst nichts übereilen, egal, wie das Ergebnis aussieht. Lasst euch Zeit, die habt ihr! Sprecht mit Ärzten, mit Fachleuten. Ihr müsst das nicht alleine durch stehen.

      Ich wünsche euch ganz viel Kraft!

    • (5) 19.04.19 - 12:27

      Hallo thesisko,

      erst einmal tut es mir sehr leid, das ihr da durch stehen müsst. Im Februar haben wir bei unserer Tochter die Diagnose nicht lebensfähig bekommen. Wie ihr sind auch wir auf eine icsi angewiesen um schwanger zu werden. Auch für uns war es keine Option ein so krankes Kind zu bekommen. Die Zeit war sehr schwer, ist sie immer noch. Aber wichtig ist, lasst euch bei eurer Entscheidung zu nichts drängen. Nehmt euch die Zeit die ihr braucht. Ihr habt praktisch die Wahl zwischen Pest und Cholera wenn sich der Verdacht bestätigen sollte. Aber egal wie eure Entscheidung ausfällt, passiert dies aus Liebe zu eurem Kind. Versucht füreinander da zu sein und auch du als Mann musst nicht stark sein. Erzählt es der Familie oder engen Freunden. Man brauch in der Situation jemanden der einem beisteht und da ist. Sei es nur fürs einkaufen oder ähnliches.

      Ich drücke euch alle Daumen, dass es gut ausgeht 🍀. Wenn du nochmal schreiben magst, kannst du dich gern melden.

      Grüße

      (6) 19.04.19 - 13:32

      Hallo.
      Es ist grausam, auf welche Proben man im Leben gestellt wird und irgendwann hat man einfach nicht mehr den Mut und die Kraft nach vorne zu schauen. Vielleicht hilft euch eine professionelle Fachkraft, die euch einfach auf den Weg gebleitet. Von denen kommen keine unerwünschten Sprüche oder Mutmachfloskeln... sie haben einfach ein offenes Ohr, ermöglichen einen neuen, anderen Blick auf die Situation und sehen euch auch als Paar. So dürfen beide gleichzeitig mal schwach sein... vielleicht habt ihr eine Hebamme, die entsprechende Kontakte hat? Ansonsten kann man sich auch bei der Caritas oder ähnlichen Institutionen informieren.
      Ich wünsche euch alles Gute 🍀
      Lg Rbcc

      • (7) 19.04.19 - 13:35

        Diese Fachkräfte sind im übrigen auch für euer Kind da, bzw. wissen eventuell Anlaufstellen, Betreuung oder ähnliches für euer Kind, damit ihr eventuell zusätzlich mal etwas Luft habt und zu zweit seid. Euer Sohn wird es euch nicht übel nehmen, wenn ihr mal Zeit für euch braucht, er hat euch lieb und erlebt bestimmt gerne mal was neues😊

    (8) 19.04.19 - 13:50

    Unser 3. Hatte plexuszysten im Gehirn. Mir hat damals im eltern forum unterforum pränataldiagnostik oder so leu geholfen. Fachfrau Humanbiologin. Ich drücke euch ganz ganz fest die Daumen.

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