Früher Abgang SSW 5+0

    • (1) 08.05.19 - 19:50

      Wenn plötzlich all die Freude erlischt..

      Als wäre es gestern gewesen.. ich spüre nach wie vor die undenkliche Freude in mir, als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Nach zwei einhalb Jahren monatliches Hibbeln wird unser größter Wunsch wahr, wir bekommen unser erstes gemeinsames Kind. Ich spürte schon die Tage davor ein leichtes Ziehen und Zwicken im Unterleib, war mir aber nicht sicher, ob da nicht doch die monatliche Bescherung davor steht und wollte vorerst noch zwei Tage mit dem ersten Test abwarten. Am Montag in der Früh standen wir ganz normal auf, ich war schon etwas unruhig und bin vor dem Wecker aufgewacht. (Passiert sonst so gut wie nie 😅)
      Erster Akt am Morgen.. die Toilette aufsuchen, diesmal mit dem Test in der Hand.. ich dachte mir eigentlich nicht viel dabei und erwartete auch wie die Male zuvor, ein negatives Ergebnis. Der Test blinkte vor sich hin, während ich mich für die Arbeit fertig machte. Etwa fünf Minuten später, stand ich sprachlos da.. ein + Zeichen war am Bildschirm des Tests zu sehen.. ein + Zeichen?!?! Das bedeutet doch schwanger?!? Schnell die Verpackungsbeilage rausgenommen, um das nochmal zu kontrollieren. Ja wir waren nun offensichtlich schwanger. Ich konnte es einfach nicht fassen und stürmte sofort zu meinem Freund um ihm das freudige Ergebnis zu zeigen. Etwas unromantisch, im Pyjama mit zerstörten Haaren, aber so passte es einfach in diesem Moment. Er freute sich auch wirklich sehr. Nun ja. Ich glaube, ich hatte noch nie solch einen schönen Arbeitstag, top motiviert, gut gelaunt. Am liebsten hätte ich jedem davon erzählt. Da ich nicht solang warten konnte, informierte ich meine Mutter darüber, dass sie in 9 Monaten die beste Oma werden würde. Freude & Liebe wurden geteilt. Abends fuhren wir dann nochmals in die Drogerie.. doppelt hält besser 😄 ich konnte wie immer nicht abwarten und machte am selben Abend noch einen Test, dieser war auch positiv und ich rief gleich bei meiner Frauenärztin an, um einen Termin zu vereinbaren. Dieser war dann für 24.05 in meinem Kalender notiert, da könnte man dann schon sehen, wie das kleine ❤️ schlägt. Aber bis dort hin waren es noch über 3 Wochen. Nun ja, ich googelte und googelte dann auch meine Symptome.. leichte Brustschmerzen, das Ziehen im Unterleib etc. Doch aus irgendeinem Grund irritierten mich die leichten Unterleibsschmerzen. Ich erwischte mich selbst dabei, mich etwas verrückt zu machen. Schob diese Gedanken natürlich immer wieder bei Seite und war unendlich dankbar endlich schwanger zu sein. Die Tage vergingen nur sehr langsam. Ich dachte, wie soll ich das weitere 35 Wochen überstehen 😄 bzw. bis wir erfahren, ob am 24.05. alles okay ist. Wir malten uns schon aus, was wir alles zuhause verändern dürfen. Redeten über Beistellbetten etc. Natürlich kamen auch Sorgen auf, nachdem wir einen kleinen Zoo zuhause haben, welcher doch mehr „Dreck“ macht, als man üblich zuhause hat. Auch unser gemeinsamer Urlaub im August stand in den Sternen, aber ok, wir haben zum Glück ja eine Reiseversicherung abgeschlossen. Bleiben wir halt zuhause, nehmen für unseren Engel alles in Kauf.
      Das Ziehen wurde manchmal stärker, ich googelte die Tage dann auch immer mehr und wurde dadurch immer mehr beunruhigter. Ich überprüfte bei jedem Klogang, ob ich blutete wie mein Ausfluss aussah etc. Einerseits war ich froh, dass diese Schwangerschaftssymptome da waren, andererseits beunruhigten sie mich wirklich sehr. Am Freitag kam ich dann heim von der Arbeit und plötzlich machte sich ein wirklich komisches Gefühl in mir breit. Auf einmal war ich ziemlich beunruhigt, hatte das Gefühl irgendetwas ist anders. Ich kaufte nochmal einen Test und machte diesen dann auch gleich.. positiv, aber nur ziemlich leicht positiv. Angst und Panik stiegen in mir auf. Ich heulte darauf los. Wusste nicht wohin mit diesen Gefühlen. Mein Freund war in diesem Moment auch nicht zuhause. Als dieser dann endlich heimkam, berichtete ich ihm natürlich gleich von diesem schwach ausgefallen Test. Er versuchte mich zu beruhigen und meinte, ich solle mich nicht wahnsinnig machen. Ich las nochmals die Packungsbeilage und googelte auch mal wieder. Nun ja, ich musste einfach Abwarten. Mehr konnte ich leider nicht machen. Samstag, der Samstag der alles veränderte. Ich wachte wieder sehr früh auf, ging sofort zur Toilette. Mein Herz stand still. Ich hatte eine Schmierblutung. In mir brach Panik, Angst, Trauer zugleich aus. Ich ging auf und ab, zum Teufel, dass darf doch wohl nicht wahr sein. warum? Warum? Ich konnte nicht ruhig bleiben und beschloss ins Krankenhaus zu fahren. Dort angekommen, musste ich natürlich gleich Urin abgeben, zum Glück musste ich nicht lange warten und kam gleich ins Behandlungszimmer. Dort teilte mir die Ärztin mit, dass der Urin Schwangerschaftstest leicht angeschlagen hat, was für meine SSW im Normbereich liegt (5+0). Daraufhin wurde dann noch eine gynäkologische Untersuchung + Ultraschall vorgenommen, auf dem man leider noch nicht viel sehen konnte (laut Ärztin auch im Normbereich) außer eine gut aufgebaute Schleimhaut und nur braunes Blut, welches altes Blut ist, also kein schlechtes Zeichen. Kann von einer Einnistungsblutung sein, wurde mir gesagt. Nun ja, sie nahm mir dann noch Blut ab, um meine Blutgruppe zu bestimmen, wegen dem Resusfaktor und bat mich in etwa zwei Stunden anzurufen, ob ich am nächsten Tag nochmal kommen muss, zwecks der Antigen Impfung. Das tat ich dann auch und wurde gebeten nochmal zu kommen, da meine Blutgruppe 0- lautet. Am nächsten Tag sind wir dann wieder ins Spital. Anderer Tag, andere Ärztin. Ich wurde nach meinem Mutterkindpass gefragt, den ich ja noch gar nicht erhalten hatte (5+0) es war die reinste Abfertigung. Ich bekam die Spritze und wurde nach Hause geschickt.
      Ich versuchte meine Gedanken positiv zu halten. Mich abzulenken. Schmerzen hatte ich bis dahin keine. Am nächsten Morgen folgte dann der weitere Schock. Frisches Blut. Meine Stimmung wurde natürlich immer schlechter. Ich fuhr ganz normal in die Arbeit und wollte mir nicht anmerken lassen, dass etwas nicht passte. Wusste aber schon, dass ich früher gehen werde, um zu meiner Frauenärztin zu fahren. Das tat ich dann auch. Dort wurde dann wieder das selbe Prozedere, wie zwei Tage zuvor durchgeführt. Gynäkologische Untersuchung, Ultraschall + Blutabnahme. Nachdem ich keine Befunde im Krankenhaus erhielt, musste ich das gleiche nochmal durchmachten, mit ähnlichen Aussagen, nur schon etwas bestimmter in Richtung Fehlgeburt. Ja was darauf folgte, waren wie auch schon die Tage zuvor, jede Menge Tränen. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass mein allergrößter Wunsch sich einfach in Luft aufgelöst hat. Das Leben ist so unfair & niemand kann dir dabei helfen. Entschlossen am nächsten Tag arbeiten zu gehen, entschied ich mich nach starken Schmerzen in der Nacht und ziemlich starker Blutung dann doch zuhause zu bleiben. Meiner Kollegin weinte ich ins Telefon , weil sie schon am Vortag gemerkt hat, dass etwas nicht stimmte. Heute ist Mittwoch, der Blutbefund ist leider noch nicht da. Ich bin jedoch auf die Idee gekommen, online im Gesundheitsportal nachzusehen, ob er schon dort ist, der Befund den meine Frauenärztin veranlasst hat, ist zwar noch nicht da, dafür aber der von Samstag im Krankenhaus, auf welchem deutlich zu sehen ist, dass der Hcg Wert eindeutig zu niedrig für die SSW ist (44,2) Ich bin ziemlich sauer, dass ich darüber nicht informiert worden bin, da mir auch nur gesagt wurde, dass meine Blutgruppe bestimmt wird. Ändern kann ich es jetzt nicht mehr, man lernt immer wieder dazu. Meine Traurigkeit/Stimmung wird von Tag zu Tag besser. Ich versuche mich so gut es geht abzulenken und positiv zu denken. Mein Freund & meine Familie sind wirklich eine große Stütze. Die Beziehung zwischen mir und meinem Freund, schweißt uns durch diese Erfahrung einfach noch so viel mehr zusammen finde ich & ich bin unendlich dankbar ihn an meiner Seite zu haben. Ich hoffe, es klappt beim nächsten Versuch. Ach ja, als Abschied haben wir dann noch ein Kerzlein für unser Sternchen angezündet. Auch wenn ich dich noch nicht fühlen bzw. sehen konnte, bin ich wirklich dankbar und froh und war sofort in dich verliebt!! ⭐️❤️
      Ich wünsche euch allen da draußen, alles gute, lasst uns niemals aufgeben und immer weiterkämpfen!! 😘

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