Muss man wirklich mindestens 2-3 Monate warten?

Hallo Ihr lieben,
ich habe nun die letzten Wochen einen richtigen Ärztemarathon hinter mir und ein richtiges Gefühlschaos. Erst hieß es MA ... 2 Tage später bei einem anderen Arzt für die Zweitmeinung hat das Herzchen geschlagen. Letzten Freitag bei der Kontrolle dann erneut die Nachricht das Herzchen hat wieder aufgehört und der Fötus ist kleiner geworden. Also doch eine Fehlgeburt. Das dauernde Hin und Her ist wirklich innerlich die Hölle. Ich musste am Freitag nach dem Arzttermin direkt ins KH. Dort wurde ich nach 4 Stunden warten in der Notaufnahme untersucht. Gleiches Ergebnis. Es war bereits sehr spät abends und die Notaufnahme voll daher war kaum Zeit wirklich etwas zu fragen. Ich habe mich für eine Ausschabung entschieden und habe die OP nun am Donnerstag.
Mein FA hat mir am Freitag noch gesagt bis zur nächsten Schwangerschaft soll ich bitte mindestens 2 bis 3 Monate warten.
Ich habe jetzt aber (auch hier im Forum) viele andere Meinungen und auch Aussagen von Ärzten gelesen, dass diese Monate eher für die Psyche sind und nicht für den Körper.

Das klingt jetzt vielleicht hart, aber durch dieses ganze Hin und Her haben mein Mann und ich bereits am 16.6. angefangen uns zu "verabschieden" und sind uns eigentlich einig, dass wir nicht unnötig lange warten möchten.

Die Dame im Krankenhaus war sehr kurz angebunden. Am Donnerstag werde ich nochmal genauer nachhaken, habe aber das Gefühl herzlos zu sein, wenn ich in so einem Moment direkt an eine neue Schwangerschaft denke. Die Schuldgefühle sind entsprechend auch da...

Vielleicht kann mir jemand hier mit seiner Erfahrung weiterhelfen? Ich weiß gerade nicht wirklich was zu fühlen ok ist und wie ich mich eigentlich verhalten soll. Man fühlt sich irgendwie so leer und verloren....

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Hallo Lusia,

tut mir leid für deinen Verlust...

Ich hatte am 25.05.21 eine AS. Meine FÄ meinte ich solle 2-3 Monate abwarten. Die Ärztin In dem KH wo ich mir eine Zweitmeinung eingeholt habe, meinte ich solle einen Zyklus warten und dann steht dem ganzen nichts im Wege. Der Arzt der mich operiert hat war der selben Meinung wie die Ärztin im KH.
Am 28.06.21 kam dann endlich meine Periode und seitdem sind wir wieder am üben :-)

Ich drück dir ganz dolle die Daumen dass es schnell wieder klappt #klee

LG Anna

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Tut mir Leid das ihr das gerade durchmachen müsst.
Wir hatten das ganze auch vor ein paar Monaten und ich verstehe dich. Von dem ersten Verdacht auf MA bis zur Ausschabung ist bei uns fast eine Woche vergangen und wir hatten dadurch genung Zeit uns mit der Diagnose "anzufreunden". Für uns war auch klar, dass wir sofort wieder starten mit dem üben. Nicht weil wir etwas ersetzen wollten, sondern weil der KiWu umso größer geworden ist, nachdem man einmal die Freude über eine SS gespürt hat.
Wir haben also nicht mal die erste Periode abgewartet, sondern den Zyklus direkt nach der AS genutzt mit dem Gedanken, entweder ist der Körper bereit oder nicht. Denn ich vertraue darauf, dass der Körper eine SS nur dann zulässt, wenn er auch ausreichend regeneriert ist. Ansonsten würde wohl kein Eisprung stattfinden. Je nach Gefühl, würde ich also entweder die erste Periode abwarten oder direkt wieder starten. Mehrere Zyklen abwarten muss man laut neusten Empfehlungen eigentlich nicht mehr.
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr ganz schnell wieder positiv testen dürft 🍀

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Ja dein Körper kann dazu bereit sein, aber die Plazenta kann sich dadurch an einer sehr ungünstigen Stelle einnisten.
Lese mal Plazenta Praevia und Unterleibs OP‘s.

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He, das tut nir sehr leid 😥

Ich hatte am 16.4. Meine AS, war Ende der 9ssw, die Ärzte im KH, sowie meine FÄ sagten zu mir das ixh 1 periode abwarten soll und dann würde nichts dagegen sprechen es wieder zu versuchen. Ich habe alle Ärzte darauf angesprochen, ob man wirklich 2-3 Monate warten sollte, sie verneinten alle und äußerten nur, das man mindestens 1 periode warten sollte.

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Bei uns kam ebenfalls noch in der nicht intakten SS der Wunsch auf es sehr zeitig wieder zu probieren. Ich finde daran nichts Verwerfliches. Wir hatten zwei Wochen Zeit (nach Diagnose zu großer dottersack) um zuzuschauen wie sich der Embryo nicht weiterentwickelte. Das war bereits ein Abschließen der SS im Kopf. Ich habe viel recherchiert zur Wartezeit. Die aktuelle Meinung (vertreten ältere Ärzte wohl nicht immer da vllt nicht auf dem neusten Stand) heißt eine Periode abwarten. Aber: dafür gibt es keinen Medizinern Grund. In den USA gibt es beispielsweise diese Empfehlung nicht (immer). Wir haben nicht gewartet. Ich bin sofort wieder schwanger geworden. Meine Schleimhaut ist ganz normal aufgebaut gewesen beim ersten US. Meinen Eisprung hatte ich knapp vier Wochen nach der AS...

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Das tut mir sehr leid für Dich🌸 ich musste die Erfahrung leider auch schon machen.
Das mit der Wartezeit ist "überholt" und richtet sich tatsächlich eher an die Psychischen Aspekte bei einem Abort.
Ich würde zwei Wochen nach meinem Abgang sofort ohne Periode wieder schwanger und bin jetzt in der 29. Ssw und alles ist gut!

Wenn ihr euch also wieder bereit dazu fühlt, würde ich nicht unnötig warten.

Alles Liebe für Dich🍀💗🌸

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Nuckeltuch, bei dir klingt es als hättest du keine AS gehabt? Da gilt auch keine Wartezeit als Empfehlung. Selbst in Deutschland nicht...

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Tut mir leid, dass dieser krimi kein happy end genommen hat!
Bei meiner 1. Ss war es leider auch ein auf und ab von 4 Wochen 😪
Wir haben nach der As die Blutungen abgewartet und dann gleich wieder geherzelt, im darauffolgenden Zyklus dann in der Kiwu wieder stimuliert, also der Fa dort hatte auch nicht die Meinung, 3 Monate warten zu müssen. Im 2. stimulierten Zyklus ist dann mein Sohn entstanden 😍

Ich wollte auch unbedingt wieder ss sein, ich denke nicht, dass du deswegen ein schlechtes Gewissen haben musst, euer Baby ist ja leider bereits zu den Sternen gezogen.
Alles was du fühlst und tust, ist richtig, da gibt es kein falsch!

Manche brauchen die Zeit zum trauern, manche wollen schnell wieder nach vorne schauen. Jeder ist anders!

Alles alles Gute und eine baldige ss mit einem Baby im Arm als happy end 🍀

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Hallo

Erstmal drücke dich dich, es tut mir leid, was euch passiert ist 😞

Ich hatte 2019 eine Fehlgeburt in der 10. Woche, das Herzchen hatte aufgehört zu schlagen. Ich hatte eine Ausschabung am 19.8.2019, laut Krankenhaus sollte ich 3-6 Monate warten bis wir wieder starten dürfen. Am 15.9. bekam ich meine Periode, Anfang Oktober (der Eisprung war schon zu dem Zeitpunkt) hatte ich meine Nachsorge Untersuchung beim Frauenarzt, habe ihn dann nochmal gefragt, ob ich wirklich so lange warten musste und er meinte nein, eine Periode reicht aus. Die hatte ich und wir haben den Eisprung davor auch schon genutzt gehabt 🙈

Am 11.10. habe ich wieder positiv getestet und mein kleiner Mann ist mittlerweile 13 Monate alt und ist kerngesund 😊 die Schwangerschaft war aber alles andere als leicht, ob es aber an der Ausschabung lag kann ich nicht sagen.

Also man muss die Zeit nicht unbedingt einhalten. Ich bin froh es nicht gemacht zu haben, sonst hätte ich jetzt meinen kleinen Sohn nicht 😊

Alles gute und liebe Grüße

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Vielen lieben Dank für all eure Geschichten und Erfahrungsberichte.
Es ist hart zu hören, dass es so viele Frauen ähnlich getroffen hat, aber auch schön zu hören, dass es bei vielen zu einem Happy End geführt hat.

Die Antworten haben mir/uns sehr geholfen. Vielen lieben Dank :)

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Hi,

erstmal: Es tut mir leid für deinen Verlust und dieses Hin- und Her. Ich kann nachempfinden wie es dir geht... :-(

Ich hatte eine Ausschabung im April. Mir wurde mehrmals im Krankenhaus gesagt, dass ich 4 Wochen lang nichts in meine Vagina hinein schieben darf (kein Sex, keinen Dildo, kein Tampon). Der Hintergrund ist, dass nach einer Ausschabung alles noch sehr empfindlich ist und die Verletzungs- und Infektionsgefahr sehr groß ist was wiederum Probleme nach sich ziehen kann.

Wir haben daher 1 Zyklus inkl Periode abgewartet und uns dann langsam wieder angenähert. Die Auszeit hat uns auch gut getan alles zu verarbeiten. Und auch mein Körper hatte Zeit sich zu erholen. Würde ich definitiv wieder so machen.

Alles Liebe,
Marie