T18- Abbruch nur durch stille Geburt möglich?! Ich bin sauer! Muss mich mal ausk***zen

Nun hat es mich also auch getroffen. Nach einer FG und unendlich langen 2 Jahren durfte ich überraschend nach einer Corona Erkrankung positiv testen. Ich war von Anfang an skeptisch, hatte ich doch zum Zeitpunkt der Einnistung hohes Fieber und ich las immer wieder, dass Infektionen eher hinderlich für gesunde Schwangerschaften sind. Aber das erste US in ssw6 war laut FA wie erwartet, das Zweite in ssw9 war wie es sein sollte und dann, 10+6 hat es sich lebhaft bewegt. Der FA sagte es sei so groß wie es sein sollte und sieht unauffällig aus. Ich fing an, mich verhalten zu freuen, obwohl ich mich weiterhin völlig un-schwanger fühlte (keine Übelkeit, vlt. etwas mehr Müdigkeit, mehr Hunger und Kurzatmigkeit beim Sport) .

Ich gab noch Blut für den Harmony-Test ab und dann kam am 23.12. der Anruf. Kurz und knapp informierte mich mein Arzt dass der Test ein hohes Risiko für Trisomie 18 ergab und ich einen Termin zur Fruchtwasseruntersuchung ausmachen soll. Na, super, und das kurz vor den Feiertagen.

Ich rief also in einer spezialisierten Praxis an, und mir wurde gesagt vor der 14ssw ginge das nicht. Ich bin heute 12+1. Klasse. Ich rechne: 14ssw plus 2 Wochen Warten auf das Ergebnis ist dann 16ssw. Da ist in Deutschland ein Abbruch nur noch möglich wenn die Geburt eingeleitet wird. Wie Unmenschlich! Nicht, dass ich (wieder) ein Kind verliere, jetzt muss ich es auch noch zur Welt bringen. Illusionen, dass der Test evt. falsch positiv sei, mache ich mir ehrlich nicht. Ich bin 41 und da scheint der Test recht genau zu sein.

Ich bin so unendlich sauer! Nicht mal unbedingt, dass das Kind krank ist und es nicht leben wird, das ist natürlich schlimm genug aber nicht zu ändern, aber dass ich auch noch gezwungen werde es zu gebären ist doch der Hammer.

Etwas Recherche ergibt, dass in Holland der Abbruch im Dämmerschlaf bis zur 22ssw durch OP erfolgt, aber natürlich nur für die Deutsche, die es aus eigener Tasche bezahlen wollen/können. Es ginge also anders. Warum muss ich hier auch noch zu all dem Schmerz dieses Trauma durchleben?
Ich verstehe das echt nicht. Mein Freund sagte hierzu nur: Tja das ist halt unsere christlich geprägte Gesellschaft die keine humane erträgliche Art des Abbruchs erlaubt, selbst wenn es mit Indikation ist. Ja, mag sein, aber das hilft mir nicht.

Das muss doch furchtbar sein, oder? Oder male ich mir das irgendwie falsch aus und es ist gar nicht so "schlimm" (hört sich irgendwie makaber an - sorry).

Danke für s Lesen...
Eure wütende Kit

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Liebe Kit,
Eure Diagnose tut mir sehr leid. Was ich mich allerdings frage, wurde ein Ultraschall bei einem Spezialisten gemacht. Die Diagnose T18 bedeutet ja auch schwerwiegende Schädigungen an den Organen, also Auffälligkeiten im Ultraschall.
Zum Thema stille Geburt kenne ich das Argument mit der Narbe nicht. Es geht viel mehr um das bewusste Abschiedsnehmen und der Frau die Möglichkeit nicht zu nehmen, gleich wieder schwanger zu werden, sofern sie das möchte. Nach einer Bauchop besteht nun mal zwangsweise eine Pause. Nach einer Geburt nicht.
Dein Partner darf und sollte dich bei dem Prozess begleiten. Die Geburt in dieser Schwangerschaftswoche ist nicht „so schlimm“, weil das Baby noch so klein ist. Ihr habt die Möglichkeit einen Sternenkindfotografen kommen zu lassen, der für euch die ersten und letzten Bilder macht. Mir hat das sehr geholfen in der Situation.
Ich wünsch euch alles Gute und drück die Daumen, dass die FU unauffällig ist 🍀

Bearbeitet von marla85
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Hey du,

mein Beileid zu deinem Verlust.
Ich selbst musste meine Tochter im Juni in der 14 SSW still auf die Welt bringen.

Ich habe es mir deutlich schlimmer ausgemalt als es am Ende war. OP wird in Deutschland nicht gemacht weil sie sagen, dass man dann noch zusätzlich durch die Narbe und die Bauch-OP daran erinnert wird was passiert ist und die Bauch OP natürlich Risiken birgt. Einfach „ausschaben“ geht ab der Größe auch nicht mehr weil dein Baby ja schon Rippen und co hat die sich dann in deine GM bohren könnte etc und am Ende ist das Ganze für dich lebensbedrohlich.

Ich fand‘s am Ende beruhigend und „besser“ für den Kopf, die Geburt bewusst mit zu erleben. Das hat alles realer gemacht. Hatte Wehen, die durch Cytotec eingeleitet wurden. War scheiße schmerzhaft, aber am Ende erinner ich mich heute nicht mehr an die Schmerzen.

Ich wünsche dir viel Kraft für das was kommt.
Alles Liebe für dich 🍀🤞🏻

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das ist ja ein sinnloses Argument mit der Narbe. Sicherlich vergisst keine Frau sowas Trauriges jemals auch wenn sie keine körperliche Narbe hat

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Ja, das ist vollkommen richtig.
Kann nur das sagen, was mir mitgegeben wurde. Ich wollte auch nicht entbinden.

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Liebe Kit,

Ich finde keine Worte... "es tut mir so leid" reicht da einfach nicht aus! Fühl dich unbekannterweise ganz fest umarmt.

Ich hatte vor 1,5 Jahren einen Schwangerschaftsabbruch in der 21. Ssw mit unserer 2. Tochter (ich war 39 Jahren alt). Ich hatte in der 14. Ssw das Ergebnis des Harmony-Tests, in der 17. Ssw das Ergebnis der FU (Kurzzeitergebnisse) und erst in der 19. Ssw die Ergebnisse der Langzeitkultivierung. Wir wollten so lange warten, weil bis zu den Langzeitergebnissen nicht feststand, wie schwer der Gendefekt wirklich war. Wir hatten mehrere Szenarien im Kopf, und tatsächlich ist das Schlimmste eingetreten. Für uns kam, dem Kind zuliebe, nur ein Abbruch in Frage.

Wir haben uns an ein KH in der Nähe gewandt. Dort wurde ein Konsil bezüglich unseres "Falls" abgehalten. Nach der Anhörung und einem US wurde der Abbruch abgelehnt. Wir waren am Boden zerstört. In unserer Verzweiflung hat mein FA sich an einen Studienkollegen gewandt, der mittlerweile Chefarzt einer großen Uniklinik und DEGUM III-Spezialist ist. Dieser untersuchte mich und entschuldigte sich für seine Kollegen in der anderen Klinik. Die Entscheidung stände ganz allein den Eltern an. Ich bekam am nächsten Tag ein Bett in besagter Uniklinik. Die stille Geburt zog sich über 2 Tage und ich leide bis heute psychisch an den Folgen.

Damals, als man uns zuerst den Abbruch verwehrt hatte, haben wir uns über Alternativen in den Niederlanden erkundigt. Ich hatte dort sogar schon einen Termin. Es ist so wie du es beschreibst. Rückblickend wäre es für mich besser gewesen, ich wäre dorthin gefahren. Die stille Geburt hat mich traumatisiert. Wahrscheinlich zum großen Teil auch deshalb, weil ich sie allein durchgestanden habe.

Ich möchte dir keine Angst machen! Ich möchte dir nur sagen: Tu das, was dir dein Herz sagt! Triff keine überstürzten Entscheidungen. Triff sie gemeinsam mit deinem Partner. Egal, wofür ihr euch entscheidet, macht es zusammen. Eine stille Geburt ist nicht für jeden tröstlich und der beste Weg. Die Gesetzgebung ist D ist meiner Meinung nach inhuman und verantwortungslos. Den Eltern sollten alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, und jedwede Unterstützung!

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft für das Kommende,

babyelf

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Hallo.
Erstmal tut mir die Diagnose sehr Leid, allerdings ist das ja erstmal „nur“ eine Wahrscheinlichkeit und bevor ein Abbruch vorgenommen wird, muss die Diagnose zu 100 % sicher sein. Die Untersuchungen dauern halt leider ihre Zeit… 🙁 auf der anderen Seite möchte du aber sicher auch nicht, dass ein gesundes Baby getötet wird!

Ich habe schon viele Eltern mit sterbenden Kindern begleitet und ich hatte schon selbst eine stille Geburt in der 18. SSW.
Und ausnahmslos alle waren sehr froh, sich noch von ihren Kindern verbschiedet zu haben. Es hilft einfach zu verstehen, sich zu verabschieden und zu trauern.
Verarbeitet erstmal den Schock der Diagnose, falls sie sich bestätigt und informiert euch genau über die Möglichkeiten.
Ab einer gewissen Größe des Embryos (glaube das ist schon ab der 12. SSW) kann man keine Ausschabung mehr machen, weil das Baby zu groß ist. Das heißt es gibt „nur“ 2 Möglichkeiten, die normale Geburt oder der Kaiserschnitt und von einer OP wird der erstmal jeder abraten. Sie hat Risiken und hinterlässt Narben, die erstmal heilen müssen und die auch bei der nächsten Schwangerschaft Probleme machen können. Wenn dies aber „euer Weg“ ist, dann wird dir das bestimmt auch nicht verwehrt.

Falls du noch Fragen zur Einleitung oder stillen Geburt hast, kannst du mich gerne Anschreiben.

Ich wünsche euch, dass das sich dich noch alles zum positiven wendet 🕯️🙏🏻🍀
Alles Gute

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Das tut mir leid zu lesen …. Ich war Ende Juni in der gleichen Situation- auch T18 bei mir war es schon sehr deutlich auf dem Ultraschall zu sehen. Auch die Fruchtwasseruntersuchung beziehungsweise Plazenta Untersuchung ergsb das gleiche Ergebnis
Ich stand damals vor der Situation, das Leben des Kindes zu beenden oder es selber beenden, indem der kleine, sich selber entscheidet, zu den Sternen zu gehen. Ich bin selbst schon über 40 und verstehe dich mit deinen Gedanken völlig. Ich wollte damals weder das Kind“töten“ noch die Schwangerschaft irgendwie fortsetzen und noch mehr Emotionen aufbauen. Insbesondere, weil wir auch ein kleines Kind haben, die die Welt überhaupt nicht verstanden hätte, dass Mama ohne Baby nach Hause kommt. Das Schicksal meint es gut, mit uns und unser kleiner Stern selbst zu gehen.
Die Geburt war problemlos. Ich fragte damals auch nach einem Kaiserschnitt, dieser wurde abgelehnt weil das Risiko und alles drum herum mehr Risiko bedeute als die normale Geburt

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Hallo Kitt41,
ich fühle mit Dir. Ich hab am 21.12 die US Diagnose Hydrops fetalis bekommen,die Chorionzottenbiopsie im Anschluss war auch auffällig für T18 am nächsten Tag, am Freitag dann Gespräch im KH und heute Mifegyne, übermorgen stationäre Einleitung mit Cytotec und anschließend vermutlich Ausschabung.
Ich zähle das hier so lieblos auf, weil ich das 2018 schonmal über mich ergehen lassen musste. Damals hatte ich auch die FU abgewartet um ganz sicher zu sein. Ich weiß wie quälend diese Zeit ist. Und noch schlimmer die Aussicht auf die stille Geburt. Für mich war das aber trotzdem der richtige Weg, um nachher mit mir selbst klar zu kommen. Du musst in Dich horchen und Deinen wählen - alles, was den Schmerz für Dich erträglicher macht ist richtig. Die kleine Geburt wird mit jeglichen Schmerzmitteln unterstützt,die Du möchtest und verträgst.Ich hab es ohne gemacht und würde jedem davon abraten! Ansonsten ist das Mäuschen noch so klein, dass diese Geburt nicht mit einer normalen Geburt an Schmerz vergleichbar ist,und auch viel schneller vorbei.Wenn Du es nicht sehen möchtest,lass Dir Fotos aufbewahren,falls Du es Dir noch anders überlegst.
Ich weiß ja nicht ob Du noch KiWu hast anschließend..aber 2018 war ich nach einem Zyklus erneut schwanger, mit einem gesunden Mädchen.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute- falls Du noch Fragen hast...schreib mich gerne an!

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Vielen Dank für eure Antworten, ich habe komme mir mit dem Thema nicht mehr ganz so alleine vor.

Das Argument, das Kind sei zu groß für eine Absaugung verstehe ich, dennoch ist es irgendwie in den Niederlanden wohl doch möglich, unter Sedierung zu sein, das Ganze in wenigen Minuten hinter sich zu bringen und nicht Tage oder gar Wochen lang traumatisch leiden zu müssen (vlt. eine Ausschabung?).

Ich habe die erste FG (kein Herzschlag in der 7ssw und natürlicher Abgang 4 Wochen später) alleine und zuhause gemacht. Das war gut, es war natürlich und hat sich richtig angefühlt. Von Cytotec (oder wie das auch immer heißt) habe ich schon viel gelesen, auch nicht wirklich Gutes (über Wehenstürme etc). Es ist und bleibt nicht natürlich, und für mich daher inakzeptabel.

Zu der Frage, ob es schon einen feindiagnostischen US gab: Nein, ich warte auf den Termin in der 14ssw, ich bin heute 12+1 und mein Arzt hat alle Kontroll-Termine mit mir bis dahin gecancelt. Alles was ich weiß, ist dass das Kind in 10+6 wohl noch vollkommen der Norm entsprochen hat (nachdem, was mein Arzt gesagt hat zumindest).
Ich muss nun also 2,5 Wochen abwarten. Ich habe mir auch schon überlegt, meinen FA doch wegen US zu fragen, falls die Natur ein Erbarmen hat und das Herz von allein aufhört zu schlagen, dann würde ich diesmal eine Ausschabung in Erwägung ziehen.

Ach.. so oder so keine schöne Sache. Zum "Glück im Unglück" fühle ich mich dem Baby noch nicht nahe. Ich habe von Anfang an eher eine realistische Haltung zu der Schwangerschaft zu behalten, falls es nochmals zur FG kommen sollte (siehe Situation Eingangspost) .

Weder mein Partner noch ich wollen das Kind sehen oder beerdigen oder fotografieren, wir kommen aus einem anderen Land, dort gibt es sowas nicht und für uns ist so etwas vollkommen fremd (mein Freund war schockiert als ich ihm erzählt habe man kann sein Ungeborenes beim Standesamt melden, fotografieren lassen, beerdigen etc.). Vielleicht hilft es manchen, und für solche Eltern ist das super! Ich glaube, mich persönlich würde der Anblick genauso wie eine tagelange stille Geburt nur traumatisieren. Für mich sind beide Kinder im Herzen, aber ich muss mir "das" nicht angucken.

Euch allen einen schönen Abend... und danke!

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Hallo !

Ich musste meinen Sohn in der 19 ssw auf die Welt bringen, tatsächlich ist die Vorstellung schlimmer ..
Im Nachhinein betrachtet bin ich froh darüber ihn zur Welt gebracht zu haben, ihn danach gesehen zu haben ihn gespürt zu haben ihn den ersten Kuss gegeben zu haben.
Ja es ist ein Kampf und es sind schreckliche Stunden aber dieses Gefühl dieses Kind selbst noch zur Welt gebracht zu haben , das kann dir dann keiner mehr nehmen.

Ich bin auch nicht damit klar gekommen , als es hieß ich muss ihn entbinden .. 🤯 das war wirklich ein Horror diese Vorstellung , aber nein , ich bin stolz ihn diese Ehre gegeben zu haben.


Du schaffst das , den du bist stark!
Stärker als du denkst ♥️

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Liebe Kitt, erstmal tut es mir sehr leid für dich und ich kann deine Wut zu 100% verstehen. Bei meiner letzten Schwangerschaft habe ich in der 10. SSW schon erfahren, dass etwas nicht stimmt und auffällig ist und hab da schon verzweifelt und wütend gesagt, dass ich auf keinen Fall will, dass es sich jetzt hinzieht und ich eine stille Geburt machen muss. Aber so kam es dann natürlich, bis alle Untersuchungen gemacht waren, war die 15. SSW, aber das Herz hatte dann auch aufgehört zu schlagen. Ich wollte in dem Moment einfach nur eine Ausschabung haben (hatte schon mal eine in der 10. SSW) aber das war natürlich nicht mehr möglich. Dann wollte ich direkt im KH bleiben um es hinter mich zu bringen, aber das KH wollte es geplant mit Vorbereitung machen. Im Endeffekt muss ich sagen, dass es so das Beste war. Dadurch dass ich schon zwei vorbereitende Tabletten zuhause nehmen konnte, hat das Cytotec bei mir sehr schnell gewirkt, worüber ich sehr erleichtert war. Ich konnte mir vorher auch gar nichts vorstellen, wollte nicht in den Kreißsaal und keinen Sternenfotograf… dann kam aber alles anders und ich habe von Moment zu Moment entschieden. Eine stille Geburt ist nichts, was irgendjemand in seinem Leben erleben sollte… ich hatte in meinem KH aber das Glück sehr gut betreut und aufgefangen zu werden und das Gefühl, dass auch das sehr kurze Leben meines Babys wertgeschätzt wurde. Es ist für mich mit ein Teil der Verarbeitung gewesen… bei einer Ausschabung oder OP ist es zwar schnell vorbei aber du hast es halt nicht bewusst erlebt… ich kann aber wie gesagt sehr gut verstehen, wie es dir gerade geht und wünsche dir alles Gute für die Entscheidung und euren weiteren Weg