Austauschgruppe früher Abort - gegenseitige Unterstützung

Hallo ihr lieben da draußen #blume
es haben sich gestern einige betroffene Frauen in einem anderen Beitrag (Austausch Kinderwunsch nach Frühabort) zusammengefunden, was mir und auch einigen anderen sehr gut getan hat.
Leider wurde der Beitrag offenbar zwischenzeitlich gelöscht. Daher dachte ich einen neuen Post zu dem Thema zu starten. Vielleicht findet die ein oder andere oder auch neue (wieder) hier her.
Ich würde mich über einen Austausch freuen, da ich momentan sehr zurückgezogen bin und in meinem Umfeld mit niemandem darüber spreche - außer natürlich mit meinem Mann.
Wie geht ihr damit in eurem Umfeld um?

Bearbeitet von Bambikind
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Guten Morgen, ich liege gerade im Krankenhaus und warte auf meine zweite Ausschabung innerhalb von 5 Monaten. Mein Mann und ich gehen sehr offen damit um und das hilft uns beiden. Wir haben von vielen erfahren die ähnliches durchgemacht haben. Allerdings waren die drei Monate nach der der letzten Ausschabung ziemlich ätzend. Mein Mann musste viel arbeiten, ich war viel alleine mit dem ersten Kind, wir waren sehr angespannt und hatten wenig qualitative Zeit. Diesmal haben wir uns ganz bewusst vorgenommen, die nächsten Wochen so schön wie möglich zu gestalten, uns Zeit zu dritt, aber auch als Paar und jeder für sich zu nehmen. Und nicht nur gefühlt darauf zu warten wieder schwanger zu werden. Ich hoffe das wir das umsetzen können.

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Oh, das tut mir wirklich Leid....ich wünsche dir alles Gute für den Tag heute!
Euer Plan klingt gut - ich drücke die Daumen, dass es euch gelingt #blume
Mich würde interessieren, ob ihr überlegt der Ursache auf den Grund zu gehen? Da befinden wir uns gerade mittendrin..

Ich muss sagen, dass ich mich unter anderem so zurück gezogen habe, weil ich leider mit der Offenheit schon schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich hatte jetzt meine dritte Fehlgeburt + eine biochemische SS.
Bei der ersten Schwangerschaft vor der Geburt meiner Tochter haben wir uns so gefreut und waren so unbedarft an die Sache ran gegangen (und hätten natürlich auch niemals gedacht, dass uns so etwas schlimmes passiert), dass wir es früh unseren Eltern und den Schwestern von meinem Mann erzählt haben. Als mein Mann dann die traurige Nachricht überbracht hat, hat mich das Verhalten der anderen noch zusätzlich belastet. Meine Eltern waren total betroffen, was mir so Leid tat. Die komplette Familie meines Mannes hat dazu einfach geschwiegen, so als ob nie etwas passiert wäre. Stattdessen habe ich blöde/mitleidige/unangenehme Blicke geerntet. Das Gefühl war so schrecklich, dass es jeder wusste und sich alle wahrscheinlich ihren Teil gedacht haben. Leider ist damals mein langes abwartendes Verhalten (Missed Abort) in einer Not-Op geendet. Und selbst da hat mein Mann noch nicht mal nachfragen bzgl. meines Gesundheitszustandes bekommen. Ich weiß, dass solche Situationen auch für andere vielleicht schwierig anzusprechen sind. Aber es einfach zu ignorieren ist echt die blödeste Variante.
Und jetzt ist es so, dass es mir tatsächlich einfach peinlich ist, dass es schon wieder passiert ist... :-( Ich möchte momentan noch nicht mal mit meiner Hebamme darüber reden. Eigentlich ist sie eine gute und vertrauensvolle Gesprächspartnerin, aber da sie noch keine Fehlgeburt erlebt hat, kann sie es eben nicht 100% nachvollziehen.

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Hey ja das kann ich gut verstehen. Ich hab jetzt beim zweiten Mal auch weniger Lust drüber zu reden.
Wegen Ursachenforschung, ich würde zur Gerinnungsambulanz überwiesen, da hab ich aber erst in 6 Monaten einen Termin bekommen. Solange wollen ihr eigentlich nicht warten, es wieder zu probieren. Weitere Untersuchungen werden ja normal erst nach der 3m FG gemacht, besonders wenn man schon ein Kind hat.

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Hi, danke für die Idee. Mir geht es ähnlich, dass ich diese Erfahrungen leider mit niemandem in meinem Umfeld teilen kann. Vor zwei Jahren hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft eine MA in der 10. Woche, danach mehrere sehr frühe Abgänge und eine Behandlung gegen Endometritis.
Nach einer längeren Pause war ich froh, dass wir ohne Entzündung endlich wieder mit neuer Hoffnung starten können. Und jetzt sitze ich hier in der 6. SSW und warte wieder darauf, dass die Blutung anfängt. Seit vier Tagen geht alles zurück - ja, ich weiß, das MUSS nichts heißen, aber ich habe mittlerweile schon etwas Erfahrung mit meinem eigenen Körper... Ich kann nur noch heulen, wie jedes Mal, wenn das HCG zurückging.
Frauenärztin finde ich wegen Umzugs keine, und mit meiner (geplanten) Hebamme zu sprechen kommt mir auch seltsam vor, weil dieses Unglück eben nicht ihr Fachgebiet ist.

Hier aber noch was Konstruktives: Ich habe mir nach den ersten FG eine Gesprächsgruppe gesucht, die von einer kirchlichen Stiftung in meiner alten Stadt angeboten wurde. Das tat sehr gut, da waren Paare mit ganz unterschiedlichen Geschichten, z.T. auch mit Spätaborten. Es war jedenfalls das einzige Mal, dass ich das Gefühl hatte, in einem Raum mit Menschen zu sein, die den Schmerz verstehen, das kann ich also sehr empfehlen.

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Hallo ihr lieben! Finde ich eine tolle Idee! Gerne teile ich meine Erfahrungen mit euch! Ich hatte im September das erste mal einen positiven Test in der Hand und war mega glücklich! Kurzer Zeit später haben wir es erstmal nur unseren Eltern erzählt! Das test nur geringfügig stiegen war für mich zu dem Zeitpunkt nicht besorgniserregend, Hauptsache positiv. In der Nacht vor dem Abgang träumte ich tatsächlich davon zu bluten, was der Gang zur Toilette dann auch bestätigte! Ich brach zusammen und alles weinen und flehen brachte nichts, es war weg! Die Tests einen Tag später schlugen auch schon gar nicht mehr an! Ich vermute einen biochem SS. Hatte keine Schmerzen und ganz normal starke Blutungen!
Knappe 4 Wochen später völlig überraschend und ungeplant hielt ich wieder einen Positiven Test in der Hand und kurz nach der Bestätigung durch den FA fing dann der 2. Horror an. Diesmal mit heftigen Schmerzen und deutlich stärkeren Blutungen! Danach blutete ich ca 20 Tage durchgehend mal mehr mal weniger… nach 6 Wochen Pause probierten wir es weiter und ja bisher erfolglos!
Meine Nerven liegen blank, ich kämpfe oft mit Panikattacken und bin therapeutisch angebunden. Jede Verkündung einer SS wirft mir dermaßen aus der Bahn und ich leide einfach nur.
Nach dem ersten Abort bin ich offen damit umgegangen und hab viele positive Erfahrungen gemacht, bis auf vereinzelte negative, die einen trotzdem erschüttern!
Leider mache ich aktuell mit dem immer stärker und verzweifelter werdenden Kiwu negative Erfahrungen. Immer öfter höre ich den Satz „entspann dich doch einfach mal, dann klappt es“ oder „nicht so viel Druck“. Das ist leicht gesagt.
Ursachenforschung wurde bisher nicht betrieben, meine FA meinte die 2. FG passierte, weil ich viel schnell wieder schwanger wurde… aktuell soll ich sobald der Test positiv ist Progesteron nehmen! Leider klappt es aktuell nicht mehr! Letzten Zyklus hatte ich wieder vorbildliche 30 Tage und nun ist wieder alles durcheinander. Das kostet mich sehr viel Kraft, dieses verlorene Vertrauen in den eigenen Körper!