Wenn deine eigenen Kinder nichts mehr von dir wissen wollen

    • (1) 10.09.17 - 22:16

      Hallo Väter,
      ja ich weiß, sicher ist dieses Problem hier schon zig mal beschrieben und diskutiert worden.
      Doch auch ich bin ein Vater der langsam nicht mehr weiter weiß.
      Kurz zu mir: Ich bin inzwischen 39 Jahre alt, habe einen krisensicheren Job in welchem ich eigentlich ausreichend Geld verdiene und bin Vater von vier Kindern. Drei von Ihnen (14,15 und 18 Jahre) stammen aus meiner geschiedenen Ehe.
      Nein, nicht ich habe meine Ehe beendet. Meine Exfrau hatte in unserer Ehe zweimal eine Affäre. Bei der letzten stellte ich sie vor die Wahl, ich oder er. Sie war sich damals ziemlich sicher dass ich die Kinder niemals verlassen würde. Aber ich tat es. Natürlich war ich in ihrer Familie der böse, natürlich dachten alle ich hätte die arme Frau mit drei Kindern sitzen gelassen. Von einem Tag auf den anderen wollte niemand der einstigen "Freunde" mehr mit mir zu tun haben. Aber ich hatte ja noch meine Kinder. Zumindest die ersten zwei Jahre nach der Scheidung waren sie regelmäßig und gerne bei mir. Nun war aber die Kindesmutter der Meinung ich sollte mehr Unterhalt zahlen....Viel mehr. Ich habe es nie abgelehnt meinen Unterhaltspflichten nachzukommen. Bisher zahlte ich bereits 1200 Euro im Monat was abzüglich des Unterhaltes für mein viertes Kind die Hälfte meines monatlichen Einkommens entspricht. Doch seit dem der Streit um den Unterhalt neu entbrannt ist, merke ich dass meine Kinder, welche natürlich bei der Mutter wohnen sich mehr und mehr entfremden. Zuerst sagte sie den Kindern ich würde kein Unterhalt mehr bezahlen. Dann sagte sie Papa bezahlt nicht und darum könnt ihr nicht zu ihm weil kein Geld für Benzin da ist....Inzwischen, wollen meine Kinder gar nichts mehr von mir wissen. Besuchen wollen sie mich nicht und telefonieren ( wir telefonierten eigentlich mindestens einmal die Woche) wollen sie auch nicht mehr mit mir.
      Ich rufe dennoch regelmäßig an und wenn ich dann im Hintergrund höre wie sie sich freut wenn die Kinder ins Telefon sagen :"wir wollen nicht mit dir sprechen"....
      Ich finde es so grauenvoll zu merken wie meine Kinder sich mir gegenüber entfremden...
      ....
      Mich würde einfach interessieren wie eure Erfahrungen mit solchen Situationen sind. Wie seid ihr damit klar gekommen und vor allem wer konnte euch ggf wirklich helfen. Kann man so etwas überhaupt rückgängig machen?

      • (2) 11.09.17 - 12:07

        "einfach" dran bleiben.Ich weiß, leichter gesagt als getan.

        Normaler Weise legt sich das dann wenn die Kinder flügge werden und anfangen Dinge zu hinterfragen.

        Lass dich nicht locken oder ähnliches. Sei nett zu Ihnen ohne Sie mit Geschenken zu überhäufen.

        Bitte lass dich auch nicht dazu hinreißen, etwas beweisen zu wollen (z.b. das du Unterhalt zahlst anhand von Überweisungen usw.)

        Für Kinder sind Väter der Fels in der Branung, zeige Stärke ohne herzlos zu sein. Sei konsequent und bleibe in Kontakt.

        Meine Kleene war damals 3, nun wird sie bald 5 und trotz der Mutter (übrigens ziemlich ähnliche Geschichte) haben Töchterchen und ich wieder ein gutes Verhältnis.

        Eines darfst du nie, das verzeihen Kinder nicht. Wenn du aufgibst.

        • (3) 11.09.17 - 12:13

          Vielen Dank.... Nein natürlich werde ich nicht aufgeben. Aber es ist schon echt hart wenn man einfach nur zuschauen kann wie sich die Kinder entfremden. Vor allem wenn man überlegt zu was ein Mensch, dem man einmal über alles vertraut hat, mit dem man ewig sein Leben teilen wollte fähig ist. Da fragt man sich ob solche Menschen ihr ganzes Leben mit lügen aufbauen.

          • (4) 11.09.17 - 12:27

            Ich glaube, ich bin da schon weiter als du, hatte diese Phase aber auch. :)

            Dir werden diese Fragen nicht weiterhelfen, auch nicht die Antworten.

            Die "Olle" einfach links liegen lassen und sich auf die Kinder fokussieren.

            Es ist davon auszugehen, dass deine EX die Trennung noch gar nicht verarbeitet hat, wird sie vielleicht nie. also finde dich damit ab.

            Lass die Ex schimpfen, fluchen und dich verteufeln, eigentlich ist sie selbst nur ein hilfloses Kind. Je schneller du das Verhalten so wahrnimmst, kommst du auch besser voran.

            Versuch auch nicht die Kinder auf deine Seite zu ziehen. Höre Ihnen einfach zu (machen die wenigsten in solchen Situation) und sei stark für Sie. Auf Dauer wird sich das ausszahlen.

          • (5) 25.04.18 - 20:51

            Hallo Du . Kann auch nur sagen : sei stark ....zeige deinen Kindern , dass du für sie da bist ..halte ihnen immer deine Tür offen .
            Ich habe einen 17 Jährigen Sohn , welchen seine Mutter so gegen mich aufgebracht hat , dass er schon etwas über ein Jahr den Kontakt zu mir verweigert. Das macht als mal sehr traurig . Ich werde ihm die Tür aufhalten und nicht , sofern er kommt , über vergangenes sprechen ...sondern über das was vor Ihm / uns liegt .

            Lg, carpinter

      (6) 11.09.17 - 20:43

      "Dann sagte sie Papa bezahlt nicht und darum könnt ihr nicht zu ihm weil kein Geld für Benzin da ist...."

      Ernsthaft? Deine Kinder sind 14, 15 und 18 und sie nehmen sowas einfach in Kauf? Das glaube ich nicht wirklich....

      K

    Den Unterhalt für das 18-jährige Kind sofort an die Mutter stoppen und dem Kind überweisen.

    Vielleicht plus Fahrgeld. Damit entkräftest du schon einmal eine Lüge.

    Wenn deine Kinder klug sind, merken sie selber irgendwann, was Sache ist, ich bin selber Scheidungskind.

    Hallo!
    Als ich deine Geschichte gelesen habe, dachte ich, sie stammt von mir. Bei mir war es fast deckungsgleich. Ich habe auch gedacht, ich zerbreche daran. Die einzige Möglichkeit für dich ist, dich emotional vollkommen von deiner Ex zu trennen. Laß sie reden, lügen, toben und dich schlecht machen. Daran kannst du sowieso nichts ändern. Ignoriere sie vollkommen. Du hast doch selbst erfahren, wie man als Mann dasteht, wenn man die Familie verläßt. Nach den Gründen fragt weder das Jugendamt noch die sogenannten "Freunde". Du bist schuld - und du wirst immer Schuld bleiben. Damit solltest du schnellstmöglich zu leben lernen und dir ein entsprechend dickes Fell zulegen. Das alles interessiert nämlich nicht die Bohne. Wichtig ist nur, was deine Kinder denken.

    Alles, was du machen kannst, ist bei deinen Kindern am Ball bleiben und sie immer wieder anrufen oder anschreiben. Den Unterhalt für deinen 18-jährigen Sohn umgehend neu berechnen lassen (ihr seit inzwischen ihm gegenüber beide barunterhaltspflichtig) und ihm den auf sein eigenes Konto überweisen - und allen Kindern ansonsten immer wieder zeigen, daß du an sie denkst und sie lieb hast. Mehr kannst du nicht tun.

    Irgendwann wird sich hoffentlich die Wahrheit durchsetzen. In meinem Fall hat es auch fast 4 Jahre gedauert, bis das Lügengebäude meiner Ex eingestürzt ist. Seit dem ist der Kontakt zu meinen Kindern wieder viel besser und intensiver.

    • Ok ich merke schon....es scheint ja vielen wie mir zu gehen. Ich möchte mich auf jeden Fall bedanken, dass ihr das hier alles lest und mir Tips gebt.
      Ich hatte jedoch zwei wichtige Sachen vergessen:
      Zu meinem inzwischen volljährigen Sohn:
      Natürlich hatte auch mein Rechtsanwalt mir den Rat geben den Unterhalt für ihn mit Vollendung des 18. Lebensjahrs einzustellen. Ich habe dann meinen Sohn auf anraten meines RA angeschrieben und ihm vorgeschlagen dass wir uns beide über den künftigen Unterhalt unterhalten müssen. Ich weiß dass ihm eventuell auch künftig Unterhalt zusteht, da er eine Ausbildung beginnt. Dies lehnte er ab. "Mamas Anwältin kümmert sich jetzt darum" hat er nur gesagt..... Entweder ich zahle ab sofort 120% Unterhalt oder wir klagen eben.... Das nur mal zu der Einstellungen meines Sohnes mir gegenüber... Wir hatten übrigens früher ein sehr gutes Verhältnis...
      Nun einmal zu meinen beiden anderen Kindern. Meine Tochter (15) hat autismus... Sie ist dementsprechend sehr einfach beeinflussbar. Mein 13 jähriger Sohn ist eher ein ruhiger in sich gekehrter und hat wahrscheinlich einfach noch nicht das Verständnis für das was hier gerade passiert.
      Aber ich finde es halt gerade unglaublich was hier vor sich geht. Mein Rechtsanwalt... Und ich halte ihn für einen wirklich guten Rechtsanwalt hat mir erklärt dass zumindest im Moment die Chancen auf eine faire Lösung schlecht stehen
      Wäre es umgekehrt würde wohl die ganze Welt brüllen.... Wie kann man das einer Mutter nur antun... Wenn es die Väter betrifft scheint es nicht so schlimm zu sein.
      So viel zur Gleichberechtigung

      • (12) 12.09.17 - 11:53

        Hallo,

        also beim volljährigen Sohn bitte die Zahlungen einstellen und die Mutter auffordern den Titel, sofern vorhanden, zu übergeben.

        Der Sohn muss seine Bedürftigkeit selbst nachweisen und BEIDE Elternteile sind Barunterhaltspflichtig gegenüber dem volljährigem Sohn. Also auch die Mutter.

        Bleichberechtigung gibt es auf dem Papier - und sonst nirgendwo! Da kann man mal sehen, wie sehr manche Mütter die Kinder als Waffe einsetzen.

        So schlimm es auch für dich ist: ich kann dir nur raten, hier klare Kante zu zeigen. Laß sie doch mit Klage drohen... Ich glaube nicht, daß sie es tatsächlich tun wird. Dazu ist die Sache rein rechtlich einfach zu klar.

        Im Zweifel wirst du damit leben müssen, daß das Verhältnis zu deinem volljährigen Sohn erst einmal beschädigt wird. Erst recht, wenn er bemerken wird, daß sein Azubi-Lohn (bis auf 50,- € glaube ich), in voller Höhe auf die Unterhaltsverpflichtungen angerechnet wird. Aber mal im Ernst: was hast du zu verlieren? Willst du einen Sohn, der dich nur als laufende Brieftasche ansieht und dich ansonsten verachtet? Bei mir war es exakt das selbe. Irgendwann habe ich gemerkt, daß die Forderungen der Mutter mit jedem Entgegenkommen meinerseits nur noch unverschämter wurden. Irgendwann habe ich Ihr das Stoppschild gezeigt. und weißt du was? Plötzlich wurde sie zugänglicher!

        Ganz wichtig ist der Rat von Tom. Fordere sofort den Unterhaltstitel per Einschreiben/Rückschein von ihr zurück. Nichts ist unschöner als ein Gerichtsvollzieher oder ein gepfändetes Konto. Solange sie den Titel hat, wird nämlich nichts überprüft und der Gerichtsvollzieher läuft sofort aufgrund des Titels los!

        • Jap. Bitte Kante zeigen.


          Der Mutter würde ich eine 14-tägige Frist zur Herausgabe des Titels setzen. Gleich mit dem Hinweis, dass du ansonsten auf Herausgabe durch eine Vollstreckungsabwehrklage nach 767 ZPO ( für die Vergangenheit). Am besten gemeinsam mit einer Abänderungsklage ( für die Zukunft) nach § 323 ZPO. Ein Hinweis, das sie alle Kosten des Verfahrens zu tragen hätte, dürfte sein übriges tun.

          Die Mutter hat nach 1605 BGB eine Auskunftspflicht ggüber deinem Sohn und dein Sohn euch gegenüber über die finanziellen Verhältnisse.
          Danach wird entschieden ob und wieviel Unterhalt anfällt.

          Auch würde ich die Mutter darauf hinweisen, sollte der Titel eingesetzt werden, auf die ungerechtfertigte Bereicherung und die Mutter darüber aufklären, dass das strafbar ist und auch gleich auf die Paragraphen 812 und 819 des BGB hinweisen.

          Schreiben würde ich ihr das NICHT per Einwurfeinschreiben, die Annahme kann verweigert werden. Ich würde ein Einwurfeinschreiben buchen. Die Zustellung läst sich über die Sendungsnummer und I-net leicht nachweisen.

          • (15) 12.09.17 - 13:29

            Einschreiben mit Rückschein.

            Sorry, für das abgehackte. Ich hatte das schon Mal geschrieben und die Seite ist abgestürzt und ich musste alles nochmal schreiben :)

(16) 12.09.17 - 22:52

Hallo

Bin ne Mama, meine 2 großen Jungs leben seit 1 Jahr auch bei ihrem Papa ( also mein exmann )
Auch ich hab diese Phasen durch , ich weiß wie es einen fast umbringt , ich wollte auch schon aufgeben , aber seit ein paar Wochen ist der Kontakt wunderbar und meine Kinder haben sich mir geöffnet . Alles was ich vermutet habe, kam raus - lügen, versuche die Jungs zu kaufen , beeinflussen, aber mittlerweile haben sie alles von alleine gemerkt . Ich hoffe dass es weiter bergauf geht und meine Jungs in naher/ ferner Zukunft komplett zurück kehren.
Ich drück dir die Daumen, nicht aufgeben, nicht drängen, Geduld haben

  • (17) 25.04.18 - 21:14

    Hallo . Das leidige Thema mit dem Jugendamt kennt wohl jeder im stich gelassene Vater . Wirklich übel . Schön dass deine Kinder erkannten was bei ihrem Vater an Ungereimtheiten aufgelaufen war. Mein Sohn , der mittlerweile 17 Jahre ist , hat das Spiel seiner Mutter noch immer nicht erkannt . Habe ihm nie materielles im Übermaß geboten . Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten....sportlicher Art. War eine schöne Zeit mit Ihm , die ich zwischendurch erleben durfte .
    Es ist nun über ein Jahr her , als er das letzte mal kam . Auch wenn ich ihm mitteilte, dass ich ihen vermisse , blockte er nur übel ab .
    Meine Bemühungen das unser Sohn zu mir ziehen sollte , wurden zwar als gute Lösung empfunden , doch kam es noe dazu . Wollte mit ihm seine Schule durchziehen .... mich mit ihm um eine Ausbildung bemühen ....aber all meine Angebot in diese Richtung wurden mit Füßen getreten. Nun steht er ohne jeglichen Abschluss da .
    Die Unterhaltszahlungen für meinen Sohn , wurden mir vom Amtsgericht erlassen , weil sich seine Mutter und auch er sich nicht beweisen konnten . Schade ....

    Aber nichts desto trotz halte ich meinem Sohn meine Türe auf 😊

(18) 12.09.17 - 22:59

Ich antworte dir als "Kind" das die Situation auch durch machen musste.

Bleib dran, melde dich, besuche sie...
Lass sie auf keinfall fallen. Hast du die möglichkeit die Kids mal ihne Mutter zu sehen?

All das hätte ich mir von meinem Papa gewünscht... leider hat er sehr schnell aufgehört sich zu bemühen.

Glg

  • (19) 13.09.17 - 21:56

    Auch wenn ich hier nicht auf jede eurer Beiträge antworte, lese ich sie doch alle hochinteressiert. Ich danke für eure mentale Unterstützung.
    Ziemlich verrückt finde ich ja folgendes:
    Ich war heute beim Jugendamt um mir dort Unterstützung zu holen. Die Mitarbeiterin war wirklich freundlich, vewies mich aber an einen privaten Träger, weil das Jugendamt leider derzeit keine Kapazitäten hat um sich meinem Problem anzunehmen....hm was soll MANN dazu sagen.....

    • (20) 13.09.17 - 22:08

      Das scheint erstmal so gehand habt zu werden.

      Ich als Mutter eines famals 2 Jährigen jungen und frisch schwanger wurde weinen nach 5 min entlassen mit dem rat strenger zu sein und zur not zur caritas zu gehen... läuft.... NICHT

Rückgängig machen kann man garnichts!

Es gibt aber die Möglichkeit eine neue Basis zu schaffen wenn deine Kinder bereit dafür sind.

Wenn deine Kinder dich nicht mehr sehen wollen und auch nicht telefonieren wollen, dann schreib ihnen Briefe undganz wichtig, mach immer eine Kopie für dich, die kannst du deinen Kindern irgedwann mal zu lesen geben.

Sammle die Kontoauszüge wo du Unterhalt gezahlt hast, dann können deine Kinder sehen das du immer ordentlich gezahlt hast.

Schick Karten, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke, denke an wichige Ereignisse wie Führerschein etc.

wenn du etwas nachweislich mitbekommst wo deine Ex über dich lügt, dann heb es auf, für später wenn die Kinder mal fragen.

Sei geduldig, dränge deine Kinder zu nichts, mach den Kindern keine Vorwürfe sondern biete einfach an für sie da zu sein wenn sie dich mal brauchen.

LG
Ano

(22) 22.09.17 - 14:25

Je älter deine Kinder werden umso mehr werden sie von der ganzen Materie, die sich bei euch zugetragen hat, verstehen. Und somit denke ich ... Und wenn du "alles richtig" gemacht hast... ist die Zeit ist dein Freund, wenn dem nicht so war, dann wird das Ergebnis auch stimmig sein.

(23) 26.09.17 - 10:19

Hi

Ich bin kein Vater - aber ein Scheidungskind. Ein zweifaches.
Daher: Ich habe bei der ersten Scheidung (da war ich etwa 4) von der Mutter ganz klar gesagt bekommen, dass der Vater der Böse sei. Wir hatten noch kurz geregelte Besuchstage, dann ging das im Familienalltag schlicht unter. Mit jedem Jahr war ich mir sicherer, dass ein Umgang mit ihm mir nichts bringt. Ich vergass ihn komplett.
Mit 18 habe ich ihn gesucht - voller Vorurteile, voller falscher "Geschichten" über ihn, die sich im Laufe der Jahre über ihn etabliert hatten. Ich war erwachsen genug, dann den Schritt zu machen und zuzuhören, was er zu sagen hatte. Er war sehr fair, hat auch gesagt, dass man z.T. im Laufe der Zeit auch Sachen anders darstellt oder sie im Rückblick anders erlebt hat. Er hat nie gesagt "das ist gelogen". Dass er nie Unterhalt bezahlt hat bis zu unserer Adoption, hat er aber beweisen wollen. Tat er.

Bei der zweiten Scheidung war ich etwa 15, sie zog sich so über 4 Jahre hin. Da war ich kritisch genug, den Anschuldigungen nicht mehr Glauben zu schenken. Aber ich war "pro Mama" denn dort wohnte ich und hatte die Loyalität. Aber auch ständig latent ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Adoptivvater... Er war aber auch ein bisschen clever und hat z.B. den Unterhalt immer mit uns besprochen. Hat mir z.B. das Geld für mein Internat jeweils bar in die Hand gedrückt. So konnte meine Mutter zwar beklagen, das sie zu wenig Geld bekommt, wir wussten aber, dass für uns mehr als genug bezahlt wurde.

Somit mein Tipp: Lass dich nicht aus dem Leben drängen. Behalt den Kontakt. Red mit ihnen auch über Unterhalt, wenn sie alt genug sind. Sag ihnen mal, wie viel du zahlst. Trau ihnen zu, dich zu verstehen. Klär sie auf. Dafür brauchst du keine Bewilligung der Mutter. Du kannst ihnen zeigen, was du verdienst und was du zahlst. Und kannst das Miete und Kleiderkosten gegenüberstellen. Hetze sie aber nie gegen die Mutter auf.

...und: Sie finden den Weg zu dir wieder. Ich verstehe aber, dass du nicht warten willst, bis sie erwachsen sind...

  • (24) 26.09.17 - 14:57

    Sehr schön geschrieben.... Danke... Ich hoffe meine Kinder werden irgendwann den gleichen Schritt tun, den du einst getan hast...

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