schleichende Entfremdung von eigenen Kindern

    • (1) 11.06.18 - 07:58
      Inaktiv

      Hallo in die Runde,
      ich bin neu hier und hoffe auf den ein oder anderen Kommentar. Letztlich muss ich mir aber einfach mal meine Seele aus dem Leib schreiben, weil ich verzweifelt bin. Ich merke peux a peux, wie ich mich emotional von meinen (bei der Mutter lebenden) Kindern (beide fast 8Jahre) entfremde. Es lag nie daran, daß ich meine Kinder nicht sehen konnte/durfte. Ich liebe meine Kinder und sie sind immer super gerne zu mir gekommen. Zu einem Kind habe ich seit Geburt (ungewollt) ein etwas innigeres Verhältnis, er sagt immer, er wolle lieber bei mir wohnen (naja, bei mir ist halt "Urlaub", bei der Mutter Alltag...ich kann so eine Aussage schon gut einschätzen).
      Ich habe, und das ist mein Problem, nullkommanull Einfluss auf meine Kinder. Eigentlich habe ich einen Erziehungsauftrag meinen Kindern gegenüber, den kann ich aber zu 100% nicht wahrnehmen. Alle Entscheidungen, die auch mit meiner Vorstellung von Erziehung konform gehen, werden von meiner Ex Frau anders getroffen. Es ist erstaunlich, dass Väter mit einem Umgang alle zwei Wochen zufrieden sind und sich der erniedrigenden Umgangsprozedur in der Rolle eines Bittstellers aussetzen. Eine Erziehung oder gar die Vermittlung von Bildung ist in der Kürze der Zeit unmöglich. Wenn ein Kind die Schule nur alle zwei Wochen besuchen darf, dann wird es kaum Bildung erhalten. Genauso sieht der Einfluss des Vaters auf das Kind in der Realität aus. Er liegt m.E. bei stolzen null Prozent und kein bisschen mehr.
      Nüchtern betrachtet ist der Umgang im zweiwöchigen Rhythmus komplett sinnlos. Man kann als Vater seine Aufgaben nicht im Ansatz erfüllen und wird mit zusätzlichen Kosten belastet. Umgang heißt eben auch Geld auszugeben. Was würde passieren, wenn die Umgangstermine überhaupt nicht mehr stattfinden? Nichts, denn das Kind steht so oder so komplett unter dem Einfluss der Mutter. Daran können Umgangstermine mit mir als Vater nichts ändern.
      Das ist leider die bittere Realität und ich merke, wie ich mich emotional zurückziehe und (ICH WILL ES JA NICHT) mir alles egal wird. Ich kann eh nichts beeinflussen. Man verreckt förmlich als Vater, der seine Aufgaben immer ernsthaft angenommen hat und will. Ich versinke immer öfter in eine traurige und depressive Stimmung, was mir Angst macht. Man bekommt Befehle fürs WE, Rechnungen zum bezahlen...aber Entscheidungen (gerade auch mal Alltagsentscheidungen) darf man nicht treffen. Ich verzweifle und bin zornig. Die Rechte der Väter in Alltagsdingen sind 0!! Ich habe Kinder und habe doch keine. Ich verpasse eigentlich alles beim gross werden meiner Kinder. Ich könnte heulen. Ich möchte nicht sagen, das ich suizidär gefährdet bin, habe aber schon öfter dran gedacht, mich komplett zurückzuziehen und das Sorgerecht abzugeben. Dann hätte ich wenigstens einen klaren Schlussstrich gezogen. Weit weg zu ziehen war auch schon mal ein Gedanke. Es ist alles so sinnlos. Auch habe ich schon mal an eine Therapie gedacht, um nicht gänzlich emotional daran zu verrecken.
      Danke schon mal fürs zuhören!

      • Hallo

        Das hört sich ganz schrecklich an. Ich kenne selbst diesen zwei Wochen Rhythmus von mir damals. Leider war mein Vater wenig an mir interessiert und hat nicht mal hälftig die Ferien mit mir verbringenwollen.
        Hast du schon einmal überlegen den Umgang zu erhöhen. Vll ist ja ein 50/50 Modell besser. Du scheinst deine Kids ja sehr zu vermissen.

        Alles gute

        • (3) 11.06.18 - 10:31

          Hallo piepli,
          danke für deine Antwort. Ja, ich vermisse sie schrecklich. Wie gesagt vor allem, weil ich so wenig bzw. gar keinen Einfluss auf ihr Leben habe. Gerade in dem jetzt sehr stark prägendem Alter in dem sie sind, bin ich als Vater nicht da und kann ihnen Dinge und Werte vermitteln.
          Du sprichst das Wechselmodell an. Das würde zum einen die Kindsmutter nicht mitmachen und ich weiß selber nicht, ob es den Kindern gut tun würde (fester Lebensmittelpunkt und so). Ich denke trotz Allem immer auch zuerst an das Kindeswohl. Hinzu kommt ja auch, daß ich die tägliche Versorgung, Betreuung, Schule etc. gewährleisten müsste. Das ist durch die unterschiedlichen Wohnstandorte schon schwierig. Zudem muss man ja auch seinen Zahlungsverpflichtungen jobtechnisch nachkommen (nehme ich übrigens auch ernst...). Es ist ein Teufelskreislauf, für den es adhoc auch keinen Ausweg gibt. Das macht einen ja so fertig. Ich habe nur schon einmal nachgedacht, ob ich in 2 Jahren, wenn sie auf die weiterführende Schule gehen, in die Nähe von deren Schule ziehe. Ab einem gewissen Alter können sie ja dann selber entscheiden, wo sie hingehen und wären dann vielleicht öfter bei mir.
          Ich merke halt an mir selber, und das hätte ich nie für möglich gehalten, das man irgendwann emotional aufgibt, so sehr man sich auch dagegen wehrt. Ich nehme mir viele Dinge immer sehr zu Herzen und es macht einen mit der Zeit kaputt. Nicht, daß ich verstehen würde, wie man sich nicht mehr für seine Kinder interessiert, aber ein bisschen kann ich dieses (bei mir ungewollte) Desinteresse nachvollziehen.

          • Das ist echt traurig. Da gibt es doch noch Väter die sich einbringen wollen und dann wird es verhindert. Ich bin auch Mama und das Wechselmodell wäre (hypothetisch) glaub auch mein Horror. Nur gibt es eben mehr als Mama. Redet doch Mal mit den Kids. Vll können sie ja auch der Mama klar machen das es noch einen zusätzlichen Papatag geben soll. Eventuell ist das ein kleiner Anfang. Kannst du die beiden in den Ferien häufiger sehen? In den Ferien kann es ja auch Mal eine oder zwei Wochen Urlaub sein. Weg fahren muss man ja nicht zwingend.

            Alles liebe

      Ich kann mir gut vorstellen, wir Du Dich fühlen musst. Ich bin eine Mutter am anderen Ende, leider hat mein Ex wenig Interesse an den Kindern.

      Warum gibst Du Dich denn mit dieser Rolle zufrieden? Ist 50/50 im Wechsel keine Option für Euch?

      • (6) 11.06.18 - 10:43

        Hallo meikeike,
        lieben Dank für deine Antwort. Ich habe einer anderen Beantworterin gerade schon geschrieben. Es geht ja nicht um das "zufrieden geben", ich habe aber ja nicht mal so eben (vor allem auch rechtlich) die Möglichkeiten, das "Standard"modell (alle 2 WE bei mir), auf meinen! Wunsch hin zu ändern. Die KM würde das per se schon nicht mitmachen. Nochmal, ob das Wechselmodell für die Kinder das Beste ist, sei dahingestellt. Ich denke ja nicht nur an mich bei dem Ganzen. Auch meine Versuche, mich stärker unter der Woche einzubringen, sind gescheitert. So hart es klingt, aber es ist ja diese besch....Situation der Väter, die sich engagieren wollen, aber immer wieder auf den Boden der Realität geholt werden. Ich kenne gar kein richtiges Familienleben mit meinen Söhnen. Das WE ist viel zu kurz, um dem gerecht zu werden. Um nicht zu verrecken, versuche ich eine emotionale Wand zu dem ganzen aufzubauen. Die natürlich immer mehr eine normale Beziehung zu meinen Kindern verhindert. Das macht mich ja so dermaßen traurig und verzweifelt.

        • Natürlich verstehe ich, dass die Situation für Dich schlimm ist und Dich traurig macht. Ich kenne Eure Geschichte nicht, weiß nicht, was bisher gelaufen ist und welche Diskussionen bereits geführt wurden. Aber ich finde, Du denkst sehr negativ, resigniert und wenig lösungsorientiert.

          Es ist sicher richtig, dass das Wohl der Kinder an erster Stelle stehen muss. Aber wenn Du Dich bei Deinen Kindern engagieren willst, dann glaube ich nicht, dass Du ihnen mit dem Wechselmodell schaden würdest. Sicher würde eine Umstellung auf 50/50 eine große Veränderung für Deine Kinder bedeuten. Aber dass sie wochenweise von einem liebenden und verantwortungsvollen Vater betreut werden, kann für Deine Kinder doch eigentlich nicht schlecht sein. Ich denke, dass sie sich auf jeden Fall daran gewöhnen könnten.

          Aus Deinen Zeilen lese ich allerdings, dass Du es selbst vielleicht nicht so wirklich willst. Am Geld kann es ja nicht liegen - bei 50/50 ist ja keiner mehr dem anderen gegenüber unterhaltspflichtig. Und wenn Du es wirklich willst, müsste es doch auch rechtlich durchzusetzen sein, oder? Ich bin keine Juristin, aber was man so hört und liest, hat sich die Lage für getrennte Väter ja schon verbessert in den letzten Jahren.
          https://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2017-02/bundesgerichtshof-kinderbetreuung-bgh-urteil-wechselmodell-eltern-trennung-kinder

          Mein Chef, ein wirklich sehr vielbeschäftigter Mann, lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter im Wechselmodell. Er organisiert das eisern, und es funktioniert. Ja, es ist viel Arbeit und Organisation nötig, wenn man berufstätig ist. Dazu kannst Du auch jede berufstätige alleinerziehende Mutter befragen. Mich zum Beispiel. Ich sehe also nicht, warum Du das nicht auch schaffen könntest.

          Und sich komplett zurückziehen zu wollen, ist ja wirklich überhaupt nicht konstruktiv und ehrlich gesagt ein bisschen drama queen.

          Also, bei allem Verständnis für Deine Situation, vielleicht mal aufhören zu jammern und machen.

          • (8) 11.06.18 - 12:52

            Hallo,
            ich danke Dir für deinen Kommentar.
            Ich gehe nicht in allen Einzelheiten auf Bemerkungen von Dir ein, würde mir aber wünschen, man könnte Ausdrücke wie "Drama Queen" vermeiden. Das trifft es doch wirklich nicht und zeigt mir, das man wohl doch hier nicht ernst genommen wird. Schade! Ich melde mich sofort wieder ab. Ich glaube, auf dem Niveau sollte hier nicht diskutiert werden. Den letzten Satz hättest Du Dir m.E. auch schenken können, bin ich doch gerade an den jetzigen Punkt gelangt WEIL ich versucht habe zu machen, es aber nichts gebracht hat. Letztlich ist es nicht hilfreich, jemandem, der hier versucht hast, offen und ehrlich sein Herz auszuschütten, "jammern" vorzuwerfen. Finde ich gelinde gesagt ziemlich oberflächlich und dreist.

            • Unsachlichkeit lasse ich mir nur ungern vorwerfen - zumal ich mir viel Zeit genommen habe, auf Dich einzugehen.

              Du schreibst in Deinem Ausgangstext einfach nur darüber, wie schlecht es Dir geht und wie ungerecht die Welt Euch Vätern gegenüber ist, aber nicht genau, was Du bereits unternommen hast, die Situation mit Deinen Kindern zu verbessern. Das finde ich nicht lösungsorientiert und konstruktiv, und diese Meinung äußere ich in einem Forum mit gutem Recht.

    (10) 11.06.18 - 12:18

    Ich kann deine Situation auch gut verstehen. Aber hast du das mit dem Wechselmodell denn überhaupt mal angesprochen? Deine Ex hätte dadurch ja auch mehr Zeit für sich selbst vielleicht lockt sie das ja. 😉
    Grundsätzlich ist es aber natürlich schwer sich einzubringen wenn sie es nicht zulässt...
    Ihr könntet euch aber auch Hilfe von Außen holen. Elternberatung, Jugendamt etc. vielleicht bringt das ja was. Immerhin wäre es einen Versuch wert.
    Du solltest auf jeden Fall das Gespräch mit ihr suchen und ihr klar machen wie du dich dabei fühlst und wie schade es auch für die Kinder ist wenn sie die Zeit mit dir nicht haben. Nicht gleich aufgeben!

    • (11) 11.06.18 - 12:59

      Danke pia1213,
      die Antwort klingt schon besser. Danke erst mal dafür. Wenn Du wüßtest, wie lange ich schon kämpfe, kann von "gleich aufgeben" nicht die Rede sein. Ja, Wechselmodell war Thema, wurde aber aus den von mir genannten Gründen (fester Lebensmittelpunkt etc.) seitens der KM abgelehnt. Wenn, dann hätte man es von Anbeginn an machen müssen, ich glaube jetzt umzustellen bedeutet auch, gegen immense Widerstände anzugehen. Aber ich nehme den Gedanken von Dir noch mal mit und versuche mich da professionell beraten zu lassen.
      Du sprichst von "Ihr könntet euch ja...". Das setzt die Bereitschaft der anderen Seite voraus, die ist leider nicht gegeben. Mein Versuch, mich unter der Woche mehr einzubringen basierte ja auch aus meinem Versuch, ihr dadurch mehr Freizeit zu verschafffen. Hat ja nicht gezündet...
      Lieben Dank erst mal an Dich.
      Deine Antwort klingt danach, als hättest Du mich verstanden.

      • (12) 11.06.18 - 17:15

        Da du immer wieder von verrecken schreibst und sehr sehr negativ eingestellt bist, hat es schon ein bisschen was von "drama".

        Aber das ist überhaupt nicht das Thema.

        Auch ich lebe seit 4 Jahren getrennt vom Kindsvater. Meine Kinder sind 9 und fast 11.

        Obwohl mein Ex die ersten 2.5 Jahre in purem Hass gefangen war und mich bedrohte, beleidigte und den Kindern emotional einen riesengroßen Schaden angetan hat, habe ich ihm nur einmal als Zeichen für 3 Monate den Umgang gesperrt und gerichtlich regeln lassen.

        Theoretisch behauptet er immer, die Kinder mehr bei sich haben zu wollen. Seit etwas über 1.5 Jahre pflegen wir wieder ein normales Elternverhältnis. Er durfte/darf seine Kinder immer sehen. Er wohnt auch nur 7 km weit entfernt und auch mein Mann ist mit ihm freundschaftlich gestellt.
        Wir machen sogar Angebote. Z.b. Zu Vatertag einen gemeinsamen Ausflug. Oder einen der im Mai anfallenden Feiertage außerhalb der Reihe. Ich informiere ihn über jeden Sportwettkampf / Schultermin der ansteht an. Ich entscheide wichtige Sachen wie schulwechsel und Co nicht ohne mit ihm darüber gesprochen zu haben.

        Und doch....Würde ich ein 50/50 Modell niemals in Betracht ziehen.

        Mein Ex ist ein Mensch, der sich manchmal unter aller Kanone benimmt. Er redet viel, heult einem die Ohren voll, nimmt aber Angebote nicht wahr. Wenn die Kids von Papa wieder kommen und wir einen Kaffee trinken, wünsche ich mir jedes Mal, Herr schenke ihm Hirn. Er hält von Bildung nicht viel. Übermäßiger Medienkonsum ist ja nicht schlimm. Dem Kind mal was auf den Hintern hauen, ist doch nicht schlimm. Schule ist überflüssig. Ich könnte ewig weiter machen.

        Vatertag haben wir also ohne ihn verbracht und auch die restlichen Feiertage wollte er sie nicht haben. In den Ferien auch niemals hälftig. Wenn die Kinder bei ihm sind und es steht ein schulfest oder Fußballspiel an, wird nur gemotzt und gemosert. Hat er keine Lust zu. Am Ende hole ich oder mein Mann die Kinder um sie anschließend wieder zu ihm zu bringen.

        Es tut mir wahnsinnig leid, da ist endlich mal jemand, der möchte gerne und dann ist die Frau so banane.

        Ich würde dir raten, sucht eine Beratungsstelle. Geht gemeinsam hin. Erkläre, dass du mehr Anteil am Leben eurer Kinder haben möchtest.
        Ging die Trennung von dir aus? Ist sie vielleicht einfach noch zu verletzt? Vielleicht ist auch in der Trennungsphase einiges schief gelaufen, dass sie dich so blockt?

        Ich würde es wirklich ohne Vorwürfe klären, sprich nur von dir, von deiner Sehnsucht, von deinen Wünschen. Und misch die Kinder da bloß nicht rein. Klärt es unter euch erwachsenen als Eltern.

        An Weihnachten z.b. Ist jedes Jahr im Wechsel mal bei uns mal bei ihm. Am liebsten würde ich das zu meinem Vorteil ändern. Aber ihm geht es ja als Papa vermutlich genauso! Und auch die Kinder haben uns ja beide lieb und wollen auch mal besondere Tage mit dem anderen verbringen.

        Silvester 2017 haben wir den Kindern zuliebe gemeinsam verbracht. Wer weiß, vielleicht auch demnächst Heilig Abend?

        Aber der Weg bis dahin war lang und steinig. Es gab viele Gerichtstermine, Anwaltsschreiben, Beratungstermine.

        Steck den Kopf nicht in den Sand! Ganz aufgeben ist nicht....Da du das Kindeswohl im Auge hast, wäre das das schlimmste was du ihnen antun könntest!

        Ich habe damals in den 3 Monaten viel mit meinen Kindern gesprochen, ihnen alles erklärt und musste sie trotzdem auffangen. Das jüngere Kind fing wieder an einzunässen, dass andere war ständig am weinen. Was für Papas Einsicht sooooo sehr notwendig war, hat den Kindern ganz schön zugesetzt! Bitte bitte im Namen deiner Kids, sich aus dem Staub zu machen ist die schlechteste aller Optionen! Du sagst ja selbst, es geht nicht um dich, sondern um das Wohl deiner Kinder!

        Lass dich beraten! Erst alleine, später mit der Kindsmutter! Und bleib bei dir! Geh nicht in die Vorwurfsschiene, sondern plädiere um ein wenig Verständnis! Alles Gute!

Ich glaube, du unterschätzt den Einfluss, den du auf deine Kinder hast.

Mein Freund ist seit 4 Jahren getrennt, die Kinder jetzt 11 und 7. Er sieht sie alle 2-3 Wochen, und die halben Ferien. Aber die Kinder erfahren im Umgang mit ihrem Vater ganz andere Schwerpunkte als bei der Mutter.

Beispiele:
andere Ordnung (Mutter sehr ordentliche Hausfrau, er eher nicht. Sie lässt die Kinder gerne mal schäbig rumlaufen, er achtet auf saubere und heile Kleidung/Schuhe.)
andere Tagesstruktur/Tischsitten
Anderer Umgang miteinander (Lautstärke, gegenseitige Rücksichtnahme)
Anderer Umgang zwischen meinem Freund und mir bzw. der Mutter und deren neuem Partner
Welchen Stellenwert haben Verwandte und Freunde, welche Art Menschen sind im Umfeld zu finden?
Welche Medien werden konsumiert, und wie oft? Welche Bücher, Zeitungen, Filme, Spiele werden vom Vater (und mir) gelesen, gesehen, vorgelesen?
Wie wird über Politik, gesellschaftliche Ereignisse gesprochen, welche Veranstaltungen werden besucht, welche gemieden?

Darüber hinaus gibt es viele Dinge, die die Kinder nur mit ihrem Vater machen:
gemeinsam Musik machen
Mathe-Hausaufgaben (via Skype)
Rubik-Cube und Geduldsspiele lösen
Skateboard fahren
Wassersport
Nach Österreich zum Campen
Sandburgen bauen
Spontan nach Spanien in Urlaub fliegen

Sie erfahren, das es auf der Welt nicht nur eine Art zu leben, zu denken, zu werten gibt. Sie probieren Dinge aus, die sie sonst nicht erleben würden. Kennen Kusinen, Onkel, Tanten, Oma, die sie sonst nicht kennen würden. Haben Kontakt mit Freunden von früher und halten so eine Beziehung zu ihnen aufrecht.

Ich selber sehe sie noch seltener und habe trotzdem Einfluss. :-)

(14) 11.06.18 - 18:44

Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht und ich kann mir vorstellen, wie schwer die Situation für dich ist! Aber bitte unterschätze niemals welchen Wert der Kontakt zu dir für deine Kinder hat. Alleine für ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist es so wichtig, dass sie einen papa(und eine mama) haben, der sie liebt und Kontakt zu ihnen möchte, Interesse zeigt. Lass dich beraten, hol dir Hilfe, ggfs auch einen Anwalt und setze deine Rechte durch, zur Not gerichtlich!

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