Mein Kind, dass nur eine Ahnung blieb.

  • (8) 14.06.18 - 21:15

    Huhu, ich bin zwar kein Mann, aber ich habe einen Kollegen ( gleichzeitig auch sehr guten Freund) dessen Frau damals einfach ohne sein Wissen abgetrieben hat. Er hatte sich schon so gefreut, nach Namen für das jeweilige Geschlecht gesucht.. tja und dann von heute auf morgen machte besagte Dame Schluss mit den Worten "Ich kann das mit uns nicht mehr.. und ich habe abgetrieben". Mittlerweile hat er eine tolle Frau gefunden und sie haben Kinder zusammen. Aber immer an dem Tag ist er schlecht drauf und knabbert noch sehr dran.. ist jetzt 4 Jahre her 🤔

    • (9) 15.06.18 - 09:56

      Danke für Deinen Beitrag.
      Gut zu wissen, dass MANN nicht allein ist, der mit der Last auf den Schultern leben muss. Immerhin hat MANN ein totes Kind auf dem Gewissen #gruebel

      Meine Therapeutin hat einmal gesagt: Sie müssen sich durch den Tod ihres Kindes von der Zukunft verabschieden - z.B. beim Tod von Eltern von der Vergangenheit - dies macht es aber unweit schwerer...

      • (10) 15.06.18 - 10:48

        Ich denke, es gibt noch viel mehr Männer denen es so geht wie dir.. die sind vielleicht nur nicht alle in einem Forum angemeldet 🤔.

        Der Spruch der Therapeutin... hm, schwer. Das ist wieder leichter gesagt als getan... wie soll man sich von etwas verabschieden, was man nie wirklich kennengelernt hat? Da bleibt ja trotzdem immer der Hintergedanke "was wäre bloß wenn". Klar, drüber reden hilft, aber so richtig in Vergessenheit wird es wohl nie geraten.

        • (11) 15.06.18 - 12:31

          DAS ist ja das Schlimme - es GIBT keine entsprechenden Foren. Frauen-Foren nach einer SSU massig - Männer Null#schock

          Verabschieden muss man sich irgendwann - das Kind war DA - man hat es nur auf dem Foto sehen können - aber es war da. Helfen würde es mir sicherlich auch, wenn ich wenigstens einen Ort hätte zum Trauern - man hat nichts . Das eigene Kind wurde in der Toilette oder mit anderen organischen Material entsorgt. Es ist zum Verücktwerden!

          Verabschieden heißt natürlich: nicht vergessen...

(12) 15.06.18 - 20:59

Hallo, vorweg: ich bin eine Frau.

Aber ich habe schon viele Menschen in einem Umfeld sterben sehen/ beerdigt.

Der Tod meiner Mutter war sehr schlimm für mich.

Geholfen hat es mir, das Grab anzupflanzen, den Stein auszusuchen und mir das Design zu überlegen.

Gibt es die Möglichkeit, dass du so eine Gedenkstätte für dein ungeborenes Kind schaffst?

Oder einen Anhänger um den Hals vielleicht?

Hast du vielleicht ein Bild von dem Fötus?

Wir haben in unserer Vitrine eine "Ahnengalerie", also Bilder von unseren verstorbenen Verwandten aufgestellt. Vielleicht kannst du so etwas machen, ein Ultraschallbild einrahmen und mit einem schwarzen Trauerband versehen? Einfach ohne Wut, sondern nur in Trauer?

  • (13) 16.06.18 - 11:05

    Danke für Deine Antwort!! Wenn FRAU inhaltlich zu der Sache antworten möchte, ist es doch wirklich schön und hilfreich.

    Das Bild trage ich immer an meinem Herzen...

    Wir hatten uns vorher informiert - auch wenn das Kind noch so klein ist, man kann es zumindestens versuchen, es mitzunehmen und zu beerdigen. So zumindestens in menschlichen Kliniken. Das wollten wir versuchen.
    Nicht hier: ich dürfte nur nach großen Streitereien nochmal zu meiner Frau und dürft mich „verabschieden“ vom Kind - nach 2 min kam die Ärztin rein und hat mich richtig rausgeschmissen mit den Worten: jetzt dürfen für 4 Wochen keinen Sex haben...
    Mit Worten kann man kastrieren...
    Jedenfalls hatte meine Frau Nullchance, hier was zu machen (kann ich verstehen bei den Schmerzen) - letztendlich blieb nichts anderes, als die Toilettenspülung - der Gedanke daran macht mich verrückt. Unsere Lieben, die wir zu Grabe getragen haben, haben wir auch nicht in der Jauchengrube entsorgt! Ich verstehe nicht, wie man so als Arzt (die Berufsbezeichnung hat die nicht verdient) verrohen kann...
    Mir bleibt von dem Kind nicht mehr als dieses keine schwarz-weisse Foto und die unendliche Traurigkeit...

    (18) 06.07.18 - 23:03

    Das ist ja furchtbar. Ich finde generell, das Thema sollte mal mehr an die Öffentlichkeit. Zwar wächdt ein Baby im Körper der Frau heran aber Männer, die ihr Kind groß ziehen wollen, einfach zu entmündigen, finde ich nicht richtig. Die Mutter kann es doch wenigstens zur Adoption freigegeben, so dass der Vater es groß ziehen kann. Manchmal empfinde ich es schon als echt ungerecht, dass manche versuchen jahrelang erfolglos ein Kind zu bekommen und manche werden achtlos schwanger und werfen es einfach weg, weil es gerade nicht zu ihrer Selbstverwirklichung passt.

    • (19) 12.07.18 - 19:09

      Das ist wirklich ein Problem - Schwangerschaftsabbrüche können einfach so von der Frau ohne Zustimmung bzw. gegen den Willen des Vaters vornehmen lassen - wenn sie aber selber sterben will (aktive Sterbehilfe) ist dies nicht möglich! Die sogenannte Schwangerschaftskonfliktberatung Grift nicht einmal ein, wenn bekannt ist, dass der Vater das Kind will!
      Aber über 3 (Mutter, Vater, „Kind“) darf einer entscheiden - das ist doch pervers!

      Über die Folgen eines SSA wird übrigens nicht aufgeklärt...

      • (20) 12.07.18 - 20:15

        Da hast du recht. Ich glaube wenn so manch eine Frau Bescheid wüsste, dass sie bei einer Abtreibung ihr Risiko für Fehlgeburten bei einem späteren Wunschkind erhöht, dann würde es sich so manche überlegen. Ich erinnere mich übrigens an einem Abschnitt in einem Tempel in Nagano, an dem Hunderte von Schleifchen und Briefen hingen in Gedenken an abgetriebene Babys. Wobei man sagen muss, dass das in Japan perverserweise als gängige Verhütungsmethode angesehen wird. Da steckt eine richtige Industrie dahinter. Widerlich.

        • (21) 13.07.18 - 17:03

          Hier hat der Staat in meinen Augen vollkommen versagt. Abtreibungen sind ja weiterhin strafbar, werden aber nicht verfolgt - schon ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn man es schon erlaubt, sollte es dann auch straffrei sein.

          Aber über das WARUM wird nicht mehr nachgedacht. 100.000 Kinder werden pro Jahr abgetrieben - davon sind nur 2% solche, die aus medizinischen oder Gewaltgründen eh straffrei abgetrieben werden durften. Alle anderen 98.000 werden aus persönlichen Gründen abgetrieben. Warum und wieso - hier habe ich noch keine sinnvolle Untersuchung gefunden.
          In entsprechenden Foren wird zum größten Teil von persönlichen Motiven gesprochen - in in der Regel die nach einer SS dann entstehende Schwierigkeiten in Beruf/Familie/Finanzen. Da müsste es sich doch lohnen, sich als Staat, wo wir doch in der Demographische Falle stecken, intensive Gedanken darüber zu machen, wie man hier gegen steuern kann.
          Sicherlich nachvollziehbar, wenn sich eine Frau mit noch einem Kind ggf. vollkommen überfordert fühlt und es nicht bekommen will - aber diejenigen, die es sich einfach nicht leisten können, (noch mehr) Kinder zu bekommen im Regen stehen zu lassen, finde ich fahrlässig.
          Dass der Staat kann, sieht man ja an seinen verbeamteten Staatsdienern, die für jedes Kind einen Ortszuschlag bekommen und auch noch einen Ortszuschlag Verheiratet - immerhin pensionswirksam! Eine Beamtenfamilie mit 3 Kindern hat ein Einkommensvorsprung ggü. einer Angestelltenfamilie von ca. 1.000€/Monat. Es geht also wenn man will. Warum bitte nicht für alle, damit die Frau/die Familien eben keine Angst vor sozialem Abstieg befürchten müssen?? Warum gibt es in Deutschland nicht wie in anderen Ländern Achtung vor den gewaltigen Leistungen von den Familien, Eltern und Hausfrauen und -Männern? Warum gibt es keine Steuerfreiheit für Familien ab 3 Kindern wie in Frankreich? Man schweigt einfach die Kinder Tod!

          Eine gute Freundin von mir arbeitet in der Trauerbewältigung und im Hospitz - man glaubt es kaum, wie oft in den letzten Stunden noch Geheimnisse geteilt werden müssen, weil sie dem letzten Weg belasten. Oft wird vom dem seelischen Leid durch Abtreibungen erst auf den Sterbebett geredet.

          Wenn nur 10% der abtreibenden Frauen behandlungsbedürftige seelische Probleme bekommen, sprechen wir über 10.000 Frauen/Jahr - Männer nicht inbegriffen. Wenn man mal googelt, ist sich das Statistische Bundesamt überhaupt nicht sicher, dass ihre Zahlen stimmen, da es keine nachweisbare Berichtspflicht der Abtreibungsärzte gibt. Selbst die Landesärztekammern wissen nicht, wer was macht. Also kann man als solcher Arzt die Zahlen der SSA melden oder eben auch nicht. Spätabbrüche in Drittstaaten sind nicht erfasst - ebenso diejenigen, die hier in Deutschland „Bar auf Tatze“ getätigt werden. Die Dunkelziffer liegt sicherlich wesentlich höher. Seriöse Sätzungen gehen von 200.000 bis 300.000 Abtreibungen in Deutschland/Jahr aus...

          Es interessiert aber scheinbar keinen - die Macht über SSA (und die Deutungshoheit) und damit über Leben oder Tod wird allein den Frauen überlassen.

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