Mein Kind, dass nur eine Ahnung blieb.

  • Huhu, ich bin zwar kein Mann, aber ich habe einen Kollegen ( gleichzeitig auch sehr guten Freund) dessen Frau damals einfach ohne sein Wissen abgetrieben hat. Er hatte sich schon so gefreut, nach Namen für das jeweilige Geschlecht gesucht.. tja und dann von heute auf morgen machte besagte Dame Schluss mit den Worten "Ich kann das mit uns nicht mehr.. und ich habe abgetrieben". Mittlerweile hat er eine tolle Frau gefunden und sie haben Kinder zusammen. Aber immer an dem Tag ist er schlecht drauf und knabbert noch sehr dran.. ist jetzt 4 Jahre her 🤔

    • (9) 15.06.18 - 09:56

      Danke für Deinen Beitrag.
      Gut zu wissen, dass MANN nicht allein ist, der mit der Last auf den Schultern leben muss. Immerhin hat MANN ein totes Kind auf dem Gewissen #gruebel

      Meine Therapeutin hat einmal gesagt: Sie müssen sich durch den Tod ihres Kindes von der Zukunft verabschieden - z.B. beim Tod von Eltern von der Vergangenheit - dies macht es aber unweit schwerer...

      • Ich denke, es gibt noch viel mehr Männer denen es so geht wie dir.. die sind vielleicht nur nicht alle in einem Forum angemeldet 🤔.

        Der Spruch der Therapeutin... hm, schwer. Das ist wieder leichter gesagt als getan... wie soll man sich von etwas verabschieden, was man nie wirklich kennengelernt hat? Da bleibt ja trotzdem immer der Hintergedanke "was wäre bloß wenn". Klar, drüber reden hilft, aber so richtig in Vergessenheit wird es wohl nie geraten.

        • (11) 15.06.18 - 12:31

          DAS ist ja das Schlimme - es GIBT keine entsprechenden Foren. Frauen-Foren nach einer SSU massig - Männer Null#schock

          Verabschieden muss man sich irgendwann - das Kind war DA - man hat es nur auf dem Foto sehen können - aber es war da. Helfen würde es mir sicherlich auch, wenn ich wenigstens einen Ort hätte zum Trauern - man hat nichts . Das eigene Kind wurde in der Toilette oder mit anderen organischen Material entsorgt. Es ist zum Verücktwerden!

          Verabschieden heißt natürlich: nicht vergessen...

(12) 15.06.18 - 20:59

Hallo, vorweg: ich bin eine Frau.

Aber ich habe schon viele Menschen in einem Umfeld sterben sehen/ beerdigt.

Der Tod meiner Mutter war sehr schlimm für mich.

Geholfen hat es mir, das Grab anzupflanzen, den Stein auszusuchen und mir das Design zu überlegen.

Gibt es die Möglichkeit, dass du so eine Gedenkstätte für dein ungeborenes Kind schaffst?

Oder einen Anhänger um den Hals vielleicht?

Hast du vielleicht ein Bild von dem Fötus?

Wir haben in unserer Vitrine eine "Ahnengalerie", also Bilder von unseren verstorbenen Verwandten aufgestellt. Vielleicht kannst du so etwas machen, ein Ultraschallbild einrahmen und mit einem schwarzen Trauerband versehen? Einfach ohne Wut, sondern nur in Trauer?

  • (13) 16.06.18 - 11:05

    Danke für Deine Antwort!! Wenn FRAU inhaltlich zu der Sache antworten möchte, ist es doch wirklich schön und hilfreich.

    Das Bild trage ich immer an meinem Herzen...

    Wir hatten uns vorher informiert - auch wenn das Kind noch so klein ist, man kann es zumindestens versuchen, es mitzunehmen und zu beerdigen. So zumindestens in menschlichen Kliniken. Das wollten wir versuchen.
    Nicht hier: ich dürfte nur nach großen Streitereien nochmal zu meiner Frau und dürft mich „verabschieden“ vom Kind - nach 2 min kam die Ärztin rein und hat mich richtig rausgeschmissen mit den Worten: jetzt dürfen für 4 Wochen keinen Sex haben...
    Mit Worten kann man kastrieren...
    Jedenfalls hatte meine Frau Nullchance, hier was zu machen (kann ich verstehen bei den Schmerzen) - letztendlich blieb nichts anderes, als die Toilettenspülung - der Gedanke daran macht mich verrückt. Unsere Lieben, die wir zu Grabe getragen haben, haben wir auch nicht in der Jauchengrube entsorgt! Ich verstehe nicht, wie man so als Arzt (die Berufsbezeichnung hat die nicht verdient) verrohen kann...
    Mir bleibt von dem Kind nicht mehr als dieses keine schwarz-weisse Foto und die unendliche Traurigkeit...

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