Mein Sohn ist für mich ganz normal - für seine Mutter aber nicht

    • (1) 20.02.19 - 17:48

      Hallo Ihr,
      Das ist mein erster Beitrag hier.
      Ich habe einen dreijährigen Sohn.
      Er ist für sein Alter ziemlich groß und kann ziemlich gut sprechen und wird deshalb oft von Erwachsenen viel älter geschätzt als er ist. Er ist oft emotional etwas überfordert wenn ihn etwas frustriert und es kommt dann auch Mal vor dass er seine Spielpartner beisst oder haut oder bewirft..da er ein ziemlicher Brocken ist stößt er kaum auf Gegenwehr, er kann also dann sozusagen körperlich immer Genugtuung spüren, auch wenn er vorher sozusagen sich nicht durchsetzen konnte.

      Ich sehe da einen Prozess und finde das ganz natürlich.
      Oft erlebe ich dass ältere Kinder die von ihm eins draufkriegen von ihrer Mutter nur zu hören bekommen "da siehst du wie das ist wenn man gehauen wird", also wohl ziemlich verbreitet so ein Verhalten..
      Er greift niemand an aus Wut oder ist irgendwie grausam, Kind halt.

      Meine Freundin hat allerdings ein viel größeres Problem mit der Situation.
      Sie helikoptert ständig um ihn herum, vor allem wenn er mit Kindern zusammen ist deren Eltern deswegen schon Mal gemeckert haben.
      Sie spricht manchmal so von ihm dass man denken könne er sei verhaltensgestört oder grausam und ist sehr fokussiert auf diese Sache, so sehr dass das bereits ein Hauptthema wurde. Es gibt eine andere Mutter (seiner besten Freundin) die sich auch sehr um dieses Thema den Kopf zerbricht da er ihre Tochter öfter biss..sie mag ihn aber sehr und die beiden Spielen viel und wild..er beisst auch nicht mehr und hat viel gelernt, sie ist generell ziemlich ängstlich und macht sich sowieso viele Sorgen um ihre Tochter.

      Ich bin der Meinung dass meine Freundin ihre eigenen Ängste um Ablehnung auf ihn projeziert und dabei quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung erlebt. Ich bin total von den Ängsten meiner Freundin überfordert und kann dieses Problemwälzen
      Kaum noch ertragen.
      Ich finde mein Sohn soll selbst seine sozialen Erfahrungen machen dürfen und nicht sozusagen ein Produkt der Ängste seiner Mutter werden, zudem finden viele aus der Familie meinen Sohn auch ganz normal, ein bisschen Rabauke halt..

      Das ganze belastet uns sehr.
      Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

      • (2) 21.02.19 - 18:51

        Tja, das Problem ist eventuell einfach, dass deine Freundin wahrscheinlich übertreibt, du jedoch auch die Sache verharmlost.

        Du schreibst selbst, dass dein Sohn beißt, haut und mit Gegenständen um sich wirft, wenn er emotional überfordert ist. Das klingt schon mal definitiv nicht gesund. Jedoch haben wirklich alle Kinder mal eine KURZE Phase, in der sie aggressiv werden gegen Andere. Es ist nur Aufgabe der Erwachsenen Ihnen beizubringen,
        1.: dass Gewalt niemals eine Lösung sein kann
        2.: dass die vom Kind ausgewählten Handlungen Dritten wirklich weh tun und/oder Schäden verursachen
        3.: dass auf lange Sicht das Kind verdammt unbeliebt macht ... und das kann man nicht rückgängig machen

        Du schreibst, dein Kind ist größer und stärker als die Anderen und gewinnt daher immer, richtig? Dann stell dir mal vor, wie sich dein Kind fühlen würde...oder vielleicht sogar du selbst...wenn ein 5.Klässler auf ihn zukommt und ihn mal in die Mangel nimmt, weil er sich an einem kleinen Bruder vergriffen hat. Nein, es ist für die Mutter eines „Opferkindes“ nicht so witzig, ihr Kind ständig trösten zu müssen.

        Wie glaubst du denn soll eine Person ihre „sozialen Erfahrungen“ machen dürfen, wenn sie ständig stärker und größer ist? Durch Zusammenschlagen? Der Stärkere gewinnt? Irgendwann Schutzgeld?

        Ihr Eltern solltet euch auf einen humanen Mittelweg einigen.

        • (3) 21.02.19 - 20:25

          Hallo Kati!
          Danke für deine Antwort!
          Eine Frage dazu - ich sehe nur den Namen und kann ihn auch falsch deuten - bist du selbst Mutter oder vater?
          Mir ist bewusst dass der Weg der Gewalt nicht gut ist..ich bin selbst aber sehr konfliktvermeidend erzogen worden und war oft in genau der Rolle die du beschrieben hast - nämlich derjenige zu sein der von größeren (Gruppen) Gewalt angedroht bekam..und zum Glück lernte sich zu wehren, sonst hätte ich einige traumen erlitten.
          Ich bin da schon sehr sensibel und will natürlich nicht dass mein Sohn zum Oberrabauken wird, ganz im Gegenteil.

          Es ist etwas kurz angerissen oben von mir dass mein 2-jahre alter Sohn immer wieder Mal Gewalt ausübt, in meinen Augen passiert es nicht öfter als bei den meisten die ich kenne..und ich glaube er muss noch viel lernen seinen Frust (den ja jeder hat der ein Bewusstsein entwickelt) anders loszuwerden.

          Ich wollte wissen ob es andere Väter gibt die ähnliches erlebt haben..also die Rolle der Mutter die sich in ihrer Hoffnung das Verhalten zu verändern quasi verzettelt..und wie die Erfahrungen damit waren.
          Grüße

          • (4) 21.02.19 - 21:38

            Nein, ich bin die Mutter, die das Gleiche erlebt hat. Der Vater war immer der Meinung, dass seine Goldstücke vollkommen ok sind. Heute, 10 Jahre später, sieht er das anders.

      (5) 03.03.19 - 19:17

      Ich arbeite mit Kleunkindern zusammen und alles was Du bezüglich dem Kind schreibst kann eine Phase sein die pädagogisch/ konsequent begleitet werden muss ....nach einiger Zeit gibt sich dies..
      Wie schlimm es ist,kann ich nicht einschätzen.
      Das Verhalten Deiner Freundin halte ich da eher für problematisch,sollte wa so sein..
      War es ein Wunschkind?
      Ich würde zu einer Beratung gehen!
      Zusammen!

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