Beratung und Möglichkeiten Väter

    • (1) 26.02.19 - 11:17

      Hallo liebes Forum,

      ich bin ungewollt Vater geworden.
      Die Hintergründe waren alles andere als fairund es war eine manipulative Kurzbeziehung.
      Das Kind ist jetzt 6 Monate alt.
      Zur Mutter des Kindes und zum Kind selbst wünsche ich keinen Kontakt und ich habe das Kind in den 6 Monaten etwa 3 mal gesehen.
      Die beiden wohnen etwa 400km weit entfernt.

      Die Vaterschaft wurde anerkannt und ich bezahle sowohl Unterhalt wie auch Betreuungsunterhalt von gesamt etwa 700 € im Monat.

      Meine Frage zielt darauf ab, wo man als Zahlvater objektive Beratung bekommen kann?
      Das JA stellt sich leider als keine sinnvolle Alternative dar.

      Die Kindsmutter bekommt eine Beistandsschaft sowie eine Anwältin gestellt.
      Die finanzielle Situation ist keinesfalls schlechter als die meine.

      Wo bekommt mal als Mann hier Hilfe und Unterstützung außer bei einem Anwalt, den man selbst bezahlen muss, wo es eh schon klemmt?

      Es geht primär um Themen wie Prüfung der Unterhaltsansprüche, Sorgerecht, Kinderfreibetrag/ Kindergeld und steuerliches.

      Ich danke für eure Tipps.

      • Nun ja, mal beiseite geschoben, dass mein Mitleid überschaubar ist, denn auch für Männer gibt es Verhütungsmethoden.
        Aber das weisst du ja jetzt.

        Ich befürchte zum Anwalt respektive Steuerberater hast du als Mann wenig Alternativen.
        JA dürfte hier wenig hilfreich sein, da kannst du nicht viel Hilfe erwarten.

        Auch wenn es momentan ein schwacher Trost ist, das Geld ist jetzt eine gute Investition in einen Fachanwalt. Das kann Dir nach vorne heraus viel Geld sparen.

        Shit happens, aber bedenke bitte, dass das arme Kind wirklich gar nichts dafür kann.

        Hallo

        Dir steht der halbe Kinderfreibetrag zu, ebenso das halbe Kindergeld. Das wird aber schon von deinem zu zahlenden Unterhalt automatisch abgezogen bwz angerechnet.
        Den Betreuungsunterhalt für die Mutter kannst du in der Steuererklärung angeben, den des Kindes nicht.

        Lg

      (6) 27.02.19 - 11:36

      Ich empfehle dir, auch wenn du die Kosten selbst tragen musst, eine Erstberatung bei einem Familienrechtler in Anspruch zu nehmen. Bei uns kostet das gerade mal 150,- -€, wenn sich bei einer Prüfung der Ansprüche ergibt, dass alles korrekt berechnet ist.

      Gibt es Abweichungen, bekommt der Mandant die korrekten Zahlen mit und kann das dann ggf intern klären.

      Weitere Kosten entstehen dann erst, wenn es um die Einleitung eines Verfahrens geht, dann macht das aber ja auch Sinn und die Kosten der Erstberatung werden angerechnet.

      Es gibt auch noch Vätervereine, die Beratungen vornehmen, allerdings dürfen Sie keine Rechtsberatung betreiben und dier persönliche Motivation der Initiatoren ist oft zweifelhaft. Die Kosten dafür sind besser in eine sachliche Beratung beim Anwalt investiert.

    • Lieber ein paar 100 € in einen eigenen Anwalt investieren, als 20 Jahre lang zu viel Unterhalt bezahlen...

      Wie du schon richtig erkannt hast, ist das Jugendamt nicht auf deiner Seite!

      Hallo,
      es gibt im Internet ganz viele Seiten, in denen Väter einander hilfreich zur Seite stehen. Da kannst du dich zumindest kostenlos informieren. Rechtssicherheit bekommst du nur beim Anwalt.
      Um Unterhalt und Betreuungsunterhalt kommst du nicht herum. Nur...warum zahlst du das (wurde der Unterhalt tituliert?) und prüfst erst später? Falls du hier wirklich schon einen Titel unterschrieben hast, ist es ziemlich unmöglich, das jetzt abzuändern.
      Bei „keinen Kontakt zu Mutter und Kind“ erübrigt sich ja wohl die Frage mit dem Sorgerecht. Sorgerecht bedeutet, du wirst AKTIV in die Erziehung mit einbezogen und MUSST Entscheidungen für das Kind treffen. Du musst Unterschriften VOR ORT leisten.
      Kindergeld wird an die Mutter in voller Höhe überwiesen. Bei dir wurde aber das hälftige Kindergeld beim Unterhalt berücksichtigt, d.h. du zahlst weniger als der eigentliche Unterhaltsbetrag ist. Bist du „Gutverdiener“, dann kannst du durch die Günstigerprüfung am Jahresende dann einen Kinderfreibetrag erhalten. Du brauchst jedoch unbedingt die Steuer-ID eures Kindes von der Mutter. Das Finanzamt ist da relativ fix und verschickt die gleich nach der Geburt.

      Selbst wenn du dein Kind nicht sehen und zu Mutter und Kind keinen Kontakt möchtest, empfehle ich dir dringend, dich mit der Mutter oder über das Jugendamt irgendwie zu einigen, dass dir WICHTIGE (!) Dinge (Schule/Ausbildung/Studium, Gesundheit, teure Hobbys, die zum Beruf werden könnten) bezüglich des Kindes unverzüglich mitgeteilt werden müssen. Je nachdem was das konkret ist, kann sich das durchaus stark positiv oder stark negativ auf deinen Geldbeutel auswirken.

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