Erziehungsfähigkeitsgutachten

    • (1) 03.04.19 - 14:44
      Inaktiv

      Hallo,
      hoffe im richtigen Unterforum gelandet zu sein.
      Wie der Titel schon sagt, es geht um das Erziehungsfähigkeitsgutachten. Ich bin Vater von zwei Kindern (8/10), meine Frau trennt sich von mir und wir wollen die Kinder im Wechselmodell betreuen.
      Ständig kommt es zu eskalierenden Konfliksituationen zwischen den Kindern und deren Mutter, nicht nur seit der Trennung. Daraufhin habe ich mir entsprechende Beratung gesucht die zu einem niederschmetternden Ergebnis für mich kam. Leider zeigt sich bei der Mutter der Kinder eine starke psychische Auffälligkeit evtl. auch schwerwiegende psychische Erkrankung einhergehend mit der Ausübung psychischer Gewalt. Ein Gespräch mit der Mutter ist aus diesen Gründen schwierig. Mir wurde geraten eine Erziehungsfähigkeitsgutachten erstellen zu lassen um im Interesse des Kindeswohls handeln zu können.

      Gibt es Erfahrungen? Kennt jemand ähnliche Situationen?

      • (2) 09.04.19 - 13:37

        Die Situation, die du beschreibst ist erst mal eine subjektive Sicht.

        Vieles von dem was du schilderst, klingt danach, dass du es so empfindest, wie es objektiv tatsächlich ist, kann hier nicht beurteilt werden.

        Du schreibst du hattest bereits eine Beratung, die zu keinem befriedigendem Ergebnis für dich kam. Bei wem war die Beratung und warum war das Ergebnis für dich nicht gut?

        Ich finde es sehr bedenklich einfach von einem Erziehungsfähigkeitsgutachten zusprechen.

        1. Kannst du das ganz sicher nicht in Auftrag geben!
        2. Wird dieses vom Familiengericht in Auftrag gegeben und dann meist in solchen Situation über BEIDE Elternteile
        3. Bedeutet ein solches Gerichtsverfahren und Gutachten eine sehr hohe Belastung für die Kinder.

        Such dir vielleicht erst einmal Hilfe beim Jugendamt, die haben sehr viel Erfahrung in solchen Sachen.

        • (3) 10.04.19 - 13:49

          "Die Situation, die du beschreibst ist erst mal eine subjektive Sicht"
          Ja, es ist immer schwierig als Beteiligter objektiv zu bleiben, aber die getroffenen Aussagen über die Mutter stammen von Fachleuten die die Situation kennen und unabhängig sind. Erst im Gespräch mit denen wurde mir klar gemacht wie die Problematik Mutter/Kind entsteht und das definitiv eine psychische Problematik der Mutter dahinter steht. Ich hatte schon Beratungen, da war nur die Aussage "der Mann muss weg" und dann wird alles gut. So ist es aber nicht, auch ohne "Mann" zeigt die Mutter kein anderes Verhalten.

          "erst einmal Hilfe beim Jugendamt"
          Davon wurde mir dringend abgeraten, da die verantwortlichen Mitarbeiter des JA erfahrungsgemäß die Situation nicht lösen, sondern erst recht ein Desaster auslösen. Es wird wohl kein Weg daran vorbeiführen, aber dazu müssen erst Mal alle anderen Möglichkeiten erschöpft sein und Klarheit über die Ursachen bestehen.

          Es geht um die Kinder und um eine Verbesserung der Situation, auch für mich ist die Sache nicht einfach. Es ist mir bewusst, dass es die gesamte Familie betrifft, auch mich.

      Es ist interessant, dass du während der Beziehung von der psychischen Erkrankung nichts gemerkt hast.

      Ich sag die meine Meinung: Ich würde das Wechselmodell nehmen und so nett wie möglich zu der Mutter sein (im Sinne der Kinder),
      Dann kannst du deine Zeit mit den Kindern nützen und nett zu Ihnen sein.

      En Erziehungsfähigkeitsgutachten muss vom Gericht beschlossen werden. Das kann sehr viel kosten und bis es dann eine Entscheidung gibt kann der ganze Prozess 1-2 Jahre dauern. Deine Frau wird das auch nicht gerade begrüßen und dann eskaliert die Situation.

      Drei Punkte würde ich dir noch gerne zum Bedenken mitgeben:

      1) Es gibt genug Personen die bei einem Gutachten gut abschneiden obwohl "psychisch gestört".

      2) Eine psychische Erkrankung ist kein Grund jemanden die Obsorge zu entziehen. Selbst falls die Erkrankung problematisch im Zusammenhang mit dem Kindeswohl ist, muss sie dann wahrscheinlich nur einer Therapie zustimmen.

      3) Ist deine Frau gut beraten, dann entzieht sie dir die Kinder und du bist solange das Verfahren läuft ziemlich machtlos. Ein Jahr später wird ihr niemand mehr das Kind wegnehmen (Umgebungswechsel) und eventuell verlierst du sogar das gemeinsame Sorgerecht.

      Ich schreib dir das nur weil ich dir sagen möchte, dass sowas massiv nach hinten los gehen kann.

      • (5) 27.04.19 - 04:51

        Danke für die Antwort.
        Die Situation ist denkbar schwierig für mich und es braucht Zeit herauszufinden wie ein Weg sein kann damit umzugehen. Es ist definitiv mein Ziel die Situation zu verbessern. Die Kinder brauchen ihre Mutter, ich will sie ihnen nicht nehmen. Aber, die Kinder zeigen bereits deutliche Zeichen der Auswirkung psychischer Gewalt. Die ist nicht nur mein persönliche Empfinden, sondern wird auch von Fachleuten bestätigt die mit der Situation vertraut sind.

        "Es ist interessant, dass du während der Beziehung von der psychischen Erkrankung nichts gemerkt hast."

        So viel wie es mir erklärt wurde, führen z.B. einschneidende Lebenssituationen (Tod eines nahen Angehörigen, Geburt eines Kindes usw.) zum "Ausbruch" dieser Art von psychischer Störung. Diese gab es.

        "Es gibt genug Personen die bei einem Gutachten gut abschneiden obwohl "psychisch gestört"."
        Die Betroffenen haben ein besonderes Talent der positiven Selbstdarstellung und es soll sehr schwierig sein hinter diese Fassade zu blicken. Ein Gutachten ist also eine Gratwanderung und das Ergebnis hängt von den "Fähigkeiten" des Gutachters ab. Also kein wirklicher Weg.

        "und so nett wie möglich zu der Mutter sein"
        Ich bin gegenüber der Mutter hilfsbereit, höflich und hege auch keine Groll gegen sie. Ich unterstütze sie wo sie es wünscht nach meinen Möglichkeiten. Ich bin der Meinung so nicht noch mehr "Druck" aufzubauen der sich dann an den Kindern entläd. Nur wird sie von einem auf den anderen Moment plötzlich sehr aggressiv, greift mich verbal an und hat mich und auch die Kinder schon körperlich angegriffen. Kurze Zeit später kann sie sich an nichts erinnern, ist nett, fast mehr als normal und einsichtig. Spricht man sie auf ihr Verhalten an, leugnet sie alles.

        Sie ist bereits in Therapie aus einem anderen Grund. Leider ist es aber auch so, das ihr Therapeut definitiv ihr "Problem" nicht erkannt hat.

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