Vater besser geeignet für die Elternschaft (?)

    • (1) 09.06.19 - 00:08

      Guten Abend, ich hätte da mal ne Frage zu einem Thema, das mich schon länger umtreibt. Ich lese immer wieder davon, wie gut und engagiert (die meisten) Mütter bei der Erziehung von Kindern sind. Das ist auch gut so. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass Väter und ihre Rolle immer in den Hintergrund treten.

      Ich habe einen zweimonatigen Sohn und denke seit der Geburt oft an meine eigene Kindheit und Jugend und daran, wie sich meine Eltern in bestimmten Situationen verhalten haben bzw. wie sie auf bestimmte Dinge reagiert haben. Ich finde, dass mein Vater insgesamt ein besserer Elternteil war als meine Mutter. Wir waren (und sind: Ich bin jetzt 34) eine sehr glückliche Familie, und meine Mama war auch immer für mich da. Aber irgendwie war er als Mensch für diese Rolle „geeigneter“. Als ich in der Grundschule war, redeten meine männlichen Freunde immer wieder von ihrer Mama, die sich um alles kümmerte, alles organisierte, einkaufen ging, mit ihnen spielte, sie von der Schule abholte usw. … Ich meine jetzt nicht unbedingt Leute mit arbeitstätigem Vater und nicht arbeitender Mutter. Meine Eltern arbeiteten auch beide. Und meine Mama war auch sehr gut in Sachen Organisieren, Vorbereiten etc. etc.. Und sie hat mit uns sehr viel Zeit verbracht. Die ist immer noch sowohl mit mir als auch mit meinem Kind sehr fürsorglich. Aber meinem Papa, als ich klein war, dem konnte keiner das Wasser reichen – nicht mal meine Mutter. Der war (ist) einfach der „beste Elternteil“, den ich je hätte haben können.

      Kennt ihr das auch? Wenn ich mit jemandem darüber spreche, gucken alle irgendwie komisch.

      LG,
      Paul

      • Das kenne Ich so leider auch nicht. Mein Vater war sehr stark abwesend während meiner Kindheit. Wobei sich meine Mutter und er darin abgewechselt haben, beschissene Eltern zu sein.
        Ich kann aber nicht sagen wer jetzt wirklich besser war. Allerdings hoffe Ich sehr dass meine zwei süßen Mäusen in zwanzig Jahren sagen, dass der Papa der beste war. Allerdings ist meine Frau eine tolle Mama, daher wird es wohl Schwierig, klar als Sieger dazustehen😉
        Viele meiner Freunde sind halt eher so „naja Kind ist okay und gehört irgendwie dazu“ Väter. Ich hab nur einen guten Freund der unglaublich darin aufgehen würde Papa zu sein. Der hat aber leider keine passende Frau gefunden.

        Vielleicht ein Papakind? Ich denke, für Kinder sind beide Elternteile auf verschiedenen Arten gleich wichtig. Da die Mutter oft die größere Rolle in der Erziehung übernimmt, denke ich das die meisten Kinder eher auf die Mütter bezogen sind. Aber es gibt ja auch totale Papakinder.

        Ich selbst bin auch mitte 30 und bei uns war auch das klassische Modell. Meine Mutter hat sich um uns gekümmert und mein Vater war arbeiten. Oft an 7 Tagen die Woche.
        Dadurch war ich emotional viel stärker an meine Mutter gebunden.

        LG

        • (4) 14.06.19 - 21:08

          Und die Eltern haben glaube ich auch unterschiedliche Rollen. Bei meiner Mutter hab ich z.B. Trost gesucht. Mein Vater war dafür mein Beschützer. 😊

      Kann ich voll unterstreichen, mein Papa war perfekt. Offenbar hab ich als Baby schon gebrüllt, wenn meine Mutter in meinen Stubenwagen schaute, bei Papa grinste ich, er fütterte mich fleißig - erzählte er mir oft.
      Später war er derjenige, der mir die Natur und alles Viechzeug erklärte, die Sterne, die Wetteranzeichen, er brachte mir schwimmen, lesen und schreiben bei, lange vor der Einschulung. Bei Hausaufgaben konnte ich ihn alles fragen, er war ein Bio-, Geschichts- und Erdkundegenie. Mein mittlere Reife- mündlich- Referat in Geschichte war eine glatte Eins, Papa war mein bester Zeitzeuge - für den II. Weltkrieg.
      Er war für mich Seelenmülleimer, vertrauter Freund, mein Ein und Alles. Er hatte keinerlei Erziehungsprobleme mit mir, ich hätte ihn niemals enttäuscht. Als ich wegen Schwangerschaft von zuhause flüchtete in eine kl. Wohnung, war er nur enttäuscht, weil ich ihn nicht ins Vertrauen gezogen hatte. Wäre aber niemals möglich gewesen - meine Mutter hätte uns beiden das Leben verdammt schwer gemacht. Ich vermisste ihn lebenslang - leider starb er viel zu früh, er war erst 58 - ich 23. Ich muss hier auch oft den Kopf schütteln, wenn Frauen ihren Männern aber auch garnichts zutrauen in Bezug auf Kinder - und damit meine ich nicht die zerrütteten Beziehungen. LG Moni

      Ich weiß was du meinst. Bei meiner Mama war ihr Vater auch eher Ansprechpartner nummer eins. Bei uns ist papa auch öfter das highlight weil er nicht so oft da ist.
      Also klar kann es auch sein dass Papa Number One ist. Kommt aber auf vieles n wieso es so ist oder sein könnte

    • Ich denke, das hängt auch etwas vom Kind ab.
      Ich habe zwei Söhne, der eine wäre sicher deiner Meinung, der andere im Gegenteil.
      Und dabei haben beide die selben Eltern ;)

      Hallo.

      Was hat denn dein Vater so besser gemacht, dass deine Mutter ihm nicht das Wasser reichen können. In welcher Form bzw. in welchen Situationen. Du schreibst nur, dass deine Mutter auch alles gut konnte und sich kümmerte. Aber was hat dein Vater gemacht, dass er so besonders ist für dich.

      LG

      Ich war auch ein reines Papakind.
      Allerdings würde ich nicht sagen, dass ein Vater oder eine Mutter besser zum Eltern sein geeignet sind - üblicherweise sollten Beide sich ergänzen.
      Zu wem du das bessere Verhältnis hattest, jetzt besonders rückblickend, sagt nichts über die Qualifikation als Elternteil aus. Ein Beispiel:
      Nehmen wir einen üblen Scheidungskrieg um ein Kind an. Beide Elternteile wollen das Kind. Vater hat sich bisher um das Kind hauptsächlich gekümmert. Die bessere Beziehung hat das Kind aber zur Mutter. Man könnte auch sagen, die Mutter besticht das Kind mit tollen Events (schwimmen, klettern,.... ständig ist was Lösung es gibt Geschenke - klar gefällt das Kindern). Aber der Vater ist derjenige, der zu Hause das Essen kocht, der beim Kind sitzt, wenn es krank ist, der die Ärzte kennt und den Kontakt zu den Lehrern hat.
      Ganz salopp gesagt: Ein Kind muss nicht nur bespielt, sondern auch gemanagt werden. Alle Bedürfnisse eines Kindes müssen erfüllt werden.

      Dein Kind ist erst 2 Monate. Warte mal etwas ab. So ganz ohne Mutter wäre dein Kind wohl nicht geboren. Schon allein das ist eine Leistung, die ein Mann nicht zustande bringt. ;)

      Ja, in meiner Kindheit war das auch so. Ich war immer ein Papakind.

      Und mein Jüngster ist auch wieder ein Papakind. Mein Mann ist aber auch toll als Papa, das muss ich einfach etwas neidisch anerkennen, der hat meist die besseren Nerven.

      Elternteile, Mama wie auch Papa, haben beide ihr eigenen Qualitäten.
      Meist sind die Papas die Grobmototiker, die tollen Helden die den Kindern bei bringen Mutig zu sein und den Kindern durch dieses "hey, ich habs geschafft, ich kann das! " Selbstvertrauen geben. Die Mama ist meistens für die Feinfühligkeit da. (Vertiefe es nicht dann hier gehts ja um den Papa) alles kann natürlich von Person zu Person variiren. Das ist auch gut so.

      Ich glaube auch das es den Papas heutzutage noch etwas schwer gemacht wird in Elternzeit zu gehen und die Rolle so anzunehmen wie wir Frauen es meistens machen.

      Wir persönlich sind leider noch Kinderlos aber wir wissen genau wenn es soweit ist das wir uns die Elternzeit teilen werden. So kommt keiner zu kurz und jeder hat die möglichkeit sich so einzubringen wie er es möchte. Die Zeit mit den kleinen vergeht ja viel zu schnell. Jeder kann so die entwicklung voll mit bekommen als Familie und sie genießen, und nichts bleibt zwagsweise wegen der Arbeit am anderen Partner hängen.

      Liebe Grüße

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