Umgangs- und Sorgerecht bei Baby/Kleinkind

    • (1) 09.10.19 - 16:35

      Hallo Zusammen,

      zwei Punkte vorab:

      - ich bin nicht männlich, erstelle dieses Thema jedoch im Interesse meines Bruders und hoffe hier eventuell auf Erfahrungswerte und/oder Tipps von Männern zu erhalten

      - ich habe keine Ahnung, ob das Thema hier richtig aufgehoben ist, versuche mein Glück aber einfach mal

      Nun zum Problem:

      mein Bruder ist 25 Jahre jung und Vater einer wundervollen Tochter. Die Kleine wird im November 1 Jahr alt.
      Mit der Kindsmutter war er 2,5 Jahre liiert. Sie hat bereits eine 6-jährige Tochter aus einer früheren Beziehung, um die er sich liebevoll gekümmert hat.

      Kurz vor eintreten der Schwangerschaft hat mein Bruder das Haus unserer Großeltern gekauft, ein altes Fachwerkhaus mit Stallungen und viel Platz zum schrauben. Traktoren (er ist Landmaschinenmechaniker) sind seine große Leidenschaft.
      Von dem Tag an, fing seine jetzige Exfreundin an, sich zurück zu ziehen. Vermutung: sie möchte ihren 50 km entfernten Wohnort nicht verlassen und war sauer darüber, dass er nicht mit zu ihr zieht.
      Trotzdem ist noch die kleine Maus entstanden, natürlich ungeplant. Inwieweit das von ihr geplant war, möchte ich mal außen vor lassen.

      Nachdem die Beziehung von ihrer Seite aus immer weiter runter gekühlt ist, hat sie während der Schwangerschaft Schluss gemacht.
      Mein Bruder hat sich weiterhin bemüht, da er dachte, dass könnte an den Schwangerschaftshormonen liegen und nach der Schwangerschaft würde sich alles wieder einrenken. Einige Zeit später schloss sie diese Möglichkeit jedoch vorerst aus, mit dem Verweis darauf, dass man nicht wissen kann, was die Zukunft bringt (warm halten?).

      • Teil 2, da vorzeitig abgeschickt.

        Ab da an ging das große Drama los. Sie hat alles mögliche dafür getan, um ihn und auch der Rest unserer Familie auf Abstand zu halten.
        Er wurde von der Geburt ausgeschlossen, wurde nach ihrem Vater, ihren Brüdern und ihrem Exfreund samt neuer Freundin als letzter über die Geburt der Kleinen informiert.

        Leider hat mein Bruder, gutgläubig wie er ist, sich nicht über die rechtlichen Regelungen bezüglich Sorgerecht etc informiert. Was sie natürlich wissend von ihrer ersten Tochter und der Situation mit deren Vater für sich ausgenutzt hat. Die Vaterschaft hat er sofort anerkannt, das Sorgerecht hat sie (ganz sicher beabsichtigt) nur auf sich laufen lassen.

        Seitdem ist es so, dass mein Bruder die Kleine 1 mal in der Woche sieht, nicht mal alleine mit ihr spazieren gehen darf, geschweige denn dass die kleine Maus mal mit zu ihm darf, stundenweise.
        Er sitzt 2 Stunden in ihrem Wohnzimmer, darf mit seiner Tochter spielen bis sie müde wird und kann dann wieder nach Hause fahren.
        Nach Nachfrage seinerseits bezüglich dem gemeinsamen Sorgerecht sagt sie, dass sie dass noch nicht als sinnvoll erachtet.

        Mittlerweile hat mein Bruder eine neue Freundin, was die Situation mit noch schlimmer gemacht hat. Es macht den Anschein, als würde seine Ex jetzt erst recht aus Trotz abblocken.

        Als sie im Sommer einen Abend ausgegangen ist, hat sie ihren Exfreund und Vater ihrer ersten Tochter mit der Betreuung der großen Tochter, sowohl der kleinen Maus von meinem Bruder beauftragt. Mein Bruder wurde nicht mal gefragt.
        Als er gefragt hat was dies soll, meinte sie nur, dass er nicht in der Lage sei auf die Kleine aufzupassen. Als er sagte, er würde auch gerne unsere Mutter mitbringen, wenn es auch für sie dann besser anfühlt, ist sie nicht drauf eingegangen.
        Den Abend aufgepasst hat ihr Ex.
        Dies ist nur ein Bruchteil von Dingen, die vorgefallen sind.

        Letztendlich hat mein Bruder nun bei einem Anwalt Hilfe gesucht. Dieser hat einen Antrag auf Bestimmungsrecht gestellt und möchte wenn dieser durch ist, einen weiteren Antrag auf Sorgerecht stellen.

        Seine Ex ist natürlich völlig ausgeflippt und tut alles, damit er scheitert.
        Da sie sich auf außergerichtliche Einigung weigert, steht ein Gerichtstermin an.

        • Sorry, Part 3...

          Daher stand gestern für meinen Bruder ein Termin bei dem Verfahrensbeistand seiner kleinen Tochter an, einem Diplom-Pädagogen.
          Natürlich geht es diesem nur um das Kindeswohl, was ja auch völlig richtig ist.
          Nichts desto trotz hatte er den Tag davor schon einen Haustermin bei der Ex, um sich da alles anzusehen.

          Jetzt ist es so, dass diese bei dem Termin gelogen hat, dass die Balken sich biegen. Sie hat es so dargestellt, als hätte mein Bruder gar kein Interesse an der Kleinen und würde selten erscheinen, was sie mit einem falschen Protokoll, auf dem sie lediglich 16 vermerkte Besuche in diesem Jahr von meinem Bruder aufgeführt hat und dem Beistand vorgelegt hat.
          Kurz: sie hat alles Register gezogen, sich als armes Opfer dargestellt und meinen Bruder so, als würde ihn seine Tochter Null interessieren.

          Natürlich hat der Beistand meinem Bruder nun wenig Hoffnung auf überhaupt irgendwas gemacht und gesagt, vor Gericht würde es dann vermutlich bei dem wöchentlichen Besuchsrecht und das auch nur bei ihr, bleiben. Also alles so wie vorher, da er ja als "Fremder" erst mal Vertrauen aufbauen muss.
          Der Anwalt meines Bruders hatte ihm sehr viel mehr Hoffnung gemacht.
          Dementsprechend fertig ist er natürlich.

          Meine Frage: gibt es wirklich nichts was mein Bruder tun kann? Muss er sich der subjektiv unfairen Aussage einer angesäuerten Mutter beugen, weil sie nicht ihren Willen bekommen hat (dass er mit zu ihr in die Stadt zieh, denn da fing das Drama an)?

          Hat jemand etwas ähnliches erlebt oder ein paar Tipps?

          Bin für alles dankbar, selbst mich als Schwester zerreißt es zu sehen, wie fertig mein Bruder ist.

          LG

          (4) 16.10.19 - 21:37

          Es ist komisch, dass du der Meinung bist, wenn 2 Menschen offenbar freiwillig zusammen GV haben, dass die böse KM dann absichtlich eine SS herbeigeführt hat. Wusste dein Bruder etwa nicht wie Babys entstehen?

          Ganz ehrlich...ich hätte einen Ex auch bei keiner Geburt in meiner Nähe ertragen. Was soll denn dieser Anspruch? Eine Geburt ist eine äußerst intime Angelegenheit. Da will man keinen Menschen um sich haben, mit dem die aktuelle Beziehung nicht absolut harmonisch ist. Dass sie zunächst ihre Familie über den neuen Erdenbürger informiert, sehe ich auch als normal an.

          Wenn dein Bruder keine Ahnung hat, tätest du gut daran, ihn zu beraten und ihn zu unterstützen. Das er die Vaterschaft anerkannt hat, ist wohl absolut selbstverständlich wenn es unstrittig ist, dass er der Vater ist - oder wollte er einen Vaterschaftstest und noch erhöhte Kosten? Auf was willst du hinaus?
          Das das Sorgerecht zunächst nur auf die Mutter gegeben wird bei einer nicht - verheirateten Mutter, ist die (gesetzlich festgeschriebene) Regel. Alles andere müsste man ja vorher festlegen. Aber offenbar hatte dein Bruder daran kein Interesse. Wo war hier nun der Fehler der KM?
          Wenn dein Bruder das Sorgerecht will, hätte er es einfach nur beantragen müssen. Geht ganz einfach. Wäre er sofort nach Geburt aktiv geworden, hätte niemand etwas dagegen sagen können. Zwar wird die KM gebeten dazu Stellung zu nehmen, aber sie muss eine Ablehnung sehr, sehr gut begründen. Das Gericht stimmt prinzipiell dem GSR zu - nur bei Kindeswohlgefährdung gibt es eine Ausnahme.
          Da jetzt die KM deiner Meinung nach gelogen hat mit falschen Protokollen...ganz ehrlich - ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Vater sein Kind nur einmal die Woche sieht und dann nicht unendlich viele Fotos macht. Da hat er doch „Beweise“.
          Die Besuche in der Wohnung der KM sind normal in dem jungen Alter. Insofern hat die Mutter auch nichts falsch gemacht. Bei einem Baby finden normalerweise die Besuche in der Wohnung und mit Anwesenheit der Mutter im Nebenraum statt.
          Da die Mutter das ASR hat, darf und muss sie für die Betreuung sorgen. Sie kann damit beauftragen, wen sie will. Dein Bruder hat keinerlei Entscheidungsgewalt, da ihm das Sorgerecht fehlt. Selbst als Inhaber des GSR könnte die Mutter vollkommen frei entscheiden, wer das Kind betreut, solange sie dafür zuständig ist.
          Dein Bruder hat exakt EIN Recht: das Umgangsrecht. Alles andere hat er bisher nie gewollt. Er ist nie wirklich aktiv geworden. Selbst das Umgangsrecht erstreckt sich nur auf ihn und nicht auf seine Verwandtschaft - da das Kind seine Verwandten nie kennengelernt hat.
          Welches Bestimmungsrecht konkret meinst du? Es gibt derer eine ganze Menge.

          • (5) 17.10.19 - 05:39

            Leider hast du meinen Text äußerst subjektiv und dann auch nicht wirklich gründlich gelesen.
            Trotzdem danke für deine Antwort.

            • (6) 21.10.19 - 11:19

              Finde ich nicht, sie hat im Gegensatz zu dir einen neutralen Standpunkt eingenommen.

              An Ratschlägen für deinen Bruder solltest du dir da rausziehen: Er soll seine Besuche bei seiner Tochter belegen. Wenn seine Ex ein Protokoll hat, soll er auch eins erstellen, aus dem Gedächtnis, und mit entsprechenden Belegen. Wie Kati sagt: Er wird bei den Besuchen ja wohl Fotos gemacht haben.

              Warum der Anwalt deinem Bruder nun solche negativen Aussichten macht, verstehe ich nicht, außer er hat dir was verschwiegen. Denn eigentlich wird Vätern das gemeinsame Sorgerecht nicht verweigert, außer es liegend Gründe vor, die dem Kindswohl widersprechen. Die Aussage der Mutter, dass der Vater nicht genug Interesse zeige, sollte dafür definitiv nicht ausreichen.

              Aber ihr solltet euch alle darüber im Klaren sein: Auch wenn dein Bruder Sorgerecht bekommt, kann die Ex ihr Kind immer noch von jemand anderem betreuen lassen. Wer in ihrer zeit auf das Kind aufpasst, hat deinem Bruder egal zu sein, außer er sieht das Kindswohl gefährdet.
              Und auch wenn dein Bruder das Sorgerecht bekommt, wird sich mit dem "Müdespielen im Wohnzimmer" für eine Weile vermutlich erst mal nichts ändern. Damit muss er rechnen. Bei Kindern bis 4 Jahre heisst es normalerweise, dass vier Stunden ein bis zweimal die Woche ausreichend sind.Wenn ich da noch richtig informiert bin und sich das in den letzten Jahren nicht geändert hat.

              • (7) 22.10.19 - 11:08

                Nein, der Beitrag war nicht objektiv, sonst würde man meinem Bruder kein mangelndes Interesse an Umgang zu seiner Tochter unterstellen oder mir erzählen, dass ich besser daran täte, ihn gut zu beraten. Wieso erhalte ich solch verurteilende Meinungen, die so nicht korrekt sind und auch so nicht in meinem Text stehen? Dort ist alles genau geschildert. Sorry, aber dann benötige ich keine Antwort, wenn es solch eine ist.🤷‍♀️

                Ich schreibe hier einen wahrheitsgemäßen Beitrag. Und ja, die Kindsmutter sieht das eventuell anders, da jeder seine subjektive Meinung hat, aber ich schildere hier die Situation und nicht sie. Mir da nicht wahrheitsgemäße Aussagen zu unterstellen, finde ich fragwürdig.
                In einem Forum erhoffe ich mir da kein Infrage stellen meiner Schilderung, sondern eine Beratung anhand meiner geschilderten Tatsachen.

                Ebenso sehe ich es so: ein Kind entsteht durch zwei Menschen. Und wer entscheidet, dass die Mutter emotional mehr empfindet als der Vater? Zu entscheiden dass Expartner oder Eltern vor dem Kindsvater das Kind sehen sollten, mag gesetzlich vielleicht korrekt und in Ordnung sein - zwischenmenschlich und emotional betrachtet aber absolut unmöglich. Genauso wie dem Vater solche Steine in den Weg zu legen. Das zeichnet für mich keine gute Mutter aus, auch wenn es wieder gesetzlich korrekt und gestattet ist.
                Emotionale Angelegenheiten lassen sich eben nicht in Paragraphen umsetzen.

                Dir auch vielen Dank für deine Ausführung, ich konnte davon ein paar nützliche Tipps mitnehmen. Ein Besuchsprotokoll wird mein Bruder ab sofort auch führen.

                Er und auch ich sind da wohl zu menschlich eingestellt, als sofort zu solchen Maßnahmen zu greifen. Bei uns in der Familie geht man fair und menschlich miteinander um, ohne jedem einen Strick aus irgendwas zu drehen.

                (8) 22.10.19 - 12:55

                Was ich eben vergessen:

                Es ist nicht der Anwalt, der meinem Bruder keine Hoffnung auf einen besseren Ausgang macht, sondern der gerichtliche Beistand der kleinen Tochter, ein vom Gericht beauftragter Pädagoge.
                Die Mutter legt die Dinge leider so dar, wie sie es möchte, um meinem Bruder einen Strick daraus zu drehen.
                Sie behauptet dass die Kleine fremdeld (was nicht stimmt) oder mein Bruder nur für Fotosessions mit seiner Tochter zu Besuch käme und die Kleine das permanente fotografieren nicht vertragen könne.
                Dabei ist die Kamera am Handy meines Bruders seit über einem Jahr defekt und er ist auf Fotos der Kleinen von der Kindsmutter angewiesen. Diese lässt sie ihm auch zukommen, das ist nicht das Problem. Sondern dass sie einfach nicht ehrlich ist, um den Umgang für meinen Bruder zu erschweren.
                Ich schreibe solche Dinge doch nicht, weil sie nicht stimmen, wie mir Kati in ihrem Beitrag zuschiebt.

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