Kindliche Entwicklung ohne Vater

Hallo, mein Freund ist bei seinen Großeltern aufgewachsen. Bis zum 2. Lebensjahr. Seine Mutter war wohl in einer schwierigen Situation damals, ein Kind wollte sie nicht...ungewollt schwanger! Zur Mutter hat mein Freund bis heute kein gutes Verhältnis. Obwohl er bis zum 16. Lj bei ihr lebte. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennen gelernt.

Habt ihr Vermutungen/ weiß jemand wie sich solch eine frühkindliche Erfahrung auf das spätere Beziehungsleben auswirken kann?

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Ich denke, dass kommt sehr darauf an, wie seine anderen Bezugspersonen mit der Situation umgehen.
Ein Beispiel: Die Mutter selber leidet sehr unter der Trennung, kriegt ihr Leben nicht in den Griff, versinkt in Depressionen, kümmert sich kaum um das Kind. Da kann man sich ausrechnen, dass das Kind sehr wohl eine Traumatisierung mit sich mitnimmt.
Anderes Beispiel: Die Mutter kümmert sich gut um das Kind, lässt aber sowohl am Kindesvater als auch generell an den Männern kein gutes Haar. Wie wird sich das wohl der Sohn fühlen? Entweder beginnt er selber, Männer abzulehnen, oder aber es kehrt sich mal ins Gegenteil bei ihm.
Jetzt noch ein positives Beispiel: Vater weg - aber die Mutter kümmert sich gut um das Kind, behält ihre positive Einstellung gegenüber Männer, lernt einen neuen Mann kennen, der dem Kind ein guter Stiefpapa wird. Da sind die Chancen natürlich am besten, dass auch der Sohn eine gesunde Entwicklung durchläuft.
Wie du siehst, da spielen sehr viele Faktoren mit.
Und dann gibt es ja auch Kinder, wo der Vater zwar im selben Haushalt lebt, aber ein furchtbarer Mensch ist und seiner Familie eine Hölle bereitet.

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Pauschal kann man da nix sagen. Wenn er reflektiert ist und weiß, wo seine Probleme sind; kann er trotzdem ein toller Bindungspartner sein.

„Ruht“ er sich auf seiner schlimmen Vergangenheit aus und die ist Entschuldigung für alles; wird er wohl keine tolle Beziehung eingehen können.