Sie soll schreiben wie sie es hört ! Welcher Sinn dahinter ???

    • (1) 30.09.10 - 23:03

      Hallo ,

      wir hatten heute eine Diskussion mit unserer Tochter (1.Klasse) .

      Sie hatte ein Blatt mit Bildern drauf und sollte das beschriften .
      Hat sie auch selbständig gemacht aber leider falsch geschrieben .
      Als wir alles mit ihr zusammen durchgegangen sind und gesagt haben das wäre falsch fing sie an zu weinen .

      Sie soll es so schreiben wie sie es hört hat die Lehrerin gesagt .

      Haben dann alles so gelassen wie es war.

      Aber welchen Sinn hat das ?

      Sie schrieb z.B. Apfl oder Ampl , das e hört man ja nicht unbedingt .

      So ist es doch falsch ? Erst lernen sie falsch und dann richtig ?

      Hoffe ihr könnt mir das erklären !

      lg

      • (2) 30.09.10 - 23:12

        Meine Tochter hat es auch so gelernt, ich fand es auf gut deutsch gesagt scheiße #schein

        Hallo! :-)

        Werde mal versuchen dir zu erklären, warum man das heute oft so macht. Also: Dein Kind soll ersteinmal ohne Hemmungen schreiben dürfen, also so, wie sie das Wort hört. Das ist wichtig, damit sie in ihrem Schreibfluss nicht gestört wird.
        Stell dir vor, sie müste jetzt, während sie ein Wort schreibt, zusätzlich überlegen wie das Wort richtig geschrieben wird (und woher soll sie das jetzt schon wissen), dann würde sie überhaupt nicht mehr schreiben. Das Schreiben einzelner Wörter ist für die Kleinen schon anstrengend genug, sie müssen sich meist sehr konzentrieren.

        Mit der Rechtschreibung wird dann etwa am Ende des 1. Schuljahres begonnen. Und keine Angst: Sie prägt sich die Wörter, die sie jetzt schreibt nicht als falsches Wortbild ein. Beim nächsten Mal kann dasselbe Wort schon wieder ganz anders aussehen.

        Also, nicht so viel verbessern, sonst kann deine Tochter schnell frustriert sein (hast du ja schon daran gemerkt, dass sie geweint hast, als du ihr sagtest, alles wäre falsch geschrieben).

        LG von mausi #blume

        • Ich habe mit dieser Methode sehr schlechte Erfahrungen gemacht . Es gibt auch schon einige Diskussionen hier im Forum.

          Bei uns ist leider erst in der 5. kLasse aufgefallen, dass er eine äußerst schlechte Rechtschreibung hat. Vorher wurde das von den Grundschullehrern gedeckelt. Er war bis mitte der vierten Klasse ein 2er Schüler, ohne lernen zu müssen. jetzt haben wir den Salat.

          Er kennt nicht eine einzige Rechtschreibregel. Die wurden leider nicht beigebracht.

          Gruß
          Schneeglitzern

          Hi,

          ich finde diese Methode pädagogisch gesehen, reichlich überflüssig. Das Argument, die Kinder sollen in ihrem Schreibfluss nicht gestört werden und keine Frustration erleben ist doch völlig unsinnig. Denn wenn sie ein Jahr geschrieben haben wie sie wollten und dann mit Beginn des zweiten Schuljahres erfahren, das es so aber falsch war und sie es jetzt anders schreiben müssen, frustriert es genauso. In Wirklichkeit "bescheissen" wir unsre Kinder damit. Ein Jahr lang "Oh, das hast du aber fein gemacht!" und dann "Ist ja alles schön und gut, aber jetzt machen wir es aber mal richtig!"

          Schaut man sich dann mal an, wie die Rechtschreibung von Schülern ab der fünften Klasse ist, kriegt man das kalte Grausen.

          Einige Beispiele aus dem Lehrer-Alltag meines Mannes:

          Was willst du beruflich gerne machen? "ERZIHA" Na, erraten? "Erzieher"

          SAUASTOF bedeutet Sauerstoff

          BÜCHA bedeutet Bücher

          STAT bedeutet Stadt

          KAFE bedeutet Kaffee


          In der Schule meines Sohnes wird auch so unterrichtet. Leider haben wir auf die Unterrichtsmethode keinen Einfluss und müssen es so hin nehmen.

          Wir werden ihm zu Hause allerdings schon darauf hinweisen, das es sich zwar so anhört, wie er es geschrieben hat, aber wenn man genauer hinhört merkt, dass es anders geschrieben wird. Wie zB bei dem Wort Bücher. Wer lässt das "r" schon richtig rollen in diesem Wort?! Dennoch ist es da.

          Paul konnte schon einige Wörter schreiben bevor er in die Schule gekommen ist und diese hat er nach der "altertümlichen" Art und Weise gelernt bzw. sich selbst beigebracht.

          Außerdem gehört er zu den Kindern die durchaus etwas sehr schnell verinnerlichen und sich nach kürzester Zeit sehr schwer tun, etwas anders zu machen, wie zuvor gelernt!

          Ich höre ihn schon "Ich habe Apfel immer APFL geschrieben und es war ok. Deswegen schreibe ich es auch weiter so."

          Viele Kinder sind nach einem Jahr "Narren-Freiheit" sehr verwirrt, wenn es dann plötzlich nicht ok ist. Das sagen selbst manche Lehrer/innen an Grundschulen. Und ich gehe mal davon aus, das sie es sicher besser wissen als wir "Mamas". Schließlich haben sie einige Semester studiert. Und aus eigener Erfahrung: Lehrer finden nicht immer alles gut und richtig was ihnen durch den Lehrplan vorgegeben wird!

          Liebe Grüße,

          cassidy

          • Hallo,
            lustigerweise sind die Wörter, die Du als Beispiele anführst beinahe alle mit wunderbaren Regeln der deutschen Sprache zu erklären und das wird den Schülern auch so vermittelt (also im Idealfall!).

            Sie lernen dann, dass z.B. eine Silbe im deutschen immer einen Vokal als Kern hat (welcher Erwachsene weiß das schon so genau?), mit der Regel wären zum das APFL Beispiel erklärt und richtigerweise wird daraus dann: APFEL. (okay, hier haben wir sogar noch ein Silbengelenk...also besonders kompliziert, aber das geht mit Silbenhäuschen auch zu erklären, dass Grundschüler das verstehen).

            STAT ist ne Schwierigkeit, aber in der zweiten Klasse werden solche Wörter sicher thematisiert, zusammen mit STATT, STAAT, LAND oder ähnliches, da ist sicher viel "Lernen" dabei.

            BÜCHA, das A in SAUASTOF und die Endung bei ERZIHA sind Dinge, die sie definitiv schon sehr früh besprechen, nämlich in der Form, dass deutsche Wörter sehr selten auf einen Vokal enden und gerade die lautliche Endung "a" ist in den meisten Fällen "er"...das finden Kinder übrigens auch selbst raus, wenn man ihnen gute Beispieltexte zur Verdeutlichung gibt.

            das lange I, also ERZIEHER wird so oder so thematisiert, wenn es auch um die Länge und Kürze von Vokalen geht (auch mit Dehnungs-h und Doppelkonsonanten, wie bei SAUERSTOFF).

            KAFE ist da schon etwas schwieriger, aber auch Doppelkonsonant erklärt das Doppel-F und das sehr lang gesprochene "e" am Ende ist eher ungewöhnlich, wenn man überlegt, dass sonst ein 'e' eher kurz gesprochen wird am Wortende im Deutschen...

            Die Schülerinnen und Schüler lernen durch diese Regeln also seeehr viel über die deutsche Sprache, auch lautlich, so dass sie viel mehr Wörter auch intuitiv richtig schreiben werden nach einer gewissen Zeit. Schließlich ist es ja effizienter die Regeln zu kennen für die Rechtschreibung als jedes Wort "auswendig" zu lernen.

            Wie auch immer, ich finde die Methode an sich super und man muss einfach mit den Kinder sprechen und auch kommunizieren, warum bzw. was man Neues lernt...dazu gehört auch, dass man die Regeln, wenn man sie kennt, anwendet.

            Nun ja...mein kleines, langes Plädoyer für das lautgetreue Schreiben :-)

            #blume

            • Ich stimme dir in so fern zu, das du mit der Beschreibung der Grammatik vollkommen recht hast, ABER warum müssen die Kinder es erst falsch lernen um später erklärt zu bekommen wie es richtig ist.

              Das ist in meinen Augen wie gesagt pädagogisch sehr fragwürdig.

              Ändern können wir es hier nicht, aber ich finde es doch interessant, das hier viele User/innen sind, die von den Problemen ihrer Kids berichten. Es scheint eben nicht so einfach zu sein, wie uns die Theorie Glauben machen will (soll)!

              Liebe Grüße,

              cassidy

              • Hey,
                genau betrachtet, "lernen" sie es ja nicht falsch. Sie machen es einfach und lernen danach dann die Regel.

                Aber ich stimme dir zu, dass es auffallend viele User hier gibt, deren Kinder ein Problem haben, was die Rechtschreibung angeht. Die Frage wäre hier allerdings, ob das tatsächlich an der Methode liegt (schwer zu überprüfen, da müsste man Studien vergleichen/durchführen) oder ob es daran liegt, dass die LehrerInnen das nicht konsequent richtig durchführen mit dieser Methode. Aber das kann ich absolut nicht beurteilen und möchte ich mir auch nicht rausnehmen. Oder ob es ganz einfach wirklich daran liegt, dass die Methode schlechter ist als andere.

                Hoffe jedenfalls, dass ich das Problem aus keiner der beiden Perspektiven erfahren muss :-)

                Schönes Wochenende Euch,
                #blume

      Hallo
      Hab auch erst mal gestaunt aber eigentlich logisch. Die Kinder sollen erst doch gar nicht richtig schreiben, sie sollen erst mal schreiben was sie hören. Bei uns wird aber e zu einem Laut gezählt, anders Sch, Sp, au, ei, eu, etc etc. War auch erstaunt warum Baum nur mit 3 lauten gezählt wird. Und nicht mit 4 oder 2. Aber am anfang sollst Du gar nicht so arg korigieren. Später sollst Du gar nicht korigieren, nur nachfragen und andere Beispiele geben. Du sollst doch nicht die Hausaufgaben Deines Kindes machen. Wenn Du zu arg machst verliert sie die Lust am Lernen. Frag sie paar mal, wenns falsch ist, wie sie das hört. Sie soll langsam und deutlich das Wort aussprechen. Hab gemerkt daß meiner manche Wörter total falsch hört, dank unserer Bayerischer aussprache, weil wir manche Buchstaben verschlucken. So wird aus einem Kleber - Kleba, oder Tiger - Tiga. Aber das ist auch egal. Wie war das bei Euch am Elternsprechtag, hat die Lererin nicht euch gesagt auf was Wert gelegt wird? Bei uns hies es wir sollen sie Fehler machen lassen und nicht drauf bohren.
      Gruß
      Marina

      Bei uns wurde das auch so gelernt.Sie lernen das auch später richtig :-)
      lg Julia

      (12) 01.10.10 - 07:43

      Dies soll das gleiche Prinzip sein wie beim Sprechenlernen.

      Die Kinder lernen bspw. zuerst "hamham", wenn sie etwas essen wollen. Später wissen sie dann, wie es richtig heißt.

      Es vereinfacht den Kindern angeblich den Einstieg in die Sprache und in das Schreiben.

      Ich finde diese Methode auch einfach nur mies, denn bei meinem Großen hatte ich immer den Eindruck, daß dieses System dazu geführt hat, das er bis heute (5. Klasse) manche Worte eher nach Gehör schreibt als nach Wissen.

      Ich hab noch gelernt "so wirds geschrieben und basta". Somit habe ich mir nie Gedanken gemacht, ob die Ampel mit e oder ohne geschrieben wird.

      Aber an der neuen Methode ändern wir nix. Also: deine Tochter NICHT verbessern, du kannst höchstens fragen, ob sie - wenn du das Wort deutlich sprichst - evtl. noch einen Buchstaben hört.

      Gruß Hezna #klee

      • natürlich hat auch diese methode ihre tücken.. ich finde es aber schöner zu wissen dass mein sohn sich verständigen kann, letztlich jedes wort irgendwie zu papier bekommt, besser als ein ewiges "kann ich nicht" und "kenn ich nicht" und dass wir deutschen so schlampig sprechen da kann das kind ja nichts dafür ;-)

        lernen werden sie s so oder so... ich mag ja diese methode, aber wenn eins meiner kinder fu und fara bekommen sollte, werde ich mich auch darauf so gut es geht versuchen einzulassen, denn gelernt habe ich es so ja auch, sie werden esso auch hinbekommen... probleme gibts immer irgendwo. perfekt ist eben (noch) keine methode... das wäre einzelunterricht, und den zu finanzieren ist ja illusorisch..

    mein Tageskind hat es auch so gelernt und er ist jetzt in der 3. Klasse mit Extrarunde und kann immer noch nicht richtig lesen und schreiben...

    meine Tochter hat es auf die herkömmliche Art gelernt und sie beherscht die Rechtschreibung eigentlich recht gut... jedes Wort ist eigentlich reines Auswendiglernen der Buchstabenreihen.... aber ihr passieren auch gelegentliche "Brüller" der Wortkreation die mich erheitern....

    P.S.: es heißt bitteschön auch nicht Apfl... oder Ampl... wer so undeutlich die Worte spricht wird mit dieser Methode auch scheitern...

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