Kids & Schule

alg2ler gleich hauptschule

    • (1) 02.01.11 - 18:23
      alg2ler gleich hauptschule

      ich hab mal ne frage, ich hab gestern mit meiner sis geredet.
      mein dad war nie arbeitslos, aber wohl eher geringverdiener, was auch alle wussten. ich denke wir lebten damals so wie es heute wohl alg 2ler tun, kein urlaub, keine schicken klamotten, jeder trug die kleider vom anderen rauf. aber wir waren glücklich. wir hatten alle unsere hobbies. (meinen eltern war es wichtiger, dass wir musik machen koennte, oder in vereine gehen konnten als das gesamte geld für 2 wochen urlaub rauszuhauen, gott sei dank)
      nun ist es so, wir sind alle 3 auf der Hauptschule gelandet. 2 von uns haben inwzsichen abitur gemacht und eine sogar ein abgeschlossenes studium. also muss da wohl was schief gelaufen sein. ich selber (die ohne studium) bin auch nicht ganz doof. im gegenteil.
      meine sis meinte gestern wir wurden schon benachteitligt weil wir eben im gegensatz zu unseren klassenkameraden, wohl eher am unteren ende der lohnklasse lagen, während die meisten andere wohl eher naja.. besser da standen. und das wussten die lehrer ebenso.

      wie ist das heute? ist es wahr,dass kinder von hartz4 empfänger benachteiligt werden? einfach aus dem Grund weil es kinder von hartz4 Eltern sind?

      • Antwort auf diese Frage findest Du in der Pisa-Studie. In kaum einem anderen Land hängt der Schulerfolg so eng mit der sozialen Herkunft zusammen wie in Deutschland.

        Chancengleichheit? Kannst Du vergessen.

        Wir werden auch jedes Jahr auf's Neue von der OECD abgewatscht dafür.

        Auch interessant:

        Pierre Bourdieu: Die Erben.

        Ist zwar aus den 80ern und beschreibt französische Verhältnisse, aber der Trend ist der Gleiche.

        Gruß

        Manavgat

        • Stimmt. Solange Lehrer bei Kapitalsorten vorwiegend an ihren Bausparer denken und die Kinder weiterhin nach dem bestehenden Prinzip "sortiert" werden, wird sich da so schnell auch nix ändern. Unser Schulsystem erinnert mich mit seinen angestaubten und versteinerten Strukturen irgendwie an die katholische Kirche.

          Ich kenne den Rektor einer hessischen Schule. Dessen Sohn geht in die 5. Klasse eines Gymnasiums. Natürlich ist der Vater brav zum Elternabend erschienen und hat sich nach einigen Dingen erkundigt. Die Benotung erschien ihm nicht durchschaubar. Da erklärte der Direx ihm so von Kollege zu Kollege ganz freimütig, dass von den zu vielen Fünftklässlern nach eben dieser fünften Jahrgangsstufe nur eine Klasse weniger in die 6. Klasse vorrücken könne. Personell und organisatorisch ginge es nicht anders. Und deswegen würde man schon früh anfangen die Noten entsprechend zu legen um dies begründen zu können. Also mir fällt dazu nichts mehr ein. Außer, dass es eine Riesensauerei ist.

          Die vermeintliche "Gleichbehandlung" sehe ich bei uns schon im Kindergarten. Die Stadt hat 10 U3-Plätze. Interessenten düfen sich bei der Einrichtungsleitung vorstellen (es haben ausdrücklich BEIDE Elternteile zu erscheinen), das Kind einen Vormittag probespielen. Die Eltern bilden eine eigenartig homogene Gruppe und die Kinder sind alle relativ pflegeleicht. Ein Schelm wer Böses denkt....

          Schönen Abend noch,
          smurfine

      Das ihr auf die Hauptschule gelandet muss wohl eher an euer Notendurchschnitt gelegen haben.
      Mein Vater war alleinverdiener, haben aber zu ziemlich alles bekommen was wir wollten. Und ich habe den Realschulabschluss, meine Schwester den erweiterten Realschulabschluss und meine Brüder den Hauptschulabschluss.

      Kann ich also nicht sagen, wird ja wohl auch Hartz4 Kinder geben die gut sind in der schule und auch nur 1 und 2 kriegen die dann die Realschule machen.


      Und woher will den eine Schule auch wissen von woher die Eltern ihr Geld kriegen?

      • naja... wenn man nicht gerade aus berlin mitte kommt, dann weiß man schon was die eltern machen. also ich persönlich hatte in der vierten nen schnitt von 3,1. es wurde nie die moeglihckeit besprochen einen einstufungstest zu machen. meine eltern wussten davon nichts.
        ich hatte nur das glück einen elhrer in der hauptschule zu haben, der wohl mein potential gesehn hat und mich da raus gehauen hat.

        natürlich liegt es auch an den noten. aber vll ist es wie mit dem namen kevin...

        • Einstufungstests hat es zu meiner Schulzeit nicht gegeben. Da entschieden allein der Notendurchschnitt und die Eltern, welche Schule nach der O-Stufe besucht wurde. Ggf. noch die weiterführende Schule, wenn sie die Anmeldung eines potentiellen Hauptschülers (vom Notendurchschnitt) auf dem Gymnasium ablehnte.

          Natürlich hatten verschiedene Lehrer auch ihre Lieblinge. Aber den Eindruck, dass jemand total bevorzugt oder gar benachteiligt wurde, hatte ich nicht. Aber als Kind nimmt man das vielleicht auch einfach nur anders wahr.

    ne andere interessante frage wäre: gibt es hauptschüler deren Eltern sehr gut verdienen. also überdurchschnittlich gut?


    • ich glaube wie unten geschrieben ist schon sehr gut gesagt.
      das viele kinder von "armen" eltern zuhause weniger unterstützung bekommen. natürlich ! nicht alle, aber da wird man mehr finden , als von eltern mit geld oder guten berufen.

      meine eltern waren arm , mein vater ganz einfacher arbeiter , meine mutter zuhause und für sie war klar, das man zur hauptschule geht. erst als die ersten enkelkinder auf andere schulen kamen merkten sie, das man auch andere wege gehen kann.
      l.g.






      Eher nicht. Der Großteil der HS-Eltern sind einfache Arbeiter oder Arbeitslose. Chancengleichheit besteht bei uns nicht, da hat manavgat vollkommen recht.
      Natürlich kann ich meinem Kind geistig und auch finanziell besser helfen, nachdem ich (und mein Mann auch) beide einen Uniabschluß haben. Traurig aber war. Viele HS-Eltern stoßen halt leider schon bei dem Hauptschulstoff der 6./7. Klasse an ihre Grenzen. Kann man nichts machen. Ist manchmal sehr traurig für die Kinder, die wirklich wollen würden und aufgrund der Umstände nicht können.
      Aber trotzdem erhalten HSchüler auch eine umfassende und qualitative Bildung.

      Mein Vater ist Ingenieur, ich war auf dem Gymi, meine Schwester auf der Hauptschule. Hier (ländlicher Raum) gibt es viele Bauern, die ihre Kinder gerne auf die Hauptschule schicken, allerdings haben die ländlichen HS hier auch ein Klientel, dass ich meine Kinder bedenkenlos hinschicken würde.

      GLG
      Scotland

      Immerhin könnten sie den Kindern die gesamte Zeit über Nachhilfe bezahlen und die Kinder so auf einen besseren Abschluß treiben.

      Solche Hauptschüler gibt es natürlich, allerdings eher wenige.
      Ich würde sagen, so 1,2 Kinder pro Klasse.

      Leider oft Typ" Ich hab Schule nicht nötig, mein Vater ist so reich, dass ich sowieso ausgesorgt habe" *nerv*

      ja, unser Mittlerer geht auf die Hauptschule, mein Mann ist Alleinverdiener und bringt mehr Geld heim, als manch andere zu zweit.
      Unser Großer ist auf der Realschule, der Mittlere ist einfach eher Handwerker und weniger Denker, deshalb HS.

      Ja gibt es, ich kenne ein Lehrerkind das nur die Hauptschule geschafft hat.

      Ja, die gibt es und zwar nicht wenige.

      Ich habe vor Weihnachten noch eine 10 HS Klasse getestet, da waren über die Hälfte der Eltern selbsständig und hatten mehrere Angestellte und meist auch mehrere Geschäfte.

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