Ich habe auch eine Frage zur Zeugnisformulierung

Hallo,

unsere Zeugnisse (1. KLasse) sind zwar schon ein parr Wochen alt und trotzdem werde ich nicht ganz schlau daraus. Ich habe immer den Formulierungscode aus Arbeitszeugnissen im Kopf. Es fällt mir schwer das nicht auf das Schulzeugnis anzuwenden.

Es geht eigentlich nur um zwei Wörter, die sich ständig wiederholen: "Meistens" und "in der Regel"

Außerdem ein Satz über das Sozialverhalten, der in etwa so lautet: Sie versucht Konflikte zu lösen und Kompromisse einzugehen.
Hier habe ich unser Elterngespräch in Erinnerung:

Es gibt ein Mädchen in der Klasse, welches sehr dominat ist. Die Mädchen haben sich mit ihr gestritten und sie zeitweise ausgegrenzt. Die Mutter dieses Mädchens ist sofort zur Lehrerin, anstatt vorher mal mit den anderen Müttern zu sprechen.

Meine Tochter hat zwischenzeitlich versucht, zwischen diesem Mädchen und einem anderen Mädchen zu vermitteln. Daraufhin sagte die Leherin zu meiner Tochter: "Halte Dich da raus! Das geht Dich nichts an!"
Das !-Zeichen setze ich, weil sie in einem entsprechenden barschen Ton mit ihr gesprochen hat.

Die Kinder mussten bunte Bilder mit Regenbogen malen und schreiben:"Ich schließe niemanden aus". Ich finde das sehr Einseitig. Denn das Mädchen hat andere Kinder geärgert bis sie weinen, immer über das Spiel bestimmt und wenn es nicht so ging wie sie wollte, ist sie zur Lehrerin und hat gepetzt.
Unsere Tochter und ihre Freundin sind allerdings eher ruhig und schüchtern und konnten die Situation nicht aus ihrer Sicht schildern, weil sie sich nicht getraut haben dies auszusprechen. Dies wertete die Lehererin als Schuldeingeständnis. Dieses Bild was die Lehererin von den beiden Mädchen hat, passt so gar nicht zu ihnen.

Ich habe das Gefühl, das dieser Streit das Zeugnis schon sehr beeinflusst hat.

Ich finde das alles so schwammig. Verglichen mit einem Arbeitszeugnis, würde ich meine Tochter niemals einstellen.

Wenn ich das so lese bekomme ich den Eindruck, das sie so garnichts richtig kann.

Seltsamerweise deckt sich das nicht mit den Elterngesprächen wenige Wochen zuvor. Wobei sie in diesem Gespräch auch sagte: "Beim Rechnen im Zahlenbereich von 10 bis 20 macht sie noch Fehler, aber alles im grünen Bereich-das darf sie noch.

Auf dem Zeugnis steht: Das Zehnerübergreifende Rechnen muss geübt werden.

Das hätte sie mir auch mal vorher mitteilen können, blöd das ich das auf einem Zeugnis erfahre.

Wobei ich auch hier sagen muss: Natürlich habe ich gesehen, dass das noch nicht so gut funktioniert und habe mit ihr schon geübt. Nur nicht so konsquent, weil laut Schule ja alles in Ordnung ist.

So jetzt habe ich zwei Sachen vermischt. Ich hoffe ihr steigt trotzdem durch.

LG

6

Du schreibst jetzt hundertmal 'Eine Grundschulbeurteilung hat nichts, gar nichts und überhaupt nichts mit einem Arbeitszeugnis gemein!'

Wenn noch Fehler gemacht werden, wird noch geübt und wenn es ok ist, das die Fehler noch gemacht werden, dann ist das ok.

und:
>>Sie versucht Konflikte zu lösen und Kompromisse einzugehen.
heisst doch auch das sie auf einem guten Weg ist.

Was erwartest Du eigentlich von Deiner Tochter: Fehlerfreie Klassenbeste mit Befähigung zum diplomatischen Dienst?

Grüsse
BiDi

1

Hi
Die aussage vom elterngespraech deckt sich doch mit dem was im zeugnis steht. Sie sagte, das sie noch fehler macht im Zahlenraum bis 20. Und im zeugnis steht, das das rechnen bis 20 noch geuebt werden muss.
Deckt sich doch!
Als meine tochter sich mit einer klassenkameradin freundschaftlich kabbelte (war nix boeses von einem der beiden dabei) wollte sich ein maedchen mit einmischen (ist die beste freindin meiner tochter). Das fand das andere maedchen nicht in ordnung und sagte ihr, sie solle leine ziehen. Diese fruendin beschwerte sich darueber bei der lehrerin. Die lehrerin fragte: sah xy so aus, als ob sie hilfe benoetigen wuerde? Antwort vom maedchen: nein! Hat eine von den beiden dich um hilfe gefragt? Antwort nein! Also, sagte die lehrerin, hast du dich ungefragt in etwas eingemischt, was dich nix anging, dann darfst du dich auch nicht ueber eine reaktion darueber aufregen!
Fand ich auch vernuenftig!
Ausserdem, es ist erste klasse, klar will man lesen dass das eigene kind super mitkommt, beliebt ist und keine probleme sonstiger art hat, aber die beurteilung kommt von der lehrerin ja nicht als boese absicht. Uebe mit deiner tochter in den ferien, sodass sie nicht irgendwann hinter den andern aus der klasse ist! Die zweite und dritte wird kein zuckerschlecken.
Lg conny

2

Hallo,

danke für deine Antwort.

Normalerweise würde ich auch sagen:"Mische Dich nicht ein".
Nun war es aber so, dass meine Tochter mit diesem Mädchen ja auch verstritten war, sich jedoch wieder mit ihr vertragen hat. Sie meinte: Ich möchte nicht, dass wir immer alle verstritten sind und wollte halt vermitteln. Sie war also auch betroffen.
Für mich klingt das sehr sozial und der gute Willen sollte anerkannt werden.

Stell Dir folgendes vor: Kind x und y sind mit z verstritten. Kind y verträgt sich wieder mit z und Kind x steht nun alleine da. Ist es nicht sozial wenn Kind y versucht auch Kind x dazu zu bewegen sich wieder mit Kind z zu vertragen?

Ich möchte auch gar nicht alzusehr auf diesem Streit rumhacken, das sollte lediglich als Hintergrundinfo gedacht sein.

Mathe üben wir und ist mittlerweile sehr gut. Der Satz auf dem Zeugnis ist auch korrekt, nur hätte ich es gerne vorher mitgeteilt bekommen.

LG

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Mach dir keinen kopf ueber das erste klasse zeugnis, glaube mir!meine sind nun nachden ferien in der 5. Und in der 7. Klasse. Ich habedie formulierung der ersten klasse seitdiesem zeugnisniewieder gelesen. Interessiert ja auchkeinen mehr, ich fand eher immer die aktuellen zeugnisse interessant. Wenn in einem halben jahr drin steht, sie kommt hier und da gut mit,vertraegt sich mit allen, kann konflikte loesen usw, siehst du, das es vorwaerts ging. Langweilig waere fuer mich eher, wenn immer dasselbe drinstehen wuerde. Die lehrerin meiner tochter meinte zu mir, die beurteilung meiner tochter fiel ihr schwer, weil sie im grundedenselben text wie seit der ersten klasse, nur minimal abgeandert haette nehmen koennen fuer die ganzen jahre. Sie schreibt gerne individuelle texte, und selten die gleichen,....aber meine tochter ist von der art her immer ein ruhiges, ausgeglichenes maedchen gewesen, keine probleme, weder bei den mitschuelern, noch bei sonst was....dann mach daraus mal einen lustigen text draus;-)
Und nun ab der fuenften, geht es ja voellig neu los....
Alles gute fuer die kommenden zeugnisse
Conny

3

Hallo,

ein Schulzeugnis ist in keinster Weise mit einem Arbeitszeugnis vergleichbar. Lies genau das, was drin steht, nicht mehr und nicht weniger. Lehrer arbeiten hier nicht mit Floskeln.

LG

4

Ich frage mich wirklich, was Mütter! treibt, in den Zeugnissen zu lesen, wie in Kaffeesatz.

Meine Güte!

Genieß die Ferien mit Deinem Kind und häng mal nicht alles soooo hoch.

Gruß

Manavgat

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Ich kann Dir sagen was mich dazu treibt:

UNSICHERHEIT!

Sorry - ich behalte das aber für mich und äußere mich meinem Kind nicht kritisch. Lediglich Mathe üben wir. Wurde ja auch verordnet.

Für das tolle Zeugnis durfte sie sich etwas ausuchen. Wir sind in einen Freizeitpark (Achterbahn etc.) gefahren. Damit hat sie mich ganz schön gestraft.

Allerdings mache ich mir ständig über alles einen Kopf - furchtbar.

Ich mache mir über alles Gedanken obwohl ich eigentlich weiß, dass alles in Ordnung ist.

Gott sei dank handel ich dann aber immer sehr überlegt. Heißt: ich renne nicht zum Therapeuten, weil Kind in Mathe Hilfe braucht, sondern übe mit Spass mit ihr.

Manchmal muss mich jemand über diesen Weg wieder runter holen.

LG

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Hallo,

was ist denn an diesem "meistens" und "in der Regel" so schlimm?

Kaum ein Kind arbeitet "immer" konzentriert mit und die wenigsten Kinder lösen "stets" Addtionsaufgaben richtig.

Jeder Erstklässler ist mal albern und unkonzentriert, manchmal verträumt und abgelenkt, dem besten Rechner unterläuft mal ein Flüchtigkeitsfehler - da ist so ein "meistens" oder "in der Regel" doch völlig ok.

Außerdem ist es das erste Zeugnis, was die Kinder bekommen - mit so einer Formulierung bleibt dem Lehrer dann für die nächsten Jahre auch noch genug Spielraum sowohl nach oben als auch nach unten.

LG

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Hallo,

eben das ist es ja. An "meistens" und "in der Regel" ist nichts schlimm.

Ich habe mal bei Zeugnisformulierungen danach gesucht und bin dabei auf ein ungenügend gestoßen.

Das hat mich schon arg verunsichert. Ich persönlich würde bei dieser Formulierung auf ein befriedigend tippen.

Und das war auch meine Frage. Für was steht: "meistens" und "in der Regel"?

LG

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Ich würde mal sagen, dass es genau so gemeint ist wie es da steht.

Ich glaube nicht, dass bei einem Grundschulzeugnis eine Zeugnissprache wie bei einem Arbeitszeugnis verwendet wird.

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Hallo,

"meistens" und "in der Regel" sind bei mir gute Zeugnisformulierungen. Das heißt, dass das Kind seine Sache gut macht. Zu dem Satz mit dem Üben. Ich denke, dass es ein wenig glücklicher formuliert wäre mit dem Wörtchen "weiterhin". Das hätte gezeigt, dass sie sich bewusst ist, dass du etwas mit deinem Kind tust und ihr euch darüber ausgetauscht habt.

Die Streitsituation: Wahrscheinlich hat die Lehrerin es gar nicht so barsch gemeint. Eventuell ist deine Kleine da auch sehr sensibel. Der Satz im Zeugnis dazu zeigt mir, dass die Lehrerin es durchaus zu würdigen weiß, dass deine Tochter den Versuch gemacht hat, das Mädel wieder mit einzubeziehen.
Die Sache mit den Regenbogenbildern finde ich persönlich nicht so toll. Doch noch blöder wäre es, wenn sie gar nicht reagiert hätte.

Mach dir nicht zu viele Sorgen. Scheinbar macht deine Tochter ihre Sache gut. Im Hinblick auf das nächste Schuljahr würde ich die Grundaufgaben bis 20 üben und gut ist. Die sollten die Kinder gedächtnismäßig beherrschen. Ein bisschen wie ein Gedicht.

So, hoffe das war nicht zu viel "Lehrerschwafel"!

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Hallo,

ich verstehe, was du meinst. Vielleicht hast du Angst, dass die Lehrerin deine Tochter kritischer als notwendig oder sogar falsch bewertet hat. Das würde mich auch ärgern. Ich habe meinen Sohn in seiner Bewertung 1:1 wieder erkannt. Bei dir ist es nicht so. Daher würde ich auch stutzig werden.

Ich würde das Zeugnis einer Freundin oder einer "Unbeteiligten" geben, damit diese es sich durchliest. So ganz ohne Vorwarnung. Vielleicht interpretierst du zu viel rein und du kannst die Einschätzung dann relativieren.

Die Einschätzung, dass deine Tochter versucht, Konflikte zu lösen und Kompromisse einzugehen, kann nämlich auch als gute Eigenschaft gewertet werden. Du nimmst das Wort "versucht" in den Focus, ein anderer liest eher "Konflikt lösen" oder "Kompromisse eingehen" heraus.

LG