sonderpädagogischer förderbedarf

    • (1) 12.01.16 - 19:36

      Hallo!

      Mein Sohn kommt jetzt im Sommer zu schule.
      Er ging zwei jahre lang zur logopädie und bekam frühförderung. Im Februar müssen wir zur pädaudiologie und da sol geprüfte werden ob er eine auditive Wahrnehmungsstörung hat.
      Heute rief dann die Rektorin von der schule an und sagte das sie diesen Antrag auf sonderpädagogischer förderbedarf stellen will.

      Kennt das jemand von euch? Hat er dann dadrch später Nachteile ??? Bekommt er gleich einen Stempel das er " anders " ist?
      Wir sollen am Donnerstag hin und unterschreiben .

      wenn jemand Erfahrung damit hat, dann her damit :-)

      Liebe grüsse

      Melli

      • (2) 12.01.16 - 19:51

        Hallo! Es ist immer gut, wenn du das Bundesland angibst, da sonderpädagogischer Förderbedarf in den einzelnen Bundesländern anders zu beantragen ist.
        Wenn dein Kind wirklich einen erhöhten Förderbedarf hat, ist es sinnvoll einen Antrag zu stellen. Ich denke es geht um den Förderschwerpunkt Sprache oder ist auch die Kognition eingeschränkt?
        Vielleicht ist die Beschulung an einer Sprachheilschule sinnvoll. Hier wird in kleinen n Gruppen nach dem Grundschulstoff unterrichtet und oft auch in die Regelschule zurückgeschult.

        LG

        • (3) 12.01.16 - 20:00

          Hallo!

          Wir kommen aus Niedersachsen .
          Er War ja bereits zwei jahre zur logopädie und wir kriegen es auch nicht merken verschrieben, weil niemand ausser der schule einen bedarf sieht !
          Also kinderarzt, kindergarten , logopädin alle sagen es ist kein Bedarf an sprachförderung.trorzdem soll der Antrag wegen der Sprache gestellt werden Und jetzt sitzen wir hier und überlegen ob er dadurch Nachteile hat ..

          • (4) 12.01.16 - 20:15

            Wenn er tatsächlich eine AVWS hat, kann er im Lese und Schreiblehrgang Schwierigkeiten und eventuell eine LRS entwickeln. Wie kommt die Schule auf den erhöhten Förderbedarf, wenn es sonst keine Fachleute sehen?

            Lg

          • (5) 13.01.16 - 10:55

            Frage unbedingt in der Schule, inwieweit sich für dein Kind etwas ändern würde mit diesem sonderpädagogischen Förderbedarf in Sprache. Bei uns in Hessen gibt es für ein Kind mit Sprache, welches inklusiv beschult wird keine einzige Stunde beim Förderschullehrer extra.
            Viel wichtiger wären hier Nachteilsausgleiche, Hilfsmittel und eventuell eine I-Kraft.
            Wirklich nach dieser Information bohren! Was bietet diese Schule an? Frage einfach mal wie oft in der Woche dann der Sprachheilunterricht ist in der Schule, ob die Schule einen eigenen Sprachheillehrer hat, gibt es eine Kooperation mit einem Logopäden,...

      (6) 12.01.16 - 20:19

      Hallo,
      war er I-Kind im Kindergarten?

      Also ich würde dem jetzt irgendwie skeptisch gegenüberstehen. Du scheinst deinen Sohn jetzt nicht so schwer behindert zu beschreiben, dass er das bräuchte. Aber vielleicht hast du auch nur nicht alles aufgeführt...
      Ich kenne das Verfahren nur in Hessen, aber das seid ihr ja nicht. Eigentlich ist es glaube ich in ganz Deutschland so, dass vor der Einschulung die Schule keine Macht hat das AOSF zu starten. Diese Entscheidung müssen die Eltern treffen und den Antrag dazu stellen. Daher auch die "Forderung" zur Unterschrift. Ich würde ein Gespräch mit der Direktorin vereinbaren und unbedingt neben dem Papa auch noch eine dritte neutrale Person (als Zeuge) mitnehmen. Dort würde ich definitiv nichts unterschreiben, sondern mir erst einmal alles erklären lassen. Der Schulleiter ist zur Aufklärung der Eltern gesetzlich VERPFLICHTET. Es ist keinesfalls möglich, dass diese Forderung zur Unterschrift so erfolgt und die gesetzlichen Vorschriften so umgangen werden. Der Gesetzgeber versucht ja so Eltern und Kind, die sich ja unmöglich mit den Vorschriften auskennen können, zu schützen.
      Fragen, die mir spontan in den Kopf kämen, wäre die Art des sonderpädagogischen Förderbedarfs, die offenbar angestrebt wird (da muss die Schulleiterin ja schon eine Ahnung haben, in welche Richtung es gehen wird - also Sprache, Lernen, Geistige Entwicklung, Körperliche Entwicklung, Emotional/Sozial), ob sie ein Kind mit sonderpädagogischen Förderbedarf überhaupt an ihrer Schule annehmen würde, ob nicht eine Schulbegleitung vielleicht reicht und/oder noch notwendig ist (ich kenne jetzt dein Kind nicht), welche Gründe bei ihr explizit für den Förderbedarf sprechen, wie die Hilfe sich auf dein Kind auswirken würde, falls der Förderbedarf genehmigt wird (wieviele zusätzliche Stunden, wie wird das in der Schule umgesetzt).
      Ein Kind, welches irgendwann mal 2 Jahre Logopädie hatte, ist nicht zwangsweise ein typisches Kind für einen Förderbedarf. Eine Frühförderung, die auch ausgelaufen ist...naja, ist eben vorbei. Offenbar hat das Kind seine Entwicklungsverzögerungen doch aufgeholt. Also bleibt nur noch eine eventuelle AVWS. Also eine AVWS ohne Sprachprobleme ist nicht unbedingt ein Grund für einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Da muss schon noch deutlich mehr dahinter stehen. Mit AVWS hätte dein Kind Anspruch auf Nachteilsausgleiche und Hilfsmittel, aber mehr nicht.

      • (7) 12.01.16 - 21:13

        Danke für deine ausführliche antwort! Also mein Sohn ist im Kindergarten kein i-kind.
        Er hat erst spät angefangen zu sprechen und das sehr undeutlich . Durch die logopädie hat er sehr gut aufgeholt. Sie frühförderung hatte er auch wegen seiner Sprache ubd er war leicht entwicklungsverzögert. Aber auch da ist nach Angaben der frühförderung kein Bedarf mehr .
        Dan hatten wir im november die einschulungsuntersuchunng. Er hat nicht alles gewusst. (Nachmittags bekam er scharlach ) wir bekamen Post von der grundchule mussten zum Gespräch dahin. Sie wollte versuxhendas es den testen nochmal machen kann weil er krank war. Es wurde vom gesundheitsamt abgelehnt.

        Daraufhin musste nils in der schule noch einen testen machen und die Rektorin besuchte ihn im kiga.
        Sie wollte damit kucken ob er überhaupt eingeschult wird....
        Nach dem testen sagte sie, das er normal zur schule kommt.
        Jetzt kommt heute der anruf, sie hätte nochmal die unterlagen sich angesehen und will das beantragen....

        Nun wissen wir nicht ob wir das unterschreiben sollen oder nicht !

        Lieber grüsse

        • (8) 13.01.16 - 06:50

          Hallo,

          ich bin Förderschullehrerin in Niedersachsen. Also der Förderbedarf Sprache wird nur an Kinder vergeben, die sprachlich eingeschränkt sind, aber sonst eine normale Schullaufbahn durchlaufen können.

          Der Vorteil für euren Sohn ist, dass er die Möglichkeit hätte eine Sprachheilklasse/schule zu besuchen. Dort sind nur wenige Kinder (max. 12) pro Klasse und die Grundschulzeit verlängert sich um ein Jahr, weil die Kínder mehr Zeit zum Lernen bekommen.

          Bei einer AVWS würde sich eine kleine Lerngruppe und eine spezielle Lernumgebung anbieten.

          Vor der Einschulung muss die Schule eure Zustimmung einfordern, nach der Einschulung läuft das Verfahren auch ohne eure Zustimmung.

          Das Verfahren ist ergebnisoffen, da die Rektorin zwar das Verfahren einleiten kann, das Gutachten wird aber von einer Förderschullehrerin und einer Grundschullehrerin geschrieben. Anschließend wird das Gutachten mit euch besprochen und ihr könnt mitentscheiden. Die endgültige Entscheidung trifft die Landesschulbehörde.

          Also es ist gar nicht gesagt, dass bei eurem Sohn etwas herauskommen würde.

          Ich hoffe, dass ich euch helfen konnte.

          LG Cathrin

          (9) 13.01.16 - 10:48

          Ich würde mir das erstmal grundsätzlich erklären lassen. Unterschreiben würde ich so nichts... Das kannst du am nächsten Tag noch immer tun, wenn du willst. Da würde ich erstmal eine Nacht darüber schlafen. So einen Antrag soll die Schulleiterin doch mal begründen. Andere Seite ist natürlich, dass dein Kind dort in der Schule die nächsten Jahre verbringen soll - es gibt nicht wenige Lehrer, die das dann wirklich den Eltern beweisen wollen, dass sie doch Recht hatten und das Kind nur quälen, so dass es irgendwann tatsächlich einen Förderbedarf benötigt.
          Eigentlich ist es bei der Förderausschusssitzung so, dass die Eltern als stimmberechtigte Mitglieder natürlich eingeladen sind. Die Eltern dürfen auch weitere Gutachter benennen, die sie gern dabei haben wollen, die aber nicht stimmberechtigt sind, deren Aussage aber ins Protokoll mit aufgenommen wird. Wenn dein Kind wirklich kein Förderbedarf hat, dann wird das das Schulamt auch nicht anerkennen. Soetwas ist sehr teuer. Das Schulamt finanziert das nicht allzu gern. Wenn du also bei der Förderausschusssitzung die behandelnden Kinder-/ Fachärzte, ehemalige Logopädin und Frühförderin noch einlädst und die alle in deinem Sinne aussagen, dass das Kind eben keinen Förderbedarf hat und du natürlich auch der Meinung bist, was soll dann das Schulamt machen? Gerade wenn alle Therapien ausgelaufen und eben nicht mehr notwendig sind...das ist doch ein Zeichen dafür, dass er seine Verzögerung aufgeholt hat.

          Klar könnte dein Kind theoretisch in eine Sprachheilschule mit AVWS und einer Sprachstörung, aber letzteres hat er ja noch nichtmal. Und bei uns (Hessen) ist Anmeldeschluss für die Sprachheil der 15.12. - und das wird strikt eingehalten, weil ausgerechnet diese Förderschule völlig überlaufen ist.

          Lass dein Kind ausführlich testen. Aber von Ärzten DEINER Wahl. Dann entscheide. Es ist eine schwierige Entscheidung.
          Melde dich auch mal bei www.rehakids.de an. Dort findest du einiges zu diesem Thema.

          (10) 15.01.16 - 15:20

          Hallo,

          ich würde nicht unterschreiben und zwar mit der Begründung das eure Logo und Frühförderung keinen Anlass zur weiteren Föderung sehen! Punkt aus vorbei.

          Sollte sich in der Schule dann zeigen das Euer Sohn doch noch hilfe braucht wirst du dich selbstverständlich an deine bekannte Logopädin wenden die ihn schließlich schon kennt.

          Mein Sohn ist Latetalker und hat jetzt auch Logo und dürfte spätestens nächstes Jahr daraus entlassen werden. Und sollte die Grundschule bei uns trotzdem auf die Idee kommen werde ich da auch nichts unternehmen denn unsere Logopädin die ihn ja kennt würde ihn nicht entlassen wenn sie noch förderbedarf sieht.

    (11) 13.01.16 - 15:00

    Mein Sohn hat eine AVWS und eine schwere LRS. Mein Sohn hatte keinen Antrag bekommen. Allerings hatten er immer bestimmt Förderschwerpunkte. Er spricht aber überduchschnittlich gut. Ich und mein Sohn hätten sich über eine Förderung in Englisch ziemlich gefreut. In den anderen Fächern hatte er das Glück das seine Lehrerin eine Hörbehinderte Tochter hat und ihn so gut unterstützen konnte.
    Er bekommt erst jetzt in der 7 Klasse vom Jugendamt geförderte LRS Therapie.

    Manche Menschen sind anderes und dass ist nicht schlecht. Es gibt Autisten , Lernbehinderte, Blinde usw.. Die Auswirkungen einer Hörbehinderung sind leider vielgrößer als ich es vermutet habe.

    (12) 13.01.16 - 15:17

    Das ist gut für deinen Sohn.

    Dadurch bekommt er mehr Förderung in Bereichen in denen der schwach ist. Wenn du das unterschreibst gibst du nichts aus der Hand, da kann dann keiner mit deinem Sohn einfach "was machen". Wenn es dir oder deinem Sohn zu viel wird kannst du jederzeit sagen: Schluss, es reicht.

    • (13) 13.01.16 - 17:36

      Woher hast du diese Weisheit denn? Es geht hier um sonderpädagogischen Förderbedarf. Hat das ein Kind einmal, können die Eltern das keinesfalls einfach so wieder aufheben. Dazu benötigt es schon eine ganz ordentliche Förderausschusssitzung, bei der dieser Entschluss gefasst wird und dem das Schulamt dann folgen muss.
      Ich kann das ja mal den Lehrern meiner Kinder vorschlagen. Ich glaube, die lachen sich kaputt. Mein einzigstes Recht als Mutter besteht darin, dass ich jederzeit ein neues AOSF machen lassen kann. Das AOSF allerdings ist prinzipiell ergebnissoffen. Da kann rauskommen, dass die Förderung nicht mehr nötig ist, da kann aber auch rauskommen, dass die Förderung verstärkt werden muss, oder sie bleibt eben gleich.

      • (14) 14.01.16 - 19:09

        Das kenne ich anders.

        Mit dem AOSF gebe ich dir recht.

        • (15) 15.01.16 - 08:06

          Sonderpädagogischer Förderbedarf kann nur durch ein AOSF "aufgehoben" werden. Und ein AOSF ist keinesfalls die Entscheidung der Eltern allein. Mal abgesehen davon, dass der Empfehlung aus dem AOSF das Schulamt dann auch noch folgen müsste...das Schulamt hat also das letzte Wort und entscheidet.

          • (16) 15.01.16 - 15:18

            Es gibt viele Förderungen von Kindern mit Bedarfen, die aber nichts mit AOSF zu tun haben, sondern schulintern geregelt werden. Und die können von jetzt auf gleich gestrichen werden.

            • (17) 15.01.16 - 18:58

              Es geht hier in diesem Thread aber nun mal nicht um IRGENDEINEN Bedarf, der schulintern geregelt werden kann, sondern es geht hier explizit um den SONDERPÄDAGOGISCHEN FÖRDERBEDARF. Also die höchste der möglichen Förderungen.

              • (18) 16.01.16 - 11:42

                So lese ich den Thread nicht, weil dann wäre es ja ein AOSF-Verfahren.

                • (19) 16.01.16 - 19:28

                  Ja, genau das ist es auch.

                  Es steht direkt im Thread als Überschrift, dass es um einen sonderpädagogischen Förderbedarf geht.
                  Die TE schreibt auch im Ausgangspost dass die Schulleitung ihre Unterschrift braucht für die Einleitung des Verfahrens.
                  Dass jemand, der noch nie durch ein AOSF gegangen ist, nun nicht weiß, dass das Verfahren so genannt wird, ist verzeihbar.
                  Einen sonderpädagogischen Förderbedarf kann man ausschließlich per AOSF feststellen. Dass es um einen sonderpädagogischen Förderbedarf geht, steht schon in der Überschrift. Also ja, es geht letztendlich um das Verfahren des AOSF.

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