Rückblicke der Regelklasse bzw. Kombiklasse

    • (1) 28.01.16 - 23:37

      Guten Abend zusammen,

      ich hatte vor einigen Wochen schon mal nach Erfahrungen dieser Klassenmöglichkeiten gefragt...

      Nun hatten wir den ersten Infoabend zusammen mit den potenziellen Lehrern und es kam eine Frage auf, die mich brennend interessierte, die mir aber zumindes an unserer Schule keiner beantworten konnte. Bestimmt gibt es hierzu schon Statistiken aber ich bei "googeln" immer etwas doof in der Ausführung und finde alles nur nicht das was ich suche #schwitz

      Es geht darum, ob es Erfahrungen gibt aus den Weiterführenden Schulen wie sich Schüler aus Kombiklassen (1+2 bzw. 3+4 zusammen) und normalen Regelklassen zurecht finden.

      Also müssen sich die Kombiklassen aufgrund des geteilten Unterrrichts sehr umstellen auf einer normalen Regelschule?

      Hängen sie vielleicht hinterher im Stoff weil ja immer wieder auch auf die "unteren" Jahrgänge eingegangen werden muss und somit auch viel Wiederholung, gerade für die 4. Klässler stattfindet?

      Oder haben es die Schüler aus der Kombiklasse eher leicht, weil sie selbstständiges arbeiten gewöhnt sind?

      Auf welcher Schulform finden sich mehr schüler? Gehen mehr Kinder aus der Kombiklasse aufs Gymnasium oder mehr aus der Regelklasse? Oder umgekehrt?

      Vielleicht gibt es ja einige mit verschiedenen Erfahrungen und man kann so eine Tendenz zusammenfassen...

      Ach so, wir sind aus Bayern aber ich frage jetzt mal so Allgemein.

      Grüße

      Mimi

      • (2) 29.01.16 - 07:51

        Huhu,

        zu deiner konkreten Frage habe ich keine Erfahrung, aber in NRW sind häufig Klasse 1+2 zusammen jahrgangsübergreifend und ab der 3. Klasse gibt es dann wieder normale jahrgangsspezifische Klassen.

        Es wird in der 3. und 4. Klasse immer noch sehr viel selbstständig gearbeitet. Der einzige Unterschied, den ich bemerkt habe, war, dass mein Sohn sagte, manchen Kinder mussten ab und an am WE etwas nacharbeiten, weil sie noch nicht soweit waren, und andere Kinder durften nicht mehr vorarbeiten, wie in der 1. und 2. Klasse. Es wird mehr darauf geachtet, dass die Kinder relativ auf einem Stand sind. In der 1. und 2. Klasse war das nicht so, da waren manche mit dem Mathearbeitsheft schon durch und bekamen ab da Zusatzaufgaben.
        Mit dem Stoff hinterher war die Klasse nicht. Ich konnte und kann es mir auch immer noch nicht so richtig vorstellen, aber es ist tatsächlich gar nicht so, dass die Zweitklässler von den Erstklässlern ausgebremst werden. Die Unterrichtskonzepte sind so gestaltet, dass die Kinder sich da nicht in die Quere kommen. Im Fach Deutsch gibt es auch 2 Stunden pro Woche, wo 1. und 2. Klasse aufgeteilt sind.

        Ansonsten ist es eher so, dass die jüngeren Kinder von den älteren profitieren, und die älteren den jüngeren Kindern bei ihren Aufgaben helfen können und so zusätzlich ihr Wissen festigen. Win-Win. Hier hat es gut funktioniert.

        LG

        Hanna

        Eine allgemeine Antwort wird es darauf nicht geben können. Da kommen viele Faktoren zusammen. Einige Kinder kommen in diesen JÜL-Klassen -wie sie hier heißen- astrein klar, andere haben damit Probleme. Es steht und fällt immer mit der Umsetzung und mit dem Lehrer.

        Hier geht die Grundschule über sechs Jahre, die Jahrgänge 1 bis 3 werden gemeinsam unterrichtet. Meine Söhne sind jetzt in der 4. bzw. 6. Klasse und hatten keine Probleme mit der Umstellung auf die Regelklasse. Beide hatten dann genug von der JÜL, weil sie die "Großen" waren und es ihnen manchmal zu öde war. Gäbe es eine JÜL für die Klassen 4 bis 6, wäre das aber sicher auch in Ordnung gewesen für die beiden. Regelklasse ist genauso okay. Von den Leistungen der beiden gibt es keinen Unterschied zu vorher.

        Hier in Berlin hängt auch immer ganz viel vom Stadtteil ab. Dieser hier ist sehr bildungsbewusst, mit allen Vor- und Nachteilen. Die meisten Kinder gehen so oder so aufs Gymnasium. Egal, ob sie vorher in JÜL- oder Regelklassen waren.

          • Ich bin mir nicht sicher, ob du den Beitrag über deinem richtig "verstanden" oder "interpretiert" hast...

            #kratz

            Denn was genau davon jetzt der Vorteil zu anderen Schulformen oder Handhabungen sein soll, verstehe ich aus deiner Sicht nicht. Ich komme aus der gleichen Region und kann dir mal den Beitrag wie folgt zusammenfassen:

            1. Es steht und fällt mit dem Lehrer. Völlig egal, ob Grundschule oder Volksschule, ob JÜL,Flex, Regelklasse, ob Frontal oder Wochenplan, ob junger Lehrer oder alter, es kommt schlichtweg NUR darauf an, wie gut oder schlecht dein Kind mit dem zurecht kommt, was der Klassenlehrer sich so denkt. Dabei schaffen es die guten Lehrer, auf die Besonderheien ihrer Schützlinge einzugehen, die schlechten ziehen Schema F (oder G, U und K) durch. Das ist übrigens überall in Deutschland so!

            2. Die Grundschule geht bis zur 6. Klasse. Nett. Wenn man es aber nicht flächendeckend schafft, neben Schwächen auch Stärken zu fördern, sitzen hier die "Gymnasiumskandidaten" 2 Jahre länger im Grundschul-Einheitsbrei und haben gegenüber den "Gymnasiumskandidaten" im Rest von Deutschland definitiv ein Defizit! Das betrifft insbesondere den Fachunterricht (z.B. Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften etc.), denn der lässt sich an Grundschulen nur sehr selten fachgerecht unterrichten. Das betrifft aber auch Spezialisierungen (Naturwissenschaften, Musikklassen, Sprachenklassen etc.), die es hier eben komplett erst ab der 7. Klasse gibt.

            3. Fast alle gehen in bestimmten Stadtbezirken aufs Gymnasium. Auch nett. Wenn Berlin nicht ein massives Problem damit hätte, die vielen, vielen Schüler, die das Probejahr (7. Schuljahr) am Gmnasium nicht bestehen, an anderen Schulen aufzufangen. Teilweise mussten in der Vergangenheit sogar Schulen dafür neu aufgemacht werden, weil der Platz nicht reichte. Des Weiteren kommt es dabei regelmäßig zur Bildung kompletter "Rückläufer"-Klassen an Sekundarschulen, die dann auch unter "Versager"-Klassen bekannt sind.

            Klingt das immernoch wie "Ich will zu euch"?

            • Ach, sie geht warhrscheinlich davon das ihre gedrillten "hochbegabten" Kinder dann die JÜL Klasse in einem Jahr absolvieren bzw absolviert hätten ;-)

              Ich find das Konzept zwar Klasse, denke aber für mein Sohn wär das nix. :-)

              • #rofl

                Siehste.. Ich finde das Konzept auch klasse! Meine Kinder lernen in Regelklassen mehr nach diesem Konzept, als es die Große in ihrer ersten JÜL-Klasse auch nur an einem einzigen Tag jemals erlebt hat.

                Während die Kleine mehr schlecht als recht damit zurecht kommt, es ihr aber eben viel Entwicklungsmöglichkeiten bei ihren Schwächen gibt, wäre es für die Große perfekt gewesen. Wenn es denn in der JÜL-Klasse auch nur ansatzweise jahrgangsübergreifenden Unterricht gegeben hätte #rofl

                Genau das meine ich mit meinem Beitrag. Danke für die Aufklärung der Intention der Userin ;-)

          (8) 29.01.16 - 15:12

          Warum?

          Es ist hier wie überall, nehme ich an.Es gibt Schulen mit JÜL- und mit Regelklassen. Die einen bekommen eine Gymnasialempfehlung, die anderen nicht.

          Es gibt gute Lehrer und es gibt schlechte. Es gibt Kinder, die mit dem jeweils angebotenen System klar kommen, und solche, die es nicht tun. Der Vorteil der großen Stadt ist aber, dass man eine große Auswahl hat und ein Schulwechsel immer irgendwie möglich ist.

          In unserem Stadtteil gibt es bildungsbewusste und anspruchsvolle Eltern, die ihre Kinder auch zum Gymnasium peitschen, weil alles andere indiskutabel ist. Letzteres gehört für mich zu den Nachteilen. Ich bin zunehmend genervt vom Anspruchsdenken und von der Erwartungshaltung an alle Beteiligten. Ich bin genervt vom Vergleichen und davon, dass ich beinahe von jedem Schüler den Notendurchschnitt kenne. Nein, ich bin nicht die Lehrerin. Ich bin noch nicht mal scharf auf diese Information, ich weiß es trotzdem, weil es gerade beim Großen ein Riesenthema ist.

          Und weil eh fast alle aufs Gymnasium gehen, gibt es bei der großen Auswahl der Schulen jetzt auch noch "Elite-Gymnasien", auf die die Kinder gefälligst sollen. Gymnasium ist nicht gleich Gymnasium. Oberschule als Statussysmbol. Es ist ein bisschen ätzend.

    Hallo,
    Hier Kombiklasse 1+2 und 3+4.

    Aktuell 6. Klasse und die beste 3 Zeugnisse in der Klasse kommen aus "unserer" Schule.

    Ich würde also schon sagen, dass die Umstellung geklappt hat.

    Zu deinen Ängste: hier war es genau sndersrum. Durch die Kombiklasse war mein Sohn gewöhnt, eine sehr individuelle Förderung zu bekommen. Erst in der 5. klagte dann eine Weile über Langeweile, denn es gab plötzlich keine "extra Würste" in Form von Zusatzaufgabe oder extra Projekte.

    Es hat sich aber mittlerweile gelegt :-)

    LG

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