Tochter (11) verweigert jegliches Lernen :-(

    • (1) 04.02.16 - 22:34

      Hallo,

      meine Tochter ist in der 5. Klasse einer Realschule hier am Ort. Aber es läuft überhaupt nicht gut. Sie lernt nicht bzw. bringt ihre Sachen zum Lernen gar nicht erst mit aus der Schule, obwohl ich sie morgens vor der Schule extra noch darauf hinweise. In der Schule arbeitet sie in manchen Fächern mit, in manchen anscheinend auch gar nicht. Ich weiß, dass sie stur sein kann. Auch wenn wir hier zu Hause versuchen ihr etwas beizubringen (was nicht unbedingt mit Schule etwas zu tun haben muss), verschließt sie sich uns gegenüber komplett. Ich werde noch wahnsinnig.

      Wir sind keine Eltern, die ihr Kind "trimmen", weil ich das oft bei anderen Kindern erlebe, die jeden Tag lernen und Lernstoff im Voraus lernen, weil die Eltern das so wollen... Sie ist letztes Jahr mit einem Notendurchschnitt von 2,5 im Halbjahr der 4. Klasse auf die Realschule gekommen. Sie muss nicht jeden Tag Vokabeln pauken oder ähnliches. Es reicht, wenn sie ihre Hausaufgaben macht, was schon ein Kampf für sich ist (sie schreibt sie oft auch gar nicht auf) und ich will lediglich, dass sie auf Tests und Klassenarbeiten vorbereitet ist, sodass sie wenigstens ein paar Tage vorher anfängt sich die Dinge anzuschauen. Letztens sollten sie für eine Mathe-Arbeit üben. Ich habe ihr zu den jeweiligen Themen Aufgaben aus dem Internet geholt (weil sie ihr Mathebuch in der Schule hatte), wo sie dann jeden Abend 1 Blatt geübt hat. Fast problemlos. In der Arbeit füllt sie dann die Aufgaben, die sie ungern macht, gar nicht erst aus :-[ Verhaut sie die Arbeit oder den Test dann und bekommt eine 6, ist ihr das sowas von egal. Da ist kein Ansporn da. Nichts. Muss sie nachsitzen wegen fehlender Hausaufgaben -> stört sie überhaupt nicht, macht sie halt.

      Ihr Halbjahreszeugnis morgen wird dementsprechend ausfallen. Der Notendurchschnitt wird vermutlich zwischen 4-5 liegen. In einem Nebenfach, wo sie laut der Lehrerin anscheinend komplett die Mitarbeit verweigert, kommt bestimmt auch eine 6.

      Ich habe Angst, dass es irgendwann auf Schulverweigerung rausläuft. Falls ihr der Lernstoff zu schwierig ist, würde ich sie auch auf eine Haupt- oder Werkrealschule geben, damit das Level einfach etwas niedriger ist. Dazu muss sie dann halt Bus fahren. Aber dieses Verweigern ist auch nicht neu. Das war schon im Kindergarten so. Durch die Grundschule ist sie halt "irgendwie" gekommen. Selbst das war nicht einfach, was Lernen und Hausaufgaben anging. Von daher war meine Idee damals schon eine Hauptschule als weiterführende Schule, aber die Klassenlehrerin der Grundschule meinte, das wäre nicht nötig.

      Nach den Ferien habe ich Elterngespräche mit den einzelnen Lehrern. Wenn es bei allen auf "keine Mitarbeit" rausläuft, dann ziehe ich einen Wechsel der Schulform in Erwägung. Aber löst das das Problem??? Für mich klingt das eher nach einer generellen Abneigung gegen das Thema Schule. Mir stresst das Thema momentan sehr und ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich richtig und angemessen reagieren soll :-(

      LG

      • Hallo, was macht deine Tochter neben der Schule.

        Hat sie Hobbys.

        Für mich persönlich klingt deine Beschreibung nach einem völlig unterforderten und gelangweilten Kind, dass es dann so kommt wie bei ist nicht ungewöhnlich.

        Guten Morgen,

        du sagst, sie sei schon immer so gewesen.

        Habt ihr sie mal testen lassen, woran das liegen mag? Vielleicht gibt es eine Diagnose.

        Und was sagt sie selbst dazu, wenn du sie fragst, warum sie sich verweigert? Was für Gründe gibt sie an ausser "keine Lust"? Denn in ihrem Alter sollte ihr klar sein, dass "keine Lust" massive Auswirkungen auf ihr weiteres Leben haben wird.
        Was will sie später mal werden, jedes Kind hat doch Träume. Wie, denkt sie, wird sie da hin kommen, wo sie später sein will?

        Was ist mit Dingen, die sie zu Hause tun MUSS? Also, wenn sie keine Lust hätte, die Zähne zu putzen, müsste sie es dann dennoch tun und klappt das auch, oder lässt sie es und dabei bleibt es dann?

        Ich frage, um zu verstehen, was da eventuell schief liegt. Wenn deine Tochter bisher gelernt hat "sie ist halt stur" und damit kommt sie durchs Leben, dann wird sie erst dann ihr Verhalten ändern (müssen), wenn sie merkt, so geht es doch nicht immer weiter.

        Oder aber, und da hast du recht, sie ändert gar nichts und wird eine Schulverweigerin mit allem, was dazu gehört (IHR als Eltern werdet dafür dann zur Verantwortung gezogen - schon auch zu recht, denn als Eltern hat man eben die Verantwortung, dem Kind die Notwendigkeiten des Lebens zu erklären. Dass man Dinge tun muss, auch wenn sie einem keinen Spass machen).

        Naja. Ich würde eine umfassende Diagnostik ins Auge fassen, es sei denn, ein eingehendes Gespräch hilft, ihre Gründe zu erfahren und dann dementsprechend zu handeln.

        Ich kenne dein Kind nicht, du aber sehr wohl. Wo liegen ihre Interessen, wo ihre Vorlieben? Wie bereits gefragt wurde, was macht sie sonst so den lieben langen Tag? Hat sie Freundinnen in der Klasse, hängt sie viel allein herum?

        Viele Fragen, denn einfach ist euer Problem sicher nicht zu lösen. Nach den Elterngesprächen weisst du mehr, nach Gesprächen mit deinem Kind auch. Dann würde ich eine Beratungsstelle oder auch den Kinderarzt als erste Anlaufstelle für eine weitere Diagnostik in Erwägung ziehen, aber welche, das kann man erst ausmachen, wenn klar ist, wo der Schuh drückt.

        L G, harte Nerven und alles Gute für euch!

        White

        Hallo,

        egal auf welche Schulform sie gehen wird, sie muss nunmal lernen. Hauptschule ist da auch nicht anders.

        Eher würde ich mal auf die Suche gehen woran das wirklich liegt, denn dumm wird sie ja nicht sein.

        Unbedingt Lehrer mit ins Boot holen.... Kann ja echt was los sein.....

        Das andere Eltern ihre Kinder vorlernen lassen ist doch nicht schlimm...... Sich auf neue Themen vorzubereiten ist doch eher sinnvoll.... Man kann anders ins Thema einsteigen, sich anders beteiligen...

        Meine Kleine macht das von sich aus.... Liest sich die Schulbücher durch sobald sie diese erhält und weiß dann halt auch schon mehr. Themen die sie interessieren werden vertieft.

        Mit deiner Tochter wünsch ich dir dass du dem Problem auf den Grund kommst.

        Mona

      • Hallo!
        Eine Freundin von mir hatte mit ihrem Sohn damals in der 6. Klasse das gleiche Problem -intelligent, aber total lernfaul.
        Sie war mit ihm bei einem "Gern-Lern-Seminar" und dort hat er für sich passende Lern-und Arbeitsmethoden gelernt.
        Da er vorher nie lernen musste, hatte er in der GS gar keine Lerntechnik entwickelt und war dann, als ihm in der sechsten Klasse nicht mehr alles zuflog total überfordert.
        Nach diesem Seminarwochenende lief es wieder besser in der Schule und zu Hause. Inzwischen hat er schon den Realschulabschluss geschafft und geht jetzt aufs Fachgymnasium.

        Vielleicht gibt es diese Seminare ja immer noch und ihr findet dort Hilfe.
        LG nobyna

        Hallo,

        die Probleme die du mit deiner Tochter hast, passen 1 zu 1 auf unseren 12 jährigen Sohn. Wir haben im Moment genau das selbe Problem. Unser Kind ist in der 6. Klasse eines Gymnasiums und wir sind auch so richtig am Ende mit unserem Latein.

        Auch er wurde von den Lehrern unbedingt aufs Gymnasium empfohlen mit einem Durchschnitt von 1,7 im Zeugnis. Er musste in der Grundschule nie lernen, ihm ist es zugeflogen.

        Tja und dann kam die weiterführende Schule, der Anspruch stieg, er hätte halt mal was lernen müssen, Hausaufgaben machen und sich auf die Arbeiten vorbereiten sollen.

        Alles ist im zuviel, Hausaufgaben schreibt er auch nicht auf, mitarbeiten tut er auch nicht. Es ist wie bei deiner Tochter, hat er Interesse an einer Sache klappt es, ist es für ihn uninteressant hat es sich gleich erledigt.

        Die Lehrer sagen alle übereinstimmend das er das Potenzial hat, leider aber nicht nutzen will. Auch Strafarbeiten oder Nachsitzen beeindrucken ihn in keinster Weise.

        Es ist als Mutter sowas von frustrierend, da zuschauen zu müssen. Alles Reden mit ihm nützt nichts, es ist zum verzweifeln.

        Ich weiß auch nicht was wir tun sollen, im Moment steht auch ein Wechsel auf die Realschule bei uns zur Diskussion. Ob das sie Lösung ist werden wir sehen.

        Wir wissen auch nicht mehr was wir machen sollen, es ist so ermüdent immer wieder auf sein Kind einzureden, wohl wissend das es vergebens ist. Sich immer wieder zu fragen, was haben wir falsch gemacht und was wäre jetzt das richtige.

        Andere Kinder müssen lernen, er müsste eigendlich laut der Lehrer nur im Unterricht aufpassen und seine Hausaufgaben machen um gute Noten zu schreiben.

        Was soll ich sagen, eine Lösung habe ich auch nicht, nur den guten Rat dich nicht zu sehr aufzuregen. Es bringt leider nichts.

        Wir haben in der Familie zwei solche Schulverweigerer gehabt. Mein Onkel hat sich auch so verhalten. Er war auf der Hauptschule. In der letzten Klasse ist er dann auf einmal aufgewacht und hat sich bis zum Abitur durchgearbeitet. Danach folgte das Studium und ein guter Job.

        Mein Vetter war auch so ein Kanidat, er ist heute Anwalt.

        Das gibt mir Hoffnung.

        Ich denke das wir Eltern da an unsere Grenzen kommen. Wir werden auch einen Psychologe bei unserem Sohn zu rate ziehen, um wirklich alles auszuschöpfen, vielleicht wäre das auch noch eine Option für euch, um andere Ursachen auszuschließen.

        Jetzt steht uns ja auch noch die Pupertät ins Haus, die auch noch ihren Teil dazu beiträgt.

        Ich würde jetzt erstmal an deiner Stelle die Gespräche mit den Lehrern abwarten, und sie dann das Schuljahr beenden lassen. Bei nicht versetzung würde ich sie auf die Hauptschule tun und abwarten wie sie sich macht wenn die Pupertät einsetzt. Da verändert sich das Kind noch einmal. Vielleicht ist ja auch eine Gesamtschule mit der Option für einen Realabschluss ne gute Sache. Unsere Realschule bietet inzwischen auch schon zwei Abschlüße an. Den Hauptschulabschluß mit beenden der neunten Klasse, und den regulären Realschulabschluß am Ende der 10 Klasse. Auch gibt es einen Vorbereitungskurs für das Berufsgymnasium.

        Wir werden mit größter Wascheinlichkeit die Realschule wählen und ihn dort beschulen lassen. Was dann auf uns zukommt werden wir sehen.

        Es ist nicht einfach. Ich hoffe es ist das richtige für ihn. Ich denke aber auch das ab einer gewissen Zeit, einfach auch das Kind merken muss, das es so nicht geht und alles Konsequenzen im Leben hat. Wir können als Eltern nicht immer alles kontrollieren und unseren Kindern den Weg bereiten, auch wenn wir das noch so wollen und uns wünschen.

        LG und gute Nerven :)

      • Hallo!

        Ich würde an Deiner Stelle keine Schulformwechsel in Erwägung ziehen bevor nicht alle anderen Maßnahmen erfolglos ausprobiert wurden.

        Ganz am Anfang würde bei mir die Diskussion mit der Tochter stehen, warum sie scheinbar so wenig Interesse zeigt. Gründe dafür gibt es tonnenweise und in der 5. Klasse ist sie in der neuen Schule mit vollkommen neuen Anforderungen noch gar nicht angekommen!
        Sie kann überfordert durch die Vielfalt der Fächer, durch die verschiedenen Lerntechniken (Vokabeln, Mathe-Selbsteinschätzung), durch Anforderungen an die Selbstorganisation, durch die sozialen Strukturen in der Klasse, die sich noch gar nicht zurecht gerüttelt haben, etc. Sie kann ebenso auch unterfordert sein, vielleicht in Mathe oder Deutsch, weil es jetzt eigentlich nur Wiederholung der 4. Klasse ist?
        Und sie kann, aus ihrer Sicht ganz große soziale Probleme haben: Grüppchenbildung, die "falschen" Klamotten, Hänseleien, etc.

        Dann würde ich mit den Lehrern sprechen wollen und deren Eindruck einholen. Keine Mitarbeit ist vielleicht eine Tatsache, aber die Gründe dafür oder die Hilfen um das zu ändern muss man erstmal in Angriff nehmen.

        LG, I.

        Hallo,

        gibt es bei euch an der Schule einen Beratungsleher? Wenn ja, würde ich da sofort einen Termin ausmachen, die beraten gerade bei solchen Themen Kinder und Eltern. Und gibt es so was wie HA Betreuung? Geht sie da hin? Klappt es da? Wie ist es, wenn zB noch jemand mittags da ist und sie zusammen HA machen oder lernen?

        Alles Gute

        das klingt ja nicht, als sei sie dem lernstoff nicht gewachsen. von daher würde ich sie auch nicht auf eine hauptschule schicken, da lernt sie ja nur draus, dass wenn sie sich verweigert, ihr das niveau für sie runterschraubt, damit sie sich noch weniger ansträngen muss.

        das ist vielleicht nicht so sinnführend. ich finde es ein bisschen früh vor ner 11 jährigen schon zu kapitulieren, denn offensichtlich ist sie ja noch nicht alt genug, um mit so viel entscheidungskraft umgehen zu können.

        wenn meine tochter ein buch in der schule vergisst, dann lasse ich sie grad zurück in die schule laufen und dann muss sie sich halt jemanden von der ganztagsschule suchen, der ihr aufschließt, damit sie es holen kann. (da werd ich auch nicht böse, sondern das ist ne ganz pragmatische sache: du brauchst das buch, das buch liegt in der schule. also muss es geholt werden) wenn du dich nicht darauf verlassen kannst, dass sie dann auch wirklich zur schule geht und nicht wo anders hin, dann würd ich mit ihr hinmarschieren.

        und wenn dir das alles zu krass ist, dann würde ich mit ihr mal beim therapeuten vorstellig werden. da könnt ihr dann vielleicht aufklamüsern, wieso eigentlich eure tochter die zügel in der hand hat und wie man das ganze wieder in geordnete bahnen lenken kann.

        es passiert ja eignetlich allen eltern ab und an, dass sich in abläufe, die recht gradlinig sein sollten, das chaos einschleicht und dann weiss irgendwann keiner mehr so genau, wann die dynamik eigentlich gekippt ist. manchmal kriegt man es dann relativ leicht wieder hin, bei anderen sachen sieht man den wald vor lauter bäumen nicht mehr und dann wird's kniffliger. aber da muss man halt aufpassen, dass man nicht die flinte ins korn wirft, weil es passieren kann, dass in der verzweiflung der eindruck entsteht, das kind sei schlicht 'defekt', weil man den abstand nicht hat, um die situation noch richtig überschauen und bewerten zu können. da hilft dann mitunter der blick von aussen.

        courage, deine tochter ist anscheinend stur und unvernünftig, aber sie ist ja auch noch klein und so wie's klingt, hast du halt noch nicht den kniff gefunden, ihr effizent stirn zu bieten. das heisst aber nicht, dass sie mit mitte 20 immernoch so starrhalsig sein wird. wahrscheinlicher ist, dass sie sich als erwachsener selber an die stirn greift, wenn sie an heute zurückdenkt.

        lg

        Hallo,

        meine Tochter ist 9 und in der 4. Klasse....wir haben hier genau das gleiche Problem.
        Alles 1 zu 1 wie bei Deiner Tochter!
        Nun ist es bei uns in Brandenburg so, dass der Übergang auf die Oberschule erst nach der 6. Klasse erfolgt. Also hat sie noch ein bißchen "Galgenfrist"....

        Allen, die hier von außen - sicherlich gutgemeinte - Ratschläge geben, sei folgendes gesagt: so einfach ist das nicht!

        Thema "Zügel in der Hand" und "Durchgreifen": was soll man denn bitte machen, wenn das Töchterchen sich nicht bewegt? Mit Gewalt in die Schule schleifen? Sorry, meine Tochter ist ca. 1,40 m groß und wiegt bestimmt auch so 35 kg. Das schaffe ich schon körperlich nicht, mal davon abgesehen dass ich keine Gewalt anwenden will.

        Und nein, nach 14.00 Uhr kommt man definitiv nicht mehr bei uns ins Schulgebäude. Die Nachmittagsbetreuung findet in einem anderen Gebäude statt. Die Erzieher haben KEINEN Schlüssel für die Klassenräume. Vergessene Bücher oder Materialien können nicht mehr geholt werden. Ich bin auch zum Schulschluß nicht da, da ich arbeite.
        Meine Tochter könnte dann also nur Freundinnen fragen. Macht sie aber nicht. Und ich mache es auch nicht. Somit bleibt die Sache unerledigt.

        Ja, wir sind mit unserer Tochter bei einer Kinder- und Jugendpsychologin in Behandlung. Meine Tochter hat eine diagnostizierte LRS, dafür bekommen wir von der KJP eine Verordnung für Logo spezialisiert auf LRS. Wir hatten auch eine Dame (Sozialarbeiterin) vom Jugendamt hier, da wir einen Antrag auf Lerntherapie gestellt hatten. Beide gaben uns die gleichen "tollen" Ratschläge....von "Durchgreifen" bis "Belohnungssysteme". Als wir sagten, dass wir schon alles durch haben und dies auch aufzählten, blickte ich nur in ratlose Gesichter und bekam ein "Ja, dann weiß ich auch nicht!".
        Als mich die Sozialarbeiterin darauf hinwies, dass wir ja verpflichtet seien, unsere Tochter zur Schule zu bewegen (Schulpflicht), habe ich sie gefragt, wie sie sich das denn konkret vorstelle, wenn morgens sich das Kind z.B. nicht aus dem Bett oder dem Haus bewegt. Was sie denn da vorschlägt? Gewalt anwenden? Nein, das wäre natürlich verboten, sagte sie. Was anderes fiel ihr aber auch nicht wirklich ein.

        Meine Tochter hat keine psychischen "Auffälligkeiten"; sie ist auch nicht hyperintelligent, sodass sie sich langweilen könnte; sie ist auch nicht "minderbegabt", sodass sie überfordert wäre... keine Sorge, das wurde alles schon abgetestet.
        Sie hat einfach nur keinen Bock!

        Es ist ihr egal, ob man irgendetwas streicht oder "Hausarrest" verhängt. Sie spielt Hockey und da gehe ich mit ihr auch hin, damit sie sich überhaupt mal bewegt. Es wäre ihr aber auch egal, wenn man das streicht.
        Sie sitzt es einfach aus. Alles ist eben scheiß, fertig.

        Und da wäre ich jetzt schon mal gespannt, wie wohl andere dagegen angehen wollen/würden? Ein Kind zu bewegen, was einfach keinen Bock hat....

        Es ist immer sehr einfach, den Eltern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn man sich nicht selbst in der Situation befindet.

        Ich bin mit meinem Latein am Ende und habe das auch den Lehrern mitgeteilt. Und auch dort um Hilfe gebeten....und auch dort kamen nur die üblichen Vorschläge und dann ein resigniertes Schulterzucken.

        Ich kann mittlerweile nur noch hoffen, dass sie irgendwann die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekommt und dann aufwacht.

        Gruß

        Ach so, noch ein Nachsatz zum Thema "Stirn bieten" und so:

        es gibt hier jeden - wirklich JEDEN Tag - Stress, Streit und entsprechende Konsequenzen.
        Mein Mann flippt regelmäßig aus angesichts ihrer Bockhaltung und auch ich kann mich nur noch schwer im Zaum halten.
        Friedlich ist es hier nur in den Ferien, ansonsten besteht unser Familienleben nur noch aus Streit um Schule, Aufgaben und damit verbundenen Konsequenzen.

        Wenn wir dann am Tisch sitzen, um zu Lernen und mal wirklich alle Sachen da sind, kommt garantiert irgendwann der Punkt, wo meine Tochter sagt "Ich will nicht mehr, ich mach nicht mehr weiter - kein Bock!". Da kann ich dann auch nur noch sagen "Gut, dann nicht".
        Ich kann ihr nicht den Stift führen und ihr ja auch nicht das Wissen ins Gehirn trichtern.

        Das tägliche Theater hier führt dazu, dass mein kleiner Sohn, der im Sommer eingeschult wird, bereits jetzt schon Angst vor der Schule hat.

        (12) 05.02.16 - 15:03

        Jeden Tag das Thema 'Schule'? Und jeden Tag Zoff deswegen - das hört sich nicht gesund an.

        Was ich machen würde? Lehrer, Schulpsychologen mit ins Boot holen und dann vielleicht: Nichts mehr. Das heisst, zuhause das Thema komplett fallenlassen (es sei denn, Töchterchen kommt damit an), den Druck 'rausnehmen. Kann es denn noch schlimmer werden? So wie es jetzt aussieht, bleibt sie ja eh sitzen. Obwohl ihr Euch als Eltern engagiert habt.

        Vielleicht ist auch das gesamte Lernumfeld nicht ihrs. Gibt es bei Euch andere Schulformen (freie Schulen, Waldorf, etc.)?

        Grüsse
        BiDi

        (13) 05.02.16 - 17:07

        Hallo,
        Ich würde mit ihr zu einen Jugendpsychater gehen der auf ad(h)s, spezialisiert ist. Mein Verdacht ist ADS und dann kann sie nichts dafür, was du ihr unterstellst, also lasst euch helfen, aber von der richtigen Stelle, manchmal braucht das mehrere Anläufe. Alles Gute.

        Hallo,

        ich denke, mit Urbia Hobbypsychologie lässt sich dieses Problem nicht lösen, zumal es ja kein "akutes" sondern ein "chronisches" ist, das nun eben in der Realschule mit gesteigerten Ansprüchen wirklich mehr zur Geltung kommt.

        Ich würde:
        (1) Mal ganz ruhig und ohne Vorwürfe mit deiner Tochter sprechen und fragen, wie sie sich das so vorstellt .... Ohne Lernen kommt man nicht durch die Realschule. Wenn man keine Vokabeln etc. lernt, verliert man sogar sehr leicht den Anschluss. Also den Stoff, den meine Tochter (8. Klasse RS) so macht, ist ziemlich spezifisch (z.B. in MuM Inhaltsstoffe von Waschmitteln und deren Wirkungsweisen, Chemie: Reaktionsgleichungen und Periodensystem ...) ohne Lernen sähe man da ziemlich alt aus.

        (2) Parallel einen Schulpsychologen (sitzen bei uns auf dem örtlichen Schulamt) hinzuziehen.

        (3) Mich selbst beobachten: Wie verweigert sie? Wie reagiert ihr? Was passiert? Wie kommt sie damit davon, dass sie nichts macht?

        GLG
        Miss Mary

        Danke mal für eure Antworten. Ein paar Dinge, die ihr geschrieben habt, sind bei uns bereits "in Arbeit". Mit KJP, Kinderärztin und Klassenlehrerin bin ich im Gespräch. In 2 Wochen steht auch ein Termin im SPZ statt, wo sie komplett durchgescheckt wird, ob sie altersgerecht entwickelt ist usw.

        Letztes Jahr hat uns die Kinderärztin zum KJP geschickt zur Überprüfung zwecks ADS. Das hat er ausgeschlossen. Ihr Verhalten bezüglich Konzentration ist nicht normal, aber auch nicht typisch für ADS. Ihre Konzentration sinkt recht schnell ab bei Aufgaben, aber sie kann sich wohl wieder fangen und halbwegs mitarbeiten. Bei Kindern mit ADS wäre es mit der Konzentration laut seiner Aussage dann ganz vorbei. Einen Intelligenztest hat der KJP gemacht. Das Ergebnis war im unteren Durchschnitt. All die Dinge werden im SPZ auch nochmals getestet, da ja jeder auch andere Testverfahren verwendet.

        Als Hobby hat meine Tochter nur ihr Reiten mit Pferdepflege. Das macht sie 1x die Woche und laut der Besitzerin des Reiterhofs auch mit großer Leidenschaft. Meine Tochter sieht sofort, wo was erledigt werden muss, ist immer zur Stelle wenn Hilfe gebraucht wird usw. Sie kann also wenn sie will / wenn sie sich für etwas interessiert. Würde ich ihr das Reiten streichen (was ich in der Regel nicht mache, weil es ja auch eine wertvolle Aufgabe ist und nicht nur Spaß), dann wäre das für sich auch okay.

        Als sie noch Kindergartenkind war, bin ich früher fast verzweifelt, weil ich nie etwas hatte, womit ich bei ihr Druck ausüben konnte. Bei meiner Freundin zog alles: Fernsehentzug, keine Geschichte abends, keine Hörspiel-CD, Spielverbot mit Freunden... Und bei mir? NICHTS. Fernsehentzug hat sie nicht interessiert. Sie schaut nicht sooo gern Fernseh. Ich selber auch nicht. Abendliche Geschichte? Konnte ich nie einführen. Sobald ich anfing ihr etwas vorzulesen, fing meine Tochter an zu weinen und wollte dass ich aufhöre. Hörspiel-CDs mochte sie nicht. Spielverbot mit Freunden? Ist ihr egal. Sie hat ja Geschwister und da kann ich den Kontakt schlecht verbieten. Wir hatten auch schon die Überlegung, ob sie vielleicht Probleme mit dem auditiven Sprachverständnis hat (eben wegen dem Nicht-Vorlesen dürfen und weil sie spät angefangen hat zu sprechen usw.). Aber auch diese Untersuchungen in der Pädaudiologie waren ohne Befund.

        Freunde hat meine Tochter nur wenige. Eine ganz gute Freundin, die meist 1-2 mal die Woche bei uns ist. Meine Tochter möchte im Gegenzug aber nicht zu ihr, obwohl sie und auch wir Eltern uns schon seit der Geburt unserer Großen kennen und befreundet sind. Die Eltern von ihr sind in der Erziehung ihrer Kinder uns sehr ähnlich. Meine Tochter muss sich also auch nicht umstellen oder vor irgendwas Angst haben, wenn sie dort ist. Früher war sie öfters bei ihrer Freundin. Irgendwann hat es dann nachgelassen und die Freundin ist nur noch bei uns. Ich mag sie auch sehr und die beiden verstehen sich toll. Sie ist fast wie ein 4. Kind für mich. Dann eine Freundin mit der sie zum Reiten geht jede Woche. Dass sich die Kinder außerhalb vom Reiten mal treffen, klappt meist nie, da das Mädchen oft Termine hat nachmittags und die Ferien oft bei irgendwelchen Verwandten verbringt. Beide Mädels sind aber auf dem Gymnasium. Mit den anderen Mädchen aus ihrer Grundschulklasse hat sie nicht so den Kontakt. Es waren wenig Mädchen in der Klasse und irgendwie hat es da nicht richtig gepasst. Mit den jetzigen Mädchen aus ihrer Klasse ist sie noch nicht richtig warm geworden. Alle anderen kennen sich schon von der Grundschule und sie ist als einziges Mädchen aus ihrer Grundschulklasse dazu gekommen. Sie muss jetzt erstmal ihre Stellung in der Klasse finden.

        Und dann kommt das Thema Pubertät. Körperlich ist meine Tochter bereits sehr weit entwickelt. Sie ist sehr groß (bereits über 1,60m - alle anderen Mädchen aus ihrer Klasse gehen ihr nur bis zur Schulter) und sie von dem Körper schon fast aus wie ich #schwitz Aber ich finde, sie ist vom Kopf noch lange nicht so weit wie andere. Wahrscheinlich spielt das bei der aktuellen Unlust auch eine große Rolle. Also dass die Pubertät noch kommt, mag ich bezweifeln. Ich denke wir stecken da eher schon mittendrin (und sind hoffentlich dann auch schneller durch...).

        Ich merke vor allem jetzt, wo ich mit den beiden kleineren Geschwistern auch was anfangen kann im Bereich des Lernens, dass da extreme Unterschiede bestehen. Ich weiß, man soll Geschwister nicht miteinander vergleichen. Jedes Kind ist anders, jedes Kind ist toll. Aber schon allein was das Thema Lernen angeht, sind die beiden Kleinen da eher auf Zack. Die hören etwas und es ist gespeichert. Sie erzählen mir auch viel später noch, wie dieses oder jenes zusammenhängt. Ich darf ihnen Geschichten vorlesen, sie lieben es, sie hören Hörspiele, sie würden sich tierisch über Fernsehverbot aufregen und dafür lieber die Dinge erledigen, die ich von ihnen erwarte. Das sind jetzt Kleinigkeiten, die ich aufgezählt habe.

        Ich hasse es, wenn es hier daheim Stress gibt und versuche alles eher auf der Schiene der Gleichberechtigung / Akzeptanz zu führen. Ich erkläre die Dinge, die für mich wichtig sind und die mich stören. Aber nicht so, dass ich das Kind kritisiere. Meine Große hat wenig Selbstvertrauen. Beim Thema "vergessene Unterlagen in der Schule" bekomme ich sie nicht motiviert diese dann zu holen. In der Grundschule hat es dann irgendwann geklappt Richtung 3. / 4. Klasse, dass sie allein los ist. Aber jetzt funktioniert das gar nicht mehr, wobei sie in nur 5 Minuten zur Schule gelaufen ist.

        Ich werde die Elterngespräche und die Untersuchungen im SPZ abwarten. Danach habe ich nochmal einen Termin beim KJP, der mit mir über die Ergebnisse der Elterngespräche reden will. Ich bin wie gesagt bereit die Schule zu wechseln, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht. Vieles ist neu, das ist klar. Mir ist auch heute bei der Zeugnisausgabe aufgefallen, dass die Kinder, die bisher schon mit dem Thema Wochenplan gearbeitet haben in der Grundschule, viel besser mitkommen als die Kinder (wie meine Tochter), für die das alles neu ist. Das gibt mir die Hoffnung, dass es doch "nur" an der Umstellung liegt. Heute habe ich einen kleinen Ausflug mit meiner Tochter gemacht und sie nebenbei ausgefragt zum Thema Schule. Wo sie das Gefühl hat, dass sie Schwierigkeiten hat und ob es in der Grundschule mit den Hausaufgaben und Frontalunterricht einfacher war als jetzt mit Wochenplan und selbstständigen Erarbeiten. Das hat sie auch bejaht. Ich habe auch gefragt, ob sie - wenn sie das Gefühl hat, sie kommt gar nicht mehr mit - die Schule wechseln würde in eine Realschule mit Frontalunterricht oder eventuell sogar in eine Werkrealschule. Für sie wäre es okay.

        Was die aktuelle Schulform angeht: Sie befindet sich jetzt in einer Orientierungsstufe bis zum Ende der 6. Klasse. Die Kinder werden auf jeden Fall versetzt von der 5. zur 6. Klasse. Ab der 7. Klasse können sie wählen zwischen Realschul- oder Hauptschulzug und sich bei Bedarf auch noch umentscheiden. Wie genau die Umsetzung dann erfolgt, steht noch nicht fest. Sie ist im 1. Jahrgang, der diese Möglichkeit bietet. Jetzt in der Orientierungsstufe 5. und 6. Klasse wird nur nach dem Realschulniveau gearbeitet.

        Das waren jetzt nochmal viele Infos. Aber mich beschäftigt das Thema gerade so sehr und ich wünschte, ich hätte eine passende Lösung parat. Die nächsten 2 Wochen muss ich mich auf jeden Fall noch gedulden, um dann nach den Gesprächen und Untersuchungen vielleicht eine Entscheidung treffen zu können.

        LG

        • Habt ihr schon mal über eine "alternative" Schulform wie zb Waldorf nachgedacht?

          Nicht jede Schulform passt für jedes Kind.

          • Hallo,

            darüber nachgedacht habe ich schon. Der Unterricht scheint hier auf der Waldorfschule aber recht straff zu sein (von einer Bekannten die Tochter ist dort) und meine Tochter müsste auch sehr viel aufholen an Unterrichtsstoff. Schon allein französisch als 2. Fremdsprache, was die dort von Anfang an haben. Ich selber könnte sie da nicht mal unterstützen, da ich selber nie französisch hatte.

            LG

            • Aber das ist doch kein Grund, sich das ganze nicht mal anzuschauen ;-) Soweit ich weiß, kann sie dort auch erstmal 2 Wochen zur Probe hingehen (oder muss sogar). Dad Pensum mag straff sein, die Lernmethodik jedoch eine andere. Im "Schlimmsten" Fall könnte sie die 5. Klasse wiederholen dort und würde dann französisch von der Pike auf lernen.

              Zumindest einen Versuch wäre mir das wert.

              Alles Gute für euch!

              • Wie das mit dem "zur Probe" aussieht, weiß ich nicht genau. Ich weiß, dass die Kinder probehalber in eine andere Schule dürfen vorm Schulwechsel. Meistens geht das 1 Woche lang. Aber oft ist das dann so, dass sie dann auch gleich dort bleiben und gar nicht mehr zurück in die Ursprungsklasse gehen. Ich möchte mein Kind nicht hin und her schubsen, sondern jetzt eine möglichst dauerhafte Lösung finden, wo sie dann auch wieder gern hingeht. Die jetzige Schule wird es sicher auch nicht gern sehen, wenn meine Tochter hier mal 1 Woche schnuppert und da mal 1 Woche schnuppert. Ich versuche mir jetzt Infos zu holen, welche Schulen wie arbeiten und was auch von anderen Eltern empfohlen wird. Französisch lernen sie hier auf der Waldorfschule bereits seit der 1. Klasse, genauso wie Englisch. Also fehlen ihr 4 ganze Schuljahre davon. Da muss sie schon viel aufholen. Wie weit sie auf der Waldorfschule allgemein mit dem Lernstoff jetzt sind im Vergleich zur Realschule, das weiß ich leider nicht.

                Vom finanziellen Aspekt und dem Einbringen der Eltern ins Schulleben mal abgesehen. Ich helfe gern, keine Frage. Aber bedingt durch meine Berufstätigkeit und mit noch 2 kleineren Kindern bin ich da zeitlich auch recht eingeschränkt. Ich habe keine Familie hier in der Nähe, die mir die Kleinen abnehmen können und müsste diese dann in der Woche immer mitnehmen. Und von den Kosten her müsste ich mit 300 Euro monatlich (13 Monate lang, da 1 zusätzlicher Monat verlangt wird pro Jahr) rechnen. Hab mich da schon erkundigt. Die Fahrkarte für den Bus kommt auch noch dazu. Das ist schon einiges an Kosten. Ich weiß nicht, ob wir so viel dauerhaft stemmen können. Ich kann auch keine Stunden aufstocken auf meiner Arbeit, da es dann wieder mit der Betreuungszeit der beiden Kleinen nicht hinhaut.

                Vielleicht rufe ich dennoch nach den Ferien und unseren Gesprächen und Arztterminen (je nachdem, was da rauskommt) mal dort an und frage nach. Ganz abgeneigt bin ich nicht gegen die Waldorfschule. Ich bin mir halt nicht sicher, ob das wirklich das Richtige ist und sie dort mitkommt. Mein größter Wunsch ist es, dass sie wieder gern zur Schule geht. Egal welchen Schulabschluss sie dann dafür bekommt.

                LG

        Hallo nochmal,

        unglaublich....das ist 1:1 meine Tochter!
        Sie war als Kleinkind genauso. Eigentlich vom ersten Tag ihrer Geburt schon auf 180. Zwar immer sehr fröhlich aber auch sehr willensstark.
        Ihr erstes Wort war "Nein"!
        Mir wurde z.B. auch von mehreren Seiten (u.a. Erzieherin) empfohlen, zum Nuckel-Abgewöhnen ihr ein ganz tolles Geschenk zu versprechen. Sie hat gerne CDs gehört und bei unserem Schlecker immer eine bestimmte CD angehimmelt. Ich habe ihr also gesagt "Die CD kannst du haben, wenn Du mir den Nuckel gibst und wir ihn weg tun!". Daraufhin sie nur ganz trocken "Nein!". Die CD wurde nie wieder erwähnt. So war und ist es mit vielem.

        Wir haben uns quasi ein "Eigentor" damit geschossen, als wir bereits vor Ende des letzten Schuljahres drohten, sie werde wohl sitzen bleiben oder sie müsste die Schule wechseln. Beides wäre ihr egal bzw. auch recht. Jetzt kriegen wir das gleich entgegengeschleudert "Ist mir egal! Ich will da sowieso nicht bleiben!".
        Auch die Sache mit dem Kontakt zu anderen Mädchen ist genauso wie bei meiner Tochter.

        Sie scheint auch körperlich schon am Beginn der Pubertät zu stehen, im Kopf ist sie aber noch sehr kindlich. Spielt gerne mit Playmobil, Filliys und Barbie...

        Die Schule unterstützt uns leider so gut wie gar nicht. Wir haben es versucht, die neue Klassenlehrerin sagt, sie hätte keine Zeit hier unterstützend tätig zu werden. Die Schulleitung verweist nur auf fehlendes Personal. Schul-Sozialarbeiterin ist kaum anwesend und quasi nicht erreichbar. Sozialarbeiterin des Jugendamtes verweist auf die Schule, diese müsste hier tätig werden....

        Schul-Alternativen gibt es zumindest für uns nicht. Eine weitere staatliche Schule mit etwas kleineren Klassen gibt es zwar im Landkreis....mich würde das aber vor große logistische Probleme stellen. Es fährt kein Bus direkt hin, ich müsste sie mit dem Auto ca. 20 Minuten fahren. Der Weg liegt auch entgegengesetzt zu meinem Arbeitsweg , ich müsste also wieder zurück und wäre morgens fast 2 Stunden unterwegs (nachmittags auch) . Der kleine Bruder geht hier vor Ort in die Kita und wird im Sommer hier auf die Schule kommen. Logistisch ist das für mich kaum machbar.
        Freie Schulen / Waldorfschulen gibt es zwar im angrenzenden Berlin...logistisch wäre das genauso kaum zu bewältigen. Diese Schulen kosten hier auch alle Schulgeld, welches für uns auch nicht finanzierbar ist.
        Eine Kostenbeihilfe würden wir wohl auch hierfür nicht erhalten. Ein Antrag auf Lerntherapie beim Landratsamt hat ja ergeben, dass es bei meiner Tochter "ja noch nicht so schlimm" wäre.

        Die Kinder- und Jugendpsychologin hat uns geraten, unsere Tochter "in Ruhe zu lassen".
        Nun, das ist das Einzige was mir auch nur noch einfällt....

        • Hallo,

          ganz wie 1:1 klingt es nicht, aber es geht vermutlich auch in die Richtung. Willensstark ist meine Tochter nicht. Sie gibt schnell auf, wenn etwas nicht klappt. Viel schneller als ihre kleinen Geschwister. Meine Große spielt aber auch noch sehr gern mit Playmobil, Lego, Schleich usw. mit ihren Geschwistern oder auch allein.

          Das mit der Fahrerei ist echt schwierig, wenn man berufstätig ist. Die Schule, die ich jetzt mal ins Auge gefasst habe (falls wir tatsächlich wechseln) liegt auch genau in der anderen Richtung zu meiner Arbeit. Aber ein Bus fährt dort hin und auch viele Kinder hier aus dem Ort.

          Was ist denn ein "Antrag auf Lerntherapie" und was wird da getestet?

          Das mit dem "das Kind in Ruhe lassen" kenne ich auch. Aber ich kann es momentan nicht akzeptieren, weil ich nicht weiß, ob es einfach nur Faulheit ist (dann könnte ich es vielleicht akzeptieren) oder ob sie es tatsächlich nicht kann.

          LG

          • Na ja, willensstark ist meine Tochter auch nur bei den Dingen, die SIE will. Schule gehört z.B. nicht dazu.... Bei den Sachen die sie quasi gezwungenermaßen machen muß (wie eben Schule/Lernen) gibt sie auch sehr schnell auf und sagt "Ich kann das nicht!".

            Da bin ich dann eben auch oft im Zwiespalt, weil ich nicht weiß, ob sie nicht will oder tatsächlich nicht kann.
            Ich könnte es umgekehrt eher akzeptieren, wenn sie tatsächlich nicht kann. Unlust/Faulheit kann ich z.B. gar nicht ab...

            Irgendwie tut es mir ja auch leid, dass sie an der Schule so gar keinen Spaß hat. Sie geht nicht so gerne hin (mein Eindruck)....auch wenn sie im Gespräch mit der Sozialarbeiterin etwas anderes gesagt hat.

            Bei meiner Tochter wurde zum Ende der 2. Klasse eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) diagnostiziert. Die Untersuchungen hat die Kinder- und Jugendpsychologin durchgeführt. Es wurde uns eine Lerntherapie empfohlen. Diese soll bei LRS sehr hilfreich sein. Das kostet hier im Schnitt jedoch 150-200 Euro im Monat. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Wir selber können die Kosten nicht aus eigener Tasche tragen.
            Man kann aber hier in Brandenburg einen Antrag auf sog. Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII beim zuständigen Landratsamt stellen. Darunter fallen z.B. auch Kosten für Lerntherapie. Der Antrag wurde bei uns nach einem ziemlichen Aufwand abgelehnt.
            Die Begründung war, dass bei unserer Tochter " eine auf Versagensängste beruhende Schulphobie, eine totale Schul- und Lernverweigerung oder den Rückzug aus jedem sozialen Kontakt und der Vereinsamung in der Schule" nicht vorliegen würde. Bloße Schulprobleme und Schulängste, die andere Kinder teilen, sind für eine Bewilligung nicht ausreichend.
            Auf gut Deutsch ist unsere Tochter noch zu gut sozialisiert in der Schule. Wir haben "zu gut" dafür gesorgt, dass sie immer zur Schule geht (sie hat im Schnitt pro Halbjahr höchstens zwei Fehltage auf dem Zeugnis).

            Unsere "Probleme" zu Hause sollten wir laut Sozialarbeiterin und Empfehlung im Bescheid mit Familientherapie "in den Griff" kriegen. #kratz

    Nur so als Gedanke:

    sie ist sozusagen ein Jahr zu früh in die Realschule gewechselt: legt sie es evtl. darauf an die Fünfte zu wiederholen, um wieder mit ihren alten Klassenkameraden/ Freunden in einer Klasse zu sein?

    • Nein, sie ist ganz normal in die 5. Klasse gewechselt und die anderen Mädchen aus der Klasse aufs Gymnasium. Vielleicht war mein Text zu undeutlich formuliert...???

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