Wie ist es wirklich auf einem Gymnasium?

    • (1) 14.02.16 - 20:56

      Hallo zusammen,

      erstmal vorweg : Mein Sohn, 9 Jahre, 4. Klasse ist ein ganz normales Kind, kein Überflieger, kein Gerne-Lerner, keiner, der mehr macht als er muss.

      Er hat auch nicht in jedem Fach eine 1. Sein Zeugnis besteht aus 2 Einsen, dem Rest zweien. Für diese Noten musste er nicht viel lernen, vor den (angekündigten) Arbeiten liest er sich abends im Bett die Sachen nochmal durch und gut. Am Wochenende stehen Sport & Spiel auf dem Plan, der Ranzen wird nicht mehr angepackt, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

      Nun hat er eine uneingeschränkte Gymnasiumempfehlung bekommen, hat sich auch bereits für eines entschieden, aber letzte Zweifel bleiben.

      Sooo oft hört man von Eltern, dass die Kinder nur noch lernen müssen, keine Freizeit mehr haben, Sportvereine aufgeben mussten aus Zeitmangel usw.

      Ist das wirklich so schlimm ? Sind auf dem Gym wirklich nur Kinder die den ganzen Tag lernen ?

      Erzählt doch mal. Bei uns gibt es übrigens nur Gymnasien mit dem Jahr weniger.

      LG

      • Meine ist in der 6. Klasse sie ist 11 Jahre (ein Jahr eher eingeschult). Sie kam mit einer drei, vier einsen und den Rest zweien auf dem Zeugnis nachhause. Sie lernt nie. Macht allerdings oft lange Hausaufgaben. Aber von allein. Ich muß mich nicht um die Schule kümmern. Ich hab gesagt für ne eins gibt's 5 und für ne 2 gibt's 3 Euro. Diesmal bin ich 38 Euro losgeworden und sie hat angedroht das es am Endjahr noch mehr wird. :-) Sie geht zum Klavierunterricht und hat auch sonst noch Zeit zum Freunde treffen.

        Hallo,
        unser Großer ist jetzt in der 6. Klasse am Gymnasium, auch G8. Ja klar, muss er manchmal büffeln oder Dinge für die Schule vorbereiten, aber es hält sich alles noch irgendwie im Rahmen. Er hatte an der GS außer im Sport alles 2en, heute hat er einen Notendurchschnitt von 2,5, da sind wir sehr mit zufrieden.

        Unser Sohn hat jetzt allerdings seinen Fußball aufgegeben, da sein anderes Hobby, welches er lieber macht, mittlerweile zeitaufwändiger geworden ist und terminlich auch mit dem Fußball kollidiert. Von daher musste eine Entscheidung gefällt werden, die allerdings nicht nur von der Schule abhängig war.
        LG
        Martina75

        Hallo,

        meine Tochter ist erst in der 5. Klasse und bei uns ist noch alles entspannt. Wenig lernen (außer Vokabeln natürlich) und die Hausaufgaben nehmen nicht wirklich mehr Zeit in Anspruch als auf der Grundschule.

        Ich glaube aber, dass es auf das Kind ankommt. Sie musste auch in der Grundschule nicht lernen und hatte auf ihren Zeugnissen eine Mischung aus einsen und zweien. Das erste Zeugnis auf dem Gym war jetzt genauso...

        Es gibt aber auch Freundinnen in der gleichen Klasse, die richtig lernen müssen und lange an den Hausaufgaben sitzen.

        Ich bin mal gespannt wie es nach den Sommerferien wird, wenn die nächste Fremdsprache dazu kommt.

        Liebe Grüße
        Grizzy

      • Hallo, mein Sohn hatte eine eingeschränkte gymnasial Empfehlung. HSK 3, Rest 2. Ich hab ihn trotzdem geschickt. Zum HJ hatte er einen Durchschnitt von 1,34. Bis auf Sport keine 3 am Zeugnis. Er lernt genauso wenig wie vorher und besucht immer noch seine Vereine. Klar, die Hausaufgaben dauern länger, da sie umfangreicher sind. Wir haben auch nur bis 12. Klasse, da wir in Thüringen wohnen. Hier gab es noch nie 13 Schuljahre. LG Michaela

        hallo,
        meine tochter ist in der 5. sie hatte zum übertritt einen durchschnitt von 1,8 und jetzt auf dem gym 2,3. damit sind wir zufrieden. allerdings ist der zeit-und lernaufwand deutlich höher. sie ist (inkl. AGs) um 16/15/14/15/14 uhr zu hause. montags und donnerstags hält sie sich komplett frei für hobbys, an den anderen tagen sitzt sie schon länger. vokabeln sind täglich dran. mappen müssen tip top sein in jedem fach (inhaltsverzeichnis, deckblatt, seitenzahlen), es gibt in fast allen fächern hausaufgaben. einige fächer sind nur 1 x pro woche, dies aber sehr kompakt, da muss nachgearbeitet werden, damit es vor der nä. arbeit nicht zuviel wird. verabredungen finden nur noch max. 1 x pro woche statt.
        zum glück hat sie den antrieb zu 99% allein, ich muss da nicht hinterher sein.
        mit der einstellung "ich mach nicht mehr als unbedingt sein muss" wird dein sohn einbrechen auf dem gym - und sich dann vielleicht mit neuer einstellung wieder berappeln.
        vg

        • (7) 15.02.16 - 08:10

          Huhu,

          >> mit der einstellung "ich mach nicht mehr als unbedingt sein muss" wird dein sohn einbrechen auf dem gym <<

          Das sehe ich nicht so bzw. kommt es auf die Definition an, was "nicht mehr als unbedingt sein muss" bedeutet. Ich definiere es so, dass man genau das tut, was notwendig ist. Das ist auf der weiterführenden Schule sicherlich mehr als in der Grundschule. Wenn ein Kind im Unterricht gut aufpasst, aktiv mitmacht, und zuverlässig seine HA erledigt, warum sollte dieses Kind dann noch zusätzlich etwas tun, wenn es nicht notwendig ist? Zu HA gehört für mich (wie bei uns in der Grundschule z. B. 5 min Kopfrechnen täglich) auch Vokabellernen.

          Mein Sohn hat bisher auch nur für Sachkundetests "gelernt", in dem er sich die Inhalte noch einmal durchgelesen hat. Andere Wissenstests wurden in der Grundschule nicht geschrieben bzw. waren extrem banal (Musik, Reli).

          Die Lernfächer werden auf dem Gymnasium mehr, das ist klar. Aber wenn der Sohn der TE auf der Grundschule "das nötigste" getan hat, wird er das für diese Fächer jetzt sicherlich auch tun. Denn es ist ja nötig. ;-)

          Unsere Grundschule hat aus einem mir nicht erklärlichen Grund den Ruf, hohe Anforderungen zu haben. Ich kann das überhaupt nicht bestätigen, ich finde die Anforderungen sehr kindgerecht und manchmal sogar zu lasch. Die Bewertungen finde ich sehr großzügig im Vergleich zu den Geschichten, die ich hier oft höre.

          Das Gymnasium, was mein Sohn jetzt besuchen wird, hat einen ähnlichen Ruf. Wenn ich aber mit Müttern spreche, deren Kinder diese Schule besuchen, ist davon nichts zu hören. Auch dort wäre der Arbeitsaufwand sehr gut machbar, auch bei Kindern mit einer eingeschränkten Empfehlung.

          LG

          Hanna

          • Da stimme ich vollkommen zu.
            beste grüsse a

            Ich sehe das genauso wie du.

            Mein Sohn war in der Grundschule extrem gut, ohne was dafür zu tun. Klar, er musste erst kapieren, dass er auf dem Gymansium ein bisschen mehr tun muss (eigentlich nur Vokabel lernen).

            Aber auch das klappte nach kürzer Zeit (und 2 3+ in den ersten Vokabeltests, was ihm so gar nicht gefallen hat). Am Ende hat er eine 1 in Englisch auf dem Zeugnis :-)

            LG,
            Natalia

            Auf dieses Müttergequatsche geb ich ja sowieso nichts mehr #rofl

            Wenn manche Mütter auf uns zu kommen, bei den Pfadfindern oder so.. beim Abholen, flüchten wir schon immer. "XYZ hat gesagt, dass Gymnasium ist aber sooooo schwer... und NEIN??! Ihr wollt euer Kind in die MINTklasse anmelden? Das ist soooo viel Arbeit.. und da müssen die ja Powerpointpräsentationen machen!!!! Das geht doch nicht!!! Ich schicke mein Kind lieber aufs andere Gymnasium, das soll ja vieeeel besser sein"...#rofl

            Meine Kinder haben sich beide nicht überarbeitet auf der Grundschule, aber ich bin mir sicher, dass sie das Gymnasium schaffen. (Ich verlange aber auch nicht dieselben Noten, die sie gerade in der Grundschule haben).

            lg

        Huhu,

        das ist bei meinem Sohn, auch Gym 5. Klasse, nicht so wie von dir beschrieben.

        Ja, er ist auch täglich später daheim als auf der GS, aber in jedem Fach Hausaufgaben und Mappen tiptop, das ist hier nicht so krass.

        LG
        Salo

    Aus meiner Erfahrung nach sind es nicht die wirklich für das Gymnasium geeignete Kinder, die Hobbys aufgeben und Tag und Nach lernen müssen. Bislang waren das in meinem Umfeld die Kinder, die eigentlich gar nicht auf das Gymnasium gehören. Die den Probeunterricht gemacht und den teilweise nicht einmal bestanden haben (bei der Konstellation 4/4 dürfen dann hier die Eltern ihren Willen durchsetzen). Diese Eltern sind es dann auch meist, die am lautesten schimpfen, was im Gymnasium so alles verlangt wird und die Kinder nur noch lernen.

    Was unser Fünftklässler auf dem Gymnasium lernen musste und was ihm anfangs echte Probleme bereitet hat, war das Lernen. Musste er auf der Grundschule nie machen, aber der Stoff ist jetzt doch deutlich umfangreicher, da geht es nicht ganz ohne vor den Arbeiten. Die Kinder hatten aber einige Stunden, wo sie ganz gute Ratschläge an die Hand bekommen haben und bis Weihnachten war das dann auch kein Thema mehr. Für die Hausaufgaben braucht er deutlich weniger als letztes Jahr, etwa ne halbe Stunde, Vokabeln haben sie jeden Tag zwischen fünf und sieben zu lernen, also überschaubar.

    Ja gut, dann muss er halt noch je nach Wochentag Lernfächer wie Geographie oder Natur und Technik anschauen. Auch das brauchte etwas Eingewöhnung, anfangs dachte er, alles auswendig wissen zu müssen für die Abfragen. Inzwischen hat er ein gutes Gefühl entwickelt, worauf die Lehrer Wert legen und dass sie eben nicht erwarten, dass Einträge abgespult werden, sondern viel mehr, dass die Kinder im Unterricht gut zuhören. Jetzt liest er sich die Einträge noch einmal durch, erzählt mir, was sie letzte Stunde gemacht haben, das reicht völlig.

    Mach dir nicht zu viele Gedanken. Das Gymnasium ist gar nicht 'böse' und Kinder, die entsprechende Voraussetzungen haben, sollen da auch gut zurecht kommen.

    • Oder es kommt von den Eltern.

      Ich zitiere meine Nachbarin "Wenn man nur 1en und 2en auf dem Gymnasium haben will, muss man schon richtig lernen"..

      Bei manchen Eltern kann man nur mit den Augen rollen #augen

(14) 15.02.16 - 08:09

Hallo,

mein Sohn ist in 5.Klasse Gymnasium....hatte eine eindeutige Empfehlung (1,4 Notendurchschnitt).
Ihm fallen die Noten nicht zu....er geht gerne zur Schule und lernt gut alleine,allerdings fällt ihm lernen sehr leicht.
Hausaufgaben Menge ist OK....Er hat noch Zeit für 2x Hockey und 1x Schwimmen die Woche .
Er hat keine langen Schultagen nur bis 13:45 Uhr.....das wir in den höheren Klassen natürlich anders.
Sein erstes Zeugnis ist auch super...(1,8) .Für ihn war die Entscheidung Gym.richtig.
Verabredungen sind nicht mehr so häufig.....er trifft seine Freunde aber eh beim Hockey und Freitags kommt ein Klassenkamerad immer gleich
mit zu uns....danach gehen sie zusammen zum Schwimmen.

LG Kerstin

(15) 15.02.16 - 09:54

hier hält sich das Ganze auch noch in Grenzen...

hier gibts in den 5.Klassen im Gym nur Doppelstunden, d.h. die Hausi ist immer erst zum übernächsten Tag auf, da ist es auch kein Drama wenn mal ein Nachmittag für Kieferorthopäde oder nen andren Termin drauf geht..

meist wird die Hausi trotzdem am gleichen Tag erledigt, das nimmt mal mehr mal weniger Zeit in Anspruch, lernen für Tests/Vokabeln etc. kommt abends natürlich noch dazu..
Fussball ist bei uns nie vor 17 Uhr, 2x Woche Musikunterricht abends ab 19 Uhr

Freunde werden beim Fussballen oder im örtlichen Musikverein getroffen

ganz freie Nachmittage gibts natürlich nur in den Ferien :-)

lg

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