Zuschuss zur Lerntherapie

    • (1) 18.02.16 - 15:49

      Hallo an alle!

      Meine Tochter leidet an Dyskalkulie. Sie geht derzeit in die 2. Klasse und hat im Dezember 2015 mit einer entsprechenden Lerntherapie begonnen. Sie geht liebend gerne dort hin und ich hoffe sehr, dass das Ganze baldmöglichst "Früchte trägt". ;-)

      So, nun meine eigentliche Frage....
      Wer von euch hat für o.g. Therapie eine staatl. Förderung bekommen bzw. wessen Antrag wurde aus welchen Gründen abgelehnt??

      Ich hatte letzte Woche einen Antrag auf Kostenübernahme beim zuständigen Landratsamt gestellt. Dazu habe ich sämtliche Unterlagen (Gutachten vom Kinderpsychater, Testungsergebnisse, Zeugnis) eingereicht. Heute war nun eine Mitarbeiterin des zuständigen Jugendamtes hier. Sie hat ca. eine Stunde lang alles nochmal mit meiner Tochter und mir durchgekaut, was eigentlich schon im schriftlichen Bericht des Kinderpsychaters gestanden hat. Weiß nicht, warum dieser Hausbesuch eigentlich notwendig war. Denke mal, sie wollte sich von den häuslichen Verhältnissen ein Bild machen.;-) Sie meinte, sie würde auf unser Gespräch hin ihren Bericht verfassen und ihn dann an eine weitere Stelle im Amt weiterleiten, die dann über die Bezuschussung entscheiden.

      Nun sitze ich gerade hier und überlege mir, wie ich weiter vorgehen werde, sollte mein Antrag abgelehnt werden. Ich würde natürlich auf alle Fälle Widerspruch einlegen.

      Vielleicht mag mir jemand berichten, der in einer ähnlichen Situation war. Habt ihr gleich einen positiven Bescheid erhalten? War ggf. ein Widerspruch gegen einen negativen Bescheid erfolgreich? Mit welchen Begründungen wurde euer Antrag abgelehnt? usw. usw.

      Danke schon mal!

      LG

      • Hallo,
        eigentlich gibt es immer Ablehnungen oder falsche/zu niedrige Bewilligungen. Ein Widerspruch ist meist erfolgreich. Allerdings wagen sich die meisten nicht daran und so sparen Ämter und Versicherungen Unmengen an Geld.

        • Ja, aber nach welchen Kriterien werden positive/negative Bescheide erstellt?
          Die Ablehnung muss ja doch wohl begründet werden?! Die Verhältnisse ändern sich ja nicht von einem Erstantrag bis zu einem Widerspruch meinerseits.

      Hallo,

      Eine Kostenübernahme steht euch meines Wissens dann zu, wenn ihr nachweisen könnt, dass das seelische Wohlbefinden des Kindes gefaehrdet ist. Dürfte Paragraph 85 (oder 80) vom SGB sein.

      Liebe Gruesse.

      Delfinchen

      • Allerdings kenne ich es nicht, dass so früh auf dyskalkulie getestet wird.

        Gerade mathematisches Verständnis hat viel mit Reife zu tun (wenn man Piaget als Grundlage nimmt) und es kann gut sein, dass sich deine Tochter jetzt aufgrund des "Nachreifens" sowieso in Mathe verbessert haette und dies gar nichts oder nur bedingt mit der Therapie zu tun hat.

        • Nun... Sie hat sich ja noch keineswegs verbessert. Die Therapie geht ja, wie gesagt, auch erst seit Dezember und da waren auch noch die Weihnachtsferien dazwischen, in denen keine Therapiestunde stattfand.

      Ja, den Paragraphen kenne ich. Aber wie weist man die Gefährdung des seelischen Wohlbefindens glaubhaft nach? Wie schon geschrieben, dazu dürfte ja wohl das Gutachten des Spezialisten für Kinderseelen reichen, oder? Zudem hatte ich sowohl dem Psychater, als auch der Dame vom Jugendamt heute geschildert, dass sich meine Tochter aus Angst vor Mathe bis vor Kurzem noch übergeben hat, bevor sie die Schule betreten hat.#heul Wenn das nicht reicht, was sollte/müsste denn noch geschehen, damit man nicht als "Simulant" dasteht?

      Bin echt schon sehr gespannt auf den Bescheid..........

      Liebe Grüsse
      gutefee

Den Paragraphen, der gilt, hat ja delfinchen schon genannt. Ich will Dir nicht alle Hoffnung rauben, aber aus dem Bekanntenkreis kenne ich drei Jungs, deren Eltern die Kosten für die Dyskalkulietherapie selbst getragen haben, weil das JA eine Kostenübernahme abgelehnt hat. Einen Widerspruch würde ich inm Fall der Fälle dennoch versuchen; Es muss halt klar sein, dass eine seelische Belastung generell (also nicht nur in der Schule) vorliegt.

Das hängt halt damit zusammen, dass das JA bezahlt und dass es um kommerzielle Institute geht. Mein Sohn hat zB eine Verhaltenstherapie bei einer Psychotherapeutin gemacht, bei der es auch ums Lernen ging (aber nicht nur), die von der KK bezahlt wurde.

Liebe Grüße
Anja

  • "Eine seelische Belastung zu beweisen" - das war ja die Sache des Gutachters (Kinderpsychater), welche er uns ja auch bescheinigt hat. Somit dürfte dieser Aspekt wohl geklärt sein.

    Ja, den Paragraphen kenne ich. Aber, wie so viele Paragraphen, ist der sehr dehnbar. ;-)

    Und mit welcher Begründung wurden die Anträge deiner Bekannten abgelehnt? KOnnten die keine Gutachten vorlegen?

    LG

    • Lach... So einfach ist das nicht.
      Im Grunde kann das JA "grundlos" ablehnen mit einem lapidaren Satz, der sich auf den Hausbesuch bezieht. Also z.B. dass die JA-Mitarbeiterin nicht überzeugt werden konnte beim Hausbesuch, dass das Kind ohne die Therapie einen seelischen Schaden davonträgt. Dann wird noch etwas das häusliche Umfeld gelobt und die besonders engagierten Eltern, vielleicht sogar noch Bezug genommen auf ein Gespräch mit der Lehrerin und den besser werdenden Noten und schon wird einem direkt jeder Wind aus den Segeln genommen selbst für den Widerspruch...
      Ansonsten wäre es auch möglich, dass abgewiesen wird, weil "die seelische Belastung nicht ausreichend nachgewiesen wurde". Ein niedergelassener Arzt bescheinigt mir heutzutage fast alles Mögliche - traurig, aber wahr. Dass ein niedergelassener Arzt das bescheinigt, ist die Voraussetzung, deswegen glaubt das das Amt aber noch lange nicht.

      • Dann kann ich die Sachbearbeiterin nur noch dazu einladen, meine Tochter morgens auf dem Weg zur Schule zu begleiten. Dort kann sie diese beobachten, wie sie vor Angst vor die Schultüre kotzt..... (traurig - aber wahr....)#heul

        Naja, mal abwarten.... Ich will ja den Teufel noch nicht an die Wand malen, aber die Dame war mir heute fast etwas zuuuuu freundlich. Das hat meist einen bitteren Beigeschmack und man bekommt hintenrum eine reingewürgt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt... #winke

        • Sowas lernt man mit der Zeit.
          Man darf den freundlichen Sachbearbeitern nie glauben. Nie das Positive erzählen, sondern eben echt das Negative. Ist schwer immer so über das eigene Kind zu reden, aber notwendig.

    Genau kann ich es nur von einer Bekannten sagen: Der KJP sah eine "seelische Belastung", das JA aber nicht, da die Probleme durch die Dyskalkulie ja nur die Schule beträfen".

    Der betroffene Junge hat dann über längere Zeit eine von den Eltern bezahlte Therapie gemacht, die auch half: Mit der Pubertät konnte sogar der bis dahin gewährte Nachteilsausgleich entfallen.

    Euch alles Gute, viele Grüße,
    Anja

Ich drücke dir die Daumen.

Wir haben die Kosten für eine LRS Therapie selber getragen (tragen wir heute noch)
Wir hatten absolut keine Lust uns vor dem Amt so "nackig" machen zu müssen wie ihr es mußtet.
Die Fragen im Fragebogen des Psychologen fand ich doch mehr als unpassend bzgl des Themas, weswegen man die Therapie dem Kind angedeihen lassen will und ein dementsprechendes Gutachten seines SPZ ja bereits andere Störungen/Ursachen ausschließt.
Lt des Lernzentrums erhalten ca 20 % der Antragssteller eine Kostenübernahme zumindest eine teilweise.
Ach ja der Therapeut muss vom Jugendamt anerkannt sein. Das ist hier Bedingung.
Bei uns war die anerkannte Therapeutin nicht so erfolgreich....
Die jetzige hat wesentlich mehr erreicht.

LG
Karna

  • Hallo Karna.

    Also das "nackig machen" war kein Problem für uns. Waren auch keine soo intimen Fragen dabei und mit dem Hausbesuch heute hatte ich kein Prolem. Obwohl ich mich ernsthaft frage, wofür das gut gewesen sein soll.

    Ja, die Therapeutin ist wohl vom Jugendamt anerkannt, denn sie hat mir den Rat gegeben, diese Kostenübernahme zu beantragen. Außerdem ist sie in unserer Gegend auch die einzige, die diese Art von Therapie anbietet.

    LG
    gutefee

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